Mittwoch, 11. März 2015

März-Update

So nehmen die Dinge also ihren Lauf. Die Wohnung ist fast fertig, es sind nur noch "Kleinigkeiten" zu tun und vor allem muss die Küche noch kommen, ohne die gehts nun mal nicht. Aber alles hat gut geklappt, keine sonderlichen Katastrophen sind passiert und es sieht wunderschön aus! Was so ein wenig Tapete, etwas Farbe und ein neuer Boden doch gleich ausmacht; die (von mir) lackierten Türen und Zargen sehen aus wie neu, der Effekt der matt-weißen Farbe im Vergleich zu dem vorher im Stil der 70er Jahre dunklen und hässlichen rotbraun ist wirklich krass. Ich möchte behaupten, dass die Wohnung ein absoluter Glücksgriff ist; jeder, der sie bis jetzt gesehen hat, findet sie schön, vor allem die Ausrichtung nach hinten hinaus, zur Sonnenseite, mit  Blick ins Grüne ist herrlich - und es ist schön ruhig dort! Der einzige Nachteil ist die rundum relativ schlechte Parksituation, das erste Knöllchen hab ich also auch schon kassiert.

Heute habe ich ein weiteres Gespräch mit meiner Chefin und dem Menschen für die Wiedereingliederung. Die Zeichen stehen sehr gut, dass ich innerhalb der Stadtverwaltung wechseln kann und bald an eine bzw. gleich zwei andere Schulen komme. Ich freue mich schon sehr auf neue, interessante Aufgaben und darauf, mit Schwung und Elan ganz neu durch zu starten. Auch habe ich mich für ein weiteres Fernstudium eingeschrieben - ab Mai starte ich mit der "Erziehungsberatung", auch hierauf freue ich mich sehr und hoffe, dass mir diese Zusatzqualifikation doch nochmal ganz andere Wege ermöglicht. Hier hat mir die Arbeit in der Schule ganz klar die Richtung gewiesen und meine Stärken gezeigt.

In allen Bereichen ist also eine positive Bewegung rein gekommen. Mit Dirk läuft es nach wie vor herrlich anders, vertraut und doch wieder neu, das ist wirklich erstaunlich. Dass er so hinter mir (und inzwischen unserer Entscheidung) steht, ist einfach nur Klasse. Wir sind sehr gespannt, wie sich das künftig mit dem Zwei-Wohnungen-Modell denn so lebt, wenn wirklich der klare Schnitt gemacht ist - heute werde ich mich ummelden.

Gestern war ich nach über drei Wochen nochmal laufen. Ich kanns noch ;-). Schön langsam, mit dem Nieselregen im Gesicht habe ich meine Runde durchs Wurmtal gedreht und mir dabei fest vorgenommen, jetzt hoffentlich wieder regelmäßiger zu laufen. Der März ist noch ein wenig durcheinander, aber ab April müsste es wieder gut funktionieren, da dürfte dann alles in neue Bahnen geleitet sein und die emotional lang ersehnte Ruhe endlich einkehren.





Samstag, 21. Februar 2015

Mach's mal anders


Ich
bestimme selbst
meinen Weg und
mein Tempo, meine Regeln -
selbstbewusst.

Als mir das Laufen endlich wieder anfing, Spaß zu machen, hatte ich ein Mantra im Kopf: Mein Leben, mein Weg, mein Tempo. Damit lief es sich deutlich gelassener, fernab von allem Druck, den ich ausschließlich selbst erzeugte, von jeglichem Wettkampfgeschehen und dem Glauben, irgendeiner besseren, schnelleren Zeit hinterher rennen zu müssen und mich mit anderen zu vergleichen. Ich bin und bleibe wohl eher eine "aus Spaß an der Freude-Freizeitjoggerin", als eine ambitionierte Läuferin, die Wettkämpfe braucht, um sich zu motivieren.

Dieses Mantra habe ich nun um "meine Regeln" ergänzt, was keinen egoistischen Eindruck erwecken soll - nein, vielmehr soll es den Weg (zurück) in ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben darstellen.

Es mal anders zu machen, das nennen Psychotherapeuten "Musterunterbrechung" und genau das mache ich jetzt - nicht aufs Laufen bezogen, sondern auf die Art und Weise meiner Beziehung/Ehe. Schlimm genug, dass sich das Muster meiner Trennung nach einer "Kur" wiederholt hat, so soll es doch nicht umsonst gewesen sein.

Die Erkenntnis, dass der Alltag der Beziehungskiller Nr. 1 ist, die habe ich schon sehr lange. Damit, also mit dem Alltagstrott, komme ich einfach nicht klar. Sicher weiß ich wohl, dass jede Beziehung nach X Jahren an Schwung verliert und wohl oder übel die Luft raus ist. Mal dauert es länger, mal weniger. In unserem Fall hat es mindestens sieben Jahre sehr gut funktioniert, bis die Unzufriedenheit sich mit und mit über weitere Jahre einschlich. Gut, hier spielt auch meine Veranlagung zum depressiv sein sicher eine nicht unwichtige Rolle.

Warum wird uns der einst so vertraute Partner, in den wir so unglaublich verliebt waren zu Beginn unseres Zusammenseins irgendwann so zur Gewohnheit, dass wir ihrer früher oder später überdrüssig werden?! Warum ist irgendwann seine Anwesenheit nur mehr eine lieb gewonnene Selbstverständlichkeit? Wir hören uns gegenseitig nicht mehr richtig zu, schauen uns kaum noch intensiv in die Augen und die Berührungen werden mehr und mehr mechanisch, der Sex erfolgt nach Schema F, wenn überhaupt noch. Das ist doch traurig, aber leider der fast überall natürliche Lauf der Dinge.

Bereits im September 2014 war ich mir sicher, dass ich so nicht mehr mit Dirk zusammen leben möchte, wie wir dies in den letzten fast fünf Jahren getan haben, auch, wenn  das oberflächlich gesehen, doch sehr schön war. Die Betonung liegt jedoch auf "so", denn ich gehe davon aus, dass wir im Großen und Ganzen doch ein sehr gutes Fundament haben und ganz gut zusammen passen (wenn auch nicht in jeder Facette unserer Charaktere, aber das macht es ja auch interessanter).

Diese Erkenntnis hat mich viele Tränen gekostet, wollte ich einfach nicht verstehen, wie ich so ein schönes Leben mit einem so tollen Mann doch so in Frage stellen kann. Aber es war heilsam und hilfreich, nicht zuletzt kamen die Erkenntnisse wie ein Bombeneinschlag in der Klinik.

Wir haben sehr viel geredet, ich habe viel erklärt, bis Dirk nicht nur verstanden hat, warum ich mich von ihm trennen möchte. Inzwischen steht er auch voll dahinter und befürwortet sogar, dass ich ausziehe. Wir wollen es schlichtweg nun anders machen, betrachten es als Experiment mit offenem Ausgang, wollen es einfach mal versuchen, über die Distanz und die getrennten Wege wieder zueinander zu finden. Seitdem wir uns darüber doch jetzt einig sind, klappt es auf einmal wieder wunderbar. Natürlich gibt es dafür keine Garantie, doch im Augenblick fühlt es sich sehr vielversprechend an. Habe ich an meiner Liebe zu Dirk noch vor Kurzem sehr gezweifelt, merke ich doch, wie wichtig er mir tatsächlich ist und dass ich mich doch noch mehr zu ihm hingezogen fühle, als ich zunächst dachte. Es ist erstaunlich, was so eine Musterunterbrechung bewirken kann. Warten wir mal ab, wie es weitergeht.

Ich freue mich sehr auf das jetzt beginnende neue Leben, die neue Wohnung und die Gewissheit, dass Dirk noch eine wesentliche Rolle dabei spielt. Ob es funktioniert und wie es funktioniert?... keine Ahnung!

Montag, 16. Februar 2015

Wer nie weint und niemals trauert...

... der weiß auch nichts vom Glück.

Dachte ich doch tatsächlich, heute wäre mal ein erster Tag ohne Tränen, habe ich mich doch getäuscht. Die Mädels aus der Klinik haben mir nämlich (m)ein Lied geschickt:

Die Rose

Liebe ist wie wildes Wasser, das sich durch Felsen zwängt
Liebe ist so wie ein Messer, das dir im Herzen brennt
Sie ist süß und sie ist bitter, ein Sturmwind und ein Hauch
Für mich ist sie eine Rose, für dich ein Dornenstrauch
Wer nie weint und niemals trauert, der weiß auch nichts vom Glück
Wer nur sucht, was ewig dauert, versäumt den Augenblick
Wer nie nimmt, kann auch nicht geben, und wer sein Leben lang
Immer Angst hat vor dem Sterben, fängt nie zu leben an
Wenn du denkst, du bist verlassen, und kein Weg führt aus der Nacht
Fängst du an, die Welt zu hassen, die nur and're glücklich macht
Doch vergiss nicht, an dem Zweig dort, der im Schnee beinah erfror
Blüht im Frühjahr eine Rose, so schön wie nie zuvor

https://www.youtube.com/watch?v=1yEoL49NCSc


In der Klinik hatten wir eine wunderbare Sängerin unter uns, die liebe Monika  S., sie hat dieses Lied zum Abschied für mich gesungen. Ich habe Rotz und Wasser geheult.

PS: Gut, die Version von Helene Fischer ist auch nicht übel ;-)

Samstag, 14. Februar 2015

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...

... der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. (Hermann Hesse)


Jedes Ende ist auch immer ein neuer Anfang - leider ist das nicht immer so einfach, auch, wenn man es selbst so will.

So fing der Tag heute sehr positiv an, ich war bereits um 8.15 Uhr unterwegs zum Joggen, zur Übergangs-Haustür raus und los...

Die Vögel zwitscherten längst munter und aufgeregt, die Sonne brach rot und zart durch Tannen und Bäume, die Wurm plätscherte noch müde in ihrem Bett in den noch jungen Tag. Das Klopfen des Spechtes entlockte mir lächelnd ein "Guten Morgen, Herr Specht! Schon so fleissig?" und die frische, klare Luft war reines Balsam in meinen Lungen. Das satte, feuchte Grün der Wiesen war eine Wohltat für meinen so überstrapazierten Kopf und die müde geweinten Augen. Wenn auch der Verstand immer noch keine Ruhe geben wollte, so tat es meinem erschöpften Körper gut, sich wieder einmal so lebendig zu fühlen.

Nach einer wohltuenden Dusche ging es dann zur ersten Wohnungsbesichtigung; ich hoffte sehr, es würde auf Anhieb passen, da ich absolut keine Lust auf einen Wohnungssuche-Marathon hatte, fällt mir das Entscheiden doch immer noch sehr schwer - ich neige stets intuitiv dazu, das Erstbeste zu nehmen, auch beim Shoppen. Das Telefonat mit dem Eigentümer zwei Tage zuvor ließ mich berechtigt hoffen, machte der ältere Herr einen sehr sympathischen und lieben Eindruck. Dieser bestätigte sich auch sofort und die Wohnung bestach durch ihren günstigen Preis, wie auch der Lage,und das fast einstündige, überaus nette und offene Gespräch mit dem Eigentümer Ehepaar bestärkte meinen Eindruck. Es passte zwischen uns. 46 Quadratmeter aufgeteilt in einem WohnSchlafraum, einer hellen und relativ großen Küche, einem kleinen Bad und einer Diele, in einem gepflegten und ruhigen Nichtraucher Haus, die Wohnung geht nach hinten raus, mit Blick über die Felder - Keller und Waschküche sowie ggf. Fahrradstellplatz in einer großen Garage, was will man mehr?! Morgen werde ich zusagen. Die Miete ist so günstig, dass ich selbst im Falle einer möglichen Arbeitslosigkeit noch die Wohnung behalten könnte. Ich möchte gezielt klein und günstig bleiben, da ich mir nicht mit einer eventuell schöneren, größeren Wohnung den Hals zuschnüren mag. Ich möchte wieder eine Reitbeteiligung haben, mich in einem Fitnessstudio anmelden, ein weiteres Fernstudium machen, und auch die ein oder andere Reise sollte  noch drin sein. Es gibt allerdings viel zu Renovieren, aber auch das hat den Vorteil, dass ich es mir genau so machen kann, wie ich es haben möchte und später, bei einem möglichen Auszug, alles auch wieder so verlassen kann.

Wäre da nicht die kurze Begegnung mit Dirk gewesen, der mir ein letztes Valentinstagsgeschenk gemacht, und mich damit zutiefst berührt hat - es wäre ein rundum toller Tag gewesen. Aber so ist es wohl und das gehört dazu, ich denke, das nennt sich nun trauern. Auch wenn ich mir sicher bin, dass es aktuell keine andere Lösung gibt, so tut der Abschied doch sehr weh! 13 Jahre, in denen ich auf Händen getragen wurde, Dirk mir nicht nur die Welt gezeigt hat, sondern auch, wie es sich anfühlt, uneingeschränkt geliebt zu werden, ja, das darf man dann ruhig auch beweinen und betrauern, fällt das Verstehen auch sehr schwer...

Und Morgen ist ein neuer Tag, dem wieder ein neuer Zauber inne wohnt - der Zauber des Neubeginns, jedem Tag die Chance zu geben, der schönste Deines Lebens zu werden. Und wenn schon nicht der Schönste, so doch immerhin eine einzigartige und unwiderbringliche Erfahrung, die sich Dein Leben nennt!



Freitag, 13. Februar 2015

Folgenschwere Erkenntnisse

Geschlüpft

Kribbeln
im Bauch.
Der erste Tag,
neue Umgebung, neues Leben.
Zaghaft.

Das Schreiben war während meines Klinikaufenthalt von sehr großer Bedeutung. Die oben geschriebenen Zeilen bezeichnet man als „Elfchen“, was weniger mit Elfen zu tun hat, denn mehr mit elf Worten, die in 1-2-3-4-1-Weise geschrieben werden. Man kann so viel damit zum Ausdruck bringen und ich finde diese Form  von Poesie wirklich sehr einfach und gleichermaßen schön.
In einer Geschichte, die ich fortführen musste, kamen wir über einen Satz zum Kern „meines Problems“. Dieser Satz lautete: „Der Hunger wies mir den Weg.“ Bereits beim Schreiben spürte ich seine elementare Aussage und als die Therapeutin ihn vorlas, wussten wir beide, dass dieser Hunger bei mir sehr ausschlaggebend ist. Dieser Hunger hat viele Gesichter, ich kann ihn  noch nicht wirklich greifen und definieren. Mir fallen einige Dinge dazu ein, die gewiss eine große Rolle spielen. So ist es zum Beispiel Fakt, dass ich seit meinem 12. Lebensjahr mit meinem Körpergewicht im Clinch liege und versuche, den Hunger zu kontrollieren und gehe in gewisser Weise sogar von einer Form von Essstörung bei mir aus; wenn auch nicht so schlimm wie eine Bulimie, so kreisen meine Gedanken ständig ums Essen, ums Abnehmen und meistens, wenn ich gegessen habe, habe ich ein schlechtes Gewissen. Dann spielt wohl der Hunger, den mein Opa auf seiner Flucht aus Ungarn und seiner Zeit im Krieg und in späterer Gefangenschaft leiden musste, wohl ebenfalls bei mir „mit rein“. Über das Buch „Kriegsenkel –Die Erben der vergessenen Generation“ von Sabine Bode kam ich zu diversen Erkenntnissen, dass die Geschehnisse des Krieges, bzw. sogar beider Kriege, noch meine Seele beeinflussen. Das Buch wurde in der Klinik von Hand zu Hand gereicht! Nahezu auf jeder Seite habe ich mich, meine Eltern oder Großeltern in dem Buch wieder gefunden! Schon beim Lesen der ersten Seiten platzte ein Knoten bei mir und meiner Mutter, zu der ich seit vielen Jahren ein sehr schwieriges Verhältnis habe. Durch das Buch habe ich für mich ein anderes Verständnis bekommen, dachte ich doch seit vielen Jahren schon, dass mit mir etwas nicht stimmt, ich nicht alle Tassen im Schrank habe, umtriebig, rast- und ruhelos bin, nie wirklich glücklich und zufrieden über einen längeren Zeitraum sein kann. Ich hatte keine  plausible Erklärung dafür, dass ich seit früher Jugend depressiv bin und regelmäßig von Selbstmordgedanken heimgesucht werde.
Nun stehe ich wieder an einem Scheidepunkt in meinem Leben. Ich habe meine zweite Ehe in den Sand gesetzt, den zweiten guten Mann verlassen und weiß nun, dass ich mich mit mir zunächst aussöhnen muss, bevor ich mich einem anderen Menschen „zumuten“ kann. Ich weiß nun, dass es eine Ursache gibt, warum ich mich selbst nicht lieben und akzeptieren kann, wie ich bin, und dies muss ich jetzt erarbeiten, annehmen und auflösen. Für Dirk tut es mir unsagbar leid, dass er nun der Leidtragende in dieser Angelegenheit ist – ich hoffe, er versteht und verzeiht es mir irgendwann!

Auf der ganzen Linie muss ich also gerade mein Leben neu sortieren, denn für mich steht fest, dass ich in meinen alten Job als Schulsekretärin nicht mehr zurückgehen werde. Es bleibt also spannend, es wird ein interessantes Jahr. Aber ich bin von einer sehr positiven Grundstimmung geprägt, das Licht am Horizont ist deutlich zu sehen.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Neubeginn

Zart
und zerbrechlich
pocht das Herz,
dann wild und heftig -
Lebensfreude.

Püppchen,
ein Schmetterling.
Verwandlung und Neubeginn,
mit Leichtigkeit ein Flügelschlag -
Lebenslust.

Blumenwiese
herrlich grün,
rot, blau, gelb,
die Sonne strahlend schön -
Leichtigkeit.


Seit gestern nun bin ich "ausgewildert" worden und wieder im realen Leben, habe den geborgenen Schutzraum der Klinik verlassen. Noch ist diese Leichtigkeit mehr Wunschdenken als Realität. Noch bin ich traurig und extrem erschöpft. Aber da ist ein Licht am Horizont, das mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin, auch wenn dieser nun von mir alleine fortgesetzt werden muss.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Ich bin dann mal ...

Früher als geplant bin ich nun in Lahnstein gestrandet, was ich sehr begrüße. Nun bin ich morgen schon die erste von vier Wochen hier und habe mich ein wenig eingelebt. Die Umstellung auf Vollwertkost ist vor allem wegen meines geliebten Kaffees nicht einfach gewesen, denn mich plagten die ersten vier Tage heftigste !! Kopf- und Rückenschmerzen, die mich nicht schlafen und wie ein Kind weinen ließen. Aber das gehört wohl dazu. Mit den Anwendungen würde es dann besser, viele Eindrücke prasseln auf mich ein. Die lieben Frauen, die ich bisher mit ihren Schicksalen kennen lernen durfte, werfen die Frage auf, was ein Mensch alles ertragen kann in einem Leben! Es ist teilweise wirklich schockierend, was manchem Menschen angetan wurde.
An dieser Stelle beende ich meinen Eintrag fürs Erste. Ich bin froh und dankbar hier zu sein und bereit für alles, was nun kommen mag.

Herzlichst,
Eure Mary

PS: Wer mag ... Ich freue mich sehr über jede Art von Post.
Meine aktuelle Adresse lautet:
Klinik Lahnhöhe
Am Kurpark 1
56112 Lahnstein
Zimmer 4124

Schreibfehler bitte übersehen, es ist sehr mühsam mit dem iPhone zu schreiben ;-)

Montag, 5. Januar 2015

Zurück zum 15.09.2014

Und wieder bin ich da, wo ich schon einmal war, genauer gesagt, war ich dort am 15.09.2014. Wieder steht die Waage knapp vor 80 und wieder ist es mir zuwider, mich im Spiegel anzuschauen. Es wird allerhöchste Zeit, dass etwas passiert. Es ist mir ja schon peinlich, immer diese Inkonsequenz hier zu beschreiben, die sich wohl 'mein Leben' nennt. Zwei Schritte vor, einen zurück, oder vielleicht sogar auch zwei zurück, so fühlt es sich an. Ein ewiges Auf und Ab, ein auf der Stelle treten. Ich würde es ja nicht schreiben, aber die Therapeutin meint, ich solle viel schreiben, es täte mir gut. Natürlich schreibe ich nicht alles hier, was mich gerade bewegt, das wäre wirklich zu persönlich (und wohl auch zu destruktiv), aber ja, es tut tatsächlich gut, hier diesen Kanal zu nutzen.

Ich kann nur soviel sagen, dass es mir überhaupt nicht gut geht und ich bin heilfroh, wenn endlich der 18. Februar ist, wenn es in die Klinik geht. Ich möchte gar nicht sagen, dass ich mein Leben nicht "auf die Reihe" bekomme oder es nicht im Griff habe, aber es ist wohl mehr der Unterschied, zu funktionieren, denn mit Freude dabei zu sein. Ich will endlich wissen, warum ich so bin, wie ich bin, so melancholisch, so tiefgründig und grüblerisch. Nein, Dirk meint nicht, ich sei kompliziert, er findet es tatsächlich interessant, mit mir wird es nicht langweilig, sagt er. Ich hingegen finde es unglaublich anstrengend, mich mit mir immer wieder auseinandersetzen zu müssen, mich teilweise ertragen zu müssen. Ich wünsche mir in jeder Hinsicht mehr Leichtigkeit. Nehme ich deshalb vielleicht nicht oder nur so schwer ab? Hängt das eine so eng mit dem anderen zusammen? Mache ich es mir sogar gezielt schwer? Ich merke ja, dass ich mir immer wieder selbst im Weg stehe. Es wird wahrlich Zeit für Antworten; viel zu lange schon hänge ich in dieser sich ständig wiederholenden Schleife fest. Aus eigener Kraft schaffe ich es nicht, ich habe es wirklich lange versucht. So richtet sich meine ganze Hoffnung gen Lahnstein.


Donnerstag, 1. Januar 2015

Welcome 2015

Die Sonne scheint, im Radio läuft gerade "Dear Darling" und ich bin guter Dinge. Was für ein Jahr, das zu Ende gegangen ist! Seit September bin ich arbeitsunfähig und seitdem in einer ziemlich anstrengenden und unschönen Gedankenspirale. Mein Leben, das bislang recht normal und unspektakulär verlaufen ist, ist nicht mehr das Gleiche. Das "Zeitalter der Transformation", wie Robert Betz und andere Psycho-Esotheriker diese aktuelle Zeit nennen, die noch bis 2016 andauert, hat mich mit voller Wucht gepackt und mich erstmal in die Knie gezwungen. Alles kommt jetzt ans Licht, was nicht gut ist und nach Veränderung schreit. Alles, was gesehen werden muss, zeigt sich nun, ob man es sehen will oder nicht, man wird gezwungen, hin zu schauen. Und das ist gut so. Das war das letzte Weihnachten, das mir meine Mutter vermasselt hat, der letzte Geburtstag, der sooo unwichtig war, dass er nicht gefeiert wurde.

So lautet der einzige Vorsatz, den ich im neuen Jahr habe, mein Leben von Grund auf zu beleuchten und ggf. zu verändern. Ob mir das in einem Jahr gelingt, mag mal dahin gestellt sein. Aber ich bin an dem Punkt, wo ich weiß, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Der wichtigste Schritt dahin wird im Februar der Aufenthalt in der Lahnhöhe sein, ich bin sehr gespannt, was dort auf mich zu kommt und noch gespannter, wie es danach weitergehen wird. Es bleibt also weiterhin spannend und ich hoffe sehr, dass ich dieses aktuelle positive Gefühl halten kann und nicht wieder in dieses destruktive Loch falle. Schließlich sind es mit viel Glück noch dreißig oder gar vierzig Jahre, die ich noch hier verweilen soll/darf/kann... und ich möchte nicht wieder sagen "muss".

Euch allen wünsche ich ein wunderbares, ereignisreiches und vor allem gesundes neues Jahr, mit vielen schönen Augenblicken, an die man sich gerne erinnern wird und die letztendlich unser Leben lebenswert und schön machen.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

OT: Deutsche Musik

Am vergangenen Samstag waren Dirk und ich nun zum 6. Mal live bei Clueso, diesmal in der großen Lanxess Arena in Köln, die Thomas Hübner, alias Clueso, selbst enorm beeindruckt hat. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sehr er mit Leib und Seele seine Musik macht, der nette Junge aus Erfurt. Gut, die Rap-Sachen sind jetzt nicht so mein Ding, aber seine Texte immer wieder ein Genuss. Die Vorband, Annen-May-Kantereit, der Sänger hat so ne Hammer geile Stimme!, hat mir, wie seinerzeit Max Prosa, auch wieder sehr gut gefallen. Dabei habe ich wirklich festgestellt, dass deutsche Musik wohl echt mein Ding ist. Klar, vermutlich, weil der Text sofort verstanden wird, ohne dabei groß übersetzen oder nachdenken zu müssen. Angefangen hat es wohl vor vielen Jahren mit GroenemeyerWesternhagen und Wolf Maahn, doch viele sind hinzu gekommen, die mir wirklich gut gefallen, ob Revolverheld, Luxuslärm, Johannes Oerding, Xavier Naidoo, die Hosen, die Ärzte, Rammstein, Alin Coen und ihre Band oder jetzt recht aktuell auch Mark Forster, ach es gibt so viele gute deutsche "Liedermacher". Im Augenblick höre ich aber recht intensiv Maxim, der schon vor einem Jahr mit dem Lied "Meine Soldaten" sofort meine Seele berührt hat. Er ist, wie ich finde, ein ähnlich guter Wortakrobat wie Herbert Groenemeyer und seine Texte sind sehr tiefgründig. Das komplette Album Staub gefällt mir ausnahmslos und ich vermag nicht zu sagen, welches Lied mein Favorit ist.

Apropos Favorit... Ich bin ja bekennende The Voice of Germany Guckerin, weil ich diese hier und da unerwarteten, emotionalen Nummern so mag, und hier gab es ein battle, das bereits jetzt mein ganz persönlicher Gewinner ist! Jedes Mal aufs Neue bekomme ich beim Hören eine Ganzkörpergänsehaut und einen Kloß im Hals und ich kann euch verraten dass ich es mindestens schon 100 x gehört habe, mein Wolke 7-Trio ...


Donnerstag, 27. November 2014

27.11.2014 - nicht genießen können

Es passiert, dass ich immer länger schlafe. Heute bin ich kurz nach 9 Uhr wach geworden. Ich zwinge mich aufzustehen. Warum soll ich aufstehen? Wenn ich nicht zur Toilette müsste, würde ich wohl tatsächlich liegen bleiben.

Ich mache mir einen Kaffee und fange sofort an, den gestern vorbereiteten Teig für die Vanille Kipferln zu verarbeiten, heize den Ofen vor. Alle Jahre wieder und jetzt ist wieder. Es macht zwar keinen Spaß, aber ich habe etwas zu tun. Beschäftigungstherapie, genauso wie das Puzzle gestern, das ich angefangen habe. Derweil habe ich keine Whatsapp von niemandem in meinem Handy, auch gut. Während ich die Hörnchen forme, höre ich das Hörbuch weiter, "Die Insel der besonderen Kinder" von Ransom Riggs. So richtig gepackt hat es mich noch nicht, auch wenn die Story mysteriös klingt und sich der Sprecher die größte Mühe gibt, einen perfekten Job zu machen, was ich wohl zu schätzen weiß. Seit einer Woche bin ich im Hörbuchrausch, ebenfalls eine Form von Beschäftigung und nicht ganz so mühsam, wie selber lesen. Außerdem kann ich nebenbei noch andere Dinge machen, wie kochen, backen, aufräumen oder bügeln, puzzlen oder stricken...

Nach den Kipferln mache ich noch Stollenhäppchen, etwas abgewandelt, weil ich nicht alle Zutaten da habe, die das Rezept vorsieht. Ich hoffe, es schmeckt trotzdem. Aber wenn nicht, ist das auch egal.

Es regnet. Eigentlich könnte ich laufen gehen. Die Seitenbacher -Bergsteiger-Müsli-Werbung bringt mich zur Weißglut. Ohne ihn zu kennen hasse ich diesen Herrn Seitenbacher inklusive seinem Kumpel Kalle, vor allem aber seine selbst gemachte, nervtötende Werbung, mögen die Produkte tatsächlich ja ganz gut sein; dieser Dialekt, dieses ständige Wiederholen und Betonen des Namens Seitenbacher, uargh! Ein guter Grund also, das Radio wieder auszuschalten, was ich auch sofort mache. Die paar Schritte dahin schmerzen in meiner Hüfte. Seit ich diese Funktionsgymnastik mache, bin ich tagelang gehandycapt. Christine übertreibt es (und ich gezwungenermaßen mit), und das denke ich nicht zum ersten Mal. Wie schaffen das nur all die älteren ladies, ich bin eine der jüngsten und gewiss auch eine der sportlichsten Teilnehmerinnen!? Dabei habe ich mich in der letzten Stunde schon etwas zurück genommen in der Intensität der Ausführung der Übungen. Trotzdem habe ich wieder Muskelkater. Ein guter Grund, nicht laufen zu gehen, auch wenn ich genau weiß, dass es mir jetzt, in dieser Stimmung, nur allzu gut tun würde. Der Schweinhund genießt seinen Triumph.

Die Ruhe, und das nicht wissen, was ich jetzt machen soll, legen sich über mich wie eine dunkelgraue Wolke, die mir die Luft nimmt. Ich atme laut und schwer durch, ich fühle mich wieder in dieser "nichts macht mehr Spaß, hat alles keinen Sinn"-Stimmung gefangen, sitze wie ein gelangweiltes und trotziges Kind am Tisch. Ich könnte dies, oder ich könnte das, ich könnte aber auch jenes.... aber alles ist nicht das Richtige. So wie alles, was ich essen könnte ebenfalls nicht das Richtige ist. Essen, ganz böses Thema, denn ich bin wieder in meinen Trott zurück gefallen. Wieso sollte es diesmal auch anders sein?!

Ich hätte meine Therapeutin doch anrufen sollen, habe aber das ohnehin geringe Zeitfenster mit Backen vertan. Dachte wirklich, es wäre nicht so schlimm. Bis Mitte Februar halte ich das nicht aus, never! "Genießen sie die Zeit, machen sie, was sie immer schon machen wollten, tun sie, was ihnen gut tut. Backen sie, basteln sie, dekorieren sie die Wohnung..." All das und noch viel mehr, habe ich gemacht. Ich kann es nicht genießen, fühle mich nicht gut damit.

Verdammt, was ist eigentlich mein Problem?!

* * * * * * * *

6 km später gehts mir doch schon deutlich besser, auch wenn es nur ein zügiger Regenspaziergang war... denke ich so und zeige dem Schweinhund eine imaginäre lange Nase. Und trotzdem - nothing's fine I'm torn...

Meine Lieblingsallee Ende November im Regen

Montag, 17. November 2014

Herbstlauf im Regen

Nach einem gemütlichen Start in den Tag, untermalt mit Musik aus den 70er und 80er Jahren, fuhren wir recht spät diesmal nach Maasmechelen, immer noch in der Hoffnung, der Regen würde aufhören. Tat er aber nicht. Gut, für mich ist das im Prinzip auch weniger ein Problem, aber Dirk läuft nicht gerne schon im Regen los. Allerdings war der Regen da auch mehr ein Fisseln (der Ire oder Engländer würde es wohl drizzel nennen) und daher absolut harmlos.

Die Luft war herrlich klar und die Laubfärbung im prächtigen Endspurt, also wieder ganz mein Ding! Da es ein etwas längerer Lauf werden sollte, gab es diesmal Handy-Mitführ-Pflicht, so konnte ich glücklicherweise doch das ein oder andere Foto machen. Bisher bin ich nur einmal diese Strecke den Kanal runter in Richtung Maastricht gelaufen, die mir da schon super gut gefiel, daher freute ich mich, hier noch einmal zu laufen. Und in der Tat dachte ich bereits nach einem Kilometer wieder, wow, ist das schön hier und zückte erstmals das Handy. Mit und mit wurde der Regen stärker, aber es störte mich nicht wirklich, sorgte das Wetter doch für sehr wenig Betrieb unterwegs. Die fünf Kilometer hin und fünf Kilometer zurück entlang des Kanals waren einfach nur traumhaft schön. Dann war ich wieder am Auto und überlegte tatsächlich ganz kurz, ob ich schon aufhören sollte oder tatsächlich noch die letzten Kilometer übers Feld wie geplant mache. Natürlich entschied ich mich für die ursprüngliche Route, auch, wenn es ab Kilometer 12 irgendwie doch anstrengend wurde (was wohl auch an dem landschaftlich weniger schönen Stück übers Feld gehend lag). Zur Ablenkung (oder Motivation?) setzte ich dann doch noch für vier Kilometer meine Musik auf. Die letzten zwei Kilometer gings dann wieder schnurgerade am Kanal entlang; das Ziel, die Brücke, an der unser Auto stand, immer schon in Sicht. Dirk und ich erreichten sie fast gleichzeitig, beide pitschnass, aber happy und  stolz. Umso mehr freuten wir uns unterwegs schon auf das scharfe und heiße Essen vom Thailänder, das wir uns nach diesem Lauf mehr als verdient hatten.

Heute sind die Beine etwas schwer und ich hoffe doch, dass die 90 Minuten Rückenschule heute Abend bei Christine trotzdem gut zu schaffen sind. Vermutlich werde ich sie Morgen wieder verfluchen, diese kleine, top fitte und unermüdliche, gnadenlose Frau, aber da steht dann eh eine Nordic Walking Runde an.

Und hier meine doch leider magere Ausbeute an Fotos vom gestrigen Lauf:






Mittwoch, 12. November 2014

Wenn du denkst, es geht nicht mehr - geh laufen :-)

Seit Tagen schon bin ich in keiner guten Verfassung. Mein Lauf am Sonntag war allerdings nochmal ein richtig schönes Highlight, was sicher auch an der immer wieder so tollen Gegend in Maasmechelen in der akut allerbesten Jahreszeit liegt, und auch sonst lief es richtig locker flockig. Untätig bin ich ja nicht, zumindest in sportlicher Hinsicht, die Funktionsgymnastik hatte es am Montag wieder derart in sich, dass mich die böse Muskelkatze erneut ärgerte, auch heute noch. Gestern dann der spontane Frisörbesuch, der meine Haare endlich wieder in die richtige Kürze  gebracht hat, so dass ich  mich immerhin dies betreffend wieder wohl fühle. Und trotzdem. Die letzten Tage fallen mir schwerer und schwerer und ich bin froh, wenn ich abends ins Bett gehen kann. Morgens empfinde ich das Aufstehen mühsam  - ja klar, warum auch soll ich überhaupt aufstehen!? Das gesunde Ernähren fällt mir auch im Moment nicht leicht; ich werde von ständigen Gelüsten geplagt und habe auf alles Mögliche Appettit, vor allem auf Wein, den ich aber nicht trinke (weil ich ihn nicht kaufe, ebenso wie die Schokolade, die mich verfolgt, wie auch die Pommes und die Lakritze und und und). Klar gönne ich mir hier und da was. Habs neulich mal mit Ofenchips probiert, die aber nicht wirklich lecker waren. Wie es aussieht, ist gerade mal wieder nichts das richtige, daher vermute ich eine akut, depressive Episode, wie es so schön heißt.

Dass es mir nicht gut geht, merke ich auch daran, dass ich mich zu nichts, aber auch gar nichts ohne größte Anstrengung aufraffen kann. Aber wenn nahezu gar nichts mehr geht, hilft meistens wenigstens noch laufen. Also hab ich mich heute mit viel Mühe in die Laufklamotten geschmissen und bin raus, trotz Regen und anfänglicher Kälte. Die Beine waren noch schwer und der untere Rücken zwackte von der Gymnastik, aber das versuchte ich zu ignorieren. Ich brauchte nicht lange, um mich für die 10 km Runde zu entscheiden, die Standardrunde von sechs Kilometern wäre heute zu wenig gewesen (gefühlt hätten es heute dann wohl eher 20 werden müssen!). Schnell wurde mir warm, zu warm, aber was solls, Ärmel hoch, Reißverschluss auf und gut is. Die Leichtigkeit wollte sich auch mit Musik nicht wirklich einstellen, aber zum Ende hin spürte ich wenigstens den Muskelkater nicht mehr.

Ich hab ja schon mal erwähnt, dass ich trotz Musik sehr gut meinen Gedanken nachhängen kann. So kam es, dass mein Vater heute beim Laufen gedanklich sehr präsent war. Man soll ja über Verstorbene nichts schlechtes sagen (und das hab ich auch nie getan), aber heute wurde mir schlagartig so einiges bewusst, was mich später dann zu Hause erst mal richtig dolle hat heulen lassen. Seine größte Sorge war, dass ich ihn blamieren könnte; er war nie für mich da und hatte stets den "armer-Alkoholiker-Bonus", dem man alles verzeiht und womit man alles erklärt. Infolgedessen habe ich ihn post mortem auf ein Podest gestellt, wo er weiß Gott nicht hin gehört, denn im Erklären und Entschuldigen bin ich wahrhaft ein Weltmeister. Schade nur, dass (manche) Gefühle sich nicht wegerklären lassen, die sind, wie sie sind, da hilft auch der schärfste Verstand mit den besten Erklärungen nicht weiter, da muss man dann eben durch. Wie lange aber kaue ich auf diesem Thema schon herum!? Ich weiß nicht, was ich noch tun muss, um die Vergangenheit mal endgültig abzuschließen...

Aber zwei Dinge helfen mir meistens sehr gut: das Schreiben und das Laufen. Und jetzt gehts mir auch schon wieder wesentlich besser. Danke fürs Lesen bzw. Zuhören :-)


Dienstag, 4. November 2014

I love Herbst ;-)

Zwei verschiedene Therapien an einem Tag, die eine morgens, die andere nachmittags, verlangen mir im Augenblick ein gewisses Maß an Selbstorganisation ab. Klingt eigentlich easy, aber wenn man dann auch noch eine Sporteinheit dazu einbauen will, wird es schwierig, auch unter Berücksichtigung der Nahrungsaufnahme. Na ja, nicht wirklich, aber es stellt sich trotzdem die Frage, wann mache ich was?

Die gestrige Funktionsgymnastik inkl. der 5 km Hin- und Zurück-Runde im Dunkeln war glücklicherweise nicht ganz so heftig, wie letzte Woche, so dass der befürchtete Muskelkater ausblieb. Hätte ich nicht diesen dummen Rucksack dabei gehabt, der für das Laufen leider überhaupt nicht geeignet war, hätte ich die Runde auch zu gerne ausgedehnt; die kühle Luft, meine motivierte Stimmung, die fitten Beine und überhaupt alles, passte richtig gut. Warum die 13 km am Sonntag so derart schleppend liefen, mir irgendwie alles weh tat und ich mich so quälen musste, dafür hab ich absolut keine Erklärung (außer vielleicht die Temperatur und die Sonne? Im Zweifelsfalle liegts eh immer am Wetter ;-)). Umso erstaunter war ich dann, als es gestern so richtig gut lief.

Heute musste ich dann abwägen, was ich machen wollte, laufen oder noch mal nordic walken. Lust hätte ich sicher zum Laufen gehabt und die Beine fühlten sich auch gut an, aber ich entschied mich, in Anbetracht der Möglichkeit, eventuell abends noch eine Runde Schwimmen zu gehen (was ich wegen viel-frisch-Kocherei nicht geschafft habe), fürs Walken. Und das war eine gute Entscheidung, denn so konnte ich den Herbst am Teuterhof in vollen Zügen genießen. Wie liebe ich diese Jahreszeit, das feuchte Wetter, die klare Luft, die würzigen Düfte der bunten Blätter... hm... dieses Wetter heute, für mich war es einfach nur perfekt.


























Samstag, 1. November 2014

High Score Monat

Klar, wenn  man so viel Zeit hat, kann man auch viel Sport machen, vor allem, wenn es mehr oder weniger der Therapie dient. So ernenne ich den Oktober 2014 zum high score Monat ever; noch nie zuvor habe ich in meinem Leben mehr Zeit mit so viel gesunder Beschäftigung in einem Monat verbracht.

Insgesamt bin ich 29 x aktiv gewesen in 25 Stunden:

21 x gelaufen = 155,9 km = 18 Std. 35 Minuten
3 x auf dem Hometrainer geradelt = 96 km = 3 Stunden
2 x nordic walken = 16 km = 2 Std. 40 Minuten
2 x sonstiges = 1 Std. 25 Minuten

Nun lass ich mich mal überraschen, wie es im kommenden Monat wird. Montag bekomme ich meine neuen Laufschuhe, eine neue, bunte tight und eine tatsächlich weiße Weste - das sollte doch auch wieder neue Motivation liefern, schön weiter zu machen. Allerdings bin ich im Moment auch so motiviert, wie selten zuvor, was wohl auch mit der vorhandenen Zeit zu tun hat.

Heute, am 01.11.2014, ist es 22 Grad warm, die Sonne scheint und ich war im ärmellosen Top unterwegs - unfassbar! Allerdings nur zum Einkaufen (in Holland) und Pizza Essen, heute ist wirklich mal Ruhetag, an dem ich mir auch mal eine deftige, aber super leckere Sünde gegönnt habe. Und Morgen gehts dann wieder weiter.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Orthopäde 4.0

Ich solle doch mal zum Facharzt gehen, meinte die Frau von der Techniker, als ich sie auf die Verschreibung von Krankengymnastik ansprach, die wohl für meinen Hausarzt mehr und mehr zum Problem wurde. Okay, dann mach ich da mal einen Termin. Mir grauste bei dem Gedanken an Orthopäden, den Göttern in Weiß in ihren schneeweißen Lacoste-Polos, hatte ich bislang nur negative Erfahrungen mit ihnen, drei in Summe, gemacht. Irgendwo hier habe ich glaub ich auch schon mal einen Blog über meine letzte Erfahrung geschrieben. Es sollte also nicht die Letzte sein. Klar, mit zunehmendem Alter... ach lassen wir das...

Gestern rief ich also bei Orthopäden Nr. 4 in meiner Laufbahn an, dem, der von hier aus am nächsten zu erreichen ist und bei dem ich bereits vor einigen Jahren mal mit Tim war (meine Erinnerung war nicht die allerschlechteste, aber vielleicht sind die ja bei Kindern netter und nicht ganz so flott). Altbackene Gemeinschaftspraxis, großer (hoffentlich modernerer) OP-Bereich, viel los, aber was solls... Ich rechnete mit immensen Wartezeiten für den Termin, doch wie durch ein Wunder konnte ich bereits für den folgenden Tag um 8.30 Uhr einen bekommen. Wow, das war ja schon mal nicht schlecht!

Ein Locher aus der Nachkriegszeit zierte die Theke der Anmeldung, an der bestimmt 8 Leute standen und bedient bzw. verteilt wurden. Eingeteilt wurde in Therapie und Termin, ich stand also bei Termin an, während die Therpieleute auf diverse Kabinen verteilt wurden. Im Wartezimmer saßen bereits mindestens 10 Leute und ich richtete mich auf eine lange Wartezeit ein, wenn die alle hier für "Termin" waren. Schlag halb neun kam die Arzthelferin rein und rief mich und zwei weitere Patienten auf. Ups, geht ja doch unerwartet zeitig los. Ich durfte in Zimmer 1 von 3 Platz nehmen und warten. Knappe 15 Minuten später flog die Türe auf und der Generalstabsarzt Dr. F. betrat das Zimmer mit zwei Assistentinnen, die, wo sie auch zunächst standen, im Weg standen, wie es schein. Hektik machte sich kurz breit. Mit vor der Brust verschränkten Armen baute sich der ca. Mitte fünfzig Jährige, hochgeschossene Arzt vor mir auf (ich saß klein und verschüchtert auf der Behandlungsliege) und fragte kurz und knapp, was ich für Beschwerden habe. So schnell ich konnte schilderte ich mein akutestes Problem, die heftige Verspannung rechts zwischen Hals und Schulter mit Ausstrahlung in die Hand. Puh, geschafft.

Was dann kam, erinnerte mich an Dalli Dalli Klick. Er fragte, ich antwortete, er beugte, drehte und schob mich, redete und gab Anweisung, die die beiden Damen so gut es ging notierten. Er klopfte hier, er neigte mich da, ich sagte Aua oder geht nicht weiter, er gab Anweisung, sie notierten, er fand eine Blockade, gab mir Anweisungen von wegen Hände verschränken und in den Nacken, nach vorne beugen und schmiss sich dann kurz und heftig auf mich und meine Brustwirbel (immer schön locker bleiben!), bis es knackte, freute sich unmerklich ("Sehn'se, da war er") und dann war der Spuk innerhalb von sage und schreibe drei Minuten vorbei, als er meinte, wir machen dann jetzt mal ein Röntgenbild von ihrem Halswirbelbereich. Als ich meine Bluse wieder anzog, hatte ich nur das Krankengymnastikrezept vor Augen, weswegen ich da war und das ich unbedingt haben wollte. Die Meinung, die ich bislang von Orthopäden hatte, wurde wieder einmal bestätigt, ich glaube sogar, die Assistentinnen hatten ein wenig Angst vor ihm, und wenn ich ehrlich bin, ging es mir wohl ähnlich.

Kurz gewartet, dann geröngt, dann wieder gewartet und nochmal ins Behandlungszimmer mit dem Doktor, den Röntgenbildern und den eifrigen Assistentinnen mit dem verschreckten Blick. Wie ausgewechselt war der Arzt dann mit einem Mal, nahezu die Ruhe selbst. Entspannt und ruhig stand er an den Bildern und erklärte mir tatsächlich sehr verständlich, wo meine Probleme lagen (dass es gleich so viele waren, hatte ich nicht erwartet, dachte ich doch, es wäre eine rein muskuläre Sache!) Dass meine Halswirbelsäule schief war, konnte selbst ich als Laie sehen, wusste allerdings nicht, dass sie in die falsche Richtung schief ist, ok, also Problem Nr. 1. Problem Nr. 2, die Bandscheiben, die man nicht sehen kann, wo aber die "Flecken" zu eng beieinander stehen. Somit kann es ein Bandscheibenvorfall sein, muss es aber nicht. Hierfür wäre ein CT nötig, aber damit warten wir erstmal ab. Problem Nr. 3, die beginnende Arthrose, sehen sie hier, die Kreise, die nicht mehr rund genug sind. Ah ja. Es folgte die Beschreibung der Therapien, die wir nun versuchen: Strecken, Reizstrommassage und Krankengymnastik. In aller Ruhe erklärte er mir weiter, dass ich in schlimmen Fällen auch ruhig mal eine Ibuprofen-Kur machen kann, welche Dosis ich wie lange nehmen kann und so weiter. Zum Schluss vereinbarte ich noch die sechs Termine für die Streck-Strom-Behandlungen und ging mit meinem fünf Mal Krankengymnastikrezept nach Hause. Der ist ja geiziger als mein Hausarzt, von dem bekomme ich immerhin sechs Mal verschrieben, tsss. Aber ein Anfang ist gemacht und zur Not, gehe ich halt noch mal hin. Ich hab jetzt keine Angst mehr, eigentlich war er ja am Schluss sogar richtig nett.

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Derweil plagt mich immer noch ein Muskelkater von der Funktionsgymnastik. Aber das soll und wird mich nicht daran hindern, heute wieder zu laufen. Alles andere nimmt auch seinen Lauf; der Termin für den Klinikaufenthalt wurde mir inzwischen mitgeteilt, es ist tatsächlich erst Mitte Februar möglich, und auch die Kasse hat schon den Aufenthalt bewilligt. Alles regelt sich. Nur nicht die Frage, wie es danach weiter geht. Die beschäftigt mich leider mehr als mir lieb ist, auch wenn das jetzt echt blöd und kontraproduktiv ist. Aber was will ich machen!?

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Ach ja, und meine Haare sind auch endlich wieder ab! Kuckstu hier:


So langsam sehe ich endlich wieder aus, wie ich. Die Gruselfratze, vor der ich mich jedes Mal beim Anblick in den Spiegel noch bis vor wenigen Tagen nahezu erschreckt habe, ist langsam wieder verschwunden. Schon erstaunlich, wie sich ein Mensch so verändern kann und wie stark die Ausstrahlung tatsächlich vom Inneren abhängt... Zum Vergleich nochmal das Bild von vor sechs Wochen, einfach nur fertig und ausgelaugt. Krass.




Montag, 27. Oktober 2014

Funktionsgymnastik

Als ich heute beim Physio war und es etliche Male heftig Knacken musste, weil so viele Blockaden in meinem Rücken waren, habe ich den Entschluss gefasst, mich einer Gruppe anzuschließen. Ich musste ja leider schon häufiger feststellen, dass mir doch die Disziplin fehlt, regelmäßig Übungen zur Stabilisation und Kräftigung zu Hause zu machen - die Betonung liegt auf regelmäßig. Da es ja mit Laufen alleine nicht getan ist, hatte ich mir seinerzeit wirklich schon gewünscht, dass mein damaliger Physiotherapeut ein derartiges Koordinations- und Krafttraining anbieten würde. Hat er aber nicht. Nun bin ich ja ohnehin in einer anderen Praxis und siehe da, die bietet jede Menge Kurse an. So zum Beispiel "Funktionsgymnastik". Das erschien mir für meine Bedürfnisse genau das richtige, also bin ich heute zur Schnupperstunde dahin gejoggt. Die wartenden Damen ließen befürchten, dass es mehr ein Kaffeekränzchen werden würde, die waren bis auf eine, die auch erstmalig schnupperte wie ich, alle deutlich jenseits der 60 - und da waren sie wieder, meine so geschätzten grauen Füchse ;-)...

Aber weit gefehlt! Christine, die Frau vom Inhaber der Praxis, gab von der ersten Minute an richtig Gas, ich war völlig erstaunt, was sie den Ladies so abverlangte. Es gab zwar keine Musik, was ich ein wenig bedauerte, aber wenigstens zählte sie für uns. Da mein Stoffwechsel inzwischen ja wieder wunderbar funktioniert, schwitzte ich nach einer viertel Stunde schon wie Bolle. Das war mir echt peinlich, hatte ich auch kein Handtuch dabei, da ich a) dahin gelaufen war und b) in keiner Weise mit einer solchen Intensität der Stunde gerechnet hätte. Die Fuchsdamen beschwerten sich auch lautstark und meinten, dass es nur so heftig sei, weil zwei Neue dabei wären - allgemeines Zugestimme und Gelächter. Die Stunde hatte es wirklich in sich und ich weiß jetzt schon, dass ich Morgen Muskelkater haben werde. Nächste Woche werde ich auf jeden Fall wieder mit machen; für 6 Euro (volle Stunde) kann man es nicht selbst machen! Ab dem 17.11. fange ich dann  mit der Rückenschule in der Praxis an. Das ist ein Präventivkurs, der zu 80 % von der Kasse erstattet wird, dauert 90 Minuten à 10 Einheiten, kostet 90 Euro, und wird ebenfalls von Christine gemacht. Sie meinte schon, dass ich nicht beides nacheinander machen könnte, das wäre zu viel. Keine Frage!

Nassgeschwitzt joggte ich dann entlang der holländischen Grenze zurück, einen Teil meiner sonstigen beleuchteten Winter-Dunkel-Strecke an der Bahn entlang - ich mag die triste Strecke, die Dirk hingegen sehr grausig findet. Mein erster Dunkellauf also in diesem Jahr. Schön wars! Nun fehlen mir noch 7 Kilometer, bis ich meinen totally high score ever von 151 km aus 2009 getoppt habe. Ich glaube, das schaffe ich noch bis Freitag :-)


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Nichts tun können und nichts tun müssen

Der gestrige Tag war kein guter Tag; ich bin schon mit Kopfschmerzen und kurzatmig wach geworden, fühlte mich seltsam verkatert, obwohl ich keinen Tropfen getrunken hatte. Um 11 Uhr hatte ich dann den Termin bei der Therapeutin, es gab einiges an Bürokratie zu erledigen, der Antrag für die Klinik musste raus, sowie die Unterlagen für die Krankenkasse bezüglich des Krankengeldes. Der Termin wurde demnach wieder recht emotional und die schlechte Stimmung verstärkte sich (allerdings wurde sie kurzzeitig durch die Postkarte einer lieben Kollegin aus der Schule aufgehellt!). Was mir dann immer hilft, ist erst mal eine Runde schlafen. Seltsamerweise bin ich auch wieder müder als sonst.

Um den Kopf halbwegs wieder frei zu bekommen, fuhr ich gegen 16 Uhr in den Wald, um meine altbewährte Runde dort zu walken. Nach den 33 Kilometern auf dem Ergometer am Vortag wollte ich nicht laufen und hatte eh das Gefühl, mich mal wieder ein wenig entschleunigen zu müssen. Das Wetter war  von sonnig bis Regen, ein bisschen Wind und um die 10 Grad, also genau richtig. So richtig auf der Höhe fühlte ich mich auch an der frischen Luft nicht, irgendwie gefühlt auf 70 Prozent nur, was sich auch danach nicht änderte.

Die darauf folgende Nacht war ebenfalls nicht berauschend. Gefühlt war ich bis halb drei wach, musste zweimal zur Toilette und fand erst gegen Morgen richtig in den Schlaf. Nach Kaffee, Müsli und Internet rappelte ich mich um 12 Uhr auf zum Laufen. Auf dem Schirm hatte ich 10 Kilometer. Es lief unerwartet gut. Scheinbar ist die Variante mit Fahrrad und Nordic Walken eine gute Kombination für mich. So wurden es 12 Kilometer bei herrlichem Herbstwetter ohne Sonne. In diesem Monat bin ich inzwischen auf 124 Lauf-Kilometer gekommen, ich glaube, so viel hatte ich noch nie in einem Monat, ohne es genau zu wissen.

Ich war gerade gut zu Hause, da klingelt das Telefon. Die Klinik aus Lahnstein! Wow, das ging ja wirklich schnell. Gestern erst die Unterlagen verschickt, heute schon ein Anruf. Es gab noch diverse Fragen zu klären und am Ende meinte die sehr nette Dame, dass ich vermutlich in der kommenden Woche den Termin in der Post haben werde. Na da bin ich ja mal gespannt, wie lange ich nun warten muss. Es hieß mal, die haben Wartezeiten von 14 - 16 Wochen.

Inzwischen weiß ich, dass meine schlechte Stimmung wohl hauptsächlich daran lag, dass ich im Augenblick nicht den blassesten Schimmer habe, wie es beruflich bei mir weitergehen kann. Das ist eine ganz schwierige Situation für einen bislang so pflichtbewussten Kontrollfreak wie mich. Aber gut, kommt Zeit, kommt auch wieder Klarheit, ich kann nichts tun, als abwarten. Im Moment muss ich erstmal wieder stabiler werden. Die tägliche Bewegung ist ein gutes Mittel, sich nicht vollends hängen zu lassen. Sie ist der einzige Punkt auf meiner täglichen to-do-Liste. Ich merke nämlich, dass ich auf dem besten Weg bin, in eine gewisse Lethargie zu verfallen. Ich verschiebe Termine, hab keine Lust auf Kommunikation oder Gesellschaft und bin einfach nur froh, wenn ich meine Ruhe habe. Aber vermutlich ist es genau das, was ich im Moment auch brauche: Ruhe und Zeit für mich, nicht funktionieren müssen, da sitzen und einfach mal nichts tun. Keine Musik, kein Buch, kein Internet, einfach nur der Raum und ich und meine Gedanken. Das geht tatsächlich ;-)

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Fleischeslust!?!

Seit ich denken kann, bin ich ein absoluter Fleischfan. Mit einem Schnitzel konnte man mich schon als Kind glücklicher machen, als mit einer Portion Pommes - okay, der Idealfall war beides zusammen ;-). In meiner Kindheit spielten Tiere eine mehr oder weniger große Rolle. Sehr früh schon hatte ich, wie es damals noch üblicher war als heute, ein Kaninchen. Mein Herz schlug aber immer für einen Hund, doch den durfte ich nie haben. Stattdessen bekam ich Wellensittiche, dann sogar einen Papagei (wie langweilig!), später dann ein Pferd (in Kombination mit einem neuen, super süßen Zwergkaninchen, das zunächst mit im Stall lebte, dann aber bei Oma und Opa landete, wie der Papagei übrigens auch), dann die erste Katze, und als Jugendliche auch noch ein Meerschweinchen. Zu Tieren hab ich also noch heute einen besonderen Draht, ganz speziell zu Pferden und Katzen. Dass ich mein erstes Kaninchen damals aufgegessen habe, ohne es zu wissen, hatte zur Folge, dass ich, seit ich es dann wusste, kein Kaninchenfleisch mehr gegessen habe. Gut, einmal habe ich auch ein Stück Sauerbraten vom Pferd probiert, aber nur um fest zu stellen, dass er genau so schmeckt, wie der andere Sauerbraten auch, also brauch ich den nicht unbedingt vom Pferd zu essen (dieses Pferd kannte ich ja auch nicht). Als meine erste Katze damals überfahren wurde, war ich zwei Wochen krank.

Scheinbar macht es doch einen großen Unterschied, ob man ein Tier vor dem Schlachten kennt oder nicht. Würde ich alle Puten, Hähnchen, Schweine und Kühe mal gestreichelt haben, ihre Augen gesehen haben, würde ich vermutlich kein Fleisch mehr essen. Seit längerem mache ich mir schon Gedanken um meinen aktuellen Fleischkonsum. Ist es uns im Sommer noch gelungen, das Grillfleisch vom Metzger zu kaufen, so verfalle ich nun wieder in meine alte Gewohnheit, auch beim Rewe, Edeka oder auch mal im Lidl oder Aldi zuzugreifen. Schwein essen wir kaum noch, dafür umso mehr Hähnchen und Pute, Dirk auch gerne mal ein Steak, aber mein Ding ist das nicht unbedingt. Es ist eindeutig die Bequemlichkeit, für das Fleisch nicht extra noch in einen anderen Laden oder zum Bauern fahren zu müssen, gehe ich schließlich ohnehin schon sehr ungerne einkaufen.

Ich erinnere mich gerade, dass ich einmal in einem Wartezimmer in Tränen ausgebrochen bin, als ich den Bericht im Stern über die in China an einem Seil angebundenen Hunde, die mit einem Stock zu Tode geprügelt werden, damit das Fleisch zarter wird, gelesen habe. Auch gestern musste ich wieder weinen, als ich bei 37 Grad im ZDF gelandet bin, wo es um die Massentierhaltung und Mastfarmen in Deutschland ging. Wer den Bericht sehen möchte, findet ihn hier. Ich hatte schon mit üblen Alpträumen gerechnet, doch die kommen vermutlich erst zeitversetzt, also diese oder nächste Nacht. Es ist unfassbar, was der Mensch dem Tier antut.

Da ich mich ohnehin gerade sehr intensiv mit meiner Ernährung beschäftige, muss ich wohl nun auch wieder vermehrt in Richtung Fleischverzehr denken. Zum Müsliesser bin ich ja schon geworden, vielleicht werde ich jetzt auch noch Vegetarier. Nein, vegan kommt für mich überhaupt nicht in Frage, das ist mir einfach zu extrem. Eier, Käse und Quark brauche ich schon allein wegen des Eiweißes. Puh, ganz schön schwierig. Sicher schreien jetzt die Veganer auf, es geht auch ohne, aber ich möchte mich nicht derart einschränken.

Wenn ich an die Mastputen von gestern denke, wird mir wieder schlecht...

Montag, 20. Oktober 2014

Wieder im Lande

Das Schönste am Laufen auf Mallorca ist, dass einem keine Tierchen in die Augen oder den Mund fliegen, so, wie eben bereits auf dem ersten Kilometer hier passiert, arrrrrgggghhhhh.

Nach meinem Lauf am Samstag, der vom Ballermann 1 bis Palma Hafen ging, waren meine Beine, vermutlich auch wegen des Reisetags gestern, ziemlich schwer. Immerhin bin ich auch auf 42,7 Wochenkilometer gekommen, die 3,5 km auf dem Laufband nicht mitgezählt. Zum Glück ließ die Schwere nach der Hälfte der Strecke dann wieder nach, so dass es sogar noch zu einer kleinen, unerwarteten Endbeschleunigung auf meiner Standardrunde kam. Hatte  ich zuvor recht wenig Lust, war ich danach doch ganz happy über die Bewegung und die frische Luft. Ab Morgen soll das Wetter ja recht übel werden, aber das soll mich nicht stören. Nach den nochmal unerwarteten 32 Grad auf der Insel freue ich mich jetzt umso mehr auf das Schmuddelwetter und die bevorstehende Jackenzeit.

Ansonsten gibts wenig Neues zu berichten; der Urlaub war sehr schön, sehr aktiv und sehr lecker (ja, auch konsequent, was die Ernährung betrifft), wir haben wieder ganz andere, neue und beeindruckende Facetten der Insel kennen gelernt, die sie für uns so schön macht. Die Auszeit hat mir sehr gut getan, aber leider sind meine Schlafstörungen immer noch akut und die Verspannung im Nacken ist auch wieder schlimmer geworden. Zum Glück darf ich Morgen wieder zum Physio, der wirds hoffentlich ein bisschen richten. Pünktlich mit Ablauf der sechs Wochen Frist hat sich auch bereits die Krankenkasse bei  mir gemeldet. Mal sehen, wie es weiter geht. Neben etlichen Unterlagen werden sie mir auch eine Muskel-Entspannungs-CD mit schicken, is doch nett, oder :-)

10 Tage-Fazit

Heute war mein erster Arbeitstag und ich kann behaupten, dass ich ruhigen Gewissens zur Arbeit gefahren bin. Die beiden Katzen kommen sich t...