Überpünktlich in Köln am Tanzbrunnen angekommen, herrschte schon reges Treiben. Alles deutete wieder auf eine perfekt organisierte Veranstaltung hin und alles erinnerte mich sehr stark an den Womens Run, nur, dass diesmal kein Pink zu finden war und deutlich mehr Männer als Frauen anwesend waren. Startunterlagen abholen, WC aufsuchen und Taschen abgeben, alles ging fix und dann war es auch schon soweit, den Startblock aufzusuchen, inzwischen war es auch dunkel genug, um die gesponserten Stirnlampen einzuschalten. Völlig unaufgeregt und ohne Kribbeln im Bauch - wenns um nichts mehr geht, können Laufveranstaltungen richtig schön sein - gings los. Ich reihte mich ganz hinten im ersten Startblock ein, 5er und 10er, Läufer und Walker starteten gemeinsam, was also mehr den Charakter eines Spaßlaufs hatte. Schnell stellte sich, zumindest für mein persönliches Empfinden heraus, dass diese Strecke unter diesen Bedingungen auch nicht wirklich renntauglich ist. Am Anfang knubbelte es sich wie immer im Tanzbrunnen, die Wege sind einfach zu schmal und kurvig, trotz der versetzten Blockstarts. An einer kleinen bergan Passage kam es kurz zum Stillstand und dann gabs noch ne Crosseinlage. Ob das so gewollt war, weiß ich bis heute nicht, es ging über ein Stück Wiese durch Bäume hindurch, was ich für recht gefährlich hielt. Ich dachte noch, hier hat sich wohl irgendein Tuppes verlaufen und alle anderen Jecken rennen wie blöd hinter her, das Gelächter war zumindest groß, ob das wirklich gewollte Streckenführung war, bleibt das Geheimnis des Veranstalters. Zu allem Überfluss mussten wir später am Hyatt Hotel die Treppe rauf laufen - der Vergleich zum Womens Run kam auch hier unweigerlich auf, nur ist es da die Treppe hoch zum Dom, die noch schlimmer ist.
Ich fand recht schnell meinen Rhythmus und lief überwiegend mit genügend Platz. Schneller als erwartet kam der Zielbogen wieder in Sicht und ich versuchte noch ein klein wenig zu beschleunigen, da wars auch schon vorbei. Zeitgleich mit dem ersten Mann des 10ers kam ich (nach 5:35 Kilometern) ins Ziel, da waren 33:36 Minuten um. Kurz einen Becher Wasser geschnappt und ein paar Apfelstücke, dann hab ich sofort die Tasche abgeholt, um die Männer im Ziel nach ihren 10 Kilometern abzufangen. Wie immer gabs im Anschluss das Sieger-Bier, während wir die Siegerehrung verfolgten. Es war ne schöne Veranstaltung, da waren wir uns alle einig, doch bereits im Auto fiel der Entschluss, im nächsten Jahr wieder in Duisburg zu laufen. Die Strecke hat deutlich mehr Charme und außerdem keine Treppe ;-).
Dass ich mit meiner Zeit Platz 89 bei den Frauen, sowie Platz 213 (von ca. 650?) insgesamt beim 5er erzielt habe, lässt deutlich darauf schließen, dass es tatsächlich mehr eine Spaßveranstaltung war, bei der mehr Genussläufer am Start waren, als ambitionierte Läufer. Aber nichtsdestotrotz bin ich doch sehr zufrieden. So unaufgeregt bin ich noch nie einen "Wettkampf" gelaufen und hab mich auch noch nie so entspannt dabei gefühlt. Dass ich heute keinen Muskelkater habe und eher gar nichts in den Beinen merke, finde ich prima, wenn es auch zeigt, dass sicherlich mehr drin gewesen wäre, wenn ich denn gewollt hätte. Aber wollte ich? Nööö :-))
Vorher - x-mal in die Tasche greifen :-)
Am Unterarm machte sich das Teil beim Laufen besser.
Nachher - Siegerbier hier mit Sven
Der Start- und Zielbereich
Der Lauf war ausgebucht, der Tanzbrunnen voll!
Schon toll, der leuchtende Lindwurm.
Besten Dank an den hier leider nicht abgelichteten Fotografen :-))

Ist ja eine coole Idee mit den Stirnlampen! Schöner Bericht! Und ja, man kann Wettkämpfe auch ruhig entspannt angehen :-)
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