Sonntag, 17. März 2019

Mal wieder Wiedereinstieg, Lauf Nr. 2

Puh, ich bin ja eigentlich ein Schlecht-Wetter-Fan, was nicht heißt, dass ich schönes Wetter nicht mag! Grundsätzlich aber zieht mich schlechtes Wetter nicht runter und es hält mich auch nicht davon ab, zu walken oder zu laufen. Alles eine Frage der Kleidung, wie man so sagt. Wenn es denn nicht gar zu übel ist. Die letzten beiden Wochen fallen allmählich in die Kategorie "Es reicht!", was der Kombination aus Regen und Sturm geschuldet ist und der Dauer von Beidem. Wie gut, wenn man dann einen Mann hat, der die Wetteraussichten im Auge behält und jedes noch so kleine Regenfenster findet.

So fuhren wir heute gegen 10 Uhr Richtung niederländisch-belgische Grenze an die Maas und tatsächlich zeigte sich am Horizont ein Streifen blau. Der wurde immer größer, je näher wir unserem Ziel Nähe Maasmechelen kamen. Der Wind allerdings war immer noch heftig und kam weitestgehend von der Seite. Da ich ja noch in der Wiedereingliedungsphase mit dem Laufen bin, war der Plan je einen Kilometer gehen und einen Kilometer laufen. Angefangen mit Gehen, war mir doch ziemlich kalt und ich war wirklich froh, als meine Uhr endlich piepste und ich los laufen durfte. Die operierten Knie hatten erstmal ein bisschen Anlaufschwierigkeiten und meine knappe Luft zwang mich, schön langsam zu bleiben. Mit teilweisem Gegenwind schoss der Puls schnell in die Höhe, weshalb ich auch brav nach einem Kilometer stoppte und ging. Der Puls beruhigte sich nur mäßig und das Anlaufen zum nächsten  Laufkilometer tat mir vor allem im rechten Knie etwas weh. Aber es lief sich raus. Die Landschaft entlang des Kanals war gesäumt von umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Ästen, mal mehr, mal weniger kräftig. Ein halbes Auge hatte ich also immer nach oben auf die Bäume gerichtet. Mit dem Erreichen der Maas, also auf dem Rückweg meiner Runde, beschloss ich dann, mir das schwerfällige Anlaufen zu ersparen und zu testen, wie es sich denn nach einem Kilometer weiter läuft. Daraus wurden dann 3 Kilometer, begleitet von meiner Rocky Musik in den Ohren. Die Vorstellung, mit Rocky in Sibirien zu laufen war in der Tat motivierend - die Musik ist schon Klasse (die Filme muss ich unbedingt nochmal anschauen)!

Nach 9,25 km war ich wieder am Auto und sehr glücklich, dass es immerhin zu drei Kilometern am Stück gereicht hat. Wäre das Wetter besser gewesen, hätte es sicher etwas mehr Spaß gemacht, aber die sonnigen Abschnitte waren schon Klasse. Selten habe ich die Maas so voll mit Wasser gesehen!

Natürlich haben im Laufe des Nachmittags meine Beine etwas weh getan, aber es ist ein gutes Gefühl und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Lauf, in dem Wissen, dass dann das Wetter bestimmt wieder besser ist und es dann wieder ein bisschen besser gelingt - Laufen macht  mir einfach mehr Spaß als Walken.

Und heute gibts definitiv keinen Klamauk-Tatort, sondern ein oder zwei Folgen Shameless. Die Tatorte werden immer schlechter, leider. Aber Münster hat mir ohnehin noch nie gefallen, die inszenieren sich zuviel selbst und es mangelt mir an Krimi.

Und somit ist das Wochenende auch schon wieder vorbei - wie immer war es zu kurz...

Montag, 11. März 2019

Intervallfasten 16:8, Tag 70

Mit einer drastischen Gewichtsabnahme kann ich heute nicht dienen; es bleibt aktuell bei 5,4 Kilo und  das ist für mich absolut okay. Denn wie heißt das chinesische Sprichwort? Wie isst man einen Elefanten? In kleinen Stücken. Und das ist irgendwie angekommen in meinem ungeduldigen Oberstübchen.

Die Karnevalszeit hat mir, obwohl ich nicht groß gefeiert habe, etwas "ungesunde" Ernährung beschert, so zum Beispiel Erbsensuppe mit Bockwurst und Brötchen wie auch ein Stück Kuchen zum Nachtisch und am Abend zwei Gläser Wein, an einem anderen Tag gabs die Karnevalspommes aus Holland, die inzwischen bei uns Tradition geworden sind und dazu natürlich auch ein, zwei Bier (ich zähle jetzt nicht alles auf, was ich gesündigt habe ;-), da gabs noch etwas mehr...

Dennoch bin ich sehr entspannt und das Intervallfasten fällt mir sehr leicht. Ich habe mein Fenster um eine Stunde verkürzt, so ist um 19 Uhr Schluss und das Erste esse ich wieder um 12 Uhr (den 11 Uhr Apfel habe ich auf den Nachtisch verschoben). Manchmal, am Wochenende, kommt es sogar vor, dass ich erst um 13 Uhr oder noch später esse. Daran habe ich mich inzwischen gut gewöhnt, auch wenn mein Magen häufig knurrt wie ein blöde. Mit Wasser trinken kann man das gut eindämmen oder ganz abstellen. Und falls das jetzt falsch rüber kommt, nein, ich hungere nicht im klassischen Sinne, denn im Essenszeitfenster kann ich quasi essen, was ich mag und auch so viel ich mag, was die Methode wohl so Klasse macht!

Was hat sich gebessert seit dem Intervallfasten? Ich schlafe besser und mein Hautbild ist feiner geworden. Auch meine Hitzewallungen sind erträglicher und weniger geworden.

Den Zuckerkonsum beschränke ich auf ein alltagstaugliches Minimum. Süßigkeiten meide ich immer noch, aber wenn es, wie in der Karnevalswoche, in der es mir mental überhaupt nicht gut ging, einmal sein muss, dann gibts auch mal einen Schokoriegel. Aber die "Masse", die gibts nicht mehr. Jetzt gibts nur noch gelegentliche Ausnahmen und das fühlt sich richtig gut an für mich. Nach wie vor bin ich also davon überzeugt, mit dem Intervallfasten eine gute Methode, "meine persönliche Methode", gefunden zu haben, meine Ernährung in den Griff zu bekommen und nicht ständig über die Stränge zu schlagen. Das gilt besonders auch für den Alkoholkonsum.

Und was gibts sonst noch so? In genau 90 Tage gehts in den Urlaub! Erst zum Gardasee und dann nach Gröden, wir freuen uns schon sehr, was auch dem neuen Auto geschuldet ist, mit dem wir uns eine entspanntere Autofahrt erhoffen.

Ach ja, und mit dem Laufen habe ich nach über einem halben Jahr Auszeit wieder angefangen! Die zweite Arthroskopie ist jetzt 8 Wochen her, das sollte reichen. Zunächst bin ich die ersten beiden Kilometer gegangen, dann einen Kilometer gelaufen. Die Knie, besonders das Rechte, zwackten schon am Anfang, aber es wurde mit und mit besser. Dann bin ich wieder einen Kilometer gegangen und das ganze im Wechsel, bis es in Summe 9 Kilometer geworden sind, also 4 davon gelaufen. Ich hab mich riesig gefreut! Im Anschluss habe ich mich ordentlich gedehnt und auch am nächsten Tag ein bisschen geradelt und wieder gedehnt. Klar, heute habe ich etwas Muskelkater, aber es fühlt sich gut an, nach einem Anfang! Wenn  mir das Dehnen und Übungen machen genauso in Fleisch und Blut übergeht, wie das Intervallfasten, wäre das schön. Um schmerzfrei zu sein, muss ich Übungen machen, ob ich will oder nicht. Je mehr Spaß es macht, umso leichter wird es zur Gewohnheit. Mal schauen, wie es weitergeht :-)

Freitag, 15. Februar 2019

Meine Erfahrung mit Intervallfasten 16:8, Tag 46

Zunächst das Gute: ich bin weiterhin konsequent und standhaft und es fällt mir überhaupt nicht schwer, auf Süßigkeiten und Alkohol zu verzichten. Inzwischen habe ich Tag 46 geschafft und bin guter Dinge, es mehr und mehr zu meiner ganz normalen Lebensweise zu machen, anstatt es als Diät zu sehen. 4,5 Kilo sind "leider" bis jetzt nur weg gegangen, aber ich spüre eine deutliche positive Veränderung in meinem Wohlbefinden. Außerdem schlafe ich auch schon wieder etwas besser. Dass die Heißhungerattacken weg sind, empfinde ich ebenfalls als coolen Nebeneffekt. Hunger verspüre ich lediglich morgens etwas, was ich allerdings auch mal wieder schön finde. Ich war nämlich so übersatt, dass ich dieses Hungergefühl und einen knurrenden Magen schon gar nicht mehr kannte! Mit einem Glas warmem Wasser oder einem Tee läßt sich das wunderbar ausschalten.

Und nun das Negative: ich bin so schrecklich ungeduldig (gewesen). Bis gestern zumindest. Sechseinhalb Wochen sind im Grunde eine sehr kurze Zeit. Das Dumme ist nur, dass ich mit der HCG-Stoffwechseldiät einmal in genau dieser Zeit 12 (in Worten zwölf) Kilo abgenommen habe. Das schürt natürlich meine Ungeduld. Außerdem machen sowohl meine Freundin als auch meine Schwägerin aktuell genau diese Diät und nehmen wie Bolle ab. Logisch, sie essen ja auch so gut wie nichts, im Gegensatz zu mir. Ich esse eigentlich "normal" bis mäßig und möglichst gesund, aber in jedem Fall "mich satt". Ja, ich denke sogar, dass ich teilweise zu wenig gegessen habe, um den Prozess des Abnehmens zu beschleunigen. Der zeigt mir allerdings den Stinkefinger, weil ich exakt seit zwei Wochen stagniere. 78 Kilo plus minus 300 Gramm, so geht es seit zwei Wochen. Doch auch, wenn mein zweiter Vorname Ungeduld ist, bleibe ich konsequent. Denn ich weiß ganz genau, dass es, wenn ich so weiter mache, einfach klappen muss, das geht gar nicht anders und das verleiht mir eine gewisse Form der Entspannung. Genau, keinen Druck machen, locker flockig beibehalten, was ich als gut und richtig befunden habe. Die Verunsicherung war dennoch groß, ich war überzeugt, irgendwas falsch zu machen. Esse ich zuviel? Esse ich zu wenig? Dirk riet mir, mehr zu essen, eigentlich eher ganz normal weiter zu essen. Ich hingegen war der Meinung, wenn ich im Defizit bleibe, nehme ich eher ab. Wie der Zufall es wollte, stolperte er im Getränkemarkt über die Hirschhausen Zeitschrift "Gesund Leben", in der es um diverse Erfolgsgeschichten und noch einmal um 20 Fakten zum Intervallfasten ging. Je mehr ich darüber las, umso entspannter wurde ich.

Ich bin auf dem richtigen Weg und da bleibe ich. Sicher wäre es schön gewesen, ich hätte bis zum 1.3. noch drei Kilo weniger. Aber es ist, wie es ist und es ist gut, wie es ist. Und wer hetzt mich überhaupt?! Ich mich selbst, sonst niemand! Dirk liebt mich sowieso, wie ich bin, ob mit 82 oder 72 Kilo und ich denke, es mag mich niemand weniger, nur weil ich ein paar Kilo zuviel auf den Rippen habe. Ok, ich mache das ja sowieso nicht für andere, ich mache es für mich, und nur für mich! Allmählich fühle ich mich wieder wohler, auch wenn ich von meinem Ziel noch einiges entfernt bin. Es fühlt sich schon besser an und es sieht auch schon wieder besser aus. Aber vermutlich liegt das mehr an meiner Ausstrahlung, als an der Zahl auf unserer Waage ;-).

Es macht wieder Spaß, es ist eine Herausforderung, ein fortwährender Prozess, oder anders: Der Weg ist das Ziel. Die Methode ist im Grunde idiotensicher, weil die Regeln so simpel sind, und ich denke, einfacher kann man Gewicht nicht reduzieren und gleichzeitg seinem Körper eine gesunde, tägliche Erholungsphase gönnen. Ich bin wieder überzeugt, die für mich richtige Variante gefunden zu haben.

In diesem Sinne rate ich allen, die das auch machen, immer schön locker zu bleiben. Die Dinge dauern so lange, wie sie dauern. In Sachen Konsequenz habe ich mir selbst schon mehrfach bewiesen, dass ich es sein kann, schließlich rauche ich seit einigen Jahren schon nicht mehr und habe seit 46 Tagen keine Süßigkeiten, Chips, Kuchen oder Pommes mehr gegessen (und tatsächlich fehlen sie mir auch nicht, obwohl ich sie laut Dr. Hirschhausen ja essen könnte). Jetzt folgt die Königsdisziplin: mich dazu noch in Geduld üben. Ich schaffe das, wetten?

Sonntag, 10. Februar 2019

Zu Gast bei Frau Höpker

Gestern war ich mit meinen Mädels bei Frau Höpker zum Singen, weshalb ich heute mal kurz davon berichten möchte.

Da wir deutlich zu früh waren, was daran lag, dass ich mich um eine Stunde in der Zeit vertan hatte (und niemand intervenierte), hatten wir das Glück, einen Stehtisch zu ergattern. Die Veranstaltung im Eurogress war sehr gut besucht, doch nicht so brechend voll, wie befürchtet. Der Tisch war aber wirklich Gold wert.

Zu meinem Erstaunen war das einzig bekannte Gesicht, das ich in der Menge erblickte, mein Orthopäde mit seiner Frau, bei dem ich vor ziemlich genau einem Monat auf dem OP-Tisch gelegen habe und vor dem ich noch vor einer Woche mit herunter gelassener Hose zwecks Eigenblutplasma-Spritze gesessen habe. Ein seltsames Gefühl, diesen Menschen zum ersten Mal privat zu sehen.

Ohne viel TamTam ging es los, als Frau Höpker im weißen Abendkleid auf der Bühne erschien und sich umgehend ans E-Klavier setzte. Eröffnet wurde der Abend mit "Über den Wolken", was wohl jeder kennt und weshalb die Menge gleich in ein harmonisches Miteinander fand. Ich war ziemlich überrascht, wie schnell und wie gut es gelang, mit so vielen Menschen gemeinsam zu singen. Es machte vom ersten Lied an direkt ziemlich viel Spaß. Die Texte wurden an die Wand projeziert, so dass es nicht unbedingt nötig war, absolut textsicher zu sein. Alle Lieder waren bekannte Sachen, teils super alt und teils etwas ungewöhnlich, so zum Beispiel das alte Kinderlied "Auf einem Baum ein Kuckuck saß", das aber ungemein gut über die Lippen ging und ziemlich beschwingte. Das Repertoir war ganz gut gemischt, doch ich denke, es spielte nicht wirklich eine Rolle, was gesungen wurde, sondern einfach der Spaß am gemeinsamen Singen machte die Veranstaltung zu einer so gelungenen Sache, bei der auch mehr Männer als erwartet waren.

Frau Höpker unterteilte die Veranstaltung in drei Blöcke zu je 40 Minuten mit zwei Pausen von 15 Minuten. Für unser Empfinden war das etwas zu lange, denn das Stehen wurde dann doch irgendwann anstrengend. Vier Wasser habe ich in dieser Zeit getrunken, denn die nicht geübten Stimmbänder brauchten definitiv Flüssigkeit. Es war tatsächlich teilweise anstrengend, so viel zu singen (und ja, laut war es ja schlielich auch), dabei teilweise zu schunkeln und zu klatschen. Aber es hat einen riesigen Spaß gemacht.

Heute fühle ich mich ein wenig matschig, als hätte ich mit Alkohol und nicht mit Wasser die Stimme geölt, bisschen Kopfschmerzen und vor allem schwere, müde Beine habe ich. Aktuell regnet und stürmt es noch ziemlich heftig, aber ich möchte dennoch gleich eine Runde walken gehen, ich brauche etwas frische Luft um die Nase und die Beine vor allem Bewegung.

Am 7.7. gibt Frau Höpker wieder ein Konzert in unserer Nähe. Dann werden wir wieder, diesmal ebenfalls mit unseren Männern, dabei sein. Sie sind schon gespannt, was die Dame aus ihren Stimmen heraus holen wird. Das wird sicher lustig - und gute Laune macht es auf jeden Fall. Wer also mit dem Gedanken spielt, sollte es einfach mal machen und staunen, wieviel Spaß es macht, im Kollektiv zu singen.

Einen gemütlichen Sonntag noch!






Sonntag, 3. Februar 2019

Sweet Lucky

Das ist sie, unsere süße Lucky, die beste Katze der Welt ;-). Das Lucky-Projekt ist voll aufgegangen  sie ist wirklich ein absoluter Glücklich-Macher und wir sind jeden Tag aufs Neue in sie verliebt. Sie ist einfach wunderbar, wunderschön und eine absolute Kuschelkatze, die nahezu alles mit sich machen läßt. Wir sind so froh, dass wir uns dazu entschlossen haben, sie zu nehmen und möchten sie für kein Geld der Welt wieder hergeben. Inzwischen wiegt sie 3 Kilo und ist immer noch recht klein unter ihrem gigantischen Fell, das wir inzwischen ein wenig gedünnt haben an verschiedenen Stellen, weil es einfach zu viel ist. Schließlich muss sie ja nicht nach draußen. Sie ist übrigens ein Mix aus Neva Masquarade (sibirische Waldkatze) und British Longhair. Sie ist jetzt 10 Monate alt (*18.04.2018) und kann auch schon mal ein kleiner Teufel sein, der gerne an unserem Lampenschirm über dem Esstisch hängt. Aber so sind sie halt, die lieben Kätzchen - alles andere wäre auch langweilig ;-). Ich weiß nicht, wie oft es passiert, dass ich mich dabei erwische, dass ich breit grinse und lächle, wenn ich ihr beim  Putzen oder Schlafen zusehe. Selten hab ich mich so in meiner Mitte gefühlt, wie aktuell und dazu trägt die Süße täglich bei. Danke Lucky :-*









Wasserstandsmeldung, Intervallfasten 16:8, Tag 34

Ein herzliches Hallo ans andere Ende der Leitung :-).

Heute habe ich mich entschlossen, den Blog hier mal wieder ein wenig aufleben zu lassen. Der Grund? Es geht mir einfach nur mal richtig gut. Und ich habe endlich wieder ein Ziel.

Mit großem Bedauern habe ich eben gelesen, dass wohl definitiv kein Lauf mehr über die Öresundbrücke stattfinden wird, welchen es zuletzt zum 10. Jubiläum der Brücke gab. Von "dem allerletzten Lauf" war da die Rede. Zu schade, denn ich habe mit großer Begeisterung "Die Brücke" geschaut und nachdem ich sie aus dem Flugzeug sogar von oben gesehen habe, wollte ich einmal unbedingt dort drüber laufen - ja, wenn es sein musste, eben auch in einem Wettkampf (welche ich ja nicht mehr laufen wollte). Naja, gewisse Dinge erfordern dann leider ungewöhnliche Maßnahmen, aber das hat sich ja ohnehin erledigt. Sollte es zum 20. Jubiläum tatsächlich nicht noch einmal einen Lauf geben, so haben wir eben den Lissabon Halbmarathon für uns entdeckt, der über die Brücke des 25. April führt. Bis dahin habe ich ordentlich Zeit, wieder fit zu werden.

Mit dem Laufen fange ich mehr oder weniger nämlich bei Null an. Am 25.10.18 hatte ich eine Arthroskopie am rechten Knie, am 10.01.19. wurde das linke ebenfalls "durchgewischt". Im Sommer 2018, als wir aus dem wunderbaren Urlaub in England kamen und dann noch fix in Hamburg unsere süße Lucky abgeholt haben, ging es plötzlich los mit ziemlich üblen Knieschmerzen in beiden Beinen. Vermutlich hat mir das häufige Radfahren zur Arbeit den letzten Stoß versetzt, jedenfalls ging dann sportlich gar nichts mehr. Der übel heiße Sommer hat sein Übriges dazu getan, die fehlende Bewegung und das Frustessen hat mir ein Gewicht von 82,2 Kilo am 1. Januar 2019 beschert. Schmerzgrenze deutlich überschritten! Ich fühlte mich dermaßen unwohl, dass die Motivation, etwas zu ändern, endlich groß genug war.

So entschied ich mich, dem Zucker und dem Alkohol zu entsagen und obendrein das 18:6 Intervallfasten zu machen, da ich jemand bin, der sehr gut auf Frühstück verzichten kann. So liegt mein Zeitfenster fürs Fasten von 20 bis 12 Uhr, je nach Umstand von 19 bis 11 Uhr. Seit dem 1.1. habe ich 4 Kilo abgenommen und fühle mich schon etwas wohler. Aber da geht noch einiges. Und da ich täglich essen kann und nicht wirklich hungern muss, fällt es mir auch überhaupt nicht schwer. Meine Motivation ist nach wie vor sehr groß und ich bin sehr optimistisch, dass ich das noch eine ganze Weile durchhalten werde. Der Wunsch ist natürlich, Zucker und Alkohol weiterhin zu meiden, auch nach dem Erreichen meines Wunschgewichtes von etwa 70 Kilo. Mal schauen, wo ich lande.

Derzeit bin ich also aktiv dabei, die Knie wieder ans Laufen zu bringen. Dazu muss ich nahezu täglich Übungen machen, denn vernachlässige ich die einmal eine Weile, gehts sofort wieder los mit Schmerzen. Je mehr ich  mache, umso besser gehts mir. Auch habe ich mich für eine kostspielige Eigenblutplasma Therapie (ACP genannt) entschieden, wo besagtes Plasma in das Knie gespritzt wird, um es gewissermaßen zu schmieren. Ähnlich ist eine Therapie mit Hyaluron, aber mir war der körpereigene Stoff irgendwie sympathischer.

Noch bin ich im Walking-Modus und der Plan ist, Anfang März wieder ganz langsam mit dem Laufen zu beginnen (bis dann sind vielleicht noch weitere 3 Kilo weg, hoffe ich!). Mein Orthopäde meinte zwar, ich solle lieber beim Walken bleiben, aber dafür ist mir das Laufen viel zu wichtig geworden, ich laufe einfach gerne, es gibt mir so ein Gefühl von Freiheit und Einssein mit der Natur, anders, als das Nordic Walken eben. Der Plan sieht außerdem vor, so häufig wie möglich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, was eine Strecke von 23 Kilometern entspricht. Das allerdings auch frühestens ab März; jetzt übe ich noch auf dem Ergometer.

Heute waren wir wie meistens sonntags in Maasmechelen unterwegs. Herrlich wars!




Ja, soviel fürs Erste nochmal von mir.

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch!




Sonntag, 20. Mai 2018

Das Lucky-Projekt

Tatsächlich fühle ich mich ein wenig an meine Schwangerschaft erinnert. Damals, als es noch kein Internet gab, um alle must-haves fürs Baby zu besorgen, ging man noch in Fachgeschäfte. Heute ist es leichter. Seit Tagen sitze ich am Rechner und google Kratzbäume, Katzentoiletten und was man sonst noch glaubt zu brauchen für die neue kleine Mitbewohnerin in spe. Natürlich war ich unlängst im Fachgeschäft und konnte es mir nicht verkneifen, ein erstes Spielzeug für die kleine Mietze mitzunehmen.

Lucky's erstes Spielzeug

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, obwohl eigentlich noch vier Wochen Zeit wären. Aber meine Vorfreude ist einfach riesig, ich kann es kaum erwarten (in etwa so, wie die furchtbaren 9 Monate lang abzuwarten, als ich erfahren habe, dass ich schwanger war). Genau wie damals, bereite ich das Nest vor und treffe Vorkehrungen im Haus - Lucky bekommt ihr eigenes Zimmer, klar, unsere Jungs sind aus dem Haus und wir haben schließlich Zimmer genug.

Die Spielkameraden warten schon ;-)

So lange schon wünsche ich mir wieder eine Katze im Haus und so lange habe ich entbehrt, weil Dirk (zu Recht?) keine derartige Verpflichtung eingehen wollte. So ein Tier stellt man schließlich nicht in die Ecke, wenn man in Urlaub fährt oder ein verlängertes Wochenende spontan zur See möchte. Auch ist es nicht wirklich möglich, den kleinen Scheißer einfach mal so mitzunehmen. Warum jetzt dieser Sinneswandel? Okay, ich gebe zu, ich habe ihn ein wenig vor vollendete Tatsachen gestellt und ja, ich wollte es einfach unbedingt, wohl auch, weil ich eben viel alleine zu Hause bin. Nicht zuletzt hat der Zufall mitgeholfen, so dass wir uns nun auf Lucky (die kleine Graue) freuen, die am 25.06.2018 bei uns einziehen wird.






Lucky, zu deutsch "glücklich", zeigt jetzt schon Wirkung bei mir. Durch den Tod meines Schwiegervaters am 6. Mai und der vorangegangen Umstände, stand unser Leben wochenlang ziemlich Kopf. Die Folge war eine heftige depressive Erschöpfung bei mir und eine Leere, die mich wieder alles Mögliche in Frage stellen ließ. Unsere Internet-Lauf-Freundin Sabine und der Zufall führten mich zu Lucky und das uneingeschränkte Schwärmen von Sabine, die einen Kater aus dem vorherigen Wurf besitzt, überzeugte auch Dirk recht schnell, dass diese (Wohnungs-)Katze für uns und unsere Umstände genau die richtige zu sein scheint. Und nun haben wir ein neues Projekt, das Lucky-Projekt. Einziger Wehrmutstropfen -> wir müssen sie in Hamburg abholen. Aber was tut man nicht alles für so einen kleinen Seelentröster?

Um es kurz zu machen: Wir freuen uns riesig. Bevor wir Lucky abholen, werden wir noch einen wunderbaren Urlaub in Südengland vor der Brust haben und so werden die nächsten Wochen verfliegen wie nichts, auch wenn es da noch die ein oder andere unangenehme Sache gibt, die wir noch hinter uns bringen müssen. Aber so ist das Leben, mal macht es uns traurig, mal glücklich und manchmal überschneiden sich die Ereignisse, so wie jetzt.

Samstag, 11. November 2017

November 2017

Meine Güte, ist das schon wieder lange her, seit ich zuletzt etwas geschrieben habe!  Dabei schreibe ich doch so gerne...

Stellt Euch vor, ich habe seit dem 20.10. ein neues Auto! Was soll ich sagen? Ich liebe ihn! Kein Scherz, dieses Auto macht mich glücklich. Es ist, wider Erwarten, ein Hyundai i20 in der Yes Plus Variante mit einem schicken Panoramadach geworden, Farbe weiß, mit schwarzen Akzenten und getönten Scheiben, sieht echt sehr sportlich und stylisch aus. Das Ganze hatte sich relativ spontan ergeben, vor allem aber das Modell bzw. die Marke, denn einen Hyundai hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Wäre da nicht meine liebe Kollegin Saliha gewesen, die mir diesen überaus tollen Tipp gegeben hat, wäre es wohl, ganz ladylike, ein Fiat 500 geworden. Doch inzwischen bin ich mehr als froh, dass ich dieses weiße Schätzchen jetzt habe, denn der hat so viel Schnickschnack, dass es mich immer aufs Neue beeindruckt und vor allem fährt er sich super, ganz leise und ach... ich könnte über alles an ihm schwärmen! Selten war ich von einem Kauf so überzeugt, tatsächlich alles richtig gemacht zu haben. Also, wer ein richtig gutes Auto mit etlichen Extras (mein Favorit: Die Lenkradheizung!) und 5 Jahren Garantie in einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, dem kann ich uneingeschränkt den Hyundai empfehlen.

Was gibts sonst noch? Im Job läuft es soweit gut, aber dennoch habe ich mich letzte Woche intern um eine Stelle als Teamassistenz beworben. Zu dem Warum kann und möchte ich nicht allzu viel sagen, aber ich hoffe, dass es die richtige Entscheidung ist, die mir unglaublich schwer gefallen ist. Um einige sehr lieb gewonnene KollegInnen in meiner Abteilung tut es mir jetzt schon sehr leid, aber... ich bin ja nicht aus der Welt, sondern nur in einem anderen Gebäude (wenn es denn klappt!).

Meine Stimmung ist aktuell geprägt von Ungeduld (wegen der Bewerbung) und einer gewissen Unmotiviertheit, die sich auf meine Ernährung und dem nötigen Sport bezieht (Ergo: Unzufriedenheit in puncto Gewicht). Die Couch hat eine überaus hohe Anziehungskraft und was gibts dabei besseres, als einen leckeren Rotwein und Erdnüsse zu genießen?!

Tja, und dann schwebt da noch die 50 über mir, die im kommenden Monat mein Alter sein wird. Oh man, ich hätte nie gedacht, dass mich diese Zahl so beeindrucken könnte. Aber Fakt ist, dass sie es tut. Fünzig, das klingt so mega alt. Ich hatte ja zunächst überlegt, noch einmal etwas größer zu feiern. Aber da ich ja bekanntermaßen am denkbar ungünstigsten Tag des Jahres Geburtstag habe, fällt die Party aus. Fünfzig zu werden ist wahrlich kein Grund zum Feiern, oder? Stattdessen überlegen wir, im Januar eine Woche in die Sonne zu fliegen, denn Dirk hat aktuell ziemlichen Stress im Job und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben, so dass eine kleine Auszeit zum Runterkommen sicher nicht die schlechteste Überlegung ist.

Mit meiner Schreiberei tue ich mich ein wenig schwer. Das Erotik-Kurzgeschichten-eBoook läuft zäh an, weshalb sich auch hier meine Motivation in Grenzen hält, weiterzuschreiben bzw. nachzulegen. Dabei lief es bei dem anderen, ersten Anbieter richtig gut - wirklich zu dumm, dass wir gezwungen waren, zu wechseln. Vielleicht sollte ich mich doch mehr in die Belletristik begeben und Liebesromane schreiben...

Sonntag, 16. Juli 2017

Immer an meiner Seite... und unter meiner Haut ;-)


Gestern war es endlich soweit.

Im Dezember bekam ich zum Geburtstag einen Gutschein für ein neues Tattoo und gestern war der Termin bei Gast-Tätowierer Roland (aus Ungarn) bei Way of Ink (in Aachen). Bis dahin hatte ich allerdings einigen Stress, weil ich mir über das Motiv und die in Frage kommende Stelle in keiner Weise klar war. Feststand eigentlich von Beginn an, dass ich gerne einen Engel haben wollte (weshalb ich überhaupt diesen Gutschein bekommen hatte), weil ich zum einen sehr an deren Existenz in meinem Leben glaube und sie zum anderen auch sammle, ja, Engel sind irgendwie mein Ding, mein Thema. Den Gedanken, jederzeit einen Schutzengel an meiner Seite zu wissen, der nur mein Bestes will und um mein Wohl besorgt ist, finde ich sehr tröstlich. Meinem Schutzengel wollte ich deshalb einen Platz auf meiner Haut geben, besser gesagt unter, oder in meiner Haut. Er heißt übrigens Micha, eigentlich ja Michael, aber Engel sind weder männlich noch weiblich. Und genau das war dann auch das Problem bei der Suche nach einem geeigneten Motiv.

Ich habe das Internet durchsucht, meine Bücher und Engel-Karten und bin leider nicht wirklich fündig geworden. Entweder waren die Engel eher männlich, wie Kämpfer mit Schwertern oder Rüstungen, also sehr martialisch, oder sie waren extrem weiblich, mit sexy Kurven und in Posen, die so gar nichts mit meiner Vorstellung zu tun hatten. Dann gabs da noch die niedliche Hello-Kitty-Variante, wie ich sie nenne, die eher einer Comiczeichnung gleich kam oder eben mehr wie Elfen wirkten. Ach ja, und natürlich gabs da auch noch die üblichen Weihnachts-Rubens-Engel, die eben sehr biblisch aussahen, häufig mit Musikinstrumenten im Arm, dicken Pausbäckchen, goldgelockt und mit einem Heiligenschein. Es war ein Kreuz, den Richtigen zu finden. Na ja, den hab ich eigentlich auch nicht gefunden, ich habe zunächst selbst einen gemalt, der meiner Vorstellung recht nahe kam, quasi eine Mischung aus Elfe und Engel. Bis ich damit aber im Studio landete, war ich zwischenzeitig soweit, das neue Tattoo gänzlich sausen zu lassen, da ich irgendwie nicht davon überzeugt war, wohin es sollte und ob es tatsächlich ein Engel werden würde. Da gabs noch die Überlegung einer Eule, denn die finde ich auch echt Klasse, oder ein Mandala oder oder oder... So eine lebenslang bleibende Entscheidung fällt nun mal echt nicht leicht.

Letztendlich habe ich mich dann aber auch für die linke Schulter entschieden, was die Sache insofern erleichterte, dass es gut zur rechten tätowierten Seite passen würde, also das mit dem Engel und Ranken und so, das war zumindest der Plan.

Als ich dann zunächst alleine ins Studio kam, gab es erstmal eine Verwechslung, da ich mit Pia begrüßt wurde. Ne, ich bin Marion und hab zusammen mit Dirk einen Termin. Hm, ja, kein Problem, ich hatte ja die Karte mit dem Termin zum Glück dabei, worauf auch die Anzahlung notiert war. Dennoch war ich erstmal mächtig irritiert - sowas mag ich überhaupt nicht. Zum Glück war mir Roland wenigstens sofort sympathisch, ebenso sein Helfer und auch sein Musikgeschmack, es liefen die Red Hot Chilli Peppers (einmal bin ich  nämlich an einen Metall-Fan geraten, das war schon krass, weil unterschwellig irgendwie aggressiv). Inzwischen hatte Dirk das Auto geparkt und wir warteten auf den Entwurf und hofften, dass keine Pia unseren Termin durchkreuzen würde, was sie auch nicht tat. Der Entwurf war nach "bitte weniger sexy" und "kein Heiligenschein" dann okay, schließlich wusste ich ja, dass "da noch was geht".

Es ging los. Ich hatte irgendwie ganz vergessen, wie es sich anfühlt, wenn man tätowiert wird, es tat zunächst einmal scheiße weh, was ich mir natürlich nicht anmerken ließ. Nach dem Grundriss mit der dicken Nadel war es dann erträglich und ich spürte kaum noch etwas. Die Schattierungen am Ende wurden dann nochmal fies, aber das Ergebnis gute zwei Stunden später hat mich für alles entschädigt, ich finds einfach nur geil (auch wenn es mehr Michaela als Michael geworden ist):


Der Preis hat mich dann nochmal kurz schlucken lassen, aber es ist eben eine Form von Kunst und ein Unikat, das hat seinen Preis. Dirk war mit seiner Marathon-Zahl auf der Wade schnell durch und ziemlich euphorisiert verließen wir das Studio, um erstmal was Essen zu gehen.

Ob es dabei jetzt bleibt oder ob ich mich nochmal stechen lasse?? Keine Ahnung. Abends im Bett hatte ich jedenfalls schon eine Idee, eine Vorstellung von Etwas, was die linke mit der rechten Schulter zu einem Ganzen verbinden könnte... Mal abwarten :-)



Samstag, 1. Juli 2017

Samstagsfrust

Unten dröhnen Rammstein durchs Wohnzimmer, während ich oben am Rechner sitze und recherchiere. Es ist Samstagmittag und ich bin genervt. Ich könnte die Türe schließen, aber die Bässe würden auch so noch wummern. Nicht, dass ich Rammstein nicht mögen würde, doch, schon, aber Jetzt und Hier empfinde ich es nur als unpassend, weil viel zu laut, was aber wohl auch meiner miesen Stimmung geschuldet sein könnte.

Was los ist? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht (ich mache dann doch mal die Türe zu!).
Schon die ganze Woche über ist meine Feierabendlaune relativ im Keller, wogegen es mir über Tag im Job richtig gut geht, auch wenn ich viel zu tun habe. Oder gerade weil ich viel zu tun habe?

Gestern habe ich mein Zeugnis von der Stadt bekommen, nach zehn Monaten und vermutlich nur auf Grund meines ständigen Nachfragens hin. Es ist gut, mit durchweg nur"stets einwandfrei" und "zur vollsten Zufriedenheit". Aber der letzte Satz, der ja nicht ganz unwichtig ist, ist dann doch der Situation entsprechend kurz und knapp ausgefallen: "Frau Hansen verlässt die Kupferstadt auf eigenen Wunsch. Wir wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen und privaten Lebensweg alles Gute." Okay, ich habe es ehrlich gesagt nicht anders erwartet, weshalb es wohl auch so gekommen ist. Und doch hätten sie sich bedanken können, schließlich bin ich freiwillig gegangen, anstatt die unbefriedigende Situation möglicherweise anderweitig aus zu sitzen und hinaus zu zögern bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Ob ich das Zeugnis überhaupt noch mal brauchen werde, ist fraglich. Trotzdem beschäftigt es mich mehr als mir lieb ist. Genauso wie mein Aufschlagen am Mittwoch in der Schule. Es gab unterschiedliche Reaktionen, von herzlichen Umarmungen bis hin zu eingefrorenen Gesichtern und bösen Blicken. Ja, mein Abgang vor einem Jahr war sicher nicht der nobelste. Aber er war mit Ankündigung, ich habe kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich so schnell wie möglich kündigen möchte, sobald ich eine Alternative gefunden habe. Ja und tatsächlich ging es dann Schlag auf Schlag. Vermutlich nehmen es mir einige Menschen doch übel, dass ich mich nicht anständig verabschiedet habe (mir war leider überhaupt nicht danach). Vielleicht fühlen sich auch manche im Stich gelassen. Wiederum andere mussten ausbaden, dass meine unterforderte Arbeitskraft dann doch irgendwie fehlte, was jedoch nicht meine Schuld ist, wenn die Stadtverwaltung keinen Bedarf an Ersatz sieht. Andererseits weiß ich, dass es inzwischen Ersatz gibt. Aber was auch immer der Grund für die bösen Blicke sein mochte, Haken dran! Ich muss nicht Everybodies Darling sein, was mir gerade ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Was interessieren mich diese ehemaligen Kollegen noch?! Mehr waren sie nämlich nie.

Ruhe. Die Musik ist aus. Nur das Ticken der Uhr und Klappern der Tastatur ist zu hören. In meinem Kopf aber rotieren die Gedanken wie ein tollwütiges Karussell. Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart finden mal wieder keine Ruhe. Ich stehe mir gerade selbst mächtig im Weg und finde das echt sehr anstrengend. Was will ich? Ich könnte jetzt viele Dinge aufzählen, die mir spontan in den Sinn kommen, z. B. nur "essen, ohne ständig auf mein Gewicht achten zu müssen" oder "endlich als Schriftstellerin den Durchbruch zu haben" oder ganz banal nur "Sonnenschein", (denn es ist ungewöhnlich frisch und verregnet für einen 01. Juli).

Nein, vor allem möchte ich, dass diese Melancholie verschwindet, die mich immer wieder überschattet, wie eine zu tief hängende graue Regenwolke. Die an mir klebt wie ein Schatten und die ich schon als einen Teil von mir betrachte, dieser hässliche Teil, der vom Leben so abgenervt ist.

Ich habe diese Stimmungen übrigens nicht, wenn ich die hCG Kur mache und die Globulis nehme. Also schließe ich, dass in meinem Hirn möglicherweise ein wichtiger Botenstoff fehlt. Ich sollte vielleicht einmal mit meinem Hausarzt darüber sprechen. Vermutlich bin ich außerdem auch wieder in der Zucker- und Alkoholfalle. Wäre das die Lösung meines "Problems", ständig auf alles zu verzichten, was damit zu tun hat? Wäre das ein Preis, den ich zu zahlen bereit wäre? Oder müsste ich einfach nur die alten Gewohnheiten ablegen, wie einen zu großen, schmuddeligen Mantel, in dem ich versinke?

Bislang hat immer noch eines geholfen: Ablenkung. Und genau aus dem Grund, gehe ich jetzt in die Küche und fange an, das Essen vorzubereiten. Nützt ja alles nix :-)





Mittwoch, 28. Juni 2017

Alles richtig gemacht!

Es gibt Erfahrungen, die muss man machen, um wieder klarer zu sehen. So wie heute.

Vor einigen Wochen bekam ich eine Einladung zur Abschlussfeier einer der beiden Schulen, für die ich zuletzt gearbeitet habe, bevor ich zu ATESTEO gewechselt bin. Eine Stelle im öffentlichen Dienst freiwillig zu kündigen, das war eine lange und intensive (und ja, auch schwere) Entscheidung. Aber, der Leidensdruck war am Ende so groß und der Zufall ergab es, dass ich eine Stelle in der freien Wirtschaft bekommen konnte. Das ging dann alles sehr schnell und ich bin nach meinem Urlaub nicht mehr zurück gekommen, hab mich daher auch nicht groß verabschiedet. Bloß weg!

Heute, als ich  nun tatsächlich zurück in die Schule bin, um an dieser allerletzten Abschlussfeier teilzunehmen*, denn die Schule schließt und wird jetzt eine Gesamtschule (für die ich dann hätte arbeiten sollen), habe ich wieder die Bestätigung bekommen, dass es die absolut richtige Entscheidung war, zu gehen.

Nein, wenn ich ehrlich bin, habe ich das nie wirklich in Frage gestellt. Dennoch ist es eine tolle Bestätigung, zu fühlen, dass ich alles richtiger als richtig gemacht habe, sofern das überhaupt möglich ist. Es gibt Menschen, mit denen möchte ich einfach nichts mehr zu tun haben, Menschen, denen die Falschheit ins Gesicht geschrieben steht, die ich nicht mehr um mich herum haben möchte, mit denen ich auch nicht mehr reden mag.

Da denke ich doch lieber an meine heutige Mittagspause mit meinen lieben Mädels, allen voran Wiebke, Kristine und heute auch Sylvia; (unsere Lydia ist leider noch krank), alles ganz liebe Seelen, mit denen ich mich prima verstehe. Wenn wir zusammen Essen fühle ich, dass ich angekommen bin. Ich habe sehr nette Kolleginnen und Kollegen, habe ein schönes Büro, einen echt tollen, sehr entspannten Chef und einen Arbeitsbereich, der mich ausfüllt, der abwechslungsreich ist und meistens auch richtig Spaß macht. Das Allerbeste aber sind meine Arbeitszeiten von wöchentlich 28 Stunden, die ich darüberhinaus auch noch völlig flexibel gestalten kann. Jeden Morgen, wenn ich jetzt (seit April) im Wald unterwegs bin vor der Arbeit, danke ich dem lieben Gott für diesen Umstand - kein Scherz, ich bin sehr dankbar für diese kleine Form von Freiheit.

Das heutige Erlebnis war nun hoffentlich der notwendige Schlussstrich, endgültig mit diesem Thema abzuschließen. Alles hat wohl so sollen sein, auch wenn ich das Gefühl hatte, drei Stunden meines Lebens heute Nachmittag sinnlos vertan zu haben. * Denn eigentlich sollte ich heute mein Arbeitszeugnis bekommen, nach knapp 10 Monaten! Aber auch das hat heute  nicht funktioniert.

Egal. Ich mache jetzt einen noch fetteren Haken an die Sache - steckt euch das Zeugnis doch sonstwohin, ich habe eh nicht vor, die Stelle noch einmal zu wechseln. Wenn ich dort aufhöre, dann widme ich mich ganz der Schreiberei und verprasse den dicken Lottogewinn, der mir das ermöglicht (ja ja, is ja gut,  ... träumen wird man ja noch dürfen ;-)) ...

Sonntag, 25. Juni 2017

Das beste Projekt...

... an dem Du je gearbeitet hast, bist DU selbst!

Diesen Satz las ich gerade bei meiner virtuellen Facebook-Freundin Sabine B., die inzwischen auch Admin in unserer "Facebooks Lauffreunde" Gruppe ist. Wir haben es leider immer noch nicht zu einem persönlichen Treffen geschafft. Wie das manchmal so ist, bin ich durch ihre sämtlichen Fotos geklickt, eigentlich nur auf der Suche nach ihrem Tattoo, da ich gerade Inspiration brauche für mein nächstes Tattoo.

Seltsamerweise hat mich der Spruch ziemlich intensiv berührt, so dass ich ganz kurz einen Kloß im Hals hatte und den Anflug von Tränen in den Augen.

... bist Du selbst ... warum reagiere ich so? Und schon wieder packt es mich alleine beim Schreiben dieser drei Worte. Du bist das beste Projekt in Deinem Leben - Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben. Während ich das schreibe, steht neben mir eine rote Kaffeetasse mit weißer Schrift: Schön, dass es MICH gibt. Sie war mein Andenken-Abschieds-Geschenk von meinen lieben Bircher-Mädels aus Lahnstein I.


Irgendwie klappts mit der Selbstliebe immer noch nicht so ganz. Und während ich das gerade schreibe, kommt die Sonne raus. Sunshine, passt. Oder nicht? Denn oft bin ich innerlich alles andere als Sunshine, obwohl ich nach Außen hin die gut gelaunte, unkomplizierte, stets freundliche und hilfsbereite Marion bin, mit der jeder gern zu tun hat, die lacht und strahlt und die man mag. Immer noch überkommen mich diese tieftraurigen Gedankengänge und das Gefühl von Einsamkeit. Das Gefühl einer zerrissenen Familie und der immer wiederkehrenden Frage nach dem Sinn des Lebens, meines Lebens.

Möglicherweise ist dies mit dem Begriff 'depressiv' zu erklären. Eine Krankheit, die ich nicht habe oder haben will, bzw. auch nicht denke, dass ich sie habe. Weil richtige Depressionen viel krasser sind, als diese "krummen Gedanken", die ich nur habe. Meine Mutter meinte einmal zu mir: "Kind, lass dir doch vom Doktor ein paar Pillchen gegen die Melancholie geben". Ja, so geht meine Mutter mit solchen Dingen um. Ein Pillchen und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Ach Mama, eine Umarmung hätte es vielleicht auch getan...

....

Ich muss mich jetzt duschen und fertig machen, denn gleich gehts auf zum Demonstrieren gegen Tihange. Ja, so ist das. Die krummen Gedanken kommen und gehen - zum Glück schafft es das Leben immer wieder, mich abzulenken :-).

In dem Sinne -> einen schönen Sonntag

Sonntag, 11. Juni 2017

Sommer und Karl Ove - Zeit für ein Update und neue Ziele

Heute ist Sonntag, der 11. Juni 2017 und ich habe seit langem wieder das Bedürfnis, zu schreiben. Aktuell lese ich nämlich das Buch von Karl Ove Knausgard "Kämpfen" und es kommt immer wieder vor, dass ich dabei denke: Verdammt, das kann ich doch auch, das ist doch genau mein Thema und ebenso meine Vorstellung vom Schreiben! Entschuldigt, ich will nicht anmaßend klingen und ich bin Lichtjahre weit davon entfernt, mich mit diesem Schriftsteller zu vergleichen, der schon so viel veröffentlicht hat und schon so oft ausgezeichnet wurde für seine Schreiberei. Und dennoch finde ich so viele Parallelen und ich kann seine Gedankengänge so gut nachvollziehen. Ich wollte auch immer "meine ganz persönliche Geschichte" schreiben, meine Vergangenheit erzählen, mein Verhältnis zu meinen Eltern, meine Kindheit und Jugend und meine Rastlosigkeit, von meiner Scheidung und der zweiten Ehe, dem Mutter-Sein und die fortwährende Suche nach dem, was man als "angekommen" bezeichnet.

Meine Gedanken überschlagen sich, wenn ich oft im Wald unterwegs bin und ich denke, ja, das muss ich so oder so schreiben. Ich lege mir Formulierungen zurecht und habe sogar nachts in Träumen irgendwelche Sätze im Kopf, bei denen ich unterschwellig denke, dass ich das so schreiben muss. Es ist aber verhext, denn ich kann meine Geschichte nicht schreiben, die da heißen könnte "Nichts als die Wahrheit" oder so. "Torn" - zu deutsch Zerrissen, war lange Zeit der mögliche Titel meiner Wahl und das für mich so völlig passende Adjektiv. Die Wahrheit, meine Wahrheit, würde vielen nicht gefallen oder sie verletzen, genau wie bei Karl Ove, dessen Onkel die Veröffentlichung des Buches um jeden Preis verhindern wollte. Und zerrissen deshalb, weil es mich umtreibt, das Verlangen, der Wunsch all das aufzuschreiben und es andererseits nicht zu können. Aber mein Zerrissen hat viele Gesichter, das Nicht-Schreiben-Können-aber-Wollen ist nur eines.

In einer Rezension seines Romans "Sterben" fand ich folgende Beschreibung für ihn, von einer Frau, die ihn erst nicht lesen wollte und dann ganz schnell zum Fan wurde: "... weil ich ihn für einen eitlen, aufgeblasenen, seinen Egoergüssen verschriebenen Jammerlappen und Narzisten hielt..." Das gleicht dem, was sein Onkel über ihn behauptet. Seltsamerweise finde ich mich auch ein kleines bisschen in dieser Beschreibung wieder. In ihrem nächsten Satz schreibt sie, es sei wie eine Sucht, ihn zu lesen. Interessanterweise heißen seine Romane Sterben, Lieben, Spielen, Leben, Träumen und Kämpfen. Alles "Überschriften", mit denen ich viel anfangen kann und ich weiß jetzt schon, dass ich nach Kämpfen alle weiteren Romane lesen werde, auch wenn Kämpfen quasi der Letzte ist. Aber ich lese ja auch meistens eine Zeitung von hinten nach vorne, also ist das okay.

Knausgard ist absolut mein Ding. Ich mag die Art, wie leicht und authentisch er das Hier und Jetzt mit der Vergangenheit vermischt, gespickt mit literarischen und geschichtlichen Ergänzungen oder tiefschürfenden Erkenntnissen, seine langen Sätze, die Aufzählungen seiner alltäglichen und im Grunde so banalen Handlungen, so, wie ich damals Briefe geschrieben habe oder Tagebucheinträge, zwischen Kochtopf und Hausaufgaben, eingestreute philosophische Überlegungen, immer irgendwie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ich kann nicht behaupten, dass ich ihn inwischen, 15 - 20 Jahre später gefunden hätte. Aber ich glaube, ich bin ihm schon ein ganzes Stück näher gekommen und wie bei allem scheint auch diesmal der Spruch "Der Weg ist das Ziel" zuzutreffen. Sieht so aus, als käme die Weisheit wirklich mit zunehmendem Alter ;-).

Kurze Pause, weil Abendbrot...

So, heute gibts also keinen Tatort, er wurde im Vorfeld wieder mal verrissen. Obwohl ich die Stadt Dresden sehr mag, sind die Tatorte von dort nicht mein Fall. Außerdem ist das Wetter noch so schön, dass es eine Schande wäre, nicht draußen zu sitzen und zu schreiben, schließlich muss ich noch die Kurve kriegen und zum Update kommen. Aber wie schon oben erwähnt, überschlagen sich meine Gedanken immer noch so sehr, dass ich von Hölzchen auf Stöckchen komme und mich über alles mögliche auslassen möchte. Vor allem suche ich, während ich hier schreibe, gedanklich nach einem anderen Titel für meinen Blog, denn auch, wenn ich demnächst wieder plane, mehr zu laufen, soll es künftig doch ein eher allgemeiner Blog werden. Irgendwelche  Vorschläge? Ich bin für alles offen.

Jetzt aber was zum Thema "Speck":

Seit gut vier Wochen halte ich nun mein neues Gewicht (trotz Mallorca-Urlaub und Stockholm-Wochenende), welches sich zwischen 72 und 70 Kilo bewegt, je nach Tagesform. Geschafft habe ich das mit der hCG-Stoffwechselkur. Hätte ich nur eher gewusst, wie leicht es damit funktioniert! Inzwischen bin ich so mutig und behaupte, es hat definitiv Klick bei mir gemacht und ich weiß jetzt, wie ich mich dauerhaft ernähren sollte, um nicht wieder auf die 80 Kilo zuzusteuern. Ich fühle mich blendend und seit langem endlich mal wieder wohl in meinem Körper. Ich mag mich wieder im Spiegel ansehen und kriege beim Eincremen meines Körpers keine Frustanfälle mehr, ja, ich finde mich vielmehr echt in Ordnung, so wie ich jetzt bin. Und so soll und darf es bitte bleiben. Eigentlich möchte ich gerne noch drei oder vier Kilo mehr abnehmen. Aber ich habe jetzt jeden Druck heraus genommen und wenn noch was runter geht, ist es gut und wenn es so bleibt, ist es auch gut. Nur mehr werden darf es nicht wieder.

Und noch was zum "run":

So richtig aufgehört mit dem Laufen hab ich ja nicht, aber ich habe es sehr gemütlich gehandhabt und mit 78 Kilo auf den Rippen läuft es sich nun mal auch nicht so gut. Nach meinem 2. Berlin-Halbmarathon 2013 (Wahnsinn, das ist ja auch schon vier Jahre her!) habe ich mich ja längere Zeit gänzlich dem Laufen verweigert und bin irgendwann nach der Auszeit mehr oder weniger nur noch im Lust-und-Laune-Modus gelaufen, mehr weniger als mehr. Seit der hCG-Kur, die in der sogenannten "strengen Phase" nur max. 700 Kalorien am Tag erlaubt, bin ich wieder enorm motiviert, mehr Sport zu machen, auch, wenn ich das Fitnessstudio nur als zahlendes Mitglied inaktiv nutze. Vielleicht ändert sich das ja auch nochmal. Mit meiner neuen Arbeitsstelle kam die Teilzeit und auch die flexiblen Arbeitszeiten, was die Sache mit dem Sport jetzt immens erleichtert. So bin ich seit April zumindest walkend sehr viel unterwegs gewesen, (zwischendurch auch mal gelaufen) und habe es im Mai auf 227 gegangene Kilometer gebracht. (Die lange Abhandlung meiner Begeisterung über die Läufe oder Walks früh morgens vor der Arbeit erspare ich Euch an dieser Stelle. Aber hier gibts ein Foto:)



Die Motivation und Euphorie des Gewichtsverlustes hält an und hat mich dazu bewogen, mir ein neues Ziel zu stecken: Ich möchte im kommenden Jahr noch einmal einen Halbmarathon laufen, schließlich sind aller guten Dinge drei. So hoffe ich, gut und sportlich über die Winterzeit zu kommen, ohne mich wieder essenstechnisch gehen zu lassen und ins tiefe Loch des Winterfrustes zu fallen. Ich finde, das ist ein guter Plan. Ach ja, geplant ist außerdem, am 15.07. ein neues Tattoo zu bekommen. Es trägt den Titel "Always by your side" und wird ein (laufender) Engel werden, ich freue mich schon, den Schriftzug wird Tim designen, der das ja jetzt studiert. Und es ist auch kein typischer Engel, wie man ihn sich vermutlich jetzt vorstellt, nun, ich bin sicher, dass ich zu gegebener Zeit ein Foto posten werde.

Das wars dann erstmal wieder.

Bis bald mal wieder :-)









Samstag, 31. Dezember 2016

Ein Versprechen und ein guter Vorsatz

Nun hat es mich am letzten Tag des Jahres doch noch erwischt. Nein, ich habe mich nicht erkältet, ich meine den Blues, den Jahresendstimmungsblues.

Habe ich die Weihnachtszeit in diesem Jahr ungewöhnlich gut überstanden, überkommt mich heute eine Melancholie, gegen die ich mich nur schwer wehren kann. Was ist denn nur los?! Es war doch ein sehr gutes Jahr im Grunde genommen...

Ich habe endlich meinen Job gekündigt und eine neue, sehr herausfordernde Stelle angetreten. Diese Stelle verlangt mir einiges ab und obwohl ich nur noch Teilzeit arbeite, fühle ich mich erschöpfter als zuvor im Vollzeitjob. Ich habe das Gefühl, mehr denn je, dass ich keine Zeit mehr habe. Keine Zeit für mich, für Dinge, die mir Spaß machen, die mir gut tun - mir fehlt einfach die nötige Energie. Irgendetwas scheine ich also falsch zu machen und ich fürchte, ich weiß auch was. Es ist der Druck, der hohe Anspruch, den ich mir immer wieder selbst auferlege. Nein, ich gebe nicht 100 Prozent, ich will immer mindestens 10 Prozent mehr geben. Und das ist auf Dauer sehr anstrengend. Stets bin ich im Laufschritt unterwegs und nicht selten erledige ich zwei oder drei Dinge gleichzeitig. Das kostet viel Energie und Konzentration, denn es ist ja auch mein Anspruch, keine Fehler zu machen und ja, immer wieder schnell zu sein, prompt abzuliefern. Warum nur?! Warum bin ich so bescheuert?! Es scheint fast so, als müsse ich die Unausgeglichenheit und Langeweile der letzten Jahre nun mit Vollgas kompensieren, von ein Extrem ins andere. Hab ich was gut zu machen bei irgendwem?!

Oder muss ich vielleicht unterbewusst immer noch meinem Vater gerecht werden, der einmal zu mir sagte, dass ich ihn bloß nicht blamieren soll, als ich im selben Betrieb wie er meine Ausbildung anfing? Es ist schon krank, wie tief manche Dinge sitzen! Du musst fleißig sein, du musst schnell und gut sein - so oder ähnlich wurde es mir eingeimpft. Da werde ich im nächsten Jahr 50 Jahre alt und bin in meinem Inneren immer noch das kleine Mädchen, dass den Papa nur ja stolz machen will...

Von guten Vorsätzen halte ich nicht mehr viel, da ich sie ohnehin nicht einhalte. Dennoch möchte ich mich auf einen möglichen Vorsatz festlegen: Ich werde einen Gang zurückschalten im Job. Wenn selbst mein Chef sagt "Es ist nur Arbeit" und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, dann werde ich mir davon eine Scheibe abschneiden. Mir zuliebe. Ich möchte nicht länger das Gefühl haben, nur noch zu funktionieren und ansonsten keine Power mehr für anderes zu haben.

Es ist erstaunlich, was sich beim Schreiben ergibt. Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben. Doch zeigt sich wieder einmal, wie therapeutisch das Schreiben tatsächlich ist und was es ans Tageslicht befördert. Dass ich hier und heute über "Arbeit" schreibe, war so nicht geplant und ich gebe zu, es fuckt mich gerade ziemlich ab, dass dieses Thema bei mir so derart präsent ist und eine solche Wichtigkeit hat, dass ich darüber schon einmal ziemlich krank geworden bin. Das soll sich ändern, dieses Versprechen gebe ich mir hier und heute selbst.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern dieser Zeilen einen guten Rutsch in ein gesundes und hoffentlich unbeschwertes, zufriedenes Jahr 2017. Es bleibt spannend, wie immer :-)

Samstag, 5. November 2016

In der Mühle...

... oder Bodypump mit Les Mills

Einen wunderschönen guten Samstag-Morgen wünsche ich.

Na ja, so ganz wunderschön ist er nicht, denn ich war gestern mit Tanja eine Stunde Gewichte stemmen zu powernden Beats und einer unermüdlichen Drill-Instructorin. Unfassbar, was in so einem kleinem weiblichen Menschenkörper drin stecken kann.

Ich hingegen fühle mich heute wie durch besagte Mühle gedreht, gewendet und geschrotet. Vor allem der untere Rücken - meine ohnehin größte Schwachstelle - macht mir das Hinsetzen und Aufstehen unglaublich schwer. Dagegen sind meine Arme und Beine bislang mit einem blauen Auge davon gekommen. Zahlt sich das wieder aufgenommene Training doch schon aus?

Nun ja, ich habe zugegebenermaßen auch das kleinste Gewicht konstant benutzt, am Ende sogar nur die nackten Übungen mitgemacht, weil ich eben befürchtete (und das völlig zu Recht), mich heute ansonsten überhaupt nicht mehr bewegen zu können. Über meine erste derartige Erfahrung mit dem Kurs "Bodyattack" habe ich schon berichtet -> einmal und nie wieder war glaube ich mein Fazit, nach mindestens einer ganzen Woche Muskelkater vom allerfeinsten!

Jetzt heißt es dran bleiben und über den Punkt hinaus kommen, wo es weh tut. Dass es Spaß gemacht hat, steht außer Frage und es ist ein wirklich Klasse Ganzkörpertraining. Leider war der Kurs, den wir statt in unserem Heim- und Hofstudio in Herzogenrath diesmal in Aachen Laurensberg besucht haben, extrem voll und der Platz war schon grenzwertig.

Ich bin sehr gespannt, wie das Laufen morgen funktioniert. Wegen der fallenden Temperaturen freue ich mich ungemein darauf, war der letzte Lauf wieder einer mit über 15 Grad und demnach nicht so mein Fall.

Und für alle, die gerne ein bisschen was Schlüpfriges Lesen, habe ich hier einen tollen eBook-Tipp, passend zur kuscheligen Jahreszeit: Verlangen. Aber Vorsicht... der Inhalt ist nicht Jugendfrei ;-)

Samstag, 29. Oktober 2016

Dieses "Vergänglichkeits-Ding"

... oder: Nah am Wasser

(Achtung! Das Lesen der folgenden Zeilen könnte nachdenklich machen.) 

Nein, meine plötzliche Stimmungsschwankung hat nichts mit dem nahenden November zu tun, auch, wenn mein Opa mir jetzt gewiss widersprechen würde. Er war der Meinung, im tristen November, wenn die Blätter fallen, "fällt auch er". Er, der längst tot wäre, wenn der Herrgott ihn doch nur lassen würde... Nein, er ist nicht im November gestorben, sondern im sonnigen August. Und letzten April ist meine dazugehörige Oma verstorben, sie, die mir einmal so nahe stand und mir so wichtig war.

Die letzten drei Jahre hab ich sie nicht mehr gesehen und ihr Tod war verbunden mit einem leisen "na endlich", auch wenn es keiner laut sagen wollte. Heute, als ich zunächst geputzt, dann die Terrasse winterfest gemacht, und im Anschluß Apfelpfannkuchen gebacken habe, war sie ständig in meinem Kopf. Es war ein klassischer Samstag, wie ich ihn oft mit ihr erlebt habe: erst wird geputzt, dann im Garten Ordnung gemacht und dann gibts lecker Kaffee mit Pfannkuchen (oder einen anderen Kuchen, den sie mal eben schnell zwischen Kochtopf und Putzeimer gezaubert hat). Sie war mein zu Hause, meine Geborgenheit, meine Kindheit und Jugend, mein Ort der Zuflucht, wenn alles drohte zu eskalieren, sie war mein offenes Ohr,  meine Vertraute, meine beste Freundin, Mutter und Oma zugleich. Ja, sie war auch meine Trauzeugin bei Hochzeit Nr. 1.

Ich habe sie bis jetzt nicht vermisst, keine Träne geweint. Und plötzlich ist es da, das Erinnern, das Vermissen und ja, auch die Tränen. Ich fühle mich erbärmlich und schäme mich, würde am liebsten stehenden Fußes zum Friedhof fahren (was ich vermutlich in den kommenden Tagen auch tun werde, denn ich habe ein langes, freies Wochende vor der Brust und noch keine konkreten Pläne).

Schon seit Tagen habe ich etwas im Kopf, das mich beschäftigt. Ich nenne es das Vergänglichkeits-Ding, weil ich keinen besseren Ausdruck dafür finde. Und ich habe es auch schon als Kind im Kopf gehabt...

Unsere Vergänglichkeit in dieser Welt, sie wird mir auch durch den Krieg in Syrien gerade so bewusst. Jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit fahre, bin ich dankbar, dass ich hier in Deutschland lebe und es mir so gut geht. Ich sehe Eltern, wohl auch Migranten, die ihre Kinder zum Kindergarten oder in die Schule bringen und denke an die, die jetzt gerade in Aleppo leben, sofern sie denn noch leben. Ich stelle mir vor, dass Deutschland zerbombt wird und ich in ein anderes Land fliehen und komplett von vorne anfangen muss, Sprache, Werte und Gebräuche sind völlig fremd und anders, ein Kulturschock.

Nein, keine Sorge, ich werde hier jetzt keine Gutmensch-Gewissens-Sache draus machen, es geht  mir vielmehr darum, dass mir gerade so schrecklich bewußt ist, wie unbedeutend irgend jemandes Leben doch eigentlich ist. Wie sehr es davon abhängt, was mein Leben zunächst "wert ist", wo ich geboren werde und wer meine Eltern sind. Wenn ich heute sterben würde, wäre die Welt morgen noch die gleiche, alles würde geschehen, wie es immer geschieht. Sicher, der ein oder andere aus meinem Umfeld wäre vielleicht geschockt, traurig oder was auch immer. Aber wie schnell wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass ich als Nachbarin, als Freundin, als Arbeitskollegin und natürlich als Ehefrau und Mutter, Tochter oder Schwägerin nicht mehr da bin? Klar, den Angehörigen bleibt ja gar nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass ich nicht mehr da bin. Man sieht ja schon an einer neuen Arbeitsstelle, wie unbedeutend man im Grunde ist und wie sehr der Spruch stimmt, dass niemand unersetzbar ist.

Wenn ich am Strand stehe und aufs Meer schaue, inmitten dieser Unmengen von Sandkörnern und diese unzählige Wassermasse vor Augen, dann komme ich mir so unbedeutend und nichtig vor, dann wird mir die Gewissheit, nur für kurze Zeit ein Gast auf dieser Welt zu sein, so richtig bewußt. Wer bin ich, dass ich mich manchmal so wichtig nehme?! frage ich mich dann oft und vor allem, welcher Sinn steckt dahinter?! Diese Frage stelle ich mir schon so lange und aktuell bin ich an einem Punkt, wo ich keine andere Antwort weiß, außer der, dass das Leben ein (mehr oder weniger) kostbares Geschenk ist und es in meiner Hand liegt, was ich daraus mache. Ob das die Menschen in Afrika genauso sehen?! Nein, gewiss wird es viele geben, die ihr Dasein als Fluch empfinden. Und am Ende bleibt die Frage nach dem Sinn und ich fange wieder von vorne an.

Danke fürs Lesen und ich hoffe, ich habe Dich mit meiner nah-am-Wasser-Stimmung jetzt nicht angesteckt! Das fliegt mich an aus dem Nichts und muss dann irgendwie raus...


Sonntag, 23. Oktober 2016

Runners High - so ein toller Herbstlauf!

Darauf habe ich gewartet, genau auf dieses geile Gefühl, wenn sich ein Lauf endlich wieder leicht anfühlt! Heute war es nach sehr langer Zeit endlich nochmal soweit, was sicher auch mit dem Abnehmen von +10 Kilo zusammen hing...

Es gibt da so einige Faktoren, die erfüllt sein sollten, um mir ein gutes Gefühl für einen bevorstehenden Lauf zu geben. Das richtig gewählte Frühstück zum richtigen Zeitpunkt eingenommen, wie auch der mehr oder weniger erfolgreiche Toilettengang sind zwei ganz wesentliche Dinge, die dazu beitragen. Ebenfalls sehr wichtig ist die richtige Wahl der Kleidung und nicht zu unterschätzen ist auch das Wetter und natürlich die Strecke. Das alles passte  heute zusammen und obwohl ich mit Kopfschmerzen wach geworden bin, wurde es einer dieser Läufe, die besonders im Gedächtnis bleiben werden.

Während das Wetter hier bei uns in Herzogenrath traumhaft schön war, 3 Grad, blauer Himmel und Sonnenschein, ein wunderbarer Herbsttag also, war es im 35 km entfernten Maasmechelen zutiefst nebelig. Es war so nebelig, dass man die Maas vom Weg aus nicht sehen konnte, obwohl es keine 10 Meter waren, die dazwischen lagen. Total spuky, wenn man nur hier und da ein bisschen Gestrüpp oder den Umriss eines Baums auf einer dieser kleinen  Inseln im Wasser erahnen konnte. Nebelschwaden und herab rieselnde bunte Blätter machten das Bild perfekt.

Ich liebe den Herbst und ich liebe es, wenn es um die 5 Grad kalt ist beim Laufen, wenn dann auch noch kein Wind dabei ist, ist das genau mein Wetter. Frische, kalte, klare und feuchte Luft, so dass man zu Beginn ein wenig friert und zunächst die Hände schützt, der Buff um die Ohren wieder zum Einsatz kommt.

Es dauerte gar nicht lange, da war ich in meiner eigenen Welt. Meine Gedanken sind so abgedriftet, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass ich laufe. Wenn es so ist - ich nenne es dann "im standby-Modus laufen" - ist es ideal.

Die Musik auf meinen Ohren entführte mich in die verschiedensten Geschichten und brachte mich an Orte, die von Maas und Nebel weit entfernt waren. So war heute für eine kurze Zeit Samu Haber mein Laufbegleiter, mit dem ich am Santa Monica Pier über den Boulevard lief und später den Sonnenuntergang in den Hollywood Hills bewunderte. In einer Kneipe auf St. Pauli lauschte ich in intimer Atmosphäre der markanten Stimme von Andreas Kümmert, trank dabei ein Astra und bewunderte sein Gitarrenspiel. Mit Steffi von Silbermond fuhr ich über die B96 ins Hinterland, wo nicht nur der Hund sondern auch ihre dreiviertel Kindheit begraben ist. Beim Stichwort Kindheit kletterte ich auf einen Baum auf dem Schulhof meiner Grundschule und musste lächeln, als ich an die Worte des Vaters meiner Freundin dachte, der mich wegen meines Mutes und meiner Beweglichkeit gerne "kleiner Russki" nannte. Eine Ecke älter war ich dann, als ich mir zu "Fiesta" in einer Disco mit Lasershow die Seele aus dem Leib tanzte, bis zum Morgengrauen... Es war wirklich erstaunlich, wo ich 10 Kilometer lang heute überall gewesen bin.

Mit einem breiten Grinsen stoppte ich nach 10,5 km meine Uhr und fühlte mich großartig. Es läuft wieder!

Sonntag, 16. Oktober 2016

12 Kilo in 6 Wochen?!?! Ja, das geht!

Auch, wenn dieser Blog hier "Run an den Speck" heißt, so kann ich leider nicht berichten, dass ich diese 12 Kilo vom Laufen abgenommen habe. Wer meine letzten Beiträge gelesen hat, weiß, dass ich das mit der hCG-Kur geschafft habe. An dieser Stelle gibts keine Details mehr dazu, wer sich dafür interessiert, scrollt bitte ein wenig weiter runter in den Beiträgen, dort ist mehr zu finden oder fragt einfach Google.

Heute sind die sechs Wochen "strenge Phase" vorbei, aber ich habe bereits am Freitag mit der Stabiphase begonnen, weil ich einfach keinen Bock mehr hatte und mit meinem erreichten Ziel sehr zufrieden war.  

So endet meine Kur mit 69,3 kg nach 39 Tagen mit einem Ergebnis von 12,4 kg Abnahme.

Ich finde das einfach unfassbar schön und freue mich jedes Mal, wenn ich am Spiegel vorbei komme. Immer noch ist es ein kleines Wunder für mich, dass ich es endlich geschafft habe, abzunehmen. Wie viele Jahre und wie viele vergebliche Versuche habe ich hinter mir?! Unwichtig.

Jetzt heißt es, Gewicht halten. Ich gebe zu, ich habe mächtig Bammel, dass ich schneller wieder alles drauf habe, wie ich gucken kann. Aber genau der berüchtigte Jojo-Effekt soll ja mit der hCG-Kur ausbleiben, weil der Stoffwechsel umprogrammiert wurde. Ich werde sehen, bleibt also immer noch spannend.

Wieder gings heute nach Maasmechelen zum Laufen, wo  Dirk dieses Foto von mir gemacht hat. Ich kann ja hier schlecht meine "nackten Tatsachen" präsentieren, auch, wenn man darauf den Erfolg wesentlich besser sehen kann (entsprechende Fotos existieren also und sind auch wichtig). Daß mein Gesicht nun leider etwas markanter, sprich weniger gepolstert ist, ist nun mal so, immerhin gehe ich ja auch stramm auf die 49 zu ;-).

Da ich aktuell immer noch an Kohlenhydraten spare, (ich hab wirklich Schiss, welche zu essen), ist meine Power auch noch nicht so dolle. Das machte sich heute wieder beim Laufen bemerkbar. Es war noch einmal ungewöhnlich warm heute, um die 17-18 Grad, was ja schon mal generell nicht mein bevorzugtes Wetter zum Laufen ist. Außerdem hatte ich am Donnerstag nach langer Zeit nochmal eine erste Osteopathiesitzung bei einem neuen Therapeuten meines Vertrauens. Vermutlich spielte das auch eine Rolle, denn ich hatte bereits gestern ein Gefühl von Muskelkater, obwohl ich nichts gemacht hätte, was diesen an den verschiedensten Stellen hätte verursachen können. Nach 6,4 km übergab Dirk mir den Autoschlüssel und ich machte eine kurze Pause, um einmal in die Büsche zu hüpfen. Beim Aufstehen wäre ich fast umgekippt, mir wurde ganz schwummrig und ich bin erstmal einen Kilometer gegangen. Die vielen Minifliegen in der Luft raubten mir außerdem den letzten Nerv. So schaffte ich es zwar noch einmal, für zwei weitere Kilometer anzulaufen, ging aber den letzten Kilometer bis zum Auto entschleunigt in der Sonne, wobei ich auch wieder die herrliche Landschaft genießen konnte. Na ja, 8 Kilometer sind 8 Kilometer...

Das war im August 2016.

Und das war heute.



Montag, 10. Oktober 2016

Endspurt

Heute habe ich die letzte Woche meiner "strengen Phase" angefangen und stehe unmittelbar davor, die 70 kg Marke zu knacken. Ich fühle mich immer noch super, doch allmählich, je länger die Diätkur dauert, sehne ich das Ende herbei. Nicht, weil es mir schwer fällt, mich an die Regeln und das 500 - 600 kcal Limit zu halten, sondern einfach, weil ich mal wieder Lust auf etwas anderes zu Essen habe, als nur mega gesundes Zeugs mit nahezu Null Kalorien. Ich freue mich z. B. einfach nur auf einen Salat, aber mit Olivenöl angemacht und die Mengenbeschränkung beim Fleisch oder Fisch fällt dann auch weg (zugegeben, 100 gr. pro Mahlzeit sind schon verdammt wenig für ein fleischfressendes Pflänzchen wie mich).

Unterm Strich ziehe ich schon mal eine sehr positive Bilanz aus den letzten sechs Wochen. Ich bin immer noch total beeindruckt, dass ich, ja ausgerechnet ich, das geschafft habe. Sechs Wochen knallharte Konsequenz und striktes Einhalten von Regeln, wer hätte das für möglich gehalten, kann ich doch sonst noch nicht mal nach Rezept einen Kuchen backen, weil ich es einfach nicht kann, mich an die vorgegebenen Mengenangaben zu halten. Tja, wenn die Motivation entsprechend geil ist, klappts auch mit dem Einhalten von Regeln, wie es scheint.

11,7 kg sind runter bis heute und das in 35 Tagen. Dann heißt es noch vier Wochen Stabilisationsphase, in der ich das Gewicht halten soll, aber die Kalorienzufuhr wieder erhöhe. Wird spannend. Aber auch das schaffe ich. Selten war ich von etwas derart überzeugt, wie dieser Kur. Die werde ich im Januar noch einmal für drei Wochen wiederholen, denn ich lüge nicht, wenn ich behaupte, dass immer noch, trotz des schönen Gewichtsverlustes genügend Masse da ist. Die von mir angestrebten 65 Kilo sind nicht unrealistisch und immer noch im Rahmen meines BMI-Normalbereichs.

Was gibts Negatives zu sagen? Hm, eigentlich nichts. Auffallend ist bei dieser Diät, wie sehr einem bewusst wird, wo man überall Fett, Zucker und andere Kalorienbomben sparen kann. Auffallend ist aber auch, zumindest in meinem Fall, wie sehr Essen- und Trinken-Gehen zu einem geselligen Wochenende gehören und wenn es nicht da ist, wie lang so ein Tag sein kann. Vor allem dann, wenn der liebste Schatz am Abend nach dem Essen die Nüsse raus kramt und sich ein Bierchen auf macht.

Schwierig wird es auch, wenn man einen Partner im Haus, der ständig da ist und gerne und viel isst, wie es bei meiner Mutter zum Beispiel der Fall ist. Sie könnte diese Diät maximal gemeinsam mit ihrem Mann zusammen machen, aber alleine schätze ich ihren Erfolg auf sehr gering bis unmöglich. Schon gut, dass Dirk wenigstens drei Tage in der Woche nicht zu Hause ist, sonst wäre es mir sicher auch schwerer gefallen, selbst wenn er mich lobt und anspornt und ansonsten in jeder Hinsicht unterstützt.

Apropos... Ihm gefällt die neue Marion überaus gut und er geizt nicht mit Komplimenten (was er aber auch sonst nicht getan hat). Mir gefällt sie auch sehr gut, deshalb soll es so bleiben. Ich hoffe sehr, dass ich meine Gelüste und bislang sehr lieb gewonnen Gewohnheiten nun im Griff habe.

Gestern war ich übrigens noch einmal 8 Kilometer laufen in Maasmechelen. Es hat wunderbar geklappt, wenn auch wieder im 7.30er Schnitt, aber ohne Pause und ohne das Gefühl zu haben, gleich zusammenzuklappen. Vielleicht lag es auch nur an dem idealen Wetter und der immer wieder herrlichen Landschaft, von der ich, egal zu welcher Jahreszeit, einfach nicht genug bekomme. Nun fahren wir schon einige Jahre regelmäßig dorthin zum Laufen, aber es wird nicht langweilig oder eintönig. Ich liebe diesen Fleck Erde zu jeder Jahreszeit - und Dirk genauso.









Montag, 3. Oktober 2016

Zielkorrektur nach der 4. Woche

Frisch vermessen und gewogen ziehe ich eine kurze Bilanz nach dem Ende der 4. Woche. Inzwischen bin ich auf -9,8 kg und muss mein Ziel korrigieren. Natürlich war die 65 auf der Waage zu illusorisch. Die sub70 sind da wesentlich realistischer und die werde ich schaffen, was eine Abnahme von 12 Kilo in 6 Wochen bedeuten wird. Dieses Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen, wie ich finde. Immerhin bin ich ja auch keine mega-adipöse Person, die 30 oder 40 Kilo abnehmen muss.

Auf Grund meiner Aufzeichnungen habe ich einen Trend ausmachen können, den ich die 6-Tage-Geduldsprobe nenne. Nach der ersten Woche, in der ich sehr schnell und täglich Gewicht verloren habe, ging es ab der 3. Woche deutlich schleppender zu. So dauert es seit dem immer fünf bis sechs Tage, in denen das Gewicht nur zwischen 300  bis 500 Gramm rauf oder runter dahin dümpelt, bis sich dann mit einem Rutsch ein gutes Kilo bemerkbar macht. Das ist schon ein wenig nervig, wenn man sich täglich an die Regeln und die maximale Kalorienzufuhr hält. Man gewöhnt sich irgendwie daran, dass es möglichst täglich runter geht.

Gestern bin ich nochmal fünf Kilometer auf der Bahn unterwegs gewesen. Das Laufen fällt immer noch sehr schwer, aber es war zu schaffen. Viel mehr wäre jedoch nicht gegangen und das Tempo war immer noch im 7:30er Bereich - ohne Brennstoff läuft es einfach nicht. Aber es hat sich gut angefühlt und es macht doch auch irgendwie immer noch Spaß. Vielleicht liegt es auch an meiner Lieblingsjahreszeit, die jetzt begonnen hat.

Die Wochenenden gestalten sich inzwischen ein wenig launisch meinerseits. Das Zusammensein  mit Dirk, der sich auch gerne gesund ernährt, aber bei Weitem mehr und anders isst als ich (und auch gerne mal ein Bierchen trinkt, gerade am Wochenende), ist schon eine kleine Herausforderung. Das Gesellige fehlt irgendwie. Auch das Süße in Form von Keks oder Kuchen fehlt mir am Nachmittag. Hier greife ich dann kurzer Hand zur Nektarine, um wenigstens ein bisschen süß zu schmecken. Befriedigend ist das nicht unbedingt, aber der Zeitrahmen ist absehbar. Wenn ich nach den 6 Wochen in die Stabilisationsphase gehe, darf ich schon deutlich mehr Lebensmittel essen, als aktuell. Also, Augen zu und durch!

Jetzt gehts auf nach Maasmechelen. Zwischen 8 und 10 Kilometer werde ich walkend die schöne Landschaft genießen und meine neue Playlist, irgend sowas tranciges...

10 Tage-Fazit

Heute war mein erster Arbeitstag und ich kann behaupten, dass ich ruhigen Gewissens zur Arbeit gefahren bin. Die beiden Katzen kommen sich t...