... der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. (Hermann Hesse)
Jedes Ende ist auch immer ein neuer Anfang - leider ist das nicht immer so einfach, auch, wenn man es selbst so will.
So fing der Tag heute sehr positiv an, ich war bereits um 8.15 Uhr unterwegs zum Joggen, zur Übergangs-Haustür raus und los...
Die Vögel zwitscherten längst munter und aufgeregt, die Sonne brach rot und zart durch Tannen und Bäume, die Wurm plätscherte noch müde in ihrem Bett in den noch jungen Tag. Das Klopfen des Spechtes entlockte mir lächelnd ein "Guten Morgen, Herr Specht! Schon so fleissig?" und die frische, klare Luft war reines Balsam in meinen Lungen. Das satte, feuchte Grün der Wiesen war eine Wohltat für meinen so überstrapazierten Kopf und die müde geweinten Augen. Wenn auch der Verstand immer noch keine Ruhe geben wollte, so tat es meinem erschöpften Körper gut, sich wieder einmal so lebendig zu fühlen.
Nach einer wohltuenden Dusche ging es dann zur ersten Wohnungsbesichtigung; ich hoffte sehr, es würde auf Anhieb passen, da ich absolut keine Lust auf einen Wohnungssuche-Marathon hatte, fällt mir das Entscheiden doch immer noch sehr schwer - ich neige stets intuitiv dazu, das Erstbeste zu nehmen, auch beim Shoppen. Das Telefonat mit dem Eigentümer zwei Tage zuvor ließ mich berechtigt hoffen, machte der ältere Herr einen sehr sympathischen und lieben Eindruck. Dieser bestätigte sich auch sofort und die Wohnung bestach durch ihren günstigen Preis, wie auch der Lage,und das fast einstündige, überaus nette und offene Gespräch mit dem Eigentümer Ehepaar bestärkte meinen Eindruck. Es passte zwischen uns. 46 Quadratmeter aufgeteilt in einem WohnSchlafraum, einer hellen und relativ großen Küche, einem kleinen Bad und einer Diele, in einem gepflegten und ruhigen Nichtraucher Haus, die Wohnung geht nach hinten raus, mit Blick über die Felder - Keller und Waschküche sowie ggf. Fahrradstellplatz in einer großen Garage, was will man mehr?! Morgen werde ich zusagen. Die Miete ist so günstig, dass ich selbst im Falle einer möglichen Arbeitslosigkeit noch die Wohnung behalten könnte. Ich möchte gezielt klein und günstig bleiben, da ich mir nicht mit einer eventuell schöneren, größeren Wohnung den Hals zuschnüren mag. Ich möchte wieder eine Reitbeteiligung haben, mich in einem Fitnessstudio anmelden, ein weiteres Fernstudium machen, und auch die ein oder andere Reise sollte noch drin sein. Es gibt allerdings viel zu Renovieren, aber auch das hat den Vorteil, dass ich es mir genau so machen kann, wie ich es haben möchte und später, bei einem möglichen Auszug, alles auch wieder so verlassen kann.
Wäre da nicht die kurze Begegnung mit Dirk gewesen, der mir ein letztes Valentinstagsgeschenk gemacht, und mich damit zutiefst berührt hat - es wäre ein rundum toller Tag gewesen. Aber so ist es wohl und das gehört dazu, ich denke, das nennt sich nun trauern. Auch wenn ich mir sicher bin, dass es aktuell keine andere Lösung gibt, so tut der Abschied doch sehr weh! 13 Jahre, in denen ich auf Händen getragen wurde, Dirk mir nicht nur die Welt gezeigt hat, sondern auch, wie es sich anfühlt, uneingeschränkt geliebt zu werden, ja, das darf man dann ruhig auch beweinen und betrauern, fällt das Verstehen auch sehr schwer...
Und Morgen ist ein neuer Tag, dem wieder ein neuer Zauber inne wohnt - der Zauber des Neubeginns, jedem Tag die Chance zu geben, der schönste Deines Lebens zu werden. Und wenn schon nicht der Schönste, so doch immerhin eine einzigartige und unwiderbringliche Erfahrung, die sich Dein Leben nennt!

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