Bereits beim wach werden heute ahnte ich schon, dass es ein Scheißlauf werden würde, denn ich hatte überhaupt keine Lust. Der Wind pfiff bereits in der Nacht so heftig, dass ich das Schlafzimmerfenster schließen musste, so rappelte und heulte es. Mit recht großer Überwindung nach einem kleinen Frühstück also in die Laufklamotten und los. Es war kein Vergnügen, ein absoluter Arbeitslauf. Heftiger Gegenwind ließ die Temperatur direkt sinken, der Schweiß machte das Ganze noch kälter. Kam allerdings kein Wind, schoß es mir nur so aus den Poren und ich dachte, ich wäre viel zu warm angezogen. So wurde es ein Temperaturkarrussel, das über 100 Höhenmeter rauf und runter ging. Meine eigens für diesen längeren Lauf kreierte neue Playlist lenkte mich auch nicht wirklich ab, somit es war es ein Kampf vom ersten bis zum letzten Kilometer, den ich lediglich mental gewonnen habe. Dass ich wohl um die 20 Mal meine Nase geputzt habe, war außerdem mehr als nervig, aber was solls, 13 Kilometer sind 13 Kilometer! Es kann schließlich nicht nur gute Läufe geben.
Euch allen einen noch einen schönen 1. Adventssonntag
In diesem Blog ging es einmal vorwiegend ums Laufen und Abnehmen. Damals hieß er "Run an den Speck". Nun gehts vielmehr um eine generelle Transformation in meinem Leben. Ab jetzt soll es nur noch mit Leichtigkeit gehen, in jeder Beziehung :-) Hier lasse ich euch an meiner Wandlung teilhaben. Die alten Beiträge bleiben verfügbar, die sie ein Teil von mir sind aus einer Zeit, die mir auch sehr wichtig war.
Sonntag, 27. November 2011
Freitag, 25. November 2011
Feierabendrunde
Heute gabs dann wieder ein Läufchen gleich nach der Arbeit, allerdings noch mal in unserem Wald, Mittwoch war ich wieder im Würselener Stadtwald unterwegs. Leichter Nieselregen, teils frischer Wind, aber immer noch für mich tolles Herbstwetter mit rieselnden Blättern - schön.
Geworden sind es 6,2 km in einer pace von 6:40, was ich nie und nimmer erwartet hätte. Irgendwie krieg ich kein richtiges Gefühl für mein Tempo, ich dachte ich wäre deutlich langsamer gewesen, so in etwa wie der km 3, aber da gings auch mit Gegenwind den Hügel rauf, wie ja ohnehin immer die ersten 3 km. Demnach bin ich also sehr zufrieden, das war ein toller Einstieg ins Wochenende. Nach einem sehr langweiligen Tag im Job einmal richtig toll den Kopf gelüftet, den Körper gefordert und über dies und jenes nachgedacht:
Es freut mich riesig, dass wir nun in die Planungsphase für unseren Lauf gegen Rechts gehen; eine Veranstaltung am Donnerstag mit anderen Schulen hat gezeigt, dass sie die Idee auch ganz toll fanden und sich gerne an dem Projekt beteiligen wollen. Ein Termin ist grob für Ende März geplant, da bereits am 04. April wieder eine Demo der Nazis in Stolberg stattfinden wird. Die Zeit ist wohl etwas knapp bis dahin (wir haben auch noch 3 Wochen Anmeldezeit für die neuen Fünfer sowie Karneval), aber das dürfte zu schaffen sein. Die nächsten Wochen werden somit spannend - ich freu mich drauf :)
Geworden sind es 6,2 km in einer pace von 6:40, was ich nie und nimmer erwartet hätte. Irgendwie krieg ich kein richtiges Gefühl für mein Tempo, ich dachte ich wäre deutlich langsamer gewesen, so in etwa wie der km 3, aber da gings auch mit Gegenwind den Hügel rauf, wie ja ohnehin immer die ersten 3 km. Demnach bin ich also sehr zufrieden, das war ein toller Einstieg ins Wochenende. Nach einem sehr langweiligen Tag im Job einmal richtig toll den Kopf gelüftet, den Körper gefordert und über dies und jenes nachgedacht:
Es freut mich riesig, dass wir nun in die Planungsphase für unseren Lauf gegen Rechts gehen; eine Veranstaltung am Donnerstag mit anderen Schulen hat gezeigt, dass sie die Idee auch ganz toll fanden und sich gerne an dem Projekt beteiligen wollen. Ein Termin ist grob für Ende März geplant, da bereits am 04. April wieder eine Demo der Nazis in Stolberg stattfinden wird. Die Zeit ist wohl etwas knapp bis dahin (wir haben auch noch 3 Wochen Anmeldezeit für die neuen Fünfer sowie Karneval), aber das dürfte zu schaffen sein. Die nächsten Wochen werden somit spannend - ich freu mich drauf :)
Sonntag, 20. November 2011
Leicht desorientiert in Belgien unterwegs
Heute sind wir mal wieder in Belgien unterwegs gewesen, bei kühlen 4 Grad gings los, es war ein herrlicher Morgen. An der Maas entlang, der Sonne entgegen, die ganze Landschaft Nebel geschwängert, ein Bild wie ein Märchen. Fischreier auf dem Feld, fliegende Gänseschwärme über uns, Tautropfen im Gras und ein Rest von bunten Herbstfarben überall, dazwischen ein paar friedlich grasende Kühe oder Pferde. Das einzige, was nicht zu dieser wunderschönen Idylle passt, ist die Musik in meinen Ohren, aber dieser sei Dank, habe ich gleich ein schönes Tempo und laufe irgendwie, ohne es zu merken.
Mit einer Karte in der Tasche ausgerüstet sollen es heute 11 km bei mir und 16 bei Dirk werden. Die erste Abzweigung versäume ich natürlich, so dass ich fast 8 km an der Maas entlang laufe, wo ich eigentlich schon auf dem Rückweg sein soll. Ich merke dann doch, dass ich zu weit gelaufen bin und versuche mehr intuitiv wieder den richtigen Weg zu finden. Ab da werde ich dann von einer leichten Nervosität begleitet, auf die man gern verzichten kann. Nach 10 km komme ich endlich an den Kanal und frage einen Reitersmann nach dem Weg. Wie vermutet, ist meine Richtung doch nicht so verkehrt, aber der zusätzliche Schlenker und die Tatsache, dass ich unter Zeitdruck stehe, lässt mich den Rest des Weges nicht mehr ganz so genießen. 2 km später komme ich dann in den Ort, der eigentlich Anfang und Ziel meines Rundkurses ist. Doch hier sieht es total anders aus! Wir hatten unser Auto unter einer Brücke geparkt, neben einem Panzerdenkmal und von der Brücke ist weit und breit nichts zu sehen! So ein Mist! Panik macht sich breit. Wie blöd, dass ich auch immer diesen dämlichen Zeitdruck habe: Die Runde dauert ca. 1.20 Stunde genau wie Dirks Runde, dann nach Hause, Essen machen, Schwiegervater kommt zum Essen und anschließend Fussball gucken. Nein, ich fang jetzt nicht an zu heulen, muss Dirk mich eben suchen kommen - doof nur, dass ich den Autoschlüssel habe, weil ich eigentlich kürzer laufe als er.
Meine Rettung zeigt sich in Form eines dunklblauen Golfs mit zwei netten älteren Belgierinnen drin, denen ich freundlich zu winke. Und weil ich mich auf die Straße in den Weg stelle, können sie gar nicht anders als anzuhalten . Ich erkläre, dass ich mich verlaufen habe und zu der Brücke mit dem Panzerdenkmal muss. Die freundliche Fahrerin fackelt nicht lange und meint: Komm in! Zeigt mit dem Kopf und dem Daumen nach hinten. Ich steige ein und bin mindestens so erleichtert, wie nach einem negativen Schwangerschaftstest! Lachend brettert die Dame in belgischer Manier durch den nächsten Feldweg und die Oma auf dem Beifahrersitz hat auch sichtlich Spaß - ich glaube, die lachen über mich bzw. das, was ich erzähle, aber das stört mich nicht, ich lache einfach mit. Ich kann mein Glück kaum fassen; die zwei weiteren Kilometer hätten uns zeitlich den Plan vermasselt, ganz zu schweigen davon, dass Dirk sich vermutlich furchtbare Sorgen gemacht hätte. Am Auto angekommen steht jedoch kein Dirk da. Die Dame meinte noch, wenn ich ihren Mann sehe, sag ich ihm Bescheid. Doch da kommt er uns auch schon 200 Meter weiter entgegen. Ich bedanke mich herzlich und wünsche den Damen noch einen schönen Tag und berichte Dirk von meiner kleinen Desorientierung. Im Grunde war ich auf dem richtigen Weg, aber ich wußte nicht, dass der Ort dann doch sooo groß ist und ich nur in der anderen Ecke war. Dummerweise war die Brücke, die ich die ganze Zeit gesucht habe, von dort aus noch nicht zu sehen. Na, ist ja noch mal gut gegangen und es war trotzdem ein toller Lauf.
Mit 13 km in 6:48 pace bin ich super zufrieden!
Mit einer Karte in der Tasche ausgerüstet sollen es heute 11 km bei mir und 16 bei Dirk werden. Die erste Abzweigung versäume ich natürlich, so dass ich fast 8 km an der Maas entlang laufe, wo ich eigentlich schon auf dem Rückweg sein soll. Ich merke dann doch, dass ich zu weit gelaufen bin und versuche mehr intuitiv wieder den richtigen Weg zu finden. Ab da werde ich dann von einer leichten Nervosität begleitet, auf die man gern verzichten kann. Nach 10 km komme ich endlich an den Kanal und frage einen Reitersmann nach dem Weg. Wie vermutet, ist meine Richtung doch nicht so verkehrt, aber der zusätzliche Schlenker und die Tatsache, dass ich unter Zeitdruck stehe, lässt mich den Rest des Weges nicht mehr ganz so genießen. 2 km später komme ich dann in den Ort, der eigentlich Anfang und Ziel meines Rundkurses ist. Doch hier sieht es total anders aus! Wir hatten unser Auto unter einer Brücke geparkt, neben einem Panzerdenkmal und von der Brücke ist weit und breit nichts zu sehen! So ein Mist! Panik macht sich breit. Wie blöd, dass ich auch immer diesen dämlichen Zeitdruck habe: Die Runde dauert ca. 1.20 Stunde genau wie Dirks Runde, dann nach Hause, Essen machen, Schwiegervater kommt zum Essen und anschließend Fussball gucken. Nein, ich fang jetzt nicht an zu heulen, muss Dirk mich eben suchen kommen - doof nur, dass ich den Autoschlüssel habe, weil ich eigentlich kürzer laufe als er.
Meine Rettung zeigt sich in Form eines dunklblauen Golfs mit zwei netten älteren Belgierinnen drin, denen ich freundlich zu winke. Und weil ich mich auf die Straße in den Weg stelle, können sie gar nicht anders als anzuhalten . Ich erkläre, dass ich mich verlaufen habe und zu der Brücke mit dem Panzerdenkmal muss. Die freundliche Fahrerin fackelt nicht lange und meint: Komm in! Zeigt mit dem Kopf und dem Daumen nach hinten. Ich steige ein und bin mindestens so erleichtert, wie nach einem negativen Schwangerschaftstest! Lachend brettert die Dame in belgischer Manier durch den nächsten Feldweg und die Oma auf dem Beifahrersitz hat auch sichtlich Spaß - ich glaube, die lachen über mich bzw. das, was ich erzähle, aber das stört mich nicht, ich lache einfach mit. Ich kann mein Glück kaum fassen; die zwei weiteren Kilometer hätten uns zeitlich den Plan vermasselt, ganz zu schweigen davon, dass Dirk sich vermutlich furchtbare Sorgen gemacht hätte. Am Auto angekommen steht jedoch kein Dirk da. Die Dame meinte noch, wenn ich ihren Mann sehe, sag ich ihm Bescheid. Doch da kommt er uns auch schon 200 Meter weiter entgegen. Ich bedanke mich herzlich und wünsche den Damen noch einen schönen Tag und berichte Dirk von meiner kleinen Desorientierung. Im Grunde war ich auf dem richtigen Weg, aber ich wußte nicht, dass der Ort dann doch sooo groß ist und ich nur in der anderen Ecke war. Dummerweise war die Brücke, die ich die ganze Zeit gesucht habe, von dort aus noch nicht zu sehen. Na, ist ja noch mal gut gegangen und es war trotzdem ein toller Lauf.
Mit 13 km in 6:48 pace bin ich super zufrieden!
Donnerstag, 17. November 2011
Wie geil war das denn?!
Nach der Arbeit heute gleich zum Physio, diesmal bitte einmal durchkneten statt pieksen, der Nacken ist ziemlich verspannt. Ab durch den Berufsverkehr nach Hause, in die Laufklamotten und los. Die Stirnlampe hatte heute ihre Premiere. Erst mal aus gelassen, weil der Weg zum größten Teil beleuchtet ist. Die knappen 10 Grad fühlen sich toll an, ich bin genau richtig angezogen und hab wieder meine Musik dabei. Also läufts vom ersten Moment an richtig gut. Nach dem ersten Kilometer muss ich mich entscheiden, ob ich einen etwas knackigeren, aber beleuchteten Weg wähle, oder in den dunklen Wald hinein laufe. Ich entscheide mich natürlich für den dunklen Wald, die Lampe hatte ich zuvor schon eingeschaltet. Cool! Man sieht richtig gut damit, wenn auch nur maximal 3 - 5 Meter. Angst hatte ich erst mal nicht. Bis zum ersten lauteren Geräusch, das nicht aus meinem MP3 Player kam. Blick rechts, Blick links, nur Büsche, sonst nichts. Da kam mir dann zum ersten Mal der Gedanke, was wäre, wenn die Lampe jetzt ihren Dienst schon versagt?! Diesen Gedanken wollte ich aber nicht weiter ausdehnen . Dann wieder ein Geräusch! Wieder ein hektischer Blick rechts, ein hektischer Blick links. Nichts. Konzentrier dich auf die Musik und lauf weiter, das war sicher nur ein Tier. Also, weiter gehts. Und allmählich komm ich wieder in beleuchtetes Gelände. Ich fühle mich toll und die Luft in Kombination mit meiner Musik verschafft mir das so geliebte Laufgefühl. Es wird wieder kurz dunkel und am Rand auf einer Bank glimmen zwei Zigaretten. Zwei Jugendliche, die ich ignoriere. Mir kommt der Gedanke, dass ich ja eigentlich recht schutzlos bin, denn von hinten seh ich ja nichts kommen und durch meine Musik höre ich auch nicht sonderlich viel. Klar, ein Klingeln, ein Rufen würde ich schon hören, auch vorbei fahrende Autos höre ich, aber wenn jemand recht leise von hinten angelaufen käme..... Ich laufe in eine kleine Siedlung rein und gut ists wieder mit den komischen Gedanken. Den Berg rauf merke ich kaum, weil die Gedanken etwas nach hängen. Oben angekommen gehts nur noch an der Straße entlang, die mäßig befahren wird, eine Verbindungsstraße zwischen zwei Ortschaften. Ich laufe auf dem Radweg und es fängt kurz an zu regnen. Ein kleiner Tiger mit leuchtenden Augen schleicht sich an mir vorbei, hat sicher mehr Angst als ich, ich bin aber froh, dass die Katze mich nicht anfaucht. Es ist herrlich, wie ich diesen Lauf genieße. Die Dunkelheit hat so etwas beruhigendes finde ich. Ja, ich kann mich ehrlich gesagt sehr für diese Läufe (wohl auch wegen der Temperaturen) begeistern. Ich würde lieber 10 x bei diesem Wetter im Dunkeln laufen, als 3 x bei 25 Grad im Hellen! Am Ende meines Laufs gehts noch mal ein Stück bergab und ich lasse einfach laufen, grinse und genieße. Die letzten 300 Meter noch mal an unserem Weiher entlang, es ist einfach nur schön!
Glückliche und sehr zufriedene 7,8 km in 7:10 pace mit 100 Höhenmetern gelaufen. So fühlt sich laufen für mich richtig gut an - so kann es gerne bleiben und weiter gehen.
Glückliche und sehr zufriedene 7,8 km in 7:10 pace mit 100 Höhenmetern gelaufen. So fühlt sich laufen für mich richtig gut an - so kann es gerne bleiben und weiter gehen.
Dienstag, 15. November 2011
Ein Anfang ist gemacht
Lauf im Würselener Wald nach der Arbeit
Eben noch im Laufforum gelesen und prompt geklaut: Die Form ist nicht außer Haus, sondern nur im Keller. Das unterschreibe ich heute mal. Oder sollte ich besser die vorherige Aussage nehmen, dass sich der Schreiber um 2 Jahre zurück geworfen fühlt? Könnte ich leider ebenso unterschreiben.
Nun, nur kein Drama draus machen, akzeptieren und gut is. Der Lauf heute nach exakt 2 Wochen Erkältungs-Pause fühlte sich in keiner Weise nach Vergnügen an. Die Beine waren schwer - und lustlos dazu, so hatte ich den Eindruck. Nach 5 km fings unter dem Fußballen links wieder an zu stechen, die neuen Schuhe sind echt gewöhnungsbedürftig und beim nächsten Lauf ziehe ich garantiert wieder die alten Sofaschlüppchen an.
Eigentlich wollte ich maximal 6 km laufen, doch hab ich mich ein klein wenig mit dem umme Ecke laufen verkalkuliert. So sind es 7,3 km geworden, aber das empfohlene, langsameTempo hab ich immerhin eingehalten (war auch keine Kunst!). Hab sicher ein bisschen viel in mich hinein gehorcht, zwischendurch gabs im Knie mal ein unangenehmes instabiles Gefühl. Der Fahrrad-Heini von neulich blieb mir heute erspart, dennoch hab ich immer ein wenig nach hinten gelauscht. Also richtig entspannt war ich nicht.
Das Grinsen danach fühlte sich allerdings sehr gut an. Wenn es auch ein anstrengender Schleichlauf war, so war es immerhin ein Anfang. Fühle mich gut und halbwegs zufrieden, nicht komplett ausgepowert, aber doch angestrengt, und schließlich ist das genau mein Wetter - ich liebe diese kalte, frische Luft!
Eben noch im Laufforum gelesen und prompt geklaut: Die Form ist nicht außer Haus, sondern nur im Keller. Das unterschreibe ich heute mal. Oder sollte ich besser die vorherige Aussage nehmen, dass sich der Schreiber um 2 Jahre zurück geworfen fühlt? Könnte ich leider ebenso unterschreiben.
Nun, nur kein Drama draus machen, akzeptieren und gut is. Der Lauf heute nach exakt 2 Wochen Erkältungs-Pause fühlte sich in keiner Weise nach Vergnügen an. Die Beine waren schwer - und lustlos dazu, so hatte ich den Eindruck. Nach 5 km fings unter dem Fußballen links wieder an zu stechen, die neuen Schuhe sind echt gewöhnungsbedürftig und beim nächsten Lauf ziehe ich garantiert wieder die alten Sofaschlüppchen an.
Eigentlich wollte ich maximal 6 km laufen, doch hab ich mich ein klein wenig mit dem umme Ecke laufen verkalkuliert. So sind es 7,3 km geworden, aber das empfohlene, langsameTempo hab ich immerhin eingehalten (war auch keine Kunst!). Hab sicher ein bisschen viel in mich hinein gehorcht, zwischendurch gabs im Knie mal ein unangenehmes instabiles Gefühl. Der Fahrrad-Heini von neulich blieb mir heute erspart, dennoch hab ich immer ein wenig nach hinten gelauscht. Also richtig entspannt war ich nicht.
Das Grinsen danach fühlte sich allerdings sehr gut an. Wenn es auch ein anstrengender Schleichlauf war, so war es immerhin ein Anfang. Fühle mich gut und halbwegs zufrieden, nicht komplett ausgepowert, aber doch angestrengt, und schließlich ist das genau mein Wetter - ich liebe diese kalte, frische Luft!
Sonntag, 13. November 2011
Mal ein kleines Lebenszeichen...
... von mir gebe.
Leider stecke ich immer noch in den letzten Zügen dieser überflüssigen und hartnäckigen Erkältung. Somit ist an Laufen noch nicht wirklich zu denken.
Das Fest gestern hab ich recht gut überstanden, vor allem nicht betrunken und geraucht hab ich natürlich auch nicht (bin sogar noch gefahren) - trotzdem hab ich heute einen leichten Matschkopf. Es war ein sehr langer, sehr interessanter und schöner, aber auch ein anstrengender Tag, so dass mir nach Feiern am Abend wohl nicht mehr ganz der Sinn stand. Der Alkohol schmeckte nicht und die Beine wollten nicht mehr tanzen nach der ganzen Lauferei durch Maastricht. Apropos. Wenn Ihr mal dahin kommen solltet, schaut Euch unbedingt im Zentrum die Kirche an, die zu einem Buchladen umfunktioniert wurde! Absolut Klasse!
Jetzt gehts gleich mit dem Schatzi eine Runde durch den Wald spazieren, ich muss die Trailschuhe ein wenig einlaufen, nach dem ich gestern die Caminoschuhe wieder über viele Stunden an den Füßen hatte. Ich bin guter Dinge, dass sie mich ohne große Problem durch Spanien tragen werden.
Ich hoffe sehr, dass ich spätestens am Dienstag wieder mit der Laufgruppe einsteigen kann.
Einen schönen Sonntag noch.
Leider stecke ich immer noch in den letzten Zügen dieser überflüssigen und hartnäckigen Erkältung. Somit ist an Laufen noch nicht wirklich zu denken.
Das Fest gestern hab ich recht gut überstanden, vor allem nicht betrunken und geraucht hab ich natürlich auch nicht (bin sogar noch gefahren) - trotzdem hab ich heute einen leichten Matschkopf. Es war ein sehr langer, sehr interessanter und schöner, aber auch ein anstrengender Tag, so dass mir nach Feiern am Abend wohl nicht mehr ganz der Sinn stand. Der Alkohol schmeckte nicht und die Beine wollten nicht mehr tanzen nach der ganzen Lauferei durch Maastricht. Apropos. Wenn Ihr mal dahin kommen solltet, schaut Euch unbedingt im Zentrum die Kirche an, die zu einem Buchladen umfunktioniert wurde! Absolut Klasse!
Jetzt gehts gleich mit dem Schatzi eine Runde durch den Wald spazieren, ich muss die Trailschuhe ein wenig einlaufen, nach dem ich gestern die Caminoschuhe wieder über viele Stunden an den Füßen hatte. Ich bin guter Dinge, dass sie mich ohne große Problem durch Spanien tragen werden.
Ich hoffe sehr, dass ich spätestens am Dienstag wieder mit der Laufgruppe einsteigen kann.
Einen schönen Sonntag noch.
Donnerstag, 3. November 2011
Bilder Tosacana
Mit gehts heut immer noch nicht besser, der Hals kratz, die Nase ist zu und der Kopf dröhnt. Im Bett liegen kann ich leider auch nicht mehr, also nutze ich die Zeit, ein paar Bilder aus unserem schönen Urlaub hochzuladen. (Beim drauf klicken werden die Bilder größer)
Dienstag, 1. November 2011
Herbstimpressionen
Gegen 10 Uhr machten wir uns auf, unsere neuen Schuhe einzuweihen. Erster Eindruck ist gut, etwas steif im Gegensatz zum "Sofakissen" des Kayano 17, der sich schon richtig ausgelatscht anfühlt dagegen.
Anders als sonst, läuft es heute die ersten 5 km gut. Nach einer Runde um unseren schönen Weiher laufe ich allerdings noch mal fix nach Hause, um meine Weste zu tauschen; die wäre sicher zu warm gewesen.
Unterwegs bin ich heute mit der Camera, denn das Wetter und die Laubfärbung schreien nach ein paar netten Impressionen, die es fest zu halten gilt.
Diese Bilder sind - wohlgemerkt - im Stop and Go Verfahren geknippst.
Zurück zu meinem Lauf. Nach 5 km fing es also in meinem linken Fuß unter dem Ballen an zu kribbeln. Das Kribbeln steigerte sich dann in ein fieses Stechen, so dass ich versuchte, mir mit loserem Schnüren der Schuhriemen Erleichterung zu verschaffen. Die Beine wurde auch schlagartig schwerer und schwerer und in Niederbardenberg angekommen musste ich mich wirklich überwinden, noch weiter zu laufen. In Duffesheide setzte ich mich kurz auf eine Treppe, zog den Schuh aus und massierte mir ein wenig die Fußsohle. Die letzten beiden Kilometer waren sehr anstrengend, aber die Aussicht, den neuen Monat mit einem 12 km Lauf zu beginnen fand ich auch irgendwie gar nicht so übel. Die letzten 500 Meter humpelte ich dann gemächlich nach Hause, ich hatte Durst.
Ich hoffe, die Schuhe werden noch ein wenig geschmeidiger. Da ich die letzten Wochen nur noch mit den bequemsten aller Laufschuhe an den Füßen unterwegs war (sogar zur Arbeit), ist es erst mal wieder eine Umgewöhnung, einen etwas härteren Schuh am Fuß zu haben. Meinen nächsten Lauf mit den Trabucos mache ich allerdings etwas kürzer.
Anders als sonst, läuft es heute die ersten 5 km gut. Nach einer Runde um unseren schönen Weiher laufe ich allerdings noch mal fix nach Hause, um meine Weste zu tauschen; die wäre sicher zu warm gewesen.
Unterwegs bin ich heute mit der Camera, denn das Wetter und die Laubfärbung schreien nach ein paar netten Impressionen, die es fest zu halten gilt.
Diese Bilder sind - wohlgemerkt - im Stop and Go Verfahren geknippst.
Zurück zu meinem Lauf. Nach 5 km fing es also in meinem linken Fuß unter dem Ballen an zu kribbeln. Das Kribbeln steigerte sich dann in ein fieses Stechen, so dass ich versuchte, mir mit loserem Schnüren der Schuhriemen Erleichterung zu verschaffen. Die Beine wurde auch schlagartig schwerer und schwerer und in Niederbardenberg angekommen musste ich mich wirklich überwinden, noch weiter zu laufen. In Duffesheide setzte ich mich kurz auf eine Treppe, zog den Schuh aus und massierte mir ein wenig die Fußsohle. Die letzten beiden Kilometer waren sehr anstrengend, aber die Aussicht, den neuen Monat mit einem 12 km Lauf zu beginnen fand ich auch irgendwie gar nicht so übel. Die letzten 500 Meter humpelte ich dann gemächlich nach Hause, ich hatte Durst.
Ich hoffe, die Schuhe werden noch ein wenig geschmeidiger. Da ich die letzten Wochen nur noch mit den bequemsten aller Laufschuhe an den Füßen unterwegs war (sogar zur Arbeit), ist es erst mal wieder eine Umgewöhnung, einen etwas härteren Schuh am Fuß zu haben. Meinen nächsten Lauf mit den Trabucos mache ich allerdings etwas kürzer.
Montag, 31. Oktober 2011
Pisa, Teil 2 (Tage 5 - 8)
27.10.2011, Siena
Bei geschlossenem Fenster kam mir die Nacht vor, wie in einem Brutkasten verbracht. Immerhin blieben wir diesmal von Mückenattacken verschont. Allerdings weiß ich nicht, was schlimmer ist – von den Biestern gestört zu werden oder das Gefühl zu haben, wegen ihnen zu ersticken…
Nach der Dusche war das Hotelfrühstück wieder das erste Highlight des Tages. Toskanische Käse- und Wurstwaren und vor allem das frische Obst (mit eingelegten Pflaumen – ein absolutes Kindheitsdejavù überkam mich) geben Energie für den halben Tag. Mindestens.
Heute stand eine Rundreise durch das Chianti-Tal auf unserem Plan, Endziel die Stadt Siena mit dem muschelförmig angelegten Piazza del Campo und seinem 88 m hohen Torre del Mangia.
Unser erster Stopp brachte uns nach San Miniato, ein kleines aber sehr schönes Städtchen, bekannt für seine weißen Trüffel. Ein Spaziergang hinauf zum höchsten Punkt bescherte uns die ersten beeindruckenden Aussichten auf die Toscana in ihrem herbstlichen Farbenspiel. Das Wetter war noch etwas diesig, was dem Ganzen einen leicht mystischen Hauch verlieh. Noch ein kurzer Aufenthalt in der Kirche, eine Kerze angezündet und über die schönen Wandmalereien gestaunt, ging es weiter in eine klitzekleine Bar für einen leckeren Kaffee und einen Blick in die italienische Zeitung. Die Bilder des Unglücks in dem kleinen, vom Regen verschütteten Dörfchen im Norden des Landes, sprachen für sich, so dass die Sprache überflüssig war. Wirklich schlimm! Dass Parken ohne Parkschein ähnlich wie in Holland auch in Italien sehr teuer ist, mussten wir leider am Auto angekommen feststellen. Wir hatten keinen Parkscheinautomaten gesehen, so dass wir nur die Parkscheibe eingestellt hatten und das war unser Fehler. 39,- Euro kostet uns das Vergnügen – dafür hätten wir sicher so manche Trüffel futtern können. Nun, shit happens. Oder sollte das vielleicht das Omen für diesen Tag werden?!
Wir fuhren weiter Richtung Siena, immer wieder anhaltend, um ein paar schöne Bilder zu machen. Während Dirk sich die günstigsten Stellen suchte, schaute ich den Olivenbauern beim Ernten zu. Mit einem elektrischen Gerät, ähnlich einer Mistgabel, rütteln sie in die Zweige hinein und somit die Oliven los, die in ein darunter liegendes Netz fallen. Ich frage mich mal wieder, wer all die Oliven essen soll, die hier wachsen (sowie in Spanien und auch in Griechenland)? Ich fange mal wieder an zu spinnen, und stelle mir ein Leben auf dem Land vor…
Weiter geht’s durch Weinberge über angenehm zu befahrende Straßen, sogar in den Serpentinen. Die EU lässt grüßen. Italien gefällt uns beiden deutlich besser, als Griechenland. Im Gegensatz zu den Griechen, scheinen die Italiener anpacken zu können. Auch die Mentalität der Menschen, sofern wir das in der Kürze überhaupt beurteilen können, liegt uns mehr. Der Grieche ist doch ein wenig gleichgültig in seiner Art, so in etwa: Ob du (der Tourist) hier bist oder nicht, interessiert mich nicht. Die Uneinsichtigkeit der Griechen im Bezug auf den Sparkurs und die Beschimpfungen gen Deutschland lassen meinen Hals ganz schön anschwellen! Da werden wir sicher keinen Urlaub mehr machen.
Es ärgert mich kolossal, dass ich nicht schon längst Italienisch gelernt habe, die Sprache, die ich schon seit vielen Jahren lernen möchte und die man leider nicht lernt, in dem man zwei Sprachkurse im Regal stehen hat. Die wenigen Brocken, die ich kann, helfen lediglich, die Höflichkeit beim Bestellen von Essen oder Kaffe zu wahren. Apropos Essen… Es wimmelt hier also nur so von Kohlenhydraten und inzwischen kommt bei mir ein richtiges Fleischdefizitgefühl auf. Da wir trotz des kargen Reiseführers (wir nennen ihn kurz und knapp „Den Führer“ ;-)) nicht wirklich verstehen, was Fisch oder Fleisch ist, beschränken wir uns weitestgehend auf unsere deutsch-italienischen Speisekartenkenntnissen. Auch das Handy von Dirk mit seinem Übersetzungsprogramm ist uns keine wirkliche Hilfe. Ich nehme mir also ernsthaft vor, vor unserer nächsten Reise nach Italien (und die wird es sicherlich geben) deutlich mehr Kenntnisse dieser Sprache im Vorfeld zu erwerben. Ich komme mir so hilflos und dumm vor, wenn ich noch nicht mal in der Lage bin, meinen Fleischbedarf zu stillen.
Aber weiter geht’s nach Siena. Dort angekommen, die Stadt ist größer als ich dachte, finden wir recht schnell einen guten Parkplatz mit Parkscheinuhr. Kleingeld ist hier irgendwie ein Mangel, aber wir kommen mit unserem auf ca. 16.45 Uhr und stiefeln los in Richtung Altstadt. Leider, leider musste ich schon wieder ein ganz dringendes Bedürfnis verrichten, so dass wir erst einmal etwas abseits liefen und ich mich zwischen zwei Autos im Schatten der Stadtmauer hocken konnte. Das hatte wiederum den Nachteil, dass wir erst einmal in die falsche Ecke liefen, bis wir schließlich umkehrten und zurück dorthin liefen, wo wir in etwa angekommen waren. Tolle Show! Das kostete uns Zeit, die uns später für ein Essen in Ruhe fehlen sollte. Je näher wir der Piazza del Campo kamen, umso reger wurde der Betrieb und es häuften sich die G’schäfterl in der Altstadt. Der Platz war wirklich sehr schön und es wimmelte nur so von Menschen. Während Dirk einen kurzen Rundgang für ein paar schöne Fotos machte, hockte ich mich, wie viele andere auch, einfach auf den Boden und beobachtete das Treiben. Eigentlich wollten wir dann noch eine Kleinigkeit essen gehen. Eigentlich. Und eigentlich saßen wir auch schon in dem Lokal unserer Wahl, bis uns dann doch irgendwie kurz bewusst wurde, dass wir eigentlich gar keine richtige Zeit mehr hatten, um groß was zu essen. Also standen wir, unwesentlich streitend, warum, weshalb und wieso wir nun keine Zeit mehr haben, zum Leidwesen des verständnislosen Kellners wieder auf und verließen fix und mit gesenktem Haupt das Restaurante. Schmollend und verärgert liefen wir mit zügigen Schritten Richtung Auto und nahmen unterwegs nur einen Coffe to go und ein Vanille-Crossaint zu uns. Das Risiko, weitere 39,- Euro zahlen zu müssen, war uns dann doch zu groß, so etwas braucht man nicht zweimal an einem Tag! Nun, so war das alles nicht geplant gewesen und die Enttäuschung war beiderseits schon groß. Aber gut - et is, wie et is und weiter geht’s, ab Richtung Heimat. Vielleicht sieht man ja unterwegs noch etwas Nettes zum Einkehren. Aber mir schwant da schon Böses, da die Cucchinas hier stur ihre Mittagspausen machen und die gehen bis 19.30 Uhr, wie wir inzwischen wissen. Wenn andere Leute sich bettfertig machen, gehen die Italiener zum Essen. Macht im Sommer ja sicherlich Sinn, aber so?!
Wir fahren gerade auf die Autobahn auf, als rechts wie links die Autos stehen – Stau! Nichts geht mehr. Und wenn was geht, dann nur Meter für Meter im Schneckentempo. So hängen wir bis zur nächsten Abfahrt, in der alle Autos von der Autobahn abgeleitet werden, eine Stunde völlig sinnlos fest. Weder eine Baustelle noch ein Unfall ist erkennbar. Wer jetzt meint, die Tortour wäre überstanden, der täuscht sich. Zunächst suchen wir so fix es geht ein Plätzchen, wo ich ein abermaliges Bedürfnis loswerden kann, das auch Dirk inzwischen hat. Alles nicht so einfach, bei dem vielen Verkehr auf der Straße, der nun wegen der Umleitung herrscht. Doch irgendwann gelingt es uns, ein paar halbwegs blickdichte Büsche zu finden und mit großer Erleichterung geht’s weiter. Weiter über Landstraßen und Dörfer, über die wir gekommen sind. Größtenteils zumindest, denn ab und an verfahren wir uns. Die Strecke zieht sich wie Kaugummi und wieder geht’s über die Serpentinen, langsam wird es dunkel. Nach gefühlten 50 Kilometern geht’s wieder auf die Autobahn und mein Knie tut inzwischen Hölle weh, so dass Dirk, der bislang als Navigator fungierte, weiterfährt. Still und meinem Schicksal ergeben versinke ich im Beifahrersitz und harre der Dinge, so gut es geht. Nach weiteren gefühlten 50 Kilometern über die Autobahn kommen wir endlich im Zielgebiet an, der Hunger hat sich beinahe verflüchtigt, aber immerhin ist es inzwischen stockdunkel und so spät, dass garantiert alle Küchen wieder auf haben. Wir beschließen somit noch eimal im Nachbarrestaurant zu essen, weil der Kellner gestern dort auch so bemüht war, uns alles Mögliche zu erklären und uns bestimmte Speisen zu empfehlen. Echt netter Kerl.
Mit einem freundlichen „Buona Sera“ betreten wir das Lokal und stellen ernüchtert fest, dass der nette Kerl wohl heute frei hat und die doofe, unfreundliche Zicke mit dem Gesicht einer sauren Gurke heute Dienst tut. Na prima! Wir bestellen auf italienisch zwei Bier und das Essen, Pasta mit Funghi für Dirk und für mich mit Bolognese (damit ich wenigstens etwas Fleisch dabei habe) sowie due Insalate Mista – als Beilage wohl gemerkt, so wie es auch auf der Karte steht. Wortlos und ohne eine Miene zu verziehen, stellt uns die Schnäpfe das Bier und einen Korb mit Brot auf den Tisch. Noch sind wir guter Dinge und beträufeln das Brot mit Olivenöl und essen schon ein wenig vorab. Die Pasta kommt. Ohne Salat. Wir fangen an zu essen. Der Salat kommt immer noch nicht. Wieder verfluche ich es, die Sprache nicht zu beherrschen, traue mich nicht, die Zicke, die auch jetzt noch im Stress ist, anzusprechen, ob sie den Salat vergessen hat. Die Portion Pasta ist wie immer nicht allzu üppig, aber sehr lecker, und mit Brot wird man eigentlich auch satt davon. Der Gedanke an Milliarden von Kohlenhydraten gefällt mir wenig, aber in der Not oder wie war das gleich? Wir sind fertig. Die Schnäpfe kommt und knallt unsere Bestecke, welche wir auf den Teller gelegt hatten, auf den Tisch zurück. Das lässt vermuten, dass es doch noch Salat geben wird. Hä?! Salat als Dessert?! Er stand definitiv als Beilage auf der Karte, dazu reicht mein Italienisch dann doch noch. Nach mindestens 5 Minuten oder doppelt so lange kommt der Salat. An mista ist nur zu denken, denn der hier ist ausschließlich verde. Ich hab schon keinen Hunger mehr darauf, aus Prinzip schon nicht mehr. Dennoch pimpe ich ihn mit Olivenöl, Essig, Sala und Pepe auf, doch schmecken tuts trotzdem nicht, ich lasse mindestens die Hälfte drauf und könnte, wenn ich die Worte hätte, der Dame mal kräftig den Marsch blasen, dass ein Salat mit Sicherheit auch in Italien nicht als Dessert serviert wird. Wir schenken uns somit ein weiteres Bier, zahlen und verlassen das Lokal, in dem alle anderen Menschen überaus freundlich sind, nur nicht die blöde Bedienung. Der haben wir die Flasche mit dem Olivenöl mit nur angelehntem Deckel zurück gelassen, in der Hoffnung, dass ihr die Flasche beim Hochheben aus der Hand rutscht. Ziemlich todmüde und noch leicht aggressiv nach dieser Tagestour gehe ich umgehend ins Bett, während Dirk noch in den Tiefen seines Handys mit Internet versinkt. Der Tag, der so schön anfing, endete echt Scheiße!
28.10.2011, Mein 3. Lauf und Lucca
Mein erster Gedanke, als ich wach werde, geht in Richtung Tagesplan. Eigentlich sollte es heute nach Florenz gehen, die wunderschöne Stadt, ca. 80 km von uns entfernt, die wir beide unbedingt sehen möchten, Dirk noch mehr als ich. In Anbetracht der gestrigen Tour und der Ewigkeit, die wir im Auto verbrachten, ist mir heute aber ganz und gar nicht danach, ähnliches zu erleben. Also taste ich mich vorsichtig an eine Routenänderung heran. Mein Vorschlag lautet, dass wir uns heute eher nach Lucca begeben, nur ca. 30 Fahrtminuten entfernt. Das würde uns deutlich mehr Freiraum für den Vormittag geben, wieder so einen pickepacken vollen Tag wollte ich heute wirklich nicht. Dirk findet die Idee gut, wir vorverlegen den für morgen geplanten Lauf auf heute, und ich bringe ihn zu seinem geplanten Arno-Lauf-Startgebiet, 9 km von unserem Hotel entfernt. Wieder im Hotel angekommen bekomme ich auch Lust, die Schuhe zu schnüren. Gesagt, getan. Ich laufe wieder die schöne Trimm-dich-Allee Richtung Stadtzentrum und tue mich am Anfang wieder verdammt schwer. Nach 3 km bin ich im Stadtkern und laufe von Brücke zu Brücke und ein bisschen Touri-Slalom. Dort komme ich sogar mit einer Frau in Berührung, die mitten auf der Straße auf einer Brücke, auf der ich ja schon laufe statt des Bürgersteigs, einfach und unvermittelt stehen bleibt und auf ihr Handy glotzt. Ich kann gar nicht anders, packe sie bei den Schultern und schiebe sie Richtung Bürgersteig mit einem lauten und lang gezogenen „Maaaaan!“ Mir wird irgendwas hinterher gerufen (die hat sich sicher super erschrocken) und ich hebe den linken Arm in italienischer Manier und rufe „Blöde Kuh, bleib nicht einfach stehen!“ zurück. Kopfschüttelnd setze ich meine Route fort und freue mich über die Sonne in meinem Gesicht. Zurück auf dem Alleenweg merke ich, dass es inzwischen ganz gut läuft. Eigentlich wollte ich nur die 8 km voll machen, aber ein junger, vor mir laufender Italiener beflügelt mich, ebenfalls den Feldweg einzuschlagen, der parallel zum Fluss verläuft. Der Weg erinnert demnach ein wenig an einen Damm und das Laufen macht richtig Spaß. Rechts meterhoher Bambus und Schilf, so dass ich den Fluss gar nicht sehen kann, links Felder und die Stadt in Sichtweite. Der Dammweg nimmt kein Ende, es kommt keine mögliche Abzweigung nach links, wo unser Hotel liegt. Langsam wird mir ein wenig mulmig und es fängt an in meinem Bauch zu rumoren. Ich kann doch nicht ewig so weiterlaufen, bin inzwischen schon bei 10 km. Allmählich müsste jetzt mal ein Weg nach links kommen. Plötzlich zwackt es ganz doll in meinem Bauch und ich bin heilfroh, dass ich ein Tempo dabei habe. Das ist mir ja noch nie passiert und nun weiß ich, wovon andere Läufer längst zu berichten wissen! Nachdem mir der junge Italiener wieder entgegen kommt, der lief irgendwie anders als ich, suche ich fix eine halbwegs geeignete Stelle im Bambus und lasse den Dingen ihren leidigen Lauf. Meine Güte, wie schrecklich is das denn?! Weiter des Weges kommt das Krankenhausgelände, riesig groß, doch immer noch zweigt keinerlei Pfad vom Weg ab. „Das gibt’s doch nicht!?“ denke ich inzwischen leicht verzweifelt. Ein paar Meter weiter geht’s eine Böschung hinab, die ein Ansatz eines Trampelpfades sein könnte. Mir bleibt nichts anderes übrig, als vorsichtig hinab zu steigen und an der Mauer zum Krankenhaus entlang zu schleichen. Durch kniehohes, feuchtes Gestrüpp, über einen Lehmhügel, durch das Dickicht – ich sehe keinen Ausgang weit und breit! Hier ist ewig kein Mensch mehr gewesen. Ich irre etwas durch das Gelände und hoffe, irgendwo einen Ausgang, ein Schlupfloch, eine Tür oder was auch immer zu finden. Auf der einen Seite die Krankenhausmauer, auf der anderen Seite der Zaun, die Hauptstraße zum greifen nah. Sowohl die Mauer als auch der Zaun sind zu hoch um darüber zu klettern. Ein Anflug von Panik überkommt mich. Und dann sehe ich es endlich! Ein kleines Loch im unteren Zaunelement, so klein, dass ich nur auf allen Vieren durch krabbeln kann, dahinter gleich die Hauptverkehrsstraße! Ich zögere nicht lange, habe ja keine andere Wahl, und krabbele durch das Loch, hoffe, mir nicht mein Shirt zu zerreißen und irgendwo hängen zu bleiben. Auf der anderen Seite angekommen ist die Erleichterung riesig und ich wechsle die Straßenseite. Ich setze meinen Weg laufend fort und bin ca. 700 Meter vom Hotel entfernt. Später erfahre ich von Dirk, der den Weg von der anderen Seite gekommen ist, dass ich noch knapp 500 m hätte laufen müssen, bis der Weg hinter einer Tankstelle mündete. Na prima! Dirk lacht sich schlapp über mein unvorhergesehenes Laufabenteuer. Später, als ich ihm das kleine Loch im Zaun zeige, was tatsächlich nur ein Krabbeln zulässt, staunt er nicht schlecht und bekringelt sich abermals vor Lachen.
Dannach geht’s also auf nach Lucca. Und diesmal mit Camera! Ich frage extra mehrfach nach… Wie immer fahre ich und Dirk macht das Navi. In Italien braucht man nur genügend Gottvertrauen, dann klappts auch mit dem Autofahren, nur ja nicht zu defensiv sein, sonst steht man ewig und drei Tage irgendwo am Kreisverkehr. In Italien gibt’s eigentlich nur zwei Sorten von Autofahrern: Die Zögerlichen und die Haudegen, ein Mittelmaß gibt’s eher selten, das sind dann vermutlich die deutschen Touris. Je nach Situation und Aggressionspotential tendiere ich definitiv zum Haudegen. Aber es macht schon Spaß, in Italien Auto zu fahren. Nur die Sache mit den Parkplätzen ist echt nervig. In Lucca suchen wir also direkt einen großen Parkplatz und haben mal wieder kein ausreichendes Kleingeld. Am Parkscheinautomaten stehen vor Dirk zwei kleine Italiener, wohl Vater und Sohn, sie reichen Dirk gerade mal bis zur Brust und ich könnte schreien bei diesem Anblick. Dirk, der Hüne, fragt sie, ob sie einen 5 Euroschein wechseln können. Sie kommen zwar nur auf 4,50 Euro, aber wir sind happy und zufrieden mit dem vielen Kleingeld. Wir könnten also theoretisch auf dem Parkplatz übernachten, die kostenpflichtige Zeit geht immer nur bis 20 Uhr. Bereits auf dem Weg zur Stadtmauer begegnen wir seltsam kostümierten Menschen. Auf einem Plakat lesen wir dann, dass an diesem Wochenende in Lucca eine Games and Video Convention stattfindet. Wie schön, es gibt also einiges für uns zu sehen! Die meisten Charaktere kennen wir gar nicht, aber Gogo Yubari aus Kill Bill erkenne ich sofort und bin entzückt (leider kein Foto gemacht). Auch Hellboy und einige Figuren aus Pokemon oder Dragon Ball Z sind dabei. Diese Menschen hier haben sich unwahrscheinlich viel Mühe mit ihrem Kostüm gemacht, sind voll in ihrem Element und lassen sich deshalb auch nur allzu gerne fotografieren. Einen besonders schönen Anblick bot die Catwoman aus Batman, eine Figur zum neidisch werden und dazu noch ein bildschönes Mädel in einer perfekt typischen Pose (tippe auf Yoga und Laufen ;-))! Herrlich, wir schauen hier und da und entdecken ganz nebenbei eine wunderschöne, kleine Stadt, ein Kleinod umringt von einer Stadtmauer, Italien pur. In einer super schönen Vinarkia trinken wir endlich ein Glas Chianti. Die süße Bedienung raucht derweil wie ein Schlot vor der Tür und liebt laute Rock’n Roll Musik - köstlich. Lucca ist ein Traum und ein wahres Läufermekka, wie nicht nur wir finden, sondern etliche Läufer, die trotz des Treibens einen Lauf nicht scheuen. So kann man auf der Stadtmauer laufen und direkt darunter in einem sehr gepflegten Park – es kribbelt in unseren Füßen! Ein schöner Tag ohne besondere Vorkommnisse neigt sich dem Ende und voller neuer, schöner Eindrücke fahren wir zurück zum Hotel.
29.10.2011, Florenz
Für heute stand dann der geplante Ausflug nach Florenz auf dem Programm. Dieser drohte erst mal kurz zu scheitern, weil mir die Artischocken auf der späten Pizza am Abend sehr heftig auf den Magen drückten – das Essen um diese Zeit ist echt nicht mein Ding. Dirk ließ mich erst mal in Ruhe gewähren und düste kurz zum Turm, um noch ein paar schöne Aufnahmen zu machen, und ich nahm eine ausgiebige Dusche und danach ging es mir schon besser. Auf nach Firenze! Entspannt kamen wir dort nach einer knappen Stunde Autofahrt an und fanden auch gleich ein Parkhaus, wir wollten auf Nummer sicher gehen. Am Arno entlang gingen wir Richtung Innenstadt und waren vom Anblick auf die Kulisse, die sich uns bot, schon sehr begeistert. Die berühmte Ponte Vecchio mit all den angesiedelten Schmuckgeschäften ließ von weitem bereits ein sehr interessantes Bauwerk erahnen, im Hintergrund die Berge der Toscana, wie auf einer Postkarte! Florenz ist ein absolutes Muss für jeden, der in die Toscana reist. Eine wunderschöne Stadt mit freundlichen Menschen. Man fühlt sich hier nicht übers Ohr gehauen und wird von den vielen Marktständlern schön in Ruhe gelassen und nicht wie in der Türkei ständig und penetrant angequatscht. Wir besichtigten den Dom von Florenz (Kathedrale Santa Maria del Fiore), der glücklicherweise freien Eintritt hatte, denn: Von außen ist dieser deutlich schöner, als von innen. Seine Größe ist zwar enorm beeindruckend, aber von innen gibt’s auffallend wenig Prunk und Schnörkel, sehr untypisch katholisch. Auch wenn weniger oft mehr ist, so fehlte uns beiden hier deutlich etwas Einrichtung. Wir zündeten kurz eine Kerze für unsere lieben Verstorbenen an und tummelten uns des Weges. Wegen meines hier und da noch zwickenden Bauches machten wir ganz gemächlich, mal hier ein Kaffeepäuschen, mal da. Gegen Nachmittag ging es entspannt zurück nach Pisa.
30.10.2011, Abreise
Mit einer geschenkten Stunde mehr am Morgen gabs ein letztes Frühstück im Hotel. Die Koffer hatten wir bereits gepackt. Ein letztes Mal wollten wir noch zum Turm, vielleicht sogar hinauf, wenn es unser Zeitplan noch erlaubt. Leider wäre die nächste Möglichkeit erst um 15 Uhr gewesen, was für uns zu spät war. So schoss Dirk die letzten Fotos und auch er ließ es sich nicht nehmen, in besagter schiebender Pose mit dem Turm von mir fotografiert zu werden.
Ich weigerte mich jedoch weiterhin hartnäckig. Wir kauften noch ein paar Postkarten und tranken einen Kaffee Americano, während wir die Karten für die Familien schrieben. Abschließend gabs noch einen weiteren und letzten Stopp am Arno und dann gings auch schon zum Flughafen. Den Leihwagen zurück gebracht, durch den Duty-free-shop geschlendert und mit leichter Verspätung gings ab nach Hause. Ein schöner Urlaub wurde mit einem Essen bei unserem Lieblingsthailänder in Aachen abgerundet. Nach Italien werden wir sicher noch einmal reisen!
Ich weigerte mich jedoch weiterhin hartnäckig. Wir kauften noch ein paar Postkarten und tranken einen Kaffee Americano, während wir die Karten für die Familien schrieben. Abschließend gabs noch einen weiteren und letzten Stopp am Arno und dann gings auch schon zum Flughafen. Den Leihwagen zurück gebracht, durch den Duty-free-shop geschlendert und mit leichter Verspätung gings ab nach Hause. Ein schöner Urlaub wurde mit einem Essen bei unserem Lieblingsthailänder in Aachen abgerundet. Nach Italien werden wir sicher noch einmal reisen!
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