Sonntag, 20. Mai 2018

Das Lucky-Projekt

Tatsächlich fühle ich mich ein wenig an meine Schwangerschaft erinnert. Damals, als es noch kein Internet gab, um alle must-haves fürs Baby zu besorgen, ging man noch in Fachgeschäfte. Heute ist es leichter. Seit Tagen sitze ich am Rechner und google Kratzbäume, Katzentoiletten und was man sonst noch glaubt zu brauchen für die neue kleine Mitbewohnerin in spe. Natürlich war ich unlängst im Fachgeschäft und konnte es mir nicht verkneifen, ein erstes Spielzeug für die kleine Mietze mitzunehmen.

Lucky's erstes Spielzeug

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, obwohl eigentlich noch vier Wochen Zeit wären. Aber meine Vorfreude ist einfach riesig, ich kann es kaum erwarten (in etwa so, wie die furchtbaren 9 Monate lang abzuwarten, als ich erfahren habe, dass ich schwanger war). Genau wie damals, bereite ich das Nest vor und treffe Vorkehrungen im Haus - Lucky bekommt ihr eigenes Zimmer, klar, unsere Jungs sind aus dem Haus und wir haben schließlich Zimmer genug.

Die Spielkameraden warten schon ;-)

So lange schon wünsche ich mir wieder eine Katze im Haus und so lange habe ich entbehrt, weil Dirk (zu Recht?) keine derartige Verpflichtung eingehen wollte. So ein Tier stellt man schließlich nicht in die Ecke, wenn man in Urlaub fährt oder ein verlängertes Wochenende spontan zur See möchte. Auch ist es nicht wirklich möglich, den kleinen Scheißer einfach mal so mitzunehmen. Warum jetzt dieser Sinneswandel? Okay, ich gebe zu, ich habe ihn ein wenig vor vollendete Tatsachen gestellt und ja, ich wollte es einfach unbedingt, wohl auch, weil ich eben viel alleine zu Hause bin. Nicht zuletzt hat der Zufall mitgeholfen, so dass wir uns nun auf Lucky (die kleine Graue) freuen, die am 25.06.2018 bei uns einziehen wird.






Lucky, zu deutsch "glücklich", zeigt jetzt schon Wirkung bei mir. Durch den Tod meines Schwiegervaters am 6. Mai und der vorangegangen Umstände, stand unser Leben wochenlang ziemlich Kopf. Die Folge war eine heftige depressive Erschöpfung bei mir und eine Leere, die mich wieder alles Mögliche in Frage stellen ließ. Unsere Internet-Lauf-Freundin Sabine und der Zufall führten mich zu Lucky und das uneingeschränkte Schwärmen von Sabine, die einen Kater aus dem vorherigen Wurf besitzt, überzeugte auch Dirk recht schnell, dass diese (Wohnungs-)Katze für uns und unsere Umstände genau die richtige zu sein scheint. Und nun haben wir ein neues Projekt, das Lucky-Projekt. Einziger Wehrmutstropfen -> wir müssen sie in Hamburg abholen. Aber was tut man nicht alles für so einen kleinen Seelentröster?

Um es kurz zu machen: Wir freuen uns riesig. Bevor wir Lucky abholen, werden wir noch einen wunderbaren Urlaub in Südengland vor der Brust haben und so werden die nächsten Wochen verfliegen wie nichts, auch wenn es da noch die ein oder andere unangenehme Sache gibt, die wir noch hinter uns bringen müssen. Aber so ist das Leben, mal macht es uns traurig, mal glücklich und manchmal überschneiden sich die Ereignisse, so wie jetzt.

Samstag, 11. November 2017

November 2017

Meine Güte, ist das schon wieder lange her, seit ich zuletzt etwas geschrieben habe!  Dabei schreibe ich doch so gerne...

Stellt Euch vor, ich habe seit dem 20.10. ein neues Auto! Was soll ich sagen? Ich liebe ihn! Kein Scherz, dieses Auto macht mich glücklich. Es ist, wider Erwarten, ein Hyundai i20 in der Yes Plus Variante mit einem schicken Panoramadach geworden, Farbe weiß, mit schwarzen Akzenten und getönten Scheiben, sieht echt sehr sportlich und stylisch aus. Das Ganze hatte sich relativ spontan ergeben, vor allem aber das Modell bzw. die Marke, denn einen Hyundai hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Wäre da nicht meine liebe Kollegin Saliha gewesen, die mir diesen überaus tollen Tipp gegeben hat, wäre es wohl, ganz ladylike, ein Fiat 500 geworden. Doch inzwischen bin ich mehr als froh, dass ich dieses weiße Schätzchen jetzt habe, denn der hat so viel Schnickschnack, dass es mich immer aufs Neue beeindruckt und vor allem fährt er sich super, ganz leise und ach... ich könnte über alles an ihm schwärmen! Selten war ich von einem Kauf so überzeugt, tatsächlich alles richtig gemacht zu haben. Also, wer ein richtig gutes Auto mit etlichen Extras (mein Favorit: Die Lenkradheizung!) und 5 Jahren Garantie in einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, dem kann ich uneingeschränkt den Hyundai empfehlen.

Was gibts sonst noch? Im Job läuft es soweit gut, aber dennoch habe ich mich letzte Woche intern um eine Stelle als Teamassistenz beworben. Zu dem Warum kann und möchte ich nicht allzu viel sagen, aber ich hoffe, dass es die richtige Entscheidung ist, die mir unglaublich schwer gefallen ist. Um einige sehr lieb gewonnene KollegInnen in meiner Abteilung tut es mir jetzt schon sehr leid, aber... ich bin ja nicht aus der Welt, sondern nur in einem anderen Gebäude (wenn es denn klappt!).

Meine Stimmung ist aktuell geprägt von Ungeduld (wegen der Bewerbung) und einer gewissen Unmotiviertheit, die sich auf meine Ernährung und dem nötigen Sport bezieht (Ergo: Unzufriedenheit in puncto Gewicht). Die Couch hat eine überaus hohe Anziehungskraft und was gibts dabei besseres, als einen leckeren Rotwein und Erdnüsse zu genießen?!

Tja, und dann schwebt da noch die 50 über mir, die im kommenden Monat mein Alter sein wird. Oh man, ich hätte nie gedacht, dass mich diese Zahl so beeindrucken könnte. Aber Fakt ist, dass sie es tut. Fünzig, das klingt so mega alt. Ich hatte ja zunächst überlegt, noch einmal etwas größer zu feiern. Aber da ich ja bekanntermaßen am denkbar ungünstigsten Tag des Jahres Geburtstag habe, fällt die Party aus. Fünfzig zu werden ist wahrlich kein Grund zum Feiern, oder? Stattdessen überlegen wir, im Januar eine Woche in die Sonne zu fliegen, denn Dirk hat aktuell ziemlichen Stress im Job und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben, so dass eine kleine Auszeit zum Runterkommen sicher nicht die schlechteste Überlegung ist.

Mit meiner Schreiberei tue ich mich ein wenig schwer. Das Erotik-Kurzgeschichten-eBoook läuft zäh an, weshalb sich auch hier meine Motivation in Grenzen hält, weiterzuschreiben bzw. nachzulegen. Dabei lief es bei dem anderen, ersten Anbieter richtig gut - wirklich zu dumm, dass wir gezwungen waren, zu wechseln. Vielleicht sollte ich mich doch mehr in die Belletristik begeben und Liebesromane schreiben...

Sonntag, 16. Juli 2017

Immer an meiner Seite... und unter meiner Haut ;-)


Gestern war es endlich soweit.

Im Dezember bekam ich zum Geburtstag einen Gutschein für ein neues Tattoo und gestern war der Termin bei Gast-Tätowierer Roland (aus Ungarn) bei Way of Ink (in Aachen). Bis dahin hatte ich allerdings einigen Stress, weil ich mir über das Motiv und die in Frage kommende Stelle in keiner Weise klar war. Feststand eigentlich von Beginn an, dass ich gerne einen Engel haben wollte (weshalb ich überhaupt diesen Gutschein bekommen hatte), weil ich zum einen sehr an deren Existenz in meinem Leben glaube und sie zum anderen auch sammle, ja, Engel sind irgendwie mein Ding, mein Thema. Den Gedanken, jederzeit einen Schutzengel an meiner Seite zu wissen, der nur mein Bestes will und um mein Wohl besorgt ist, finde ich sehr tröstlich. Meinem Schutzengel wollte ich deshalb einen Platz auf meiner Haut geben, besser gesagt unter, oder in meiner Haut. Er heißt übrigens Micha, eigentlich ja Michael, aber Engel sind weder männlich noch weiblich. Und genau das war dann auch das Problem bei der Suche nach einem geeigneten Motiv.

Ich habe das Internet durchsucht, meine Bücher und Engel-Karten und bin leider nicht wirklich fündig geworden. Entweder waren die Engel eher männlich, wie Kämpfer mit Schwertern oder Rüstungen, also sehr martialisch, oder sie waren extrem weiblich, mit sexy Kurven und in Posen, die so gar nichts mit meiner Vorstellung zu tun hatten. Dann gabs da noch die niedliche Hello-Kitty-Variante, wie ich sie nenne, die eher einer Comiczeichnung gleich kam oder eben mehr wie Elfen wirkten. Ach ja, und natürlich gabs da auch noch die üblichen Weihnachts-Rubens-Engel, die eben sehr biblisch aussahen, häufig mit Musikinstrumenten im Arm, dicken Pausbäckchen, goldgelockt und mit einem Heiligenschein. Es war ein Kreuz, den Richtigen zu finden. Na ja, den hab ich eigentlich auch nicht gefunden, ich habe zunächst selbst einen gemalt, der meiner Vorstellung recht nahe kam, quasi eine Mischung aus Elfe und Engel. Bis ich damit aber im Studio landete, war ich zwischenzeitig soweit, das neue Tattoo gänzlich sausen zu lassen, da ich irgendwie nicht davon überzeugt war, wohin es sollte und ob es tatsächlich ein Engel werden würde. Da gabs noch die Überlegung einer Eule, denn die finde ich auch echt Klasse, oder ein Mandala oder oder oder... So eine lebenslang bleibende Entscheidung fällt nun mal echt nicht leicht.

Letztendlich habe ich mich dann aber auch für die linke Schulter entschieden, was die Sache insofern erleichterte, dass es gut zur rechten tätowierten Seite passen würde, also das mit dem Engel und Ranken und so, das war zumindest der Plan.

Als ich dann zunächst alleine ins Studio kam, gab es erstmal eine Verwechslung, da ich mit Pia begrüßt wurde. Ne, ich bin Marion und hab zusammen mit Dirk einen Termin. Hm, ja, kein Problem, ich hatte ja die Karte mit dem Termin zum Glück dabei, worauf auch die Anzahlung notiert war. Dennoch war ich erstmal mächtig irritiert - sowas mag ich überhaupt nicht. Zum Glück war mir Roland wenigstens sofort sympathisch, ebenso sein Helfer und auch sein Musikgeschmack, es liefen die Red Hot Chilli Peppers (einmal bin ich  nämlich an einen Metall-Fan geraten, das war schon krass, weil unterschwellig irgendwie aggressiv). Inzwischen hatte Dirk das Auto geparkt und wir warteten auf den Entwurf und hofften, dass keine Pia unseren Termin durchkreuzen würde, was sie auch nicht tat. Der Entwurf war nach "bitte weniger sexy" und "kein Heiligenschein" dann okay, schließlich wusste ich ja, dass "da noch was geht".

Es ging los. Ich hatte irgendwie ganz vergessen, wie es sich anfühlt, wenn man tätowiert wird, es tat zunächst einmal scheiße weh, was ich mir natürlich nicht anmerken ließ. Nach dem Grundriss mit der dicken Nadel war es dann erträglich und ich spürte kaum noch etwas. Die Schattierungen am Ende wurden dann nochmal fies, aber das Ergebnis gute zwei Stunden später hat mich für alles entschädigt, ich finds einfach nur geil (auch wenn es mehr Michaela als Michael geworden ist):


Der Preis hat mich dann nochmal kurz schlucken lassen, aber es ist eben eine Form von Kunst und ein Unikat, das hat seinen Preis. Dirk war mit seiner Marathon-Zahl auf der Wade schnell durch und ziemlich euphorisiert verließen wir das Studio, um erstmal was Essen zu gehen.

Ob es dabei jetzt bleibt oder ob ich mich nochmal stechen lasse?? Keine Ahnung. Abends im Bett hatte ich jedenfalls schon eine Idee, eine Vorstellung von Etwas, was die linke mit der rechten Schulter zu einem Ganzen verbinden könnte... Mal abwarten :-)



Samstag, 1. Juli 2017

Samstagsfrust

Unten dröhnen Rammstein durchs Wohnzimmer, während ich oben am Rechner sitze und recherchiere. Es ist Samstagmittag und ich bin genervt. Ich könnte die Türe schließen, aber die Bässe würden auch so noch wummern. Nicht, dass ich Rammstein nicht mögen würde, doch, schon, aber Jetzt und Hier empfinde ich es nur als unpassend, weil viel zu laut, was aber wohl auch meiner miesen Stimmung geschuldet sein könnte.

Was los ist? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht (ich mache dann doch mal die Türe zu!).
Schon die ganze Woche über ist meine Feierabendlaune relativ im Keller, wogegen es mir über Tag im Job richtig gut geht, auch wenn ich viel zu tun habe. Oder gerade weil ich viel zu tun habe?

Gestern habe ich mein Zeugnis von der Stadt bekommen, nach zehn Monaten und vermutlich nur auf Grund meines ständigen Nachfragens hin. Es ist gut, mit durchweg nur"stets einwandfrei" und "zur vollsten Zufriedenheit". Aber der letzte Satz, der ja nicht ganz unwichtig ist, ist dann doch der Situation entsprechend kurz und knapp ausgefallen: "Frau Hansen verlässt die Kupferstadt auf eigenen Wunsch. Wir wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen und privaten Lebensweg alles Gute." Okay, ich habe es ehrlich gesagt nicht anders erwartet, weshalb es wohl auch so gekommen ist. Und doch hätten sie sich bedanken können, schließlich bin ich freiwillig gegangen, anstatt die unbefriedigende Situation möglicherweise anderweitig aus zu sitzen und hinaus zu zögern bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Ob ich das Zeugnis überhaupt noch mal brauchen werde, ist fraglich. Trotzdem beschäftigt es mich mehr als mir lieb ist. Genauso wie mein Aufschlagen am Mittwoch in der Schule. Es gab unterschiedliche Reaktionen, von herzlichen Umarmungen bis hin zu eingefrorenen Gesichtern und bösen Blicken. Ja, mein Abgang vor einem Jahr war sicher nicht der nobelste. Aber er war mit Ankündigung, ich habe kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich so schnell wie möglich kündigen möchte, sobald ich eine Alternative gefunden habe. Ja und tatsächlich ging es dann Schlag auf Schlag. Vermutlich nehmen es mir einige Menschen doch übel, dass ich mich nicht anständig verabschiedet habe (mir war leider überhaupt nicht danach). Vielleicht fühlen sich auch manche im Stich gelassen. Wiederum andere mussten ausbaden, dass meine unterforderte Arbeitskraft dann doch irgendwie fehlte, was jedoch nicht meine Schuld ist, wenn die Stadtverwaltung keinen Bedarf an Ersatz sieht. Andererseits weiß ich, dass es inzwischen Ersatz gibt. Aber was auch immer der Grund für die bösen Blicke sein mochte, Haken dran! Ich muss nicht Everybodies Darling sein, was mir gerade ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Was interessieren mich diese ehemaligen Kollegen noch?! Mehr waren sie nämlich nie.

Ruhe. Die Musik ist aus. Nur das Ticken der Uhr und Klappern der Tastatur ist zu hören. In meinem Kopf aber rotieren die Gedanken wie ein tollwütiges Karussell. Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart finden mal wieder keine Ruhe. Ich stehe mir gerade selbst mächtig im Weg und finde das echt sehr anstrengend. Was will ich? Ich könnte jetzt viele Dinge aufzählen, die mir spontan in den Sinn kommen, z. B. nur "essen, ohne ständig auf mein Gewicht achten zu müssen" oder "endlich als Schriftstellerin den Durchbruch zu haben" oder ganz banal nur "Sonnenschein", (denn es ist ungewöhnlich frisch und verregnet für einen 01. Juli).

Nein, vor allem möchte ich, dass diese Melancholie verschwindet, die mich immer wieder überschattet, wie eine zu tief hängende graue Regenwolke. Die an mir klebt wie ein Schatten und die ich schon als einen Teil von mir betrachte, dieser hässliche Teil, der vom Leben so abgenervt ist.

Ich habe diese Stimmungen übrigens nicht, wenn ich die hCG Kur mache und die Globulis nehme. Also schließe ich, dass in meinem Hirn möglicherweise ein wichtiger Botenstoff fehlt. Ich sollte vielleicht einmal mit meinem Hausarzt darüber sprechen. Vermutlich bin ich außerdem auch wieder in der Zucker- und Alkoholfalle. Wäre das die Lösung meines "Problems", ständig auf alles zu verzichten, was damit zu tun hat? Wäre das ein Preis, den ich zu zahlen bereit wäre? Oder müsste ich einfach nur die alten Gewohnheiten ablegen, wie einen zu großen, schmuddeligen Mantel, in dem ich versinke?

Bislang hat immer noch eines geholfen: Ablenkung. Und genau aus dem Grund, gehe ich jetzt in die Küche und fange an, das Essen vorzubereiten. Nützt ja alles nix :-)





Mittwoch, 28. Juni 2017

Alles richtig gemacht!

Es gibt Erfahrungen, die muss man machen, um wieder klarer zu sehen. So wie heute.

Vor einigen Wochen bekam ich eine Einladung zur Abschlussfeier einer der beiden Schulen, für die ich zuletzt gearbeitet habe, bevor ich zu ATESTEO gewechselt bin. Eine Stelle im öffentlichen Dienst freiwillig zu kündigen, das war eine lange und intensive (und ja, auch schwere) Entscheidung. Aber, der Leidensdruck war am Ende so groß und der Zufall ergab es, dass ich eine Stelle in der freien Wirtschaft bekommen konnte. Das ging dann alles sehr schnell und ich bin nach meinem Urlaub nicht mehr zurück gekommen, hab mich daher auch nicht groß verabschiedet. Bloß weg!

Heute, als ich  nun tatsächlich zurück in die Schule bin, um an dieser allerletzten Abschlussfeier teilzunehmen*, denn die Schule schließt und wird jetzt eine Gesamtschule (für die ich dann hätte arbeiten sollen), habe ich wieder die Bestätigung bekommen, dass es die absolut richtige Entscheidung war, zu gehen.

Nein, wenn ich ehrlich bin, habe ich das nie wirklich in Frage gestellt. Dennoch ist es eine tolle Bestätigung, zu fühlen, dass ich alles richtiger als richtig gemacht habe, sofern das überhaupt möglich ist. Es gibt Menschen, mit denen möchte ich einfach nichts mehr zu tun haben, Menschen, denen die Falschheit ins Gesicht geschrieben steht, die ich nicht mehr um mich herum haben möchte, mit denen ich auch nicht mehr reden mag.

Da denke ich doch lieber an meine heutige Mittagspause mit meinen lieben Mädels, allen voran Wiebke, Kristine und heute auch Sylvia; (unsere Lydia ist leider noch krank), alles ganz liebe Seelen, mit denen ich mich prima verstehe. Wenn wir zusammen Essen fühle ich, dass ich angekommen bin. Ich habe sehr nette Kolleginnen und Kollegen, habe ein schönes Büro, einen echt tollen, sehr entspannten Chef und einen Arbeitsbereich, der mich ausfüllt, der abwechslungsreich ist und meistens auch richtig Spaß macht. Das Allerbeste aber sind meine Arbeitszeiten von wöchentlich 28 Stunden, die ich darüberhinaus auch noch völlig flexibel gestalten kann. Jeden Morgen, wenn ich jetzt (seit April) im Wald unterwegs bin vor der Arbeit, danke ich dem lieben Gott für diesen Umstand - kein Scherz, ich bin sehr dankbar für diese kleine Form von Freiheit.

Das heutige Erlebnis war nun hoffentlich der notwendige Schlussstrich, endgültig mit diesem Thema abzuschließen. Alles hat wohl so sollen sein, auch wenn ich das Gefühl hatte, drei Stunden meines Lebens heute Nachmittag sinnlos vertan zu haben. * Denn eigentlich sollte ich heute mein Arbeitszeugnis bekommen, nach knapp 10 Monaten! Aber auch das hat heute  nicht funktioniert.

Egal. Ich mache jetzt einen noch fetteren Haken an die Sache - steckt euch das Zeugnis doch sonstwohin, ich habe eh nicht vor, die Stelle noch einmal zu wechseln. Wenn ich dort aufhöre, dann widme ich mich ganz der Schreiberei und verprasse den dicken Lottogewinn, der mir das ermöglicht (ja ja, is ja gut,  ... träumen wird man ja noch dürfen ;-)) ...

Sonntag, 25. Juni 2017

Das beste Projekt...

... an dem Du je gearbeitet hast, bist DU selbst!

Diesen Satz las ich gerade bei meiner virtuellen Facebook-Freundin Sabine B., die inzwischen auch Admin in unserer "Facebooks Lauffreunde" Gruppe ist. Wir haben es leider immer noch nicht zu einem persönlichen Treffen geschafft. Wie das manchmal so ist, bin ich durch ihre sämtlichen Fotos geklickt, eigentlich nur auf der Suche nach ihrem Tattoo, da ich gerade Inspiration brauche für mein nächstes Tattoo.

Seltsamerweise hat mich der Spruch ziemlich intensiv berührt, so dass ich ganz kurz einen Kloß im Hals hatte und den Anflug von Tränen in den Augen.

... bist Du selbst ... warum reagiere ich so? Und schon wieder packt es mich alleine beim Schreiben dieser drei Worte. Du bist das beste Projekt in Deinem Leben - Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben. Während ich das schreibe, steht neben mir eine rote Kaffeetasse mit weißer Schrift: Schön, dass es MICH gibt. Sie war mein Andenken-Abschieds-Geschenk von meinen lieben Bircher-Mädels aus Lahnstein I.


Irgendwie klappts mit der Selbstliebe immer noch nicht so ganz. Und während ich das gerade schreibe, kommt die Sonne raus. Sunshine, passt. Oder nicht? Denn oft bin ich innerlich alles andere als Sunshine, obwohl ich nach Außen hin die gut gelaunte, unkomplizierte, stets freundliche und hilfsbereite Marion bin, mit der jeder gern zu tun hat, die lacht und strahlt und die man mag. Immer noch überkommen mich diese tieftraurigen Gedankengänge und das Gefühl von Einsamkeit. Das Gefühl einer zerrissenen Familie und der immer wiederkehrenden Frage nach dem Sinn des Lebens, meines Lebens.

Möglicherweise ist dies mit dem Begriff 'depressiv' zu erklären. Eine Krankheit, die ich nicht habe oder haben will, bzw. auch nicht denke, dass ich sie habe. Weil richtige Depressionen viel krasser sind, als diese "krummen Gedanken", die ich nur habe. Meine Mutter meinte einmal zu mir: "Kind, lass dir doch vom Doktor ein paar Pillchen gegen die Melancholie geben". Ja, so geht meine Mutter mit solchen Dingen um. Ein Pillchen und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Ach Mama, eine Umarmung hätte es vielleicht auch getan...

....

Ich muss mich jetzt duschen und fertig machen, denn gleich gehts auf zum Demonstrieren gegen Tihange. Ja, so ist das. Die krummen Gedanken kommen und gehen - zum Glück schafft es das Leben immer wieder, mich abzulenken :-).

In dem Sinne -> einen schönen Sonntag

Sonntag, 11. Juni 2017

Sommer und Karl Ove - Zeit für ein Update und neue Ziele

Heute ist Sonntag, der 11. Juni 2017 und ich habe seit langem wieder das Bedürfnis, zu schreiben. Aktuell lese ich nämlich das Buch von Karl Ove Knausgard "Kämpfen" und es kommt immer wieder vor, dass ich dabei denke: Verdammt, das kann ich doch auch, das ist doch genau mein Thema und ebenso meine Vorstellung vom Schreiben! Entschuldigt, ich will nicht anmaßend klingen und ich bin Lichtjahre weit davon entfernt, mich mit diesem Schriftsteller zu vergleichen, der schon so viel veröffentlicht hat und schon so oft ausgezeichnet wurde für seine Schreiberei. Und dennoch finde ich so viele Parallelen und ich kann seine Gedankengänge so gut nachvollziehen. Ich wollte auch immer "meine ganz persönliche Geschichte" schreiben, meine Vergangenheit erzählen, mein Verhältnis zu meinen Eltern, meine Kindheit und Jugend und meine Rastlosigkeit, von meiner Scheidung und der zweiten Ehe, dem Mutter-Sein und die fortwährende Suche nach dem, was man als "angekommen" bezeichnet.

Meine Gedanken überschlagen sich, wenn ich oft im Wald unterwegs bin und ich denke, ja, das muss ich so oder so schreiben. Ich lege mir Formulierungen zurecht und habe sogar nachts in Träumen irgendwelche Sätze im Kopf, bei denen ich unterschwellig denke, dass ich das so schreiben muss. Es ist aber verhext, denn ich kann meine Geschichte nicht schreiben, die da heißen könnte "Nichts als die Wahrheit" oder so. "Torn" - zu deutsch Zerrissen, war lange Zeit der mögliche Titel meiner Wahl und das für mich so völlig passende Adjektiv. Die Wahrheit, meine Wahrheit, würde vielen nicht gefallen oder sie verletzen, genau wie bei Karl Ove, dessen Onkel die Veröffentlichung des Buches um jeden Preis verhindern wollte. Und zerrissen deshalb, weil es mich umtreibt, das Verlangen, der Wunsch all das aufzuschreiben und es andererseits nicht zu können. Aber mein Zerrissen hat viele Gesichter, das Nicht-Schreiben-Können-aber-Wollen ist nur eines.

In einer Rezension seines Romans "Sterben" fand ich folgende Beschreibung für ihn, von einer Frau, die ihn erst nicht lesen wollte und dann ganz schnell zum Fan wurde: "... weil ich ihn für einen eitlen, aufgeblasenen, seinen Egoergüssen verschriebenen Jammerlappen und Narzisten hielt..." Das gleicht dem, was sein Onkel über ihn behauptet. Seltsamerweise finde ich mich auch ein kleines bisschen in dieser Beschreibung wieder. In ihrem nächsten Satz schreibt sie, es sei wie eine Sucht, ihn zu lesen. Interessanterweise heißen seine Romane Sterben, Lieben, Spielen, Leben, Träumen und Kämpfen. Alles "Überschriften", mit denen ich viel anfangen kann und ich weiß jetzt schon, dass ich nach Kämpfen alle weiteren Romane lesen werde, auch wenn Kämpfen quasi der Letzte ist. Aber ich lese ja auch meistens eine Zeitung von hinten nach vorne, also ist das okay.

Knausgard ist absolut mein Ding. Ich mag die Art, wie leicht und authentisch er das Hier und Jetzt mit der Vergangenheit vermischt, gespickt mit literarischen und geschichtlichen Ergänzungen oder tiefschürfenden Erkenntnissen, seine langen Sätze, die Aufzählungen seiner alltäglichen und im Grunde so banalen Handlungen, so, wie ich damals Briefe geschrieben habe oder Tagebucheinträge, zwischen Kochtopf und Hausaufgaben, eingestreute philosophische Überlegungen, immer irgendwie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ich kann nicht behaupten, dass ich ihn inwischen, 15 - 20 Jahre später gefunden hätte. Aber ich glaube, ich bin ihm schon ein ganzes Stück näher gekommen und wie bei allem scheint auch diesmal der Spruch "Der Weg ist das Ziel" zuzutreffen. Sieht so aus, als käme die Weisheit wirklich mit zunehmendem Alter ;-).

Kurze Pause, weil Abendbrot...

So, heute gibts also keinen Tatort, er wurde im Vorfeld wieder mal verrissen. Obwohl ich die Stadt Dresden sehr mag, sind die Tatorte von dort nicht mein Fall. Außerdem ist das Wetter noch so schön, dass es eine Schande wäre, nicht draußen zu sitzen und zu schreiben, schließlich muss ich noch die Kurve kriegen und zum Update kommen. Aber wie schon oben erwähnt, überschlagen sich meine Gedanken immer noch so sehr, dass ich von Hölzchen auf Stöckchen komme und mich über alles mögliche auslassen möchte. Vor allem suche ich, während ich hier schreibe, gedanklich nach einem anderen Titel für meinen Blog, denn auch, wenn ich demnächst wieder plane, mehr zu laufen, soll es künftig doch ein eher allgemeiner Blog werden. Irgendwelche  Vorschläge? Ich bin für alles offen.

Jetzt aber was zum Thema "Speck":

Seit gut vier Wochen halte ich nun mein neues Gewicht (trotz Mallorca-Urlaub und Stockholm-Wochenende), welches sich zwischen 72 und 70 Kilo bewegt, je nach Tagesform. Geschafft habe ich das mit der hCG-Stoffwechselkur. Hätte ich nur eher gewusst, wie leicht es damit funktioniert! Inzwischen bin ich so mutig und behaupte, es hat definitiv Klick bei mir gemacht und ich weiß jetzt, wie ich mich dauerhaft ernähren sollte, um nicht wieder auf die 80 Kilo zuzusteuern. Ich fühle mich blendend und seit langem endlich mal wieder wohl in meinem Körper. Ich mag mich wieder im Spiegel ansehen und kriege beim Eincremen meines Körpers keine Frustanfälle mehr, ja, ich finde mich vielmehr echt in Ordnung, so wie ich jetzt bin. Und so soll und darf es bitte bleiben. Eigentlich möchte ich gerne noch drei oder vier Kilo mehr abnehmen. Aber ich habe jetzt jeden Druck heraus genommen und wenn noch was runter geht, ist es gut und wenn es so bleibt, ist es auch gut. Nur mehr werden darf es nicht wieder.

Und noch was zum "run":

So richtig aufgehört mit dem Laufen hab ich ja nicht, aber ich habe es sehr gemütlich gehandhabt und mit 78 Kilo auf den Rippen läuft es sich nun mal auch nicht so gut. Nach meinem 2. Berlin-Halbmarathon 2013 (Wahnsinn, das ist ja auch schon vier Jahre her!) habe ich mich ja längere Zeit gänzlich dem Laufen verweigert und bin irgendwann nach der Auszeit mehr oder weniger nur noch im Lust-und-Laune-Modus gelaufen, mehr weniger als mehr. Seit der hCG-Kur, die in der sogenannten "strengen Phase" nur max. 700 Kalorien am Tag erlaubt, bin ich wieder enorm motiviert, mehr Sport zu machen, auch, wenn ich das Fitnessstudio nur als zahlendes Mitglied inaktiv nutze. Vielleicht ändert sich das ja auch nochmal. Mit meiner neuen Arbeitsstelle kam die Teilzeit und auch die flexiblen Arbeitszeiten, was die Sache mit dem Sport jetzt immens erleichtert. So bin ich seit April zumindest walkend sehr viel unterwegs gewesen, (zwischendurch auch mal gelaufen) und habe es im Mai auf 227 gegangene Kilometer gebracht. (Die lange Abhandlung meiner Begeisterung über die Läufe oder Walks früh morgens vor der Arbeit erspare ich Euch an dieser Stelle. Aber hier gibts ein Foto:)



Die Motivation und Euphorie des Gewichtsverlustes hält an und hat mich dazu bewogen, mir ein neues Ziel zu stecken: Ich möchte im kommenden Jahr noch einmal einen Halbmarathon laufen, schließlich sind aller guten Dinge drei. So hoffe ich, gut und sportlich über die Winterzeit zu kommen, ohne mich wieder essenstechnisch gehen zu lassen und ins tiefe Loch des Winterfrustes zu fallen. Ich finde, das ist ein guter Plan. Ach ja, geplant ist außerdem, am 15.07. ein neues Tattoo zu bekommen. Es trägt den Titel "Always by your side" und wird ein (laufender) Engel werden, ich freue mich schon, den Schriftzug wird Tim designen, der das ja jetzt studiert. Und es ist auch kein typischer Engel, wie man ihn sich vermutlich jetzt vorstellt, nun, ich bin sicher, dass ich zu gegebener Zeit ein Foto posten werde.

Das wars dann erstmal wieder.

Bis bald mal wieder :-)









Samstag, 31. Dezember 2016

Ein Versprechen und ein guter Vorsatz

Nun hat es mich am letzten Tag des Jahres doch noch erwischt. Nein, ich habe mich nicht erkältet, ich meine den Blues, den Jahresendstimmungsblues.

Habe ich die Weihnachtszeit in diesem Jahr ungewöhnlich gut überstanden, überkommt mich heute eine Melancholie, gegen die ich mich nur schwer wehren kann. Was ist denn nur los?! Es war doch ein sehr gutes Jahr im Grunde genommen...

Ich habe endlich meinen Job gekündigt und eine neue, sehr herausfordernde Stelle angetreten. Diese Stelle verlangt mir einiges ab und obwohl ich nur noch Teilzeit arbeite, fühle ich mich erschöpfter als zuvor im Vollzeitjob. Ich habe das Gefühl, mehr denn je, dass ich keine Zeit mehr habe. Keine Zeit für mich, für Dinge, die mir Spaß machen, die mir gut tun - mir fehlt einfach die nötige Energie. Irgendetwas scheine ich also falsch zu machen und ich fürchte, ich weiß auch was. Es ist der Druck, der hohe Anspruch, den ich mir immer wieder selbst auferlege. Nein, ich gebe nicht 100 Prozent, ich will immer mindestens 10 Prozent mehr geben. Und das ist auf Dauer sehr anstrengend. Stets bin ich im Laufschritt unterwegs und nicht selten erledige ich zwei oder drei Dinge gleichzeitig. Das kostet viel Energie und Konzentration, denn es ist ja auch mein Anspruch, keine Fehler zu machen und ja, immer wieder schnell zu sein, prompt abzuliefern. Warum nur?! Warum bin ich so bescheuert?! Es scheint fast so, als müsse ich die Unausgeglichenheit und Langeweile der letzten Jahre nun mit Vollgas kompensieren, von ein Extrem ins andere. Hab ich was gut zu machen bei irgendwem?!

Oder muss ich vielleicht unterbewusst immer noch meinem Vater gerecht werden, der einmal zu mir sagte, dass ich ihn bloß nicht blamieren soll, als ich im selben Betrieb wie er meine Ausbildung anfing? Es ist schon krank, wie tief manche Dinge sitzen! Du musst fleißig sein, du musst schnell und gut sein - so oder ähnlich wurde es mir eingeimpft. Da werde ich im nächsten Jahr 50 Jahre alt und bin in meinem Inneren immer noch das kleine Mädchen, dass den Papa nur ja stolz machen will...

Von guten Vorsätzen halte ich nicht mehr viel, da ich sie ohnehin nicht einhalte. Dennoch möchte ich mich auf einen möglichen Vorsatz festlegen: Ich werde einen Gang zurückschalten im Job. Wenn selbst mein Chef sagt "Es ist nur Arbeit" und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, dann werde ich mir davon eine Scheibe abschneiden. Mir zuliebe. Ich möchte nicht länger das Gefühl haben, nur noch zu funktionieren und ansonsten keine Power mehr für anderes zu haben.

Es ist erstaunlich, was sich beim Schreiben ergibt. Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben. Doch zeigt sich wieder einmal, wie therapeutisch das Schreiben tatsächlich ist und was es ans Tageslicht befördert. Dass ich hier und heute über "Arbeit" schreibe, war so nicht geplant und ich gebe zu, es fuckt mich gerade ziemlich ab, dass dieses Thema bei mir so derart präsent ist und eine solche Wichtigkeit hat, dass ich darüber schon einmal ziemlich krank geworden bin. Das soll sich ändern, dieses Versprechen gebe ich mir hier und heute selbst.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern dieser Zeilen einen guten Rutsch in ein gesundes und hoffentlich unbeschwertes, zufriedenes Jahr 2017. Es bleibt spannend, wie immer :-)

Samstag, 5. November 2016

In der Mühle...

... oder Bodypump mit Les Mills

Einen wunderschönen guten Samstag-Morgen wünsche ich.

Na ja, so ganz wunderschön ist er nicht, denn ich war gestern mit Tanja eine Stunde Gewichte stemmen zu powernden Beats und einer unermüdlichen Drill-Instructorin. Unfassbar, was in so einem kleinem weiblichen Menschenkörper drin stecken kann.

Ich hingegen fühle mich heute wie durch besagte Mühle gedreht, gewendet und geschrotet. Vor allem der untere Rücken - meine ohnehin größte Schwachstelle - macht mir das Hinsetzen und Aufstehen unglaublich schwer. Dagegen sind meine Arme und Beine bislang mit einem blauen Auge davon gekommen. Zahlt sich das wieder aufgenommene Training doch schon aus?

Nun ja, ich habe zugegebenermaßen auch das kleinste Gewicht konstant benutzt, am Ende sogar nur die nackten Übungen mitgemacht, weil ich eben befürchtete (und das völlig zu Recht), mich heute ansonsten überhaupt nicht mehr bewegen zu können. Über meine erste derartige Erfahrung mit dem Kurs "Bodyattack" habe ich schon berichtet -> einmal und nie wieder war glaube ich mein Fazit, nach mindestens einer ganzen Woche Muskelkater vom allerfeinsten!

Jetzt heißt es dran bleiben und über den Punkt hinaus kommen, wo es weh tut. Dass es Spaß gemacht hat, steht außer Frage und es ist ein wirklich Klasse Ganzkörpertraining. Leider war der Kurs, den wir statt in unserem Heim- und Hofstudio in Herzogenrath diesmal in Aachen Laurensberg besucht haben, extrem voll und der Platz war schon grenzwertig.

Ich bin sehr gespannt, wie das Laufen morgen funktioniert. Wegen der fallenden Temperaturen freue ich mich ungemein darauf, war der letzte Lauf wieder einer mit über 15 Grad und demnach nicht so mein Fall.

Und für alle, die gerne ein bisschen was Schlüpfriges Lesen, habe ich hier einen tollen eBook-Tipp, passend zur kuscheligen Jahreszeit: Verlangen. Aber Vorsicht... der Inhalt ist nicht Jugendfrei ;-)

Samstag, 29. Oktober 2016

Dieses "Vergänglichkeits-Ding"

... oder: Nah am Wasser

(Achtung! Das Lesen der folgenden Zeilen könnte nachdenklich machen.) 

Nein, meine plötzliche Stimmungsschwankung hat nichts mit dem nahenden November zu tun, auch, wenn mein Opa mir jetzt gewiss widersprechen würde. Er war der Meinung, im tristen November, wenn die Blätter fallen, "fällt auch er". Er, der längst tot wäre, wenn der Herrgott ihn doch nur lassen würde... Nein, er ist nicht im November gestorben, sondern im sonnigen August. Und letzten April ist meine dazugehörige Oma verstorben, sie, die mir einmal so nahe stand und mir so wichtig war.

Die letzten drei Jahre hab ich sie nicht mehr gesehen und ihr Tod war verbunden mit einem leisen "na endlich", auch wenn es keiner laut sagen wollte. Heute, als ich zunächst geputzt, dann die Terrasse winterfest gemacht, und im Anschluß Apfelpfannkuchen gebacken habe, war sie ständig in meinem Kopf. Es war ein klassischer Samstag, wie ich ihn oft mit ihr erlebt habe: erst wird geputzt, dann im Garten Ordnung gemacht und dann gibts lecker Kaffee mit Pfannkuchen (oder einen anderen Kuchen, den sie mal eben schnell zwischen Kochtopf und Putzeimer gezaubert hat). Sie war mein zu Hause, meine Geborgenheit, meine Kindheit und Jugend, mein Ort der Zuflucht, wenn alles drohte zu eskalieren, sie war mein offenes Ohr,  meine Vertraute, meine beste Freundin, Mutter und Oma zugleich. Ja, sie war auch meine Trauzeugin bei Hochzeit Nr. 1.

Ich habe sie bis jetzt nicht vermisst, keine Träne geweint. Und plötzlich ist es da, das Erinnern, das Vermissen und ja, auch die Tränen. Ich fühle mich erbärmlich und schäme mich, würde am liebsten stehenden Fußes zum Friedhof fahren (was ich vermutlich in den kommenden Tagen auch tun werde, denn ich habe ein langes, freies Wochende vor der Brust und noch keine konkreten Pläne).

Schon seit Tagen habe ich etwas im Kopf, das mich beschäftigt. Ich nenne es das Vergänglichkeits-Ding, weil ich keinen besseren Ausdruck dafür finde. Und ich habe es auch schon als Kind im Kopf gehabt...

Unsere Vergänglichkeit in dieser Welt, sie wird mir auch durch den Krieg in Syrien gerade so bewusst. Jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit fahre, bin ich dankbar, dass ich hier in Deutschland lebe und es mir so gut geht. Ich sehe Eltern, wohl auch Migranten, die ihre Kinder zum Kindergarten oder in die Schule bringen und denke an die, die jetzt gerade in Aleppo leben, sofern sie denn noch leben. Ich stelle mir vor, dass Deutschland zerbombt wird und ich in ein anderes Land fliehen und komplett von vorne anfangen muss, Sprache, Werte und Gebräuche sind völlig fremd und anders, ein Kulturschock.

Nein, keine Sorge, ich werde hier jetzt keine Gutmensch-Gewissens-Sache draus machen, es geht  mir vielmehr darum, dass mir gerade so schrecklich bewußt ist, wie unbedeutend irgend jemandes Leben doch eigentlich ist. Wie sehr es davon abhängt, was mein Leben zunächst "wert ist", wo ich geboren werde und wer meine Eltern sind. Wenn ich heute sterben würde, wäre die Welt morgen noch die gleiche, alles würde geschehen, wie es immer geschieht. Sicher, der ein oder andere aus meinem Umfeld wäre vielleicht geschockt, traurig oder was auch immer. Aber wie schnell wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass ich als Nachbarin, als Freundin, als Arbeitskollegin und natürlich als Ehefrau und Mutter, Tochter oder Schwägerin nicht mehr da bin? Klar, den Angehörigen bleibt ja gar nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass ich nicht mehr da bin. Man sieht ja schon an einer neuen Arbeitsstelle, wie unbedeutend man im Grunde ist und wie sehr der Spruch stimmt, dass niemand unersetzbar ist.

Wenn ich am Strand stehe und aufs Meer schaue, inmitten dieser Unmengen von Sandkörnern und diese unzählige Wassermasse vor Augen, dann komme ich mir so unbedeutend und nichtig vor, dann wird mir die Gewissheit, nur für kurze Zeit ein Gast auf dieser Welt zu sein, so richtig bewußt. Wer bin ich, dass ich mich manchmal so wichtig nehme?! frage ich mich dann oft und vor allem, welcher Sinn steckt dahinter?! Diese Frage stelle ich mir schon so lange und aktuell bin ich an einem Punkt, wo ich keine andere Antwort weiß, außer der, dass das Leben ein (mehr oder weniger) kostbares Geschenk ist und es in meiner Hand liegt, was ich daraus mache. Ob das die Menschen in Afrika genauso sehen?! Nein, gewiss wird es viele geben, die ihr Dasein als Fluch empfinden. Und am Ende bleibt die Frage nach dem Sinn und ich fange wieder von vorne an.

Danke fürs Lesen und ich hoffe, ich habe Dich mit meiner nah-am-Wasser-Stimmung jetzt nicht angesteckt! Das fliegt mich an aus dem Nichts und muss dann irgendwie raus...


Sonntag, 23. Oktober 2016

Runners High - so ein toller Herbstlauf!

Darauf habe ich gewartet, genau auf dieses geile Gefühl, wenn sich ein Lauf endlich wieder leicht anfühlt! Heute war es nach sehr langer Zeit endlich nochmal soweit, was sicher auch mit dem Abnehmen von +10 Kilo zusammen hing...

Es gibt da so einige Faktoren, die erfüllt sein sollten, um mir ein gutes Gefühl für einen bevorstehenden Lauf zu geben. Das richtig gewählte Frühstück zum richtigen Zeitpunkt eingenommen, wie auch der mehr oder weniger erfolgreiche Toilettengang sind zwei ganz wesentliche Dinge, die dazu beitragen. Ebenfalls sehr wichtig ist die richtige Wahl der Kleidung und nicht zu unterschätzen ist auch das Wetter und natürlich die Strecke. Das alles passte  heute zusammen und obwohl ich mit Kopfschmerzen wach geworden bin, wurde es einer dieser Läufe, die besonders im Gedächtnis bleiben werden.

Während das Wetter hier bei uns in Herzogenrath traumhaft schön war, 3 Grad, blauer Himmel und Sonnenschein, ein wunderbarer Herbsttag also, war es im 35 km entfernten Maasmechelen zutiefst nebelig. Es war so nebelig, dass man die Maas vom Weg aus nicht sehen konnte, obwohl es keine 10 Meter waren, die dazwischen lagen. Total spuky, wenn man nur hier und da ein bisschen Gestrüpp oder den Umriss eines Baums auf einer dieser kleinen  Inseln im Wasser erahnen konnte. Nebelschwaden und herab rieselnde bunte Blätter machten das Bild perfekt.

Ich liebe den Herbst und ich liebe es, wenn es um die 5 Grad kalt ist beim Laufen, wenn dann auch noch kein Wind dabei ist, ist das genau mein Wetter. Frische, kalte, klare und feuchte Luft, so dass man zu Beginn ein wenig friert und zunächst die Hände schützt, der Buff um die Ohren wieder zum Einsatz kommt.

Es dauerte gar nicht lange, da war ich in meiner eigenen Welt. Meine Gedanken sind so abgedriftet, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass ich laufe. Wenn es so ist - ich nenne es dann "im standby-Modus laufen" - ist es ideal.

Die Musik auf meinen Ohren entführte mich in die verschiedensten Geschichten und brachte mich an Orte, die von Maas und Nebel weit entfernt waren. So war heute für eine kurze Zeit Samu Haber mein Laufbegleiter, mit dem ich am Santa Monica Pier über den Boulevard lief und später den Sonnenuntergang in den Hollywood Hills bewunderte. In einer Kneipe auf St. Pauli lauschte ich in intimer Atmosphäre der markanten Stimme von Andreas Kümmert, trank dabei ein Astra und bewunderte sein Gitarrenspiel. Mit Steffi von Silbermond fuhr ich über die B96 ins Hinterland, wo nicht nur der Hund sondern auch ihre dreiviertel Kindheit begraben ist. Beim Stichwort Kindheit kletterte ich auf einen Baum auf dem Schulhof meiner Grundschule und musste lächeln, als ich an die Worte des Vaters meiner Freundin dachte, der mich wegen meines Mutes und meiner Beweglichkeit gerne "kleiner Russki" nannte. Eine Ecke älter war ich dann, als ich mir zu "Fiesta" in einer Disco mit Lasershow die Seele aus dem Leib tanzte, bis zum Morgengrauen... Es war wirklich erstaunlich, wo ich 10 Kilometer lang heute überall gewesen bin.

Mit einem breiten Grinsen stoppte ich nach 10,5 km meine Uhr und fühlte mich großartig. Es läuft wieder!

Sonntag, 16. Oktober 2016

12 Kilo in 6 Wochen?!?! Ja, das geht!

Auch, wenn dieser Blog hier "Run an den Speck" heißt, so kann ich leider nicht berichten, dass ich diese 12 Kilo vom Laufen abgenommen habe. Wer meine letzten Beiträge gelesen hat, weiß, dass ich das mit der hCG-Kur geschafft habe. An dieser Stelle gibts keine Details mehr dazu, wer sich dafür interessiert, scrollt bitte ein wenig weiter runter in den Beiträgen, dort ist mehr zu finden oder fragt einfach Google.

Heute sind die sechs Wochen "strenge Phase" vorbei, aber ich habe bereits am Freitag mit der Stabiphase begonnen, weil ich einfach keinen Bock mehr hatte und mit meinem erreichten Ziel sehr zufrieden war.  

So endet meine Kur mit 69,3 kg nach 39 Tagen mit einem Ergebnis von 12,4 kg Abnahme.

Ich finde das einfach unfassbar schön und freue mich jedes Mal, wenn ich am Spiegel vorbei komme. Immer noch ist es ein kleines Wunder für mich, dass ich es endlich geschafft habe, abzunehmen. Wie viele Jahre und wie viele vergebliche Versuche habe ich hinter mir?! Unwichtig.

Jetzt heißt es, Gewicht halten. Ich gebe zu, ich habe mächtig Bammel, dass ich schneller wieder alles drauf habe, wie ich gucken kann. Aber genau der berüchtigte Jojo-Effekt soll ja mit der hCG-Kur ausbleiben, weil der Stoffwechsel umprogrammiert wurde. Ich werde sehen, bleibt also immer noch spannend.

Wieder gings heute nach Maasmechelen zum Laufen, wo  Dirk dieses Foto von mir gemacht hat. Ich kann ja hier schlecht meine "nackten Tatsachen" präsentieren, auch, wenn man darauf den Erfolg wesentlich besser sehen kann (entsprechende Fotos existieren also und sind auch wichtig). Daß mein Gesicht nun leider etwas markanter, sprich weniger gepolstert ist, ist nun mal so, immerhin gehe ich ja auch stramm auf die 49 zu ;-).

Da ich aktuell immer noch an Kohlenhydraten spare, (ich hab wirklich Schiss, welche zu essen), ist meine Power auch noch nicht so dolle. Das machte sich heute wieder beim Laufen bemerkbar. Es war noch einmal ungewöhnlich warm heute, um die 17-18 Grad, was ja schon mal generell nicht mein bevorzugtes Wetter zum Laufen ist. Außerdem hatte ich am Donnerstag nach langer Zeit nochmal eine erste Osteopathiesitzung bei einem neuen Therapeuten meines Vertrauens. Vermutlich spielte das auch eine Rolle, denn ich hatte bereits gestern ein Gefühl von Muskelkater, obwohl ich nichts gemacht hätte, was diesen an den verschiedensten Stellen hätte verursachen können. Nach 6,4 km übergab Dirk mir den Autoschlüssel und ich machte eine kurze Pause, um einmal in die Büsche zu hüpfen. Beim Aufstehen wäre ich fast umgekippt, mir wurde ganz schwummrig und ich bin erstmal einen Kilometer gegangen. Die vielen Minifliegen in der Luft raubten mir außerdem den letzten Nerv. So schaffte ich es zwar noch einmal, für zwei weitere Kilometer anzulaufen, ging aber den letzten Kilometer bis zum Auto entschleunigt in der Sonne, wobei ich auch wieder die herrliche Landschaft genießen konnte. Na ja, 8 Kilometer sind 8 Kilometer...

Das war im August 2016.

Und das war heute.



Montag, 10. Oktober 2016

Endspurt

Heute habe ich die letzte Woche meiner "strengen Phase" angefangen und stehe unmittelbar davor, die 70 kg Marke zu knacken. Ich fühle mich immer noch super, doch allmählich, je länger die Diätkur dauert, sehne ich das Ende herbei. Nicht, weil es mir schwer fällt, mich an die Regeln und das 500 - 600 kcal Limit zu halten, sondern einfach, weil ich mal wieder Lust auf etwas anderes zu Essen habe, als nur mega gesundes Zeugs mit nahezu Null Kalorien. Ich freue mich z. B. einfach nur auf einen Salat, aber mit Olivenöl angemacht und die Mengenbeschränkung beim Fleisch oder Fisch fällt dann auch weg (zugegeben, 100 gr. pro Mahlzeit sind schon verdammt wenig für ein fleischfressendes Pflänzchen wie mich).

Unterm Strich ziehe ich schon mal eine sehr positive Bilanz aus den letzten sechs Wochen. Ich bin immer noch total beeindruckt, dass ich, ja ausgerechnet ich, das geschafft habe. Sechs Wochen knallharte Konsequenz und striktes Einhalten von Regeln, wer hätte das für möglich gehalten, kann ich doch sonst noch nicht mal nach Rezept einen Kuchen backen, weil ich es einfach nicht kann, mich an die vorgegebenen Mengenangaben zu halten. Tja, wenn die Motivation entsprechend geil ist, klappts auch mit dem Einhalten von Regeln, wie es scheint.

11,7 kg sind runter bis heute und das in 35 Tagen. Dann heißt es noch vier Wochen Stabilisationsphase, in der ich das Gewicht halten soll, aber die Kalorienzufuhr wieder erhöhe. Wird spannend. Aber auch das schaffe ich. Selten war ich von etwas derart überzeugt, wie dieser Kur. Die werde ich im Januar noch einmal für drei Wochen wiederholen, denn ich lüge nicht, wenn ich behaupte, dass immer noch, trotz des schönen Gewichtsverlustes genügend Masse da ist. Die von mir angestrebten 65 Kilo sind nicht unrealistisch und immer noch im Rahmen meines BMI-Normalbereichs.

Was gibts Negatives zu sagen? Hm, eigentlich nichts. Auffallend ist bei dieser Diät, wie sehr einem bewusst wird, wo man überall Fett, Zucker und andere Kalorienbomben sparen kann. Auffallend ist aber auch, zumindest in meinem Fall, wie sehr Essen- und Trinken-Gehen zu einem geselligen Wochenende gehören und wenn es nicht da ist, wie lang so ein Tag sein kann. Vor allem dann, wenn der liebste Schatz am Abend nach dem Essen die Nüsse raus kramt und sich ein Bierchen auf macht.

Schwierig wird es auch, wenn man einen Partner im Haus, der ständig da ist und gerne und viel isst, wie es bei meiner Mutter zum Beispiel der Fall ist. Sie könnte diese Diät maximal gemeinsam mit ihrem Mann zusammen machen, aber alleine schätze ich ihren Erfolg auf sehr gering bis unmöglich. Schon gut, dass Dirk wenigstens drei Tage in der Woche nicht zu Hause ist, sonst wäre es mir sicher auch schwerer gefallen, selbst wenn er mich lobt und anspornt und ansonsten in jeder Hinsicht unterstützt.

Apropos... Ihm gefällt die neue Marion überaus gut und er geizt nicht mit Komplimenten (was er aber auch sonst nicht getan hat). Mir gefällt sie auch sehr gut, deshalb soll es so bleiben. Ich hoffe sehr, dass ich meine Gelüste und bislang sehr lieb gewonnen Gewohnheiten nun im Griff habe.

Gestern war ich übrigens noch einmal 8 Kilometer laufen in Maasmechelen. Es hat wunderbar geklappt, wenn auch wieder im 7.30er Schnitt, aber ohne Pause und ohne das Gefühl zu haben, gleich zusammenzuklappen. Vielleicht lag es auch nur an dem idealen Wetter und der immer wieder herrlichen Landschaft, von der ich, egal zu welcher Jahreszeit, einfach nicht genug bekomme. Nun fahren wir schon einige Jahre regelmäßig dorthin zum Laufen, aber es wird nicht langweilig oder eintönig. Ich liebe diesen Fleck Erde zu jeder Jahreszeit - und Dirk genauso.









Montag, 3. Oktober 2016

Zielkorrektur nach der 4. Woche

Frisch vermessen und gewogen ziehe ich eine kurze Bilanz nach dem Ende der 4. Woche. Inzwischen bin ich auf -9,8 kg und muss mein Ziel korrigieren. Natürlich war die 65 auf der Waage zu illusorisch. Die sub70 sind da wesentlich realistischer und die werde ich schaffen, was eine Abnahme von 12 Kilo in 6 Wochen bedeuten wird. Dieses Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen, wie ich finde. Immerhin bin ich ja auch keine mega-adipöse Person, die 30 oder 40 Kilo abnehmen muss.

Auf Grund meiner Aufzeichnungen habe ich einen Trend ausmachen können, den ich die 6-Tage-Geduldsprobe nenne. Nach der ersten Woche, in der ich sehr schnell und täglich Gewicht verloren habe, ging es ab der 3. Woche deutlich schleppender zu. So dauert es seit dem immer fünf bis sechs Tage, in denen das Gewicht nur zwischen 300  bis 500 Gramm rauf oder runter dahin dümpelt, bis sich dann mit einem Rutsch ein gutes Kilo bemerkbar macht. Das ist schon ein wenig nervig, wenn man sich täglich an die Regeln und die maximale Kalorienzufuhr hält. Man gewöhnt sich irgendwie daran, dass es möglichst täglich runter geht.

Gestern bin ich nochmal fünf Kilometer auf der Bahn unterwegs gewesen. Das Laufen fällt immer noch sehr schwer, aber es war zu schaffen. Viel mehr wäre jedoch nicht gegangen und das Tempo war immer noch im 7:30er Bereich - ohne Brennstoff läuft es einfach nicht. Aber es hat sich gut angefühlt und es macht doch auch irgendwie immer noch Spaß. Vielleicht liegt es auch an meiner Lieblingsjahreszeit, die jetzt begonnen hat.

Die Wochenenden gestalten sich inzwischen ein wenig launisch meinerseits. Das Zusammensein  mit Dirk, der sich auch gerne gesund ernährt, aber bei Weitem mehr und anders isst als ich (und auch gerne mal ein Bierchen trinkt, gerade am Wochenende), ist schon eine kleine Herausforderung. Das Gesellige fehlt irgendwie. Auch das Süße in Form von Keks oder Kuchen fehlt mir am Nachmittag. Hier greife ich dann kurzer Hand zur Nektarine, um wenigstens ein bisschen süß zu schmecken. Befriedigend ist das nicht unbedingt, aber der Zeitrahmen ist absehbar. Wenn ich nach den 6 Wochen in die Stabilisationsphase gehe, darf ich schon deutlich mehr Lebensmittel essen, als aktuell. Also, Augen zu und durch!

Jetzt gehts auf nach Maasmechelen. Zwischen 8 und 10 Kilometer werde ich walkend die schöne Landschaft genießen und meine neue Playlist, irgend sowas tranciges...

Dienstag, 20. September 2016

Wenn irgendwo plötzlich Knochen wachsen...

Gestern hab ich meine 3. Diätwoche angefangen. Das Ergebnis an Tag 15 lautet somit -7,5 kg (und seit vier Tagen stagniert die Abnahme)! Es ist so dermaßen unglaublich, wie meine Klamotten schlabbern, dass ich mich heute gezwungen sah, wenigstens schon mal ein kleines Bisschen shoppen zu gehen. Vier neue Oberteile sind es geworden (und ein paar weiße Adidas Treter). Ich passe also tatsächlich wieder lässig in Größe 40 bzw. M. Beinahe hätte ich in der Umkleidekabine geweint. Wenn ich bedenke, dass ich noch vor Kurzem meine Blusen in 42 fast nicht mehr zu bekommen habe und mir fürs Vorstellungsgespräch sogar eine in 44 gekauft habe... Heute habe ich eine 42er Bluse angezogen und es war in der Tat grenzwertig, wie sie an mir schlackerte, weshalb ich auch meinen Kleiderschrank heute schon einmal gründlich ausgemistet habe.

Mary-im-Speckmantel - die Zeiten sind jetzt vorbei. War ich im Sommer doch tatsächlich in eine gewisse Resignation verfallen was meine Figur und mein Gewicht angeht, sehe ich das heute glücklicherweise wieder anders. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass die hCG-Stoffwechsel-Diät etwas für mich ist. Aber was soll ich sagen?! Es geht mir fabelhaft, ich habe mich lange nicht so toll gefühlt, bin bester Stimmung und Laune, bin motiviert und aktiv und habe nahezu keinen Hunger, muss mich sogar manchmal zum Essen zwingen. Ich schlafe wieder wie ein Baby und sehe mich wieder gerne im Spiegel an.

Am Sonntag habe ich tatsächlich am Fuß einen Knochen entdeckt, den ich vorher noch nie gesehen habe. Was heißen soll, dass ich sogar an den Füßen abnehme. Mein ganzer Körper scheint sich  neu zu definieren, was genau der Sinn der hCG-Kur ist. Auch meine Kniescheiben kommen wieder zum Vorschein. Der Umfang am Po hat sich bereits um 5 cm verringert, die Brust um 3 cm und von der Taille ganz zu schweigen, hier sind es nahezu 20 cm (wir haben mehrfach gemessen)! Unglaublich - ein anderes, passenderes Wort fällt mir dazu nicht ein.

Da ich mit den 7 oder 9 Kilos nach den drei Wochen jedoch noch nicht am Ziel bin (es ist noch genug Materie vorhanden :-( ...), werde ich eine zweite Diätphase direkt dran hängen, dass heißt, ich werde die Kur insgesamt über 6 Wochen machen. In der Hoffnung, dass ich dann  meine 65 Kilo wieder auf der Waage sehe, die ich zuletzt hatte, als ich vor 23 Jahren mit Tim schwanger wurde. Ich war noch nie so motiviert und überzeugt, dass ich es diesmal schaffe, wie jetzt. Das Gefühl ist einfach zu schön, um es nicht zu Ende zu bringen und weiter zu machen. Wie heißt es doch bei den Weight Watchers? Nichst schmeckt so gut, wie es sich anfühlt, schlank zu sein. Da sich mein Denken im Bezug auf die Ernährung ohnehin schon seit geraumer Zeit wieder in die richtige Richtung entwickelt hat, bin ich sicher, dass es mir nicht schwer fallen wird, weiterhin auf Zucker und schnelle Kohlenhydrate zu verzichten, natürlich wirds auch Alkohol nur noch in Maßen und in Ausnahmen geben, da ich den ohnehin nicht mehr gut vertrage.

Lediglich für Sport fühle ich mich momentan zu schlapp. Also, ich meine jetzt Laufen. Radeln, Crosstrainer und Nordic Walken ist kein Problem. Morgen gehts deshalb mal wieder ins Studio. Ich freue mich drauf!

Es grüßt Euch eine lange nicht mehr so glückliche Mary :-)

Samstag, 10. September 2016

Meine News of the week

Ja, wie gehts mir eigentlich? Nun, ich würde sagen, supiprimatoll, einfach Klasse, ich hab das Gefühl, ein neues Leben hat angefangen. Kein Scherz, weil: Seit dem 01.09.2016 arbeite ich ja bei der Firma ATESTEO und ich genieße es ungemein! Ich bin so froh aus dieser elend langweiligen Tretmühle raus zu sein, ich kann es kaum in Worte fassen, wie schön es ist, endlich wieder in einem modernen, internationalen Unternehmen zu sein! Die erste Woche ist nur so umgeflogen (was sicher auch an meiner Teilzeitarbeitszeit von jetzt nur noch 28 Stunden liegt) und ich freue mich sehr auf die nächsten. Bei dieser kurzen Arbeitszeit hat man noch so viel vom Tag, unglaublich, ich genieße es sehr.

Parallel dazu hab ich mit einer hCG-Stoffwechselkur angefangen und meine Erfahrungen halte ich hier in diesem separaten Blog fest. Um nur das Wichtigste vorab zu melden, ich habe von letzten Montag bis heute, Samstag = 6 Tage, genau 4,9 kg verloren! Wenn das keine Motivation ist.

Allerdings ist mir das Laufen heute recht schwer gefallen, was aber sicher auch normal ist und zu erwarten war. Immerhin habe ich mich 5 km durchgebissen, wenn auch langsam. Ich war mehrfach kurz davor, aufzuhören, aber ich will ja keine Uschi sein, sondern auch mal die Arschbacken zusammen kneifen. Von nichts, kommt schließlich nichts!

Nicht nur "Eine neue Liebe, ist wie ein neues Leben", sondern auch ein neuer Job. Ich bin sehr glücklich, dass ich es gewagt habe, mich aus den sicheren Klauen des öffentlichen Dienstes befreit zu haben - hätte ich schon viel früher tun sollen! Aber besser spät als nie.

Ich wünsche Euch einen herrlichen Spätsommer :-*

Donnerstag, 25. August 2016

"Mächtig verstimmt"...

... oder anders ausgedrückt: Ich bin gerade ziemlich angepisst. Und da es mir immer hilft, wenn ich schreibe, mache ich das auch jetzt.

Es ist wohl meine unausgesprochene Pflicht, als Mutter die Arschkarte zu haben, wenn es darum geht, bei irgendwelchen Zukunftsprojekten oder was auch immer Schwarz-Maler, Kritiker, Spielverderber oder Spaßbremse zu sein. Das mache ich nicht, weil ich es so lustig finde, sondern weil es für mich ein Akt der Fürsorge, der Weitsicht und eine realistische Form von Liebe ist und weil ich nun mal nicht die gute Freundin, sondern die Mutter bin.

Aber irgendwann reicht es dann auch. Ich geb die Arschkarte jetzt mal wieder ab, bin raus und hab einfach keinen Bock mehr. Ich stehe somit nicht mehr zur Verfügung, wenn gerade mal wieder irgendwas brennt und ich mal ganz schnell irgendwas erledigen soll, weder physisch noch monetär, vor allem nicht monetär.

Ich weiß nur zu gut, das Kinder kleine egoistische Monster sind. Erst gestern hatte ich noch so ein kleines, schreiendes, einjähriges Etwas auf dem Arm, aber das hat seine Mama dann auch glücklicherweise wieder mitgenommen. Außerdem weiß ich, dass ich wohl nicht anders war. Gerade ich war ein verwöhntes Einzelkind. Na ja, aber war ich das wirklich? Ich habs mir ja nicht ausgesucht, hätte zu gerne noch Geschwister gehabt. Immerhin ist dieses verwöhnte Einzelkind seit Jahren in Therapie und ganz bestimmt nicht, weil die Oma so ein lockeres Portmonait hatte und auch nicht, weil ich statt Zeit, Anerkennung und Aufmerksamkeit noch ein Fahrrad, noch ein Skateboard oder auch mal ein Pferd, ein Kaninchen, einen Papagei oder ein Kätzchen bekommen habe.

Gut, meine Eltern haben es damals nicht besser gewußt, wie ich auch, vermute ich mal. Trotzdem wollte ich es besser machen und ich denke, schon alleine wegen des anderen Intellekts ist es mir gelungen und natürlich nicht zuletzt wegen meiner eigenen Erfahrungen als Kind. Doch kann ich wirklich stolz auf meine Leistung als Mutter sein? Wie viel Einfluss habe ich wirklich auf die Entwicklung meines Sproßes gehabt und wie viel Charakter oder genetische Veranlagung steckt da mit drin?

Es ist müßig, darüber zu spekulieren. Die Dinge sind, wie die Dinge nun mal sind. Und glücklich bin ich in der "Rolle" schon längst nicht mehr, ja sogar bin ich seit längerem schon bewußt auf Distanz gegegangen (ein bisschen mehr, als nur "los lassen" vermute ich), weil ich es nicht mehr unbedingt ertrage, daß ich wohl zusehen muss, wie viele Dinge so ganz anders laufen, als ich mir das gewünscht hätte. Aber das ist wohl der Lauf der Dinge, das ist das Leben. Wie heißt es doch in dem Lied "Kompaß ohne Norden" von Prinz Pi so schön:

Meine Eltern sind enttäuscht von mir
Und deren Eltern sind enttäuscht von ihnen
Und ganz egal, welchen Weg man läuft
Mit jedem Schritt tritt man auf Minen
Meine Kinder werden mich enttäuschen
Und deren Kinder werden die enttäuschen
Und deren Enkel werden die enttäuschen
Wir jammern gern - so sind wir Deutschen


Was es wirklich bedeutet, spüren wir erst am eigenen Leib, wenn wir selber Kinder haben. Und so wird es unseren Kindern vermutlich auch gehen. Kein wirklicher Trost im Moment.

Neulich erst hatte ich zwei ernste Gespräche über Kinder, eines von Mutter zu Mutter (also  nicht meine Mutter!) und eines von Mutter zu meinerTante-ganz-bewußt-ohne-Kinder. Und ich habe beiden aus tiefer Überzeugung gesagt: "Hätte ich gewußt, wie groß die Bürde ist, ein Kind in die Welt zu setzen, hätte ich keins bekommen." Spricht das nun für mich, oder outet es mich als Schisser? In jedem Fall zeigt es, dass ich wohl sehr verantwortungsbewußt bin und ja, auch sehr kritisch. Ja, und nicht nur mit meinem Kind, sondern vor allem mit mir. "Auch wenn ich manchmal gern etwas glücklicher wär oder wenigstens ein bisschen dümmer...." singt Maxim in Einsam sind wir alle. "Am Ende ist alles so schön sinnlos...".

Ich habe erst vor kurzem gelernt, "auf mich zu achten". Nein, das ist nicht zu verwechseln mit (gesundem) Egoismus (das Wort ist leider inzwsichen negativer belegt, als es ursprünglich gedacht ist), das ist eher sowas Großes wie Selbstliebe. Da ich aber so mein Problem damit habe, mich selbst zu lieben, nennen wir es der Einfachheit halber "Selbstfürsorge". Es gelingt mir ganz gut, auf mich zu achten, schließlich hat mich wohl auch das Boreout dazu gezwungen. Eine Folge dessen ist jetzt, dass ich es nicht mehr jedem Recht machen möchte und das ich auch Nein sagen werde, wenn ich das Gefühl habe, nur ausgenutzt zu werden. Da werde ich (hoffentlich) auch bei meinem egozentrischen Kind keine Ausnahme mehr machen. Was abzuwarten und zu beweisen wäre... ;-)

...

Tatsächlich gehts mir jetzt schon besser. Schreiben ist meine Therapie. Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass ich die meiner Meinung nach leckersten FrikadellchenBällchen ever gemacht und gegessen habe und der Bauch jetzt angenehm voll ist.

Übrigens könnte ich zu dem obigen Thema noch Etliches schreiben, aber ich belasse es dabei, so, wie es jetzt da steht.


Dienstag, 23. August 2016

Eine Tür, die sich schließt / Sunwalk

Heute ist kein Tag wie jeder andere für mich. Ein enorm schwieriges Kapitel in meinem Leben ist heute zu Ende gegangen. Nach sechs Jahren und zwei Monaten ist die Station "Stadt Stolberg" in meinem Lebenslauf zu Ende gegangen. Um 10 Uhr habe ich mich von meiner Chefin, Frau Jansen, verabschiedet und ihr die Schlüssel der Schule zurück gegeben, wie auch die EC-Karte fürs Online-Banking. Ich habe mich herzlich bei ihr für ihre stete Unterstützung bedankt und noch ein wenig mit ihr geplaudert. Leider stand ihr nächster Termin schon vor der Türe, so daß wir uns wirklich kurz fassen mussten. Tatsächlich hatte ich einen kurzen Augenblick mit einem Kloß im Hals zu kämpfen. Frau Jansen und ich sind aus dem selben Holz gemacht, beides Arbeitstiere, die einen hohen Anspruch an sich und ihr Tun haben. Vermutlich haben wir uns deshalb so gut verstanden. Etwas erstaunt war ich über ihre Anerkennung, dass ich so mutig meine Konsequenzen aus der unbefriedigenden Situation gezogen habe. Klar, kann man wirklich so sehen. Aber das mit dem Lob ist immer noch nicht so ganz mein Ding ;-)...

Wahrscheinlich war ich heute zum letzten Mal in meinem Leben in Stolberg. Ich mag diese Stadt einfach nicht und hätte niemals zuvor gedacht, dass ich einmal dort arbeiten würde. Und wo ich nun schon einmal da war, zog es mich kurioserweise noch einmal zum Goethe Gymnasium, wo ich mich noch von meinem Lieblingshausmeister verabschiedet habe. Mit einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren, ohne mich auch nur von einer einzigen Person der Gesamtschule verabschiedet zu haben.

Dieser Job war unterm Strich eine sehr wertvolle Erfahrung, die mich mir näher gebracht hat, als sonst irgendwas. Dafür bin ich dankbar und nun mache ich einen dicken, fetten Haken dran, denn die Türe in die Firma ATESTEO öffnet sich am kommenden Donnerstag. So ist das im Leben, ein Kommen und Gehen...

...

Apropos Gehen... Um 14 Uhr schnappte ich mir meine Walkingstöcke und schmiss mich in ein sunwalk-taugliches Outfit. Eigentlich wollte ich ja Kärchern, aber mit Rücksicht auf die Migräne meiner Nachbarin ließ ich das bleiben. Angedacht waren 8 Kilometer, weitestgehend über die Felder. Es waren 30 Grad und ich hatte tatsächlich Sommergefühle (was heißt, es war mir nicht zu heiß, sondern konnte es genießen). Ich marschierte los und spürte sogleich, dass es genau die richtige Entscheidung war. So riecht der Sommer, so sieht er aus und so fühlt er sich vor allem an. Herrlich! Ich versuchte dies alles in ein gedankliches Päckchen zu packen, das ich bei Bedarf aus meiner imaginären Gute-Momente-Kiste raus holen würde, wenn das Wetter mal wieder mies sein würde (so mies, dass es mich nervt, was ja selten der Fall ist).

Die Stoppelfelder ließen mich unweigerlich ans Reiten denken. Ob ich jemals nochmal Reiten würde? Wie mochte es wohl Diabolo gehen? Der Mais stand schon sehr hoch, es roch leicht nach Gülle, weil in der Ferne ein Bauer düngte. Salzige Schweißtröpfchen sammelten sich über meiner Lippe und ein weiterer Tropfen rutschte von der Stirn an der Nase entlang, den ich mit der Zunge auffing. Ja, es war richtig heiß, aber es störte mich nicht im Geringsten. Meine Gedanken wanderten immer wieder zur Schule und zur neuen Arbeit zurück. Vorfreude kam auf. Auf einem Feld wendete ein junger Mann mit dem Traktor das Stroh. Als er sah, dass ich zu ihm hin schaute, winkte er freundlich, was mich ungemein freute. Mir fiel der uralte Bauer ein, der auch immer so süß und zahnlos lächelte und grüßte, wenn er mich sah. Schon freundlich, unsere regionalen Landwirte! Ich stellte mir dann vor, dass der junge Mann auf Grund meines Outfits glaubte, ich wäre vielleicht eine junge Chica und musste für mich alleine so lachen bei dem Gedanken, dass er es stattdessen mit einer alternden Milf zu tun hatte, die sich hinter Sonnenbrille, Cappy und Pferdeschwanz verbarg. Einen knappen Kilometer weiter überholte mich ein anderer Träcker. Diesmal saß ein Kind am Steuer und der Papa daneben.  Während der Sohnemann das Riesending gekonnt einparkte, kam der Vater-Bauer direkt auf mich zu und quatschte mich an, ob das nicht zu heiß wäre heute und so. Ich fands total nett, wie die so drauf waren und plauderte kurz mit ihm. Danach musste ich ständig an Bauer sucht Frau denken und an meine fixe Idee von vor einiger Zeit, auf einem Hof arbeiten zu wollen. Würde ich das immer noch wollen? Nein, vermutlich nicht. Es sei denn, der Hof hatte auch Pferde ;-).

Als ich nach 6 Kilometern in den schattigen Wald einbog, war es, als ob jemand die Klimaanlage eingeschaltet hätte. Wow, das war jetzt echt angenehm. Meine größte Sorge galt ab da den Bremsen, die hoffentlich einen weiten Bogen um mich machten, denn der Wald war immer noch richtig nass. Ich war erstaunt, wie sehr er sich verändert hatte! Es wucherte und wuchs an allen Ecken wie blöd, Zäune waren teilweise verschwunden und es ergab ein völlig neues Bild. Na kein Wunder, bei dem vielen Regen. Wiederholt dankte ich meinem Schöpfer dafür, dass ich all das sehen, riechen und hören konnte, dass ich gesund und munter dieses Wunder der Natur erleben darf und vor allem, dass ich die Zeit dazu habe (und noch nicht irgendwo arbeiten muss) und wir in dieser schönen Ecke wohnen, wo ich Wald und Felder direkt vor der Haustüre habe, wo kein Krieg tobt und überhaupt... Für alles war ich irgendwie dankbar und das tat wirklich gut. Selten hab ich mich so in meiner Mitte gefühlt!

Mittwoch, 17. August 2016

Neuigkeiten - und... alles wird gut!

Nun sind schon wieder über zwei Monate vergangen, also Zeit, nochmal was von mir hören zu lassen.

Das Unwichtigste zuerst: Ich laufe immer noch nicht wieder richtig, komme mit Müh und Not auf sechs Kilometer und versuche aktuell wieder eifrig, mein Gewicht zu reduzieren, möglichst noch um 5,5 kg. Also hier, alles beim Alten :-/... Nach dem es in den letzten Monaten beruflich für mich immer schlimmer wurde, habe ich dem Kummerspeck alle Ehre gemacht und diesen bis auf 82 kg anwachsen lassen. Vielleicht war es auch noch mehr, ich habe mich bewusst nicht gewogen, erst, als es anfing wieder "besser" zu werden und ich den ungeschönten Fakten wieder ins brutale Gesicht schauen wollte.

Wegen dieser beruflichen Kacksituation habe ich im November begonnen, mich vermehrt extern zu bemühen und einige Bewerbungen geschrieben. Interne Wechsel erwiesen sich als nicht machbar, so blieb mir ohnehin keine Wahl. Es gestaltete sich alles sehr zäh und langwierig, besonders für jemanden wie mich, der mit zweitem Namen "Ungeduld" heißen könnte. Je länger es dauerte, umso schlechter ging es mir. Es kostete mich immer mehr Überwindung, morgens aufzustehen und in die Schule zu fahren, freundlich zu bleiben und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Mit jedem Tag merkte ich mehr, dass der Job einer Schulsekretärin für mich nicht der richtige ist (was allerdings auch der besonderen Situation mit den beiden Schulen geschuldet war). Dachte ich im ersten Jahr tatsächlich, ich hätte einen Traumjob, so erwies sich dieser im Laufe der Jahre als wahrer Albtraum für mich. Dass ich das Zeitfenster des Ausharrens überstrapaziert hatte, zeigten mir meine körperlichen Beschwerden in Form von Schlafstörungen, Tinnitus, Gereiztheit und Depressionen. Ja, Unterforderung und Nichtauslastung macht genauso krank wie Stress!

Doch genug davon... Im Juli war es endlich soweit und es ergab sich, dass ich eine neue Stelle fand und endlich kündigen konnte. Ich bin laut schreiend und wild wie ein Derwisch durchs Zimmer gehopst, so habe ich mich gefreut, als der erlösende Anruf kam. Meine gesundheitlichen Argumente waren zum Glück auch groß genug, dass man sich auf eine sehr kurzfristige Aufhebung des Arbeitsverhältnisses einließ und ich nun am 01. September schon den neuen Job anfangen kann. Aber wie das so ist im Leben, wenn, dann kommt ja bekanntlich alles auf einmal. Gerade waren wir aus dem wunderschönen Urlaub von Mallorca zurück, da bekam ich eine Email von der Polizei. Dort hatte ich mich im November 2015 initiativ beworben, dieser Arbeitgeber war bis dato mein absoluter Favorit, hier wußte ich außerdem, stand ich oben auf der Warteliste. Endlich kamen die Stellenausschreibungen zur Verstärkung der Polizei, auf die ich so lange und so sehnsüchtig gewartet hatte. Dumm nur, dass sie zwei Wochen zu spät kamen, denn ich hatte ja schon den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Was jetzt tun? Dirk war der Meinung, ich solle einen Haken dran machen und dem öffentlichen Dienst ein für allemal den Rücken kehren. Das versuchte ich auch zunächst. Doch immer wieder kam mir die Sache in den Sinn und ließ mir einfach keine Ruhe.

Nach langem Zögern und Zaudern habe ich mich nun entschieden, auf die Email eine Rückmeldung zu geben und mein immer noch vorhandenes Interesse auch weiterhin bekundet. Ich kann einfach nicht ignorieren, dass mir ein Job bei der Polizei als das Non-plus-Ultra im Kopf herum schwebt, zumal es eine Ausschreibung dort gibt, die wie für mich gemacht zu sein scheint. Nun heißt es wieder warten, was geschieht. Aber das Schöne ist ja, dass ich nichts zu verlieren habe. So oder so, das Wichtigste ist, dass ich aus der Schule raus bin. Alles Weitere habe ich dem lieben Gott in die Hände gegeben; er darf nun beeinflussen, welcher der richtigere Weg bzw. Job für mich ist und damit werde ich mich so oder so mehr als zufrieden geben.

Ich sags ja nicht gerne, weil es so eine dumme Floskel geworden ist, aber dennoch: Alles wird gut!

Sonntag, 12. Juni 2016

Nachdenklicher Start in den Sonntag

Eigentlich sollte ich an anderen Dingen schreiben, wie z. B. an meinem zweiten Teil von "Magdalena traut sich"... doch irgendwie will es nicht voran gehen. Ich habe tausend andere Dinge im Kopf, vor allem Ideen über weitere mögliche Geschichten. Statt mich hinzusetzen und einfach los zu legen, lenkt mich das Internet mit seinen Meldungen gerade auch noch ungemein ab. So habe ich mich heute zu folgendem Post hinreißen lassen:

Die Welt könnte so viel friedlicher sein, würden viele Menschen sich selbst, ihre Meinung und auch ihren Glauben nicht so wichtig nehmen und das alles so vehement in die Öffentlichkeit tragen. Ich dachte immer, Glaube ist etwas, das ich mit mir und dem, an das ich glaube, im Stillen stattfinden lasse. Die Welt hat sich so sehr verändert, aber die Religion(en) und viele ihrer Anhänger hinken Jahrhunderte hinterher. Ob ich noch erlebe, dass sich das jemals ändert?

Der Hintergrund für diese Aussage ist einfach. Gestern las ich in der "Welt" einen Artikel über protestierende muslimische Studenten, denen man den Gebetsraum weg genommen hat. Ja, richtig, ich bin eine Islam-Kritikerin.  Und das genau aus den oben genannten Gründen. Nun hatte ich gerade vor, meine Meinung hier groß und breit zu untermauern, aber ich lass es bleiben, denn eigentlich ist mit den Worten oben bereits alles gesagt.

Ich bin unglaublich verärgert über diejenigen Menschen, die mit Gewalt ihre Meinung (oder das, woran sie glauben) vertreten, womit ich auch die Hooligans vom gestrigen England-Russland-Spiel meine, die in Marseille für verschiedene Ausschreitungen verantwortlich waren. Wie kann ein Mensch auf einen am Boden liegenden Menschen eintreten?! So etwas will mir einfach nicht in den Kopf und ich könnte kotzen, wenn ich solche Bilder sehe (was übrigens nicht nur für Hooligans gilt)! Ich verachte soetwas zutiefst.

Dabei fallen mir die Worte meiner Oma ein, die kürzlich verstorben ist, die hier wohl eher Mark Twain zitierte, ohne es zu wissen: Der Mensch ist das grausamste Tier von allen. Sie weiß dennoch genau, wovon sie sprach, denn sie hat den zweiten Weltkrieg miterlebt.

Mit einem letzten Zitat (der Fantastischen Vier) möchte ich meinen Eintrag für heute beenden:
Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht.

Und jetzt werde ich mich in die Laufklamotten schwingen und mich bei frischer Luft im Wald etwas abreagieren, meine Gedanken sortieren.

Danke fürs Lesen und Euch einen schönen Sonntag.

10 Tage-Fazit

Heute war mein erster Arbeitstag und ich kann behaupten, dass ich ruhigen Gewissens zur Arbeit gefahren bin. Die beiden Katzen kommen sich t...