Montag, 13. August 2012

Das war er, unser Irland-Urlaub in Bildern

Wie angekündigt, kommen nun die Bilder unseres Urlaubs in Irland und Südengland, gespickt mit kleinen Kommentaren.

Die Anreise: Herzogenrath - Dünnkirchen - Dover - quer durch England nach Liverpool. Die 2. Fährfahrt an diesem Tag, nach einer kleinen Odysse durch den Hafen Liverpools, auf der Suche nach dem sehr versteckt und nicht ausgeschilderten Anlegepunkt der P&O Ferries mitten in den Docks! 14 Stunden bis dahin unterwegs gewesen.

Endlich gefunden!

Mitten in den Docks von Liverpool, der kleine Container!

Unsere Kajüte für die Überfahrt. Hab selten sooo schlecht geschlafen!
Im Gegensatz zu Dirk, der verständlicherweise total groggy war wegen der langen Autofahrt,
und das auch noch auf der falschen Seite ;-).

Ankunft in Irland im Morgengrauen - sehr schöne Stimmung.

Erster kurzer Stopp: Ein alter Friedhof

 Grabsteine aus dem 15. Jahrhundert waren hier noch zu finden.
Ganz typisch ist die Form des Kreuzes.


 Unterwegs in der Studentenstadt Galway - herrlich!








 Unterwegs zum Gebiet des Burren gab es viele Fotostopps
 Die kenn ich eigentlich nur von den Balkonen meiner Oma und Tante.
Dort wachsen die Büsche mit Fuchsien meterhoch.



 Bunte Blütenpracht, wohin das Auge schaut.


Auf diesen Straßen darf man 100 km/h fahren!!!









Der Burren




Total zutrauliche (Wild?)Pferde mitten im Nichts 
des Kalksteingebiets des Burren


 Mediterrane, alpine und auch arktische Pflanzen wachsen
dort zwischen den Kalksteinplatten neben Gräsern, Moosen und Geflechten.




 Bei den "Cliffs of Moher"

 Atemberaubend und sehr imposant!



Noch bin ich tapfer...

... aber hier wurde mir dann zweierlei
und ich musste zurück, mit dem Gesicht nach links gewendet
- Höhenangst!


 200 Meter hoch sind diese Klippen und werden
"gern" von Selbstmördern aufgesucht - leider kein Scherz!

Das ist Tina Mulrooney mit ihrer Harfe.
Ihre glockenklare Stimme zauberte mir ad hoc einen Kloß im Hals
und die Tränen in die Augen - ich war selten so bewegt!




 Laufen in Galway


 Hier unter dieser Brücke war der Geocache versteckt,
der einzige, den wir mal so "mitgenommen" haben.

Laufen am Ring of Kerry in Glenbeigh


Limerick



 Der River Shannon




Wir besuchen "The Milk Market"


Handarbeit vom Scheren übers Spinnen bis hin zum Stricken.
Wir mussten es mitnehmen!





Stippvisite im malerischen Adare






Was für ein Baum!
Der war sooo groß -
wunderschön und vermutlich uralt!






Die Locke-Bar in Limerick

 In jeder Bar gibts Live-Musik - tolle Stimmung garantiert!



Der Torc Waterfall bei Killarney fällt 18 Meter tief


 In Irland sind sogar die Steine grün :-)

Hier ist Dirk ein kleines fotografisches Kunstwerk gelungen - 
er hat das Wasser "eingefroren" (ohne Stativ!)


Die Bars in Irland sind alle eine ziemliche Augenweide
mit einer großzügigen Auswahl an (teuren) Bieren.
Ein Päkchen Zigaretten kostet dort 9,10 Euro!




 Guiness, Smithwicks, Kilkenny, Budweiser, Heinecken und und und...
Ein wahres Biertrinker-Paradies, dieses Irland ;-)

Eine Besichtigung der familiären Smithwicks-Brauerei war somit Pflicht.
Aber bei Guiness in Dublin waren wir später auch noch...



4
Jow, jeder Tropfen zählt.

 Tolle Keller-Bar!




Postkartenmotive an allen Ecken. 
Aber ehrlich gesagt, wöllte ich dort nicht abgemalt sein, 
so schön es dort auch landschaftlich ist.

 Und - in Irland sind sogar die Flüsse grün!

Hier ein Paar Impressionen von Glenbeigh an der Küste



Mit Neoprehn-Anzug ins Wasser...

Pferde- und Reitparadies mit vielen Racecourses


... aber manche Menschen haben keine Hemmschwellen! 
Hier war es ziemlich kalt und sehr windig!

 Ein wunderschönes Pferd - vermutlich ein richtiges Rennpferd.

Aber auch Spazierpferde waren unterwegs.

Weiter gings mit Kilkenny










Spontaner Abstecher zum Curragh-Racecourse - riesig großes Gelände.







Dann gings weiter in das Hafenstädtchen Howth auf einer Halbinsel bei Dublin,
unsere letzte Station in Irland.









Hier startetenwir eine 12 km Wanderung um Howth entlang der Klippen.
Wären uns nicht hier und da andere Wanderer begegnet, hätten wir geglaubt,
im Paradies gelandet zu sein. Sogar Seehunde waren von hier aus zu sehen.
















Letzte Station: Dublin Town (dirty old town).
Mir hats dort nicht so gut gefallen - außer das Temple-Bar-Viertel ;-)
Und natürlich der wunderschöne Phoenix-Park, wo wir auch laufen waren.

 Das Wahrzeichen von Dublin,
die Nadel bzw. the Spire ragt 123 Meter hoch auf der O'Connell Street


Im Phoenix-Park hat man X Wege, zu laufen, zu radeln oder zu skaten - herrlich!
Natürlich hab ich mich hier mal wieder verlaufen, was aber nicht weiter schlimm war,
früher oder später kommt man immer wieder auf diese kleine "Hauptstraße" zurück.





Der Besuch der Guiness-Brauerei
(absolut kommerziell, aber trotzdem sehr interessant)



Da wurden glatt Erinnerungen wach - hab lange kein Bier mehr gezapft.
7 Jahre kellnern kriegt man nicht so einfach raus aus dem Kneipenblut ;-).
Ein Pils vernünftig zu zapfen ist übrigens deutlich schwerer, als ein Guiness, 
da ist nämlich so gut wie gar keine Kohlensäure drin und es läuft und läuft und läuft...
Also, keine wirkliche Kunst.


 Dennoch: Wir sind nun echte zertifizierte Guiness-Zapfer.







 Die berühmte Temple-Bar von außen recht klein,
ist von innen ein wahres Raum-Wunder, wie viele Lokale in Irland.


 Und dann kehrten wir Irland den Rücken und fuhren mit der Schnellfähre rüber nach Wales.
Zwei Tage Selsey in Südengland sollten unsere Rundreise beenden,
einen kurzen Abstecher nach Birmingham gabs unterwegs dahin.

 Auf der Fähre






 In Killarney hab ich mir übrigens diese wunderschöne Strickjacke gekauft :-)
 Mindestens genauso schön wie Irland ist der Süden Englands mit seinen
heimeligen Reetdachhäusern und der ebenso schönen und grünen Landschaft!

 Wir suchen einen ganz bestimmten Steinkreis und
finden dabei einen anderen - na immerhin.




The Seal in Selsey war unsere letzte Unterkunft.
Frisch renoviert und sehr familiär und freundlich die Menschen dort!
Sicher werden wir Südengland noch einmal separat bereisen.




Hier ließen wir nur noch die Seele baumeln.




Zwischenstopp im Seebad Birmingham mit dem berühmten Kirmes-Pier,
bevor es zur Fähre ging.













Und dann war der Urlaub vorbei, ab nach Hause.
Aber wir freuten uns auch schon wieder auf unser eigenes Bett!
 Ein letztes Mal gabs Fish & Chips auf der Fähre.
Die letzten Pfund mussten schließlich verpulvert werden.




Sehr, sehr schön wars!!!


One day, Baby, we'll be old...

One day, Baby, we'll be old
Eines Tages, Baby, werden wir alt sein.
Oh Baby, we'll be old 
Oh Baby, wir werden alt sein.
And think of all the stories that we could have told... 
Und über all die Geschichten nachdenken, die wir hätten erzählen können...

Der Song ist echt Klasse, passt gerade mal wieder zu dem, was mir so im Kopf rum spukt. Irgendwie bin ich augenblicklich in so einer "Tabula rasa"-Stimmung... Dieser Konjunktiv  "die wir hätten erzählen können" zeigt ja eindeutig, dass die Geschichten nicht passiert sind! Das berühmte hätte, wäre, wenn... macht mich etwas nachdenklich.

Neulich hab ich mal folgenden Kommentar gepostet: "Ein Ziel, ist immer nur so lange ein Ziel, bis man es erreicht hat, genauso wie ein Traum nur solange ein Traum ist, bis er sich irgendwann erfüllt hat". Nun ist mit der Irland-Reise ein ziemlich alter Jugendtraum von mir in Erfüllung gegangen. Und ein Ziel, das ich im April verfolgte, war das Laufen eines Halbmarathons - beides kann ich nun von meiner "to-do-before-I-die-Liste" streichen.

Und nun? Was kommt als nächstes, was steht sonst noch auf dieser Liste? Ehrlich gesagt, muss ich lange überlegen, bis mir etwas halbwegs Wichtiges in den Sinn kommt. Irgendwo ganz unten steht vielleicht "Motorradführerschein machen", aber der Wunsch ist schon beinahe abgehakt, ich denke sogar, es würde mir schon genügen, noch einmal mit einem Motorrad mitzufahren.

Also, was noch? Reisen ist im Grunde das einzige, was mir immer wieder in den Kopf kommt. Es gibt bestimmte Orte, die ich einfach mal gerne sehen möchte, wie zum Beispiel die Niagara Fälle oder den Himalaya. Früher, als ich noch jung und leichtsinnig war, wollte ich unbedingt mal Fallschirmspringen oder wenigstens einen Tandem-Paraglideflug machen. Aber das Thema ist heute durch, ich hab viel zu viel Angst vor dem freien Fall und darüber hinaus inzwischen auch mächtige Höhen/Tiefenangst.

Ich komme, bis auf diverse Reiseziele, nicht weiter mit meiner Liste. Gut, da wäre vielleicht noch "ein Buch schreiben". Aber meine Kreativität und Phantasie spielen da im Moment überhaupt nicht mit. Einen richtigen Marathon zu laufen, das habe ich mir nach dem Halbmarathon auch leider schon ganz klar abgeschminkt.

Es ist schon verrückt, dass mir einfach nicht mehr einfällt. Bin ich schon so abgestumpft oder alt und genügsam? Klar, ich habe meinen ganz speziellen Traum, aber von dem weiß ich auch, dass er sich mit ziemlicher Gewissheit nicht erfüllt. Es ist der Traum der Unabhängigkeit, was in diesem Fall in erster Linie "finanzielle Unabhängigkeit" bedeutet. Ich möchte selbstverständlich arbeiten, aber nicht "arbeiten müssen"; ich möchte keine Angst haben müssen, ob meine Rente irgendwann zum Leben reichen wird, ich will von diesem Staat einfach nicht abhängig sein. Ich wünsche mir, meine Zeit so verbringen zu können, wie ich es gerade möchte, mein Geld mit dem verdienen, was mir Freude bereitet - hier kommt mir gerade unweigerlich das Bild mit dem Hamsterrad in den Sinn. Was bereitet mir aber Freude, womit man seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte? Schwierig, denn das meiste setzt erst Mal eine gewisse Kapitalanlage voraus und sei es, um das Häuschen mit dem Garten zu kaufen und dann stellt sich gleich die Frage, wo soll das sein? Ich möchte irgendwo in der Nähe von Wasser leben, aber zu heiß darf es auch nicht werden... Komme ich also zum Schluss, dass ich meinen Traum neu definieren muss. Der heißt jetzt, mindestens eine, besser aber zwei Millionen im Lotto oder wo auch immer gewinnen, denn dann kann ich mir ganz in Ruhe den Kopf darüber zerbrechen, womit ich mir dann meine Zeit (mehr oder weniger) sinnvoll vertreiben möchte :-).

Die schönsten Fleckchen der Erde belaufen - das ist immerhin ein nicht ganz unrealistischer Wunsch. Und gibt es nicht sogar gleich um die Ecke "schönste Fleckchen", wenn man sie denn nur erkennt? Ich sehe sie vor allem im Frühjahr und im Herbst, wenn ich aus der Haustür heraus komme und meine Standardrunde um unseren kleinen Weiher einschlage. Wenn die Natur ihr Kleid wechselt und dies mit allen Sinnen von mir wahrgenommen werden kann, wenn ich mit der frischen Luft das Gefühl von lebendig sein einatme. Dabei fällt mir ein, dass ich den Winter eigentlich auch ganz toll finde und sogar dem mystischen Nebel etwas abgewinnen kann und auch gerne mal im Regen und im Dunkeln laufe. Apropos laufen.. Mir läuft gerade die Zeit davon, denn jetzt geb ich mich wirklich an die Bilder... Es sind ja nur 700 bereits ausgesuchte, aus denen ich jetzt wählen darf. Und ich verspreche, es wird keinen oder nur ganz wenig Text dazu geben. Warum? Weil die Bilder schlicht und einfach für sich selbst sprechen :-)

Sonntag, 12. August 2012

Womens Run Köln 2012 und Maasmechelen

11.08.2012
Der gestrige Samstag stand ganz im Zeichen des Womens Run 2012 in Köln. Schon Tage zuvor hab ich mich auf diesen Tag gefreut, denn er sollte mir ein Wiedersehen mit lieben Menschen bescheren, die ich im Internet kennengelernt habe und nun wieder treffen würde. Dass ich selbst nicht mitlaufen konnte, fand ich überhaupt nicht schlimm, im Gegenteil, bei den zu erwartenden Temperaturen und in Anbetracht der überfüllten und nicht allzu schönen Strecke war es mir sogar recht. So konnte ich überaus entspannt nach Köln fahren und kam auch unerwartet problemlos dort an. Zunächst traf ich auf Sandra und Silke und wir brachten ihre Sachen ins Auto, das direkt am Deutzer Bahnhof geparkt stand. Noch während die Mädels sich umzogen, stieß auch Nani zu uns, die Wiedersehensfreude war groß! Gemeinsam holten wir dann meine Startnummer ab, die ich dann an Nani abtrat, die somit unter meinem Namen lief (endlich mal ne gute Zeit für meine Analen ;-)). Während die ehrgeizigen Jungspunte sich für den 5-km-Lauf warm liefen, plauderten wir fleißig drauf los und nahmen den ersten Kontakt mit Manuela und Andre aus Berlin auf. Die Stimmung auf dem Tanzbrunnengelände war wie immer Klasse, für mich umso entspannter, als dass ich mir keine Gedanken über das warme Wetter machen musste. Später hockten wir uns in den Schatten unter einen Baum auf eine der Wiesen und hatten wie üblich unser Lieblingsthema Nr. 1 zwischen, das Laufen. Die vier Mädels starteten dann beim 8-km-Lauf und Andre und ich schlenderten mal hierhin und dorthin, tranken ein (alkoholfreies) Bier und stellten uns schließlich in den Zielbereich, wo Andre auch alle vier Laufwunder beim Zieldurchlauf fotografieren konnte.

Wieder getrennter Wege (Manu und Andre "bevorzugten" ein veganes Restaurant ;-)), gingen wir dann in die Altstadt und warteten ziemlich lange auf unser Essen, die laufenden Mädels fielen vor Hunger fast vom Stuhl. Und danach kam die große Müdigkeit über uns; es war ein langer Tag und mit den warmen Temperaturen umso anstrengender. Sandra und Silke verabschiedeten wir an der Bahn und ich fuhr Nani noch nach Hause. Mit ziemlich üblen Kopfschmerzen traf ich gegen Mitternacht endlich zu Hause ein und fiel direkt ins Bett. Es war ein toller Tag!

Nicht überall, wo Marion drauf steht, ist auch Marion drin. 
Gestern waren gleich zwei Mädels mit meinen Startnummern unterwegs; 
Sandra mit der vom Vorjahr inkognito ...

Hier mit Manu und Nani
Leider war der Akku meiner Kamera mal wieder leer... Daher:
Vielen Dank fürs Foto, Andre!

12.08.2012
Das prächtige Wetter zog uns mal wieder nach Belgien. Sonntag ist neuerdings Maasmechelen-Tag oder: Ich begleite Dirk auf seinem langen Lauf mit den Inlinern und reiche ihm das Wasser :-)). Schön wars wieder, auch wenn ich mir, aus eigener Dummheit, eine fiese Blase gelaufen habe. Running-Socken sollte man nur in Laufschuhen tragen und nicht in Inlinern, dafür gibts extra Socken, die auch brav dabei waren. Aber scheinbar brauchte ich den schmerzhaften Beweis, dass eben jede spezielle Socke ihre Daseinsberechtigung hat. So waren die letzten 10 km nicht ganz so prickelnd bei mir, aber trotzdem hats wieder sehr viel Spaß gemacht. 21 Kilometer sind es geworden und eine durchschnittliche Herzfrequenz von 116 bpm zeigt, dass ich mich auch diesmal sicher nicht verausgabt habe. Aber das nächste Mal hoffe ich, dass ich auch wieder laufend an der Maas unterwegs sein werde, es fehlt mir schon inzwischen. Mein letzer Lauf war schließlich in Südengland und das ist immerhin zwei Wochen her!

Und nun werde ich mich ran geben, die Irland-Bilder für den Blog auszuwählen, puuuuuhhhh ;-)


Donnerstag, 9. August 2012

35 km

Wie schon vermutet, hatte ich heute tatsächlich etwas Muskelkater in den vorderen Oberschenkeln. Die hab ich aber nach 10 Kilometern nicht mehr gespürt und nun fühle ich mich super. Heute war mein Ziel, 35 km auf dem Ergo zu machen, gleichzeitig ein bisschen den Teint auffrischen. Kurz gewartet, bis die Sonne raus kam und ab auf die Terrasse. 64 Minuten später hatte ich meine 35 km auf dem Tacho stehen und 2 Minuten später schob sich eine richtig dicke Wolke vor den bis dahin blauen Himmel. Na wenn das kein Timing ist!

In der aktuellen Runner's World steht heute ein Artikel, den ich hier mal auszugsweise zitieren möchte, denn er könnte für mich (Wettkampfnervenbündel ohne Gleichen!) ganz speziell geschrieben worden sein: "Überholmanöver - Wie sollte man reagieren, wenn man beim Laufen abgehängt wird? ... Die Lösung: Verschwenden Sie keinen Gedanken an den Raser! Träumen Sie weiter und lassen Sie sich von anderen die Lust am Laufen nicht nehmen. Definieren Sie Ihren Laufspaß nicht über das Laufvermögen anderer, sondern über das, was Sie geschafft haben. Es wird immer einen geben, der schneller ist als Sie, aber auch immer einen, den Sie hinter sich lassen. Und vergessen Sie dabei nicht die Mehrzahl der Bevölkerung, die übergewichtig zu Hause auf dem Sofa sitzt!" Dem ist wohl nichts hinzuzufügen. Mal sehen, wie gut sich das beim nächsten Lauf (Nürburgringlauf, 5 km) umsetzen lässt. Doch bis dahin muss ich mich vorerst noch mit Radeln und Skaten zufrieden geben.



Mittwoch, 8. August 2012

Kurzer Zwischenstand

Gerade frisch vom Osteopathen...

Ich mach es heute mal kurz (denn gleich kommt das Staffelfinale von Private Practice!! *freu*). Also, laufen soll ich vorerst weiterhin nicht, denn die Probleme mit Becken & Co. kommen wohl auch vom Lendenwirbel S1. Hier holen mich die Schatten der Vergangenheit gerade ein, denn vor 14 Jahren hatte ich am L5/S1 einen Bandscheibenvorfall. Dieser S1 ist wohl auch für mein Stechen im linken Fuß (Sehnenende) verantwortlich; wenn der Wirbel blockiert ist, wird am unteren Ende eben gestreikt. So heißt es vorerst weiter Radfahren und die unteren Rückenmuskeln stärken, ebenso die Fußmuskulatur. Der linke Fuß bräuchte außerdem deutlich mehr Pronationsstüzte, als der Schuh wohl  her gibt. Mal sehen, wie wir hier weiter verfahren und ob ich evtl. eine Einlage brauche.

Nächster Termin ist Dienstag - der wurde dazwischen geschoben, wegen akutem Handlungsbedarf.

Ich bin so froh, dass ich den Weg zu Rene wieder gefunden habe. DieKopfschmerzen, die ich seit gestern Morgen hatte, sind inzwischen auch weg.

Und nun wirds spannend: Sam macht Addison tatsächlich einen Heiratsantrag, yessssss ;-)

Sonntag, 5. August 2012

Alternativen gefunden

Wegen dieser dummen Beckenbodengeschichte bin ich nun also gezwungen, vorerst Alternativen fürs Laufen zu finden. So hab ich mich gestern auf den Homi geschwungen und in 60 min. 33 Kilometer erstrampelt. Heute gings dann mit Skaten weiter. Weil für Dirk heute eine längere Einheit auf dem Plan stand, sind wir noch mal nach Maasmechelen gefahren. Bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen 22 Grad liefen wir eine 20 Kilometerrunde, bei der ich mich auch nicht zu sehr anstrengen musste (Durschnittsherzfrequenz = 127 bpm !!). Glücklicherweise haben die Schmerzen schon gut nachgelassen. Es war eine tolle Runde, ein schöner Abschluss unseres Urlaubs. Denn Morgen heißt es wieder arbeiten gehn.



Freitag, 3. August 2012

Öfter mal was Neues

Und damit es auch nicht langweilig wird, kann ich heute mit einem neuen Zipperlein aufwarten. Nach dem meine Unterleibschmerzen mich wieder die halbe Nacht wach gehalten haben, bin ich dann heute Morgen doch mal zum Arzt gefahren. Dabei stellte sich heraus, dass die gestern noch vermutete Blasenentzündung doch keine ist, sondern "nur" ein überlasteter Beckenboden. Das viele und lange Sitzen, das Laufen und vermutlich auch das Tragen diverser Reisetaschen in Kombination sind wohl als Ursache dafür verantwortlich, dass mir im Augenblick jeder Schritt weh tut, sowie jedes Aufstehen und Hinsetzen, vom Nießen und Husten ganz zu schweigen. Somit ist eine Laufpause angesagt und ebenso intensives Beckenbodentrainig, denn diese Muskeln sind bei mir wohl kaum vorhanden. Also nicht genug, dass man sich um Gesäß- und Rückenmuskulatur neben dem Laufen kümmern muss, jetzt also auch noch um diesen Bereich.

Das hat nun zur Folge, dass ich den Woman's Run in Köln nächste Woche gecancelt habe und Nani sich über meinen Startplatz sehr gefreut hat. Ehrlich gesagt bin ich da nicht traurig drum, denn in den letzten drei Jahren war immer schrecklich schwüles Wetter in Köln und richtig Spaß gemacht hat mir der überfüllte Lauf auch nicht. So kann ich das Treffen mit diversen lieben Menschen nun ausschließlich genießen, ohne mich anstrengen zu müssen und freue mich auf einen tollen Tag mit einem schönen After-Run-Beisammen-Sein. Und auch für Dirk ist die Entwicklung erfreulich, so kommt er nicht mit der Entscheidung Alemannia-Heimspiel oder Mary-Begleiter in Konflikt und geht natürlich unter diesen Umständen lieber ins Stadion.

So wie heute. Ich werde diesen Abend nutzen, meine ganzen aufgezeichneten Serien zu schauen, die ich im Urlaub verpasst habe. Und um 22.25 Uhr heißt es Daumen drücken für unsere kleine Mocki, die rennt dann über die 10 Kilometer! Ich freu mich auf einen spannenden Abend :-))

Mittwoch, 1. August 2012

47,5 gelaufene Urlaubskilometer

Meine Bilanz aus 16 Urlaubstagen ist gar nicht so übel, rechnet man die An- und Abreisetage ohnehin nicht mit, sind es eh nur 14 Tage. Im Grunde bin ich dann bei meinen drei Läufen pro Woche und sogar der eingefangene Schnupfen konnte mich nicht vom Laufen abhalten. Schön wars, das Erlaufen von 6 neuen Punkten auf unserer "Lauflandkarte", hier die Läufe im Detail:

1. Lauf, Galway, 11 km
6. Lauf, Selsey, 8,5 km





Ansonsten befinde ich mich in einer Art "Nach-Urlaubs-Vakuum" - eine ganz eigenartige Stimmung. Mein Kopf ist irgendwie leer, meine Stimmung getrübt... sowas kenne ich normalerweise nach einem schönen Urlaub überhaupt nicht. Sehr seltsam; ich mag mich bei niemandem zurück melden und mag auch kaum reden. Morgen treffe ich mich mit meiner Freundin und zuvor gehts zum Frisör. Vermutlich ist diese komische Stimmung dann auch schon wieder Schnee von gestern :-).

Wieder im Lande - back in town

Seit gestern Abend sind wir nun wieder daheim - 16 Tage Urlaub sind vorbei. Schön wars, nein, sehr schön wars! Irland ist ein absoluter Traum und von Tag zu Tag offenbarte sich uns ein ums andere Mal mehr, warum Irland auch "die grüne Insel" genannt wird. Klar, bei soviel Regen muss ja alles hervorragend sprießen; dennoch hatten wir Glück mit dem Wetter, von sonnig bis Gewitter war alles dabei. Aber in Irland ist man bereits zufrieden, wenn es nur trocken ist, so freuten wir uns umso mehr über die sonnigen Tage bzw. Abschnitte. Die Temperaturen lagen meist zwischen 15 und 20 Grad, so dass auch unsere geplanten Läufe unter besten Bedingungen stattfanden, in Summe waren es 6 Stück, der letzte Lauf in Südengland / Selsey war für uns beide der anstrengendste und auch irgendwie für mich der unschönste, denn dort blies ein teils sehr heftiger Wind und die Strecke zwang mich, meist den Blick auf den Weg zu richten (schmal, uneben, steinig und ich hatte keine richtige Brille an). Zwischendurch gab es noch eine wunderschöne 12 km Wanderung entlang der Klippen und mit den ansonsten auch abgelaufenen Kilometern kann man also durchweg von einem sehr aktiven Urlaub sprechen. Doch auch die Ruhephasen kamen nicht zu kurz, das ist eben das Schöne daran, wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist und spontan entscheiden kann, was man an einem Tag so machen möchte, immer in Anlehnung an die aktuellen Wetterverhältnisse. Den Schnupfen, den ich mir bei den Cliffs of Moher eingefangen habe, konnte ich somit an einem Regentag im 5-Sterne Tempel "The Brehon" in Killarney (mitten im Nationalpark) auskurieren, während Dirk sich dort im Wellnessbereich erholte (hier war eigentlich ein B&B (das einzige) geplant, doch wegen des schlechten Wetters fanden wir eine bessere Lösung, die dazu noch als Schnäppchen durchgehen konnte).

Mit unseren Hotels hatten wir wirklich Glück; bis auf die Kajüte bei der Überfahrt von England nach Irland auf der Fähre (ich hab selten so schlecht geschlafen und konnte mich nicht überwinden, in dem Dixiklo-ähnlichen Plastik-Ding zu duschen), haben wir es sehr gut angetroffen. Jedes Hotel war mit Wasserkocher und Fön ausgestattet, so dass wir das beim nächsten Mal schon nicht mehr mitzuschleppen brauchen. Einziger Nachteil waren die kleinen Doppelbetten (1 durchgehende Matratze, 1 Decke), das sind wir überhaupt nicht gewöhnt und jeder von uns hatte stets Angst, aus dem Bett zu plumpsen. In den meisten Hotels gabs kein deutsches Fernsehen, so dass wir weitestgehend BBC geschaut haben. Nervig war die ständige Berichterstattung von "amazing Team GB", von den anderen Nationen gab es so gut wie gar keine Infos! Umso schöner, hier jetzt in deutsch die Olympiade verfolgen zu können und einen gewissen Hohn, dass Team GB erst eine Goldmedaille geholt hat, kann ich mir leider nicht verkneifen - sie wurden dort in den Himmel gelobt.

Die ersten Maschinen Wäsche sind schon gewaschen und bei dem heutigen Prachtwetter sogar schon getrocknet - man kann also davon sprechen, dass wir bereits zu Hause "angekommen" sind. Dennoch bin ich mit dem Kopf nicht wirklich da und ich hatte fast schon befürchtet, keinen einzigen Satz mehr schreiben zu können; es ist so viel, dass ich mir nicht sicher bin, wie man das am besten in Worte packt. Während Dirk bereits die Bilder sortiert und bearbeitet, versuche ich all meine Eindrücke zu kramen. Im Augenblick denke ich mal, wird es bei mir diesmal keinen richtigen Reisebericht geben, nur hier diesen kleinen Rundumschlag. Sobald Dirk die Bilder fertig hat, werde ich sicher einige davon mit Kommentaren versehen hier rein setzen. Ansonsten bin ich irgendwie in einer komischen Stimmung gefangen, die ich gar nicht richtig deuten kann. Obwohl ich mich am Ende auch schon wieder auf zu Hause gefreut habe, ist es jetzt irgendwie komisch, wieder hier zu sein - ein bisschen Wehmut vielleicht?

Während Dirk heute schon kurz die Beine ausschütteln war, habe ich die Terrasse auf Vordermann gebracht, auf der ich gerade im Schatten sitze, puh, ist das heute eine Hitze! An Laufen mag ich heute nicht denken, obwohl das teilweise Schauen der Olympiade schon mächtig den ISH herausfordert. Ich denke, morgen wird es einen ersten Lauf im heimischen Gebiet geben. Wir haben diese Woche noch frei, so dass ich noch ein wenig Zeit habe, wieder in meine alten Gewohnheiten zurück zu finden, so z. B. die morgendlichen Kniebeugen und auf das Essen muss ich nun auch wieder vermehrt achten, in Irland gabs nur Ungesundes und jeden Abend mindestens 2 Pint of delicious beer. Das Guiness schmeckt dort wesentlich besser als hier und, ach ja, wir haben übrigens ein Guinness-Zertifikat zum optimalen und richtigen Zapfen des Bieres erworben, stilecht in der Guinness-Brauerei in Dublin. Dublin war für mich die hässlichste Stadt Irlands, eine absolute Enttäuschung. Das gewisse Nichts, außer einem tollen Phoenix-Park, dem größten Europas, in dem wir auch laufen waren, und jede Menge Touristen. Der Song "Dirty old town" trifft den Nagel auf den Kopf. Gut, die Kneipen dort sind, wie überall in Irland echt Klasse, allen voran die Temple Bar, die wechselnde Life-Musik ab mittags bietet. Aber mit jeden Tag Bierchen schlürfen ist jetzt auch wieder Schluss, auch wenn Dirk die reinste Armada an verschiedenen englischen Biersorten "importiert" hat.

Musikalisch hat mich Tina Mulrooney (Morrissey) sehr beeindruckt, die wir an den Cliffs of Moher erstmalig life mit ihrer Harfe erleben durften. Ihre glasklare Stimme in Kombination mit der Harfe und vermutlich der unglaublich schönen Kulisse hat mir sofort einen Kloß im Hals beschert und mich zutiefst ergriffen. Jetzt bin ich erst mal auf die vielen Bilder gespannt, die Dirk geschossen hat. Eine Auswahl davon gibts in Kürze hier.

By then, folks :-))


Sonntag, 15. Juli 2012

Im Regen unterwegs

Morgen gehts endlich los. So war der Vormittag geprägt von Treppe rauf, Treppe runter, mit Wäsche, ohne Wäsche und zwischendurch noch eben den Kleiderschrank auf Vordermann gebracht - bietet sich ja an, wenn man eh den Koffer packen muss - die Altkleidersammlung wird sich wieder freuen.

Ach ja, stimmt, laufen wollten wir ja auch noch und gerade hat es mal aufgehört zu regnen. Bevor die Energie sonst im Eimer ist, also ab in die Laufklamotten, grob eine Strecke ausgedacht, 10 km sollten es schon werden. 15 Grad, wieder bestes Laufwetter, alles herrlich nass und frisch. Bei den ersten 3 km zwackte die linke Wade etwas - waren wohl doch schon recht viele Stufen heute und am Anfang gehts ja hier bekanntermaßen immer bergauf. Doch dann lief es richtig schön rund und locker, so dass ich den einsetzenden Regen erst gar nicht merkte. Auf den letzten 5 km war der Regen dann recht stark und ich pitschnass, egal. Es war ein toller Lauf und am Ende bin ich sogar auf 11,6 km gekommen und wurde 50 Meter vor Ende meiner Runde doch noch von Dirk überholt, der fast die gleiche Runde gelaufen ist. Fix unter die Dusche, Beine eiskalt abgeduscht, damit sie schnell wieder fit werden, jetzt gehts gleich weiter mit Koffer packen. Wir freuen uns riesig. Den nächsten Laufbericht gibts dann aus Irland, ich bin sooo gespannt, wie es dort ist. Mit 44 Jahren wird sich dann ein Jugendtraum erfüllen: Irland, wir kommen!

Donnerstag, 12. Juli 2012

Von Sabotage, dem lieben Gott und einem schönen Lauf

Gestern war mal wieder so ein Tag, an dem meine Laune von jetzt auf gleich einen 180 Grad Schlenker gemacht hat. Ohne einen für mich erkennbaren Grund, war ich auf einmal schlecht drauf. Geplant hatte ich eigentlich eine Runde zu laufen, doch mit dem starken Regen auf dem Nachhauseweg wurde auch meine Motivation hinweg gespült. Zu Hause angekommen, zauberte ich mir erst mal einen schönen Salat, obwohl ich eigentlich gar nicht sooo hungrig war - aber essen ist eben immer ein gutes Mittel bei spontanem Trübsal.

Über das Essen kam dann doch der große Hunger und ich stopfte wieder in mich hinein, was nicht bei drei wieder im Kühlschrank ist. An Laufen war also nicht mehr zu denken - die Laune wurde schlechter und schlechter. Was immer hilft in solchen Situationen ist ein Nickerchen. Danach sieht die Welt meist wieder freundlicher aus. Und in der Tat kam eine Stunde später sogar die Sonne raus. Das hätte mich sicher motivieren sollen, tat es aber nicht. Je größer die Gedanken waren, doch laufen gehen zu müssen umso mieser fühlte ich mich. Als dann auch noch mein Tageshoroskop meinte, dass am Abend nicht mehr viel geht, stand endgültig fest, dass ich heute nur noch ein Date mit der Couch haben würde und nicht mit den Laufschuhen. Wohlgefühlt hab ich mich dabei nicht, im Gegenteil, es fühlte sich wieder heftig nach Selbstsabotage an. Während ich noch eine nicht schmeckende Zigarette rauchte (ja, ich bin wieder mal rückfällig geworden!), konnte ich mich wenigstens mit dem Gedanken anfreunden, dass es besser wäre, die Dinge endlich mal so zu akzeptieren, wie sie gerade sind.

Wie lange quäle ich mich schon mit meiner Figur herum, die für mein Befinden zu dick ist?! Wie viele Jahre mache ich mir deswegen schon das Leben schwer?! Ja und nun kommt schon seit geraumer Zeit die Sache mit dem Rauchen bzw. nicht mehr Rauchen hinzu. Ich weiß nicht, oder noch nicht, warum ich immer wieder umkippe. Es gibt Phasen, da bin ich sowas von felsenfest davon überzeugt, dass ich sicher nie wieder rauchen werde und dann, in irgendeiner schwachen Minute passiert es wieder, aus einer Laune heraus. Und es gibt viele vermeintliche Launen für"schwache Minuten", da sind Stress, Langeweile, Ärger, Freude und Belohnung nur einige wenige Beispiele. Ausreden gibts viele, was bleibt, ist ein schlechtes Gewissen und ein noch schlechteres Gefühl. Aber wie sagt meine Therapeutin so schön: Was ist so schlimm daran, wenn sie dann eben ein paar Zigaretten rauchen? Das Heimliche Dirk gegenüber ist im Grunde das Schlimmste. Und der hat eigentlich beim letzten Mal ziemlich cool darauf reagiert. Ich weiß, dass er das nicht gut findet und enttäuscht ist. Aber es ist eben im Moment so, wie es ist. Es ist schon schlimm genug, dass ich mich seit Jahren wegen meines Gewichts verrückt mache, jetzt kommt auch noch das Rauchen hinzu. Nein, ich will das nicht mehr.

Ein Trauerfall in der entfernteren Familie hat mich sehr nachdenklich gestimmt, als ein 57jähriger, nicht rauchender, sportlicher Familienvater nach dem Tennisspielen tot vom Stuhl gefallen ist. Bums. Von Jetzt auf Gleich Schluss mit lustig. Ich habe mir daraufhin vorgestellt, dass ich am Tage X beim lieben Gott, oder wem auch immer, antreten muss. Er fragt mich dann, wie denn so mein Leben gewesen sei, ob ich es genossen habe, dieses einzigartige Geschenk des Lebens. Ich überlege kurz und antworte, ehrlich und frei Schnauze wie immer, aber sichtlich peinlich berührt: "Öhm, nee, eigentlich war ich immer unzufrieden, ich habe ständig mit meiner Figur gehadert, ich habe mich immer über mich selbst geärgert, dass ich nicht stark genug war, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich war auch immer langsamer als andere beim Laufen und hatte nie das Gefühl, für mich selbst gut genug zu sein. Ich denke, ich wollte wohl irgendwie immer einem Bild entsprechen, das andere überhaupt nicht von mir haben - eine mission impossible also." Er schaut mir in die Augen und meint: "Das tut mir jetzt sehr leid, Marion, aber deine Zeit ist jetzt und hier abgelaufen." Zu meinem Ego meint er breit grinsend: "Tschakka, du hast deinen Job perfekt erfüllt, gratuliere! Wieder ein Mensch, der das Leben nicht zu schätzen wusste und nicht verstanden hat, dass Glück und Zufriedenheit nur im eigenen Kopf existiert." Ein schlechtes Gewissen ist eben nur eine Erfindung des Egos, einzig und alleine dazu da, uns das Leben schwer zu machen.

Eine emotionale Doppelfolge Private Practice hat mir dann so halbwegs den Abend gerettet; seltsamerweise empfinde ich das Leid anderer immer wieder als tröstlich, denn schließlich geht es mir verdammt gut und ich bin gesund. Ja, ich weiß, ist nur ein Film, aber sowas gibts schließlich im wahren Leben auch. In der Werbepause, in der ich dann mit Dirk in München telefonierte, beschloss ich, am Morgen vor der Arbeit eine Runde laufen zu gehen. Damit fühlte sich das schlechte Gewissen schon ein wenig besser an. Ich setzte den Wecker auf 6 Uhr, fest entschlossen, auch wirklich laufen zu gehen.

Gesagt, getan, um sieben Uhr verließ ich das Haus. Die 13 Grad waren ganz nach meinem Geschmack, doch der Wind hätte etwas weniger heftig sein können. Ein Hauch von Herbst hing irgendwie in der Luft. Ich drehte meine 6 km Standardrunde und trotz der Musik in meinen Ohren, konnte ich meinen Gedanken nach hängen. Ich empfand meinen Lauf als sehr langsam. Doch diesmal war es mir egal, ich wollte ihn einfach nur genießen mit jedem Schritt. Mir blies der frische Wind entgegen, die Sonne schien durch die Bäume, der feuchte Geruch des Waldes umgab mich und ich wurde mir dessen bewusst, wie mich meine zwei gesunden Beine im Laufschritt durch den Wald tragen. Zwei gesunde Beine hat schließlich nicht jeder. Ich wähle dieses Beispiel ganz gezielt, denn meine Kollegin von einer anderen Schule hat vor einiger Zeit ein Bein amputiert bekommen und sitzt seit dem im Rollstuhl. Als mich diese Nachricht erreichte, standen mir die Tränen in den Augen. Ich wollte mir gar nicht erst ausmalen, wie ich mich in dieser Situation fühlen würde, ich denke, ich kann das auch gar nicht wirklich nachempfinden. Aber die Vorstellung, nie wieder laufen zu können, scheißegal in welcher verdammten Zeit, die fand ich ganz grausam. Ein Leben mit nur einem Bein ist für mich schier unvorstellbar. - Heute habe ich eine ganze Tafel Milka-Schokolade gegessen. Na und? Lecker wars.

Wenn ich wieder mal mies drauf bin, hoffe ich, mich an diesen Blogeintrag zu erinnern, damit er mich wieder zur Vernunft bringt. Ja, ich weiß, es ist nicht gut, immer nur das Leid der anderen zu sehen, um sich besser zu fühlen. Vielleicht hab ich es ja diesmal geschnallt, worauf es im Leben wirklich ankommt. Viel zu schnell vergisst man es leider immer wieder und sabotiert sich selbst aufs Neue...


Der Weg, den Du gehst, gehst Du immer nur für Dich! 
Akzeptieren, was ist. Klingt so einfach und kann doch so verdammt schwer sein.

Sonntag, 8. Juli 2012

Krawallbürste vs. Nervensäge

... oder die B-Frage.

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich nicht sonderlich gerne Obst esse? Im Gegensatz zu meinem Schatz, der liebt es, wenn ihn "die Vitaminchen förmlich anspringen". Vermutlich hat es mit seiner Kindheit im Osten der Republik zu tun, dass er Bananen im Besonderen mag, aber auch Kiwis, Orangen, Erdbeeren, Melonen, Grapefruits und und und sind vor ihm und seiner Lust auf Obst nicht sicher. Er zelebriert es förmlich, sich das frische Gesund einzuverleiben.

Eigentlich sollte man meinen, dass er es nach 11 Jahren des Zusammenlebens wissen müsste. Eigentlich. Doch trotzdem fragt er mich jedes Mal nach unserem sonntäglichen Läufer-Toast-Frühstück, ob ich noch eine Banane essen möchte. Ob ich auf Krawall gebürstet bin, werde ich dann gefragt, wenn ich diese Frage etwas "leicht genervt" mit einem aussagekräftigen "Nein!" beantworte. "Ich hab doch nur gefragt," kommt es dann zurück. "Und ich habe dir schon x-mal gesagt, dass ich nach dem normalen Frühstück nicht auch noch eine Banane essen kann und will", gebe ich gereizt zurück mit dem Nachtrag: "Wie oft hast du mich je eine Banane nach dem Frühstück essen sehen?! Und wie oft habe ich dir nun schon gesagt, du brauchst mir nicht immer wieder die Bananen-Frage zu stellen!" Er ist etwas beleidigt und meint, ich sei frech und ungerecht. Ich sehe mich jedoch im Recht und wiederhole, dass er es doch wirklich inzwischen wissen müsse und er könne noch 100 Mal fragen, ich werde sicher keine Banane nach dem Frühstück essen.

Zwischen zwei Regengüssen gehen wir getrennt unserer Laufwege und 10 km später sieht meine Welt doch glatt schon wieder freundlicher aus. Es war ein herrlicher Lauf über die Felder und zurück durch den Wald, dort, wo ich früher häufiger mit der Laufgruppe unterwegs war. So ein Lauf, macht eine Krawallbürste wieder handzahm und schließlich meint Dirk es ja auch nur gut, meine Gesundheit liegt ihm am Herzen. Nur gut, dass er nicht nachtragend ist.

Andererseits sollte er aber wirklich langsam wissen, dass ich es nicht so mit dem Obst habe ;-)).

Samstag, 7. Juli 2012

2. SportScheck Nachtlauf in Aachen, 06.07.2012

Wie auch im letzten Jahr spielte das Wetter - trotz CHIO-Bedingungen (da regnet es schließlich IMMER in Aachen) - mit. Es waren angenehme 20 Grad, leichter Wind und ein Mix aus Sonne und Wolken. Die zuvor entdeckten, sehr bedrohlichen Gewitterwolken haben sich vermutlich über Eschweiler entleert - unser Glück. Das Treiben rund um den Aachener Markt zeugte wieder von einer professionellen Veranstaltung und diesmal waren schon mehr Teilnehmer gemeldet, als im Vorjahr beim ersten Event dieser Art. 








Der Heimvorteil dabei ist wirklich Klasse, die Anreise kurz, man kennt sich aus und trifft tatsächlich einige bekannte Gesichter. So auch Detlef "The machine", mein ehemaliger Trainer, der mit einer 5 km und einer 10 km Gruppe am Start war. Ich hab mich sehr gefreut, ihn noch mal zu sehen und konnte es natürlich nicht unterlassen, ihm stolz von meinem ersten Halbmarathon in Berlin zu erzählen.


Unsere Gruppe hatte in diesem Jahr Zuwachs durch die Familie Butsch in Person von Arnd und den Zwillingen Sam und Nic bekommen. Yannic hatte ein wenig verpennt, so dass er auf diesem Gruppenbild leider fehlt. Unten im Bild unsere beiden Zwillingspärchen, dann unser Kaiser Karls-Brunnen vor dem historischen Rathaus, einmal mit, einmal ohne Regenbogen. Die kleinen Zwillinge sind übrigens aus dem Stand eine Zeit von 24:35 durch die 5 km "geflogen" - Respekt!







Weil ich aus Erschöpfungsgründen meinen Frisörtermin am Nachmittag vor dem Lauf nicht mehr wahrnehmen konnte/wollte, lief ich diesmal im 80er-Jahre-Madonna-look, der Ansatz war einfach zu grauslich. Doch auch um den Schweiß aufzufangen, war das Teil genau richtig. Hier im Startblock mit Gorjan, ähnliches Foto wie im letzten Jahr, diesmal bin ich jedoch mit Brille gelaufen, was auch absolut ok war.



Nach dem Startschuß gings direkt mal etwas bergab, was dazu verleitete, Gas zu geben. Mit "Ballast der Republik" lief es sich richtig gut an. Doch schon unten in der Fußgängerzone am Glascubus merkte ich, dass ich das Tempo sicher nicht halten würde, denn schließlich kam nun der Ätz-Kilometer von Elisenbrunnen hoch bis zur Jakobstraße - dieser Kilometer raubt mir jegliche Kraft und stellt auch meine mentale Stärke jedes Mal auf eine extreme Probe. Wie gut, dass unser Lauf nur 2 x durch die ansonsten sehr schöne Innen- und Altstadt führt, die auch durch die weitestgehend gepflasterten Untergründe nicht sonderlich schön zu laufen ist.




Während die Leute sich hier in der Altstadt Essen und Bierchen schmecken lassen, quälen die Läufer sich hoch zur "Rennbahn", wie passend.


Ab Runde 2 haben Dirk und Flo mich dann ein Stück "zum Warmlaufen" begleitet; was hier bei mir scheinbar ganz locker flockig aussieht, täuscht absolut ;-), ich war echt am Limit!

Doch irgendwann ist jedes Elend mal vorbei und ich war im Ziel! 


(Und sehe eigentlich gar nicht sooo fertig aus, wie es sich anfühlte.)


Mit einer Zielzeit von 31:22 min. bin ich absolut zufrieden. Mein Ziel war es, nach Möglichkeit schneller als im Vorjahr (32:31) zu sein, was ja mit etwas über 1 Minute auch geklappt hat (neue PB geschafft). An der sub30 beiß ich mir wohl noch ein wenig die Zähne aus, obwohl es um ein Haar gelungen wäre. Dafür, dass ich seit April nur noch rumgeeiert bin und hier ein Wehwehchen und dort ein Zipperlein hatte, war es doch echt in Ordnung! Außerdem hat diese Strecke nicht nur unschöne Beläge und einige Bürgersteige zu bieten, sondern auch noch um die 45 Höhenmeter (bei 2 Runden). Die Werte von Sportstracks und GPSies weichen hier übrigens ziemlich ab, wobei GPSies wohl aussagekräftiger sein soll.

Bevor die 10er  dann auf die Strecke gingen, fiel der Torbogen noch ein wenig in sich zusammen; ein Fußgänger hat wohl im vorbei Gehen das Kabel ausgestöpselt.


Und nach einem kurzweiligen 10 km Rennen, Hazel, Gorjan und ich feuerten ordentlich an, so dass all unsere Teilnehmer ihre PBs verbessern konnten, ging es im Anschluss zufrieden, hungrig und durstig noch in den Hofgarten zu einer Mitternachts-Currywurst (die ich allerdings nicht ganz geschafft habe).

Sven finisht mit 44:13

Dirk mit 47:13

Yannic (48:05) und Flo (47:58) waren sichtlich k. o., aber happy!

Gorjan hat sich mit 28:34 um 6 Minuten !! verbessern können!
Tolle Leistung!

Und hier noch ein paar Impressionen:



Die schnellste Frau war vom DJK Jung Siegfried die 
Herzogenratherin Eva Offermann mit 39:13, 
sie traininert dort, wo auch wir unsere Runden drehen.

Das Treppchen, auf welches unsereins nie kommen wird :-)

Im Hofgarten gibts lecker Zwickelbier

vorher

nachher

Papa Arnd erzählt von seinem Runners-Blues, 
während Sam und Nic schon richtig müde sind. 

Ich erkläre hiermit die Currywurst zu meinem finisher's diner ;-)

Alles in allem war er auch in diesem Jahr in Aachen wieder eine richtig schöne Laufveranstaltung, der


und wir sind garantiert im nächsten Jahr wieder dabei. Vielleicht kann ich dann ja mal die sub 30 knacken. Aber wenn nicht, geht meine Welt davon auch nicht unter :-))




Dienstag, 3. Juli 2012

Beim Osteopathen, Teil 2

Gestern war es dann soweit, ich hatte meinen zweiten, diesmal einen 60 Minuten-Termin bei Rene. Zuerst hat er sich um meinen verspannten Nacken gekümmert, was vermutlich mit meinem ersten Termin bei ihm zusammen hing, dann folgte eine sehr intensive Behandlung insbesondere der linken Seite meines Körpers, hier die Hüfte, das Bein, der Fuß. Aber auch die andere Seite ist nicht zu kurz gekommen. Kurz vor Ende der Behandlung merkte ich bereits, wie stark es auch diesmal wieder "wirkte", es brodelte förmlich in mir. Das Gehen im Anschluss gestaltete sich ein wenig wackelig, besonders im Hüft- und Leistenbereich. Laufen hätte ich sicher nicht mehr gekonnt gestern; ich hatte sogar ein wenig Bedenken, heute mit Muskelkater zu tun zu haben.

Geschlafen hab ich wie ein Murmeltier, ohne Unterbrechung, tief, fest und sehr erholsam. Von Muskelkater in den vermuteten Bereichen keine Spur. Ein leichtes Ziehen in den Waden und Oberschenkeln, was aber auf meine täglichen 30 Kniebeugen zurück zu führen ist. Der Nacken ist auch wieder komplett beschwerdefrei.

Heute hatte ich noch mal richtig gut zu tun in der Schule, was heißt, dass ich fast bis 12 Uhr ausschließlich am  Schreibtisch sitzend zu tun hatte. Aber nicht eine Sekunde hatte ich heute Probleme mit meinem Piriformis-Syndrom! Wenn ich sonst so lange sitzen muss, rutsche ich bereits unruhig hin und her, weil es in der linken Pobacke unangenehm zwackt. Es ist kaum zu glauben, wie gut diese Behandlungen anschlagen! Ich kann daher nur jedem empfehlen, sich mal eine osteopathische Behandlung zu gönnen. Vor allem mit akuten Beschwerden (meine Magenschleimhautentzündung war ja auch prompt am nächsten Tag weg) ist man dort in den allerbesten Händen, im wahrsten Sinne des Wortes. Leider ist es mit Terminen nur etwas schwierig, ich hab auf den ersten Termin knapp zwei Monate gewartet. Doch es hat sich absolut gelohnt.


Morgen soll es ja wieder wärmer wieder, dennoch werde ich am Abend eine kleine Runde laufen - gemütlich versteht sich, es macht gerade wieder so richtig Spaß.

10 Tage-Fazit

Heute war mein erster Arbeitstag und ich kann behaupten, dass ich ruhigen Gewissens zur Arbeit gefahren bin. Die beiden Katzen kommen sich t...