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Sonntag, 24. November 2013

Naturkind mit neuen Augen

Wie wunderschön war das denn bitte heute!?!

Und nein, es hat sicher nicht an meinen "neuen Augen" gelegen, durch die ich seit Dienstag und Donnerstag dieser Woche die Welt sehen kann. Für alle, die es noch nicht wissen: Bei mir wurde im Augen Centrum Dreiländereck ein refraktiver Linsenaustausch vorgenommen, d. h. die körpereigene Linse im Auge wird durch eine künstliche ersetzt. Mein Sehvermögen war schon am folgenden Tag bei der Nachuntersuchung wieder bei 100 %, dennoch sind die Augen erst in ca. 2 - 4 Wochen aussagekräftig verheilt**. Das Mehr an Lebensqualität ist jetzt schon unbeschreiblich - nie wieder eine Brille tragen müssen! Aus dem Grund darf ich im Augenblick auch noch nicht wieder laufen, da die Linsen noch verrutschen könnten durch die Stoßbewegungen. Genau deshalb stand heute für mich auch nur ein schöner Spaziergang auf dem Plan, während Dirk heute 23 Kilometer laufen wollte. Wie immer, wenn es um die langen Läufe geht, fuhren wir auch diesmal dafür ins platte Maasland nach Belgien. War ich nicht schon ohnehin längst ein Maasland-Fan, so wurde ich spätestens heute dazu. Schon länger laufen wir ja sehr gerne mal an der Maas im benachbarten Belgien bzw. Holland. Die Maas ist übrigens die Grenze zwischen beiden Ländern, wir laufen bevorzugt um die Gegend herum von Maasmechelen (bekannt durch ein großes Outlet-Shoppingcenter). Im Gegensatz zu unseren heimischen, profilierten Gefilden, gibt es dort so gut wie keine Höhenmeter und deshalb ist das Maasland auch bei Radfahrern überaus beliebt.




Das Gebiet, in dem wir heute bei typischem Novemberwetter starteten, war neu für uns. Nach den letzten Läufen verlangte es uns mal wieder nach etwas Abwechslung. Dirk hatte mir einen schönen Rundkurs ausgeguckt. Kurz bevor wir am Startpunkt ankamen, fing es leicht an zu regnen. Doch so, wie wir aus dem Auto steigen, hörte es nicht nur auf zu regnen, sondern wie auf Bestellung kam sogar die Sonne durch die Wolken, was ein wunderbares, silbriges Licht auf den Deich und seine Umgebung zauberte, die im diesigen Nebel verschwamm (1. Foto). Völlig verzückt und etwas geblendet von dem Licht (meine Augen sind noch recht lichtempfindlich) startete ich euphorisch meinen Spaziergang auf dem Deich. Immer wieder dachte ich nur, mein Gott ist das schön hier! Ich beneidete die Menschen sehr, die in den Häusern direkt am Deich leben, die immer auf das malerische Becken mit seinen Farnen und Enten schauen, wenn sie aus dem Fenster blicken. Wie geil muss es sein, dort zu leben?! Gut, zugegebenermaßen liegt Dilsen-Stokkem irgendwie am AdW, aber wenn man die Hütten hier sieht, muss das Bauland zumindest sehr günstig sein. Hier ist fast ein Haus schöner als das andere und ich fragte mich häufiger während meines Spazierganges, was all die Belgier wohl so beruflich machen, um sich solche Einfamilienhäuser leisten zu können (nicht selten standen auch recht noble Karossen davor), die können sicher nicht alle Bauern sein, auch wenn es sehr viel Land dort gibt. Das Bild, das ich bislang vom gemeinen Belgier hatte, ist sehr einfach: es sind für mein Empfinden eher weniger gut angezogene und weniger gut aussehende Menschen als anderswo, ich fand das auffallend, wobei es mir auch egal ist. Ihre größeren Städte sind häufig sehr schmutzig und ungepflegt und von Gegensätzen geprägt, neben dem schönen, großen Einfamilienhaus steht oft eine runter gekommene Kaschemme und bis auf die bekannten belgischen Fritten hat die belgische Küche für mich wenig zu bieten. Umso schöner ist das Umland, hierin habe ich mich heute regelrecht verliebt. Wie sehr habe ich es bedauert, keine Kamera dabei zu haben, so idyllisch waren die Motive: gelbe Herbstbäume, grüne Deiche mit hellen Kühen, Wiesen überall, mit und ohne Pferde, Weiher mit schneeweißen Schwänen und als wäre das alles nicht genug, erscheinen hinter den Bäumen auch noch zwei Angler in einem Boot, gemütlich Rücken an Rücken sitzend. Van Gogh hätte daher sicher seine wahre Freude auch an diesem Motiv gehabt.

Van Gogh - Angler und Boote an der Pont de Clichy

Als ob sie mich ärgern wollte, kam die Sonne immer stärker heraus und ich weiß nicht, ob es die wunderschöne Landschaft war, die mir die Tränen in die Augen trieb, oder der Frust, keine Kamera dabei zu haben. (Die drei Fotos habe ich mit Dirks Handy gemacht, welches im Auto lag. Aber da war die Sonne fast schon wieder weg und die schönsten Stellen auch nicht mit dem Auto erreichbar). 

Nach 6 Kilometern ist meine Runde dann leider auch schon wieder zu Ende, ich hätte noch ewig so weiter gehen können. Fest steht in jedem Fall, dass ich ein Landei bin, ich gehöre auf den Deich, ich gehöre ans Wasser, ich brauche die Weite der Natur, ich bin alles andere nur kein Stadtmensch! Ja, so will ich leben. Auch wenn wir hier bei uns zu Hause schon sehr schön leben mit unserem Weiher und Wald vor der Haustüre, dem schönen Wurmtal, der Aachener Soers und der fast um die Ecke liegenden Eifel... Es fehlt eindeutig mehr Wasser! Es muss ja nicht gerade Belgien sein, nein, vielleicht klappts ja irgendwann doch noch mit dem schönen Hamburg oder von mir aus auch mit Dresden.

Als ich Dirk später am vereinbarten Treffpunkt abhole, hat es sich schon mächtig zu gezogen. Unterwegs auf der Autobahn geht ein Wolkenbruch los. Perfekter hätte heute das timing nicht sein können. Danke :-)

** ich muss mich korrigieren: ein endgültiges Resultat wird erst in 4 - 6 Monaten da sein. Ups...

Sonntag, 27. Januar 2013

16 km im Maasland unterwegs


Da ich meinen TP wegen der Witterungsverhältnisse im Augenblick noch ignoriere - sieht aber so aus, als würde sich die Seuche nun erledigt haben - gab es einen längeren Lauf in eigentlich angedachten 7:10 oder 7:00. Aber statt langsam war heute eher zügig dran, ungewollt, und mit größtenteils Rückenwind und - hört, hört, ohne Musik!

Schon in der Nacht hörte ich den Wind heulen und als ich dann heute morgen sah, wie heftig die Bäume schaukelten, war ich echt bedient und dachte nur, bei diesem Scheißwetter musst Du heute lange laufen. Wind mag ich ja noch weniger wie Regen, aber am allerwenigsten Schnee. Das alles in Kombination können eigentlich nur Kacke-Bedingungen für einen Lauf sein. So hielt sich die Freude erst mal in Grenzen. Meinem besonnenen Schatz sei Dank, dass er unter Berücksichtigung der Windrichtung eine Strecke in Maasmechelen für mich aussuchte, bei der ich weitestgehend mit Rückenwind laufen würde. Bei ihm stand heute Regeneration im Plan, so dass er sich weiter mit der neuen Kamera vertraut machen wollte und mich demnach mit Auto und Kamera begleiten wollte, so gut es die Strecke zuließ.

Als er mich dann in Uikhoven aussetzte, pfiff mir ein übler Wind um die Ohren und es wurde erst mal kalt und ungemütlich. Unmittelbar nachdem ich los lief, fing es an zu regnen. Klasse. Aber der Wind von hinten schob mich gut über den Deich und bei km 5 hielt ich kurz am Auto an und setzte meine eigens dafür mitgenommene Kappe auf. Die Wege, die zuvor die große Unbekannte bei unserer bzw. Dirks Streckenplanung waren, erwiesen sich als weitestgehend frei, hier und da gab es etwas mehr Schneematsch, so dass ich doch einigermaßen konzentriert laufen musste - Eisschollenhopping quasi.

Dadurch, dass Dirk mir ständig begegnete, war der Lauf unglaublich kurzweilig, für Dirk war es teilweise richtig stressig, mich an den bestimmten Punkten zu erwischen. Denn ich war eigentlich viel zu schnell unterwegs. Aber es lief einfach und ich hatte keine Lust, mich einzubremsen, sondern wollte es nur genießen, das gute Laufgefühl. Selten kam der Wind mit dem Regen mal unangenehm von vorne, meist seitlich oder im besten Fall von hinten.

So wurden es 16 km in 6:28, den letzten km in 5:58, hier legte ich einen Endspurt ein. Es war ein fantastischer Lauf bei Schietwedder, anders kann ich das nicht sagen, bin happy, stolz und sehr zufrieden.

Hier gibts übrigens ne Webcam am Deich, dort, wo ich am Ende ausgekommen bin.

Bilder gibts später bei Facebook.

10 Tage-Fazit

Heute war mein erster Arbeitstag und ich kann behaupten, dass ich ruhigen Gewissens zur Arbeit gefahren bin. Die beiden Katzen kommen sich t...