Samstag, 14. September 2019

Spontanheilung gibts wirklich

Die Woche fing genauso bescheiden an, wie das Wochenende endete, mit Schmerzen. Meine Laune war dementsprechend übel und als Dirk mir riet, nun, nach 8 Tagen Schmerzen im Knie, doch mal einen Arzt aufzusuchen, tat ich das auch. Vom Orthopäden bekam ich eine Abfuhr, ich solle zur Notaufnahme oder zum Hausarzt. Glücklicherweise hatte der lange Sprechstunde, so dass ich gegen 18 Uhr dort eintrudelte. Ich schilderte ihm mein Problem und er untersuchte mich, nicht ohne zu bemerken, dass mir der Orthopäde das Laufen besser ausgeredet hätte. Zunächst machte er diverse Tests und ich hatte keine Schmerzen. Doch als er den linken Fuß aufs rechte Knie legte und dann in genau die Stelle drückte, wo es mir am meisten weh tat, ging ich kurz an die Decke. "Alles klar, da haben wirs, Innenmeniskusschaden. Ab zum MRT".  Auch wenn ich es fast geahnt hatte, war ich erstmal am Boden zerstört, zumal er im Falle des Falles eines Abrisses von einer weiteren OP sprach. Darauf hatte ich ja nun überhaupt keinen Bock, war die letzte Arthroskopie am linken Knie doch erst im Januar gewesen!

Ich besorgte in der Apotheke noch die neuen (magenfreundlicheren) Schmerzmittel und bestellte im Sanitätshaus die verordnete Kniebandage. Bereits da spürte ich eine leichte Verbesserung beim Gehen.

Brav ich nahm seit dem vergangenen Samstag dreimal täglich die Nahrungsergänzungen und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

Als ich am Dienstag aufstand, hatte ich keine Schmerzen mehr. Vorsichtig und ungläubig stieg ich die Treppe hinab, doch die Schmerzen blieben weiterhin aus. Ich ging ein weiteres Mal die Treppe rauf und runter, doch ich hatte keine Probleme. Ich konnte es kaum fassen. Mein Knie tat nicht mehr weh. Überglücklich erledigte ich noch einige Dinge, dann fasste ich den Entschluß, eine größere Radtour zu machen, denn das Wetter war herrlich. Gesagt, getan, es wurden 32 Kilometer, ich hatte tatsächlich keine Schmerzen mehr und arbeitete am Abend sogar noch ein wenig im Garten.

Am Mittwoch verschlief ich fast, so gut hatte ich lange nicht mehr geschlafen. Wie euphorisiert startete ich den Tag, fuhr wieder mit dem Rad zur Arbeit und war selten so gut gelaunt gewesen. Dieser spontane freie Tag hatte mir unglaublich gut getan.

Ich vermute, dass der Arzt rein zufällig bei seiner Untersuchung etwas reingedrückt hat, was zuvor irgendwie rausgesprungen oder verklemmt war. Eine andere Erklärung habe ich nicht. Aber ehrlich gesagt ist es mir auch egal, Hauptsache die Schmerzen sind weg. Und das hat bis zum heutigen Samstag gehalten.

Zwei fleischlose Tage möchte ich nach Möglichkeit jetzt einlegen. Diese Woche hats nur für einen gereicht, aber immerhin, für mich bereits eine große Leistung. Auch habe ich deutlich weniger Süßkram gegessen. An den Arbeitstagen versuche ich nach Möglichkeit erst gegen 10.30 Uhr oder 11 Uhr etwas zu Essen. Ich fühle mich rundum besser, was sicher an der Summe der Dinge liegt, die ich aktuell mache (auf die Ernährung achten, fast täglich Rad fahren, Activ Centrum und Five Zirkel, NEM und keinen Alkohol trinken). Ach ja und Meditieren mache ich auch wieder regelmäßig!

Rückblick auf die 2. Woche (09.09. - 15.09.):
Einnahme von NEM (Basico, Green active, Omega-3), kein Alkohol, wenig Süßes

Montag - Schmerzen Tag 8, Laune auf dem Nullpunkt, Arztbesuch
Dienstag - spontan Überstunden-frei, Radtour 32 km, vegetarischer Tag
Mittwoch - mit dem Rad zur Arbeit (21 km), abends five Zirkel, jedoch nur 30 Minuten ohne anderes
Donnerstag - mit dem Rad zur Arbeit (21 km)
Freitag - mit dem Rad zur Arbeit (21 km)
Samstag - Five Zirkel und Studio, 2 Stunden gesamt
Sonntag - geplant 8 km Nordic Walken

Sonntag, 8. September 2019

Selbstversuch

Nun ist der Sommer auch schon wieder vorbei und schrieb ich noch im letzten Beitrag, dass meine Knie aktuell keine Probleme machen und alles richtig gut sei, habe ich seit einer Woche im linken Knie wieder heftige Probleme*. Nicht nur das, auch wurde mir zwischenzeitig ein fortgeschrittenes Schulter Impingement rechts und gleichzeitig eine nicht auskurierte "frozen shoulder" aus 2018 attestiert. Ich denke, das eine hängt mit dem anderen eng zusammen, es ist jedenfalls schmerzhaft und unangenehm und schränkt sehr ein im Alltag. Doch nicht nur über Tag, nachts ist es besonders unangenehm, da ich einfach nicht weiß, wie ich mich hinlegen soll und daher schon lange nicht mehr ungestört durchschlafen kann. Der Orthopäde möchte daher operieren.

Zunächst habe ich dann mal das Internet befragt und habe direkt einige widersprüchliche Thesen gefunden, vor allem bei Liebscher & Bracht. Die sind einfach nur Klasse und haben wirklich tolle Übungen, die sich inzwischen in mehr und mehr Studios und Physiotherapiepraxen wiederfinden. Daraufhin habe ich mich (bei meiner dort arbeitenden Schwiegertocher in spe) im Activ Centrum in Aachen angemeldet. Hier gab es zum einen ein zweimonatiges Schnupperangebot, weshalb ich den Versuch starte ohne mich zunächst zu lange zu binden. Zum anderen liegt der Fokus hier sehr klar auf Gesundheit. Dementsprechend ist das Publikum auch teils älter, weshalb ich mich dort besser aufgehoben fühle, als in einer Ketten-Mucki-Bude. Im Studio gibts den sogenannten Five Zirkel, der mich bereits nach erster Anwendung komplett überzeugte. In welch desolatem Zustand meine Faszien und meine Beweglichkeit wirklich sind, machte der umso deutlicher.

Zusätzlich zum vorherigen Funktionstest, den ich wider Erwarten (vor allem die Kondition war super), bis auf Knie und Schulter, ziemlich gut absolvierte, wurde ich gebeten, meinen Säure-Basen-Haushalt zu testen. Was soll ich sagen?! Ich bin hoffnungslos übersäuert, was mich jetzt nicht wirklich wundert. Ist ein Körper übersäuert, kann eine Entzündung nicht heilen und Schmerzen bleiben. Da ich nun diese Woche so erbärmlich rumgehumpelt  bin, habe ich mir gestern kurzerhand die beiden Präparate geholt, die hier für Abhilfe sorgen sollen. Das sind Basico und Green active. Zusätzlich nehme ich morgens und abends einen Löffel hochwertiges Olivenöl zu mir.

Nun möchte ich hier Tagebuch artig festhalten, was sich wie verändert, in der Hoffnung, dass sich was verändert! Alleine zu Hause schaffe ich es nicht, regelmäßig Übungen zu machen, das hat die Vergangenheit deutlich gezeigt. Auch hoffe ich sehr, dass die beiden Präparate, die nicht gerade günstig sind, ihren Teil dazu beitragen, dass es mir bald besser geht. Doch ist auch nun mal wieder Geduld gefragt, mit der ich es ja bekanntermaßen nicht so habe.

Gestern habe ich schon so gut es ging regeneriert und nichts Großes gemacht, am Abend erstmalig die Kapseln geschluckt. Parallel nehme ich immer mal wieder Arnica in der D6 als Globuli.  Heute morgen dann die ersten Kapseln (empfohlen werden 3 x 2 Stück). Der Plan ist, heute ebenfalls nichts zu machen, was das Knie belasten könnte und morgen werde ich wieder mit dem Auto statt mit dem Rad (eBike) zur Arbeit fahren, um zu sehen, wie es dann am Dienstag morgen aussieht und ob sich schon etwas getan hat. Mittwoch steht dann das nächste Training im Studio an.

Rückblick auf die 1. Woche (02.09. - 08.09.): 
Montag - nichts, heftige Schmerzen immer noch seit gestern Abend
Dienstag - mit dem Rad 8 km Testfahrt, wohoooo wie geil is das denn?!
Mittwoch - mit dem Rad zur Arbeit (21 km), abends five Zirkel, jedoch nur 30 Minuten ohne anderes Donnerstag - mit dem Rad zur Arbeit (21 km)
Freitag - mit dem Rad zur Arbeit (21 km), abends Felix Lobrecht im Eurogress
Samstag - Regeneration, da wieder heftige Schmerzen, 1. Einnahme am Abend von Basico und Green active Sonntag - Regeneration, Tag 2 NEM (Nahrungsergänzungsmittel)

Fazit: eBike fahren ist der Hammer, ich kann den Hype nun absolut nachvollziehen. Ich weiß nicht, was ich aktuell machen soll bezüglich des Knies. Ist das Radfahren hier auch eher kontraproduktiv, auch wenn ich beim Fahren selbst keine Probleme habe? Treppen rauf und runter und selbst normales Gehen bereiten mir heftige Schmerzen. Dazu hatte ich eine sehr heftige Arbeitswoche, so dass ich echt platt war an jedem Tag. Die Regeneration ist mehr als nötig, für den gesamten Körper, nicht nur für die Beine.

* die Schmerzen im Knie fingen an, als ich am vergangen Sonntag mit Dirk eine kleine Runde Gehen/Laufen war, da ich immer noch Wiedereinsteiger bin. Eigentlich sollte ich überhaupt nicht mehr Laufen (auch, wenn der Orthopäde es nicht komplett verboten hat), aber es fehlt mir so und deshalb hatte ich vor 4 Wochen wieder mit einer Mischung aus Gehen und Laufen angefangen. Etwa um die 8 - 9 km, maximal aber nur 2 Kilometer davon gelaufen. So wollte ich kontinuierlich weiter steigern. Das hatte auch wunderbar funktioniert, ich hatte keine Probleme im Anschluss. Leider war wohl das Gelände letzte Woche ein wenig zu profiliert, so dass ich bereits  Schmerzen während des Laufens bekam und dann zum Glück am Ende der Runde war. Beim Aussteigen aus dem Auto zu Hause gab es einen heftigen Stich, eine Verklemmung im Knie und da war der Mist plötzlich da. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmeres, nur eine dumme Überlastung.

Dienstag, 21. Mai 2019

Alltagsheldin mit diversen Schwächen

Es ist 18.40 Uhr und seit einer knappen halben Stunde läuft unsere neue Waschmaschine, die ich eigenhändig und ganz alleine angeschlossen habe. Ja, stimmt, ich bin ziemlich stolz gerade *lach*.
Jetzt muss nur noch alles einwandfrei funktionieren, also das Abpumpen und so...

Während ich hier sitze und schreibe, höre ich im Hintergrund Rammstein. Seit Freitag ist das neue Album raus und ich bin wieder sehr begeistert von den neuen Songs. "Deutschland" ließ ja schon Großes erahnen, der Song ist nach wie vor mein Favorit von den elf neuen Liedern, doch der Rest enttäuscht auch keinesfalls. "Zeig Dich" und "Puppe" bilden meine Top 3, danach folgt "Hallomann" - wieder ein typischer "Rammstein-Abgrund", weshalb ich die Band so mag. Die menschlichen Abgründe, die sonst gerne totgeschwiegen werden, finden bei ihnen Raum, unterlegt mit harten Gitarren und Schlagzeugbeats, die teilweise bis ins Mark gehen.

Das Beste aber ist die Tatsache, dass wir am Freitag in Gelsenkirchen die Generalprobe für die neue Tour anschauen können! Wir haben das gewonnen, brauchen also auch nichts dafür zu bezahlen - ja, wie geil is das denn bitte!? Über diesen Umstand war ich so happy, dass ich aus den neuen Adidas-Tretern glatt meine eigene Rammstein-Edition gemacht habe, ich fand die Idee einfach witzig. Wir sind so gespannt und freuen uns riesig! Hier gibts eine tolle Zusammenfassung zum neuen Album.



Sonst hab ich aktuell nicht allzu viel zu berichten. Vom Staffelfinale von Game of Thrones war ich ein wenig enttäuscht, irgendwie ging es doch zu schnell, man hätte noch zwei, drei Folgen mehr gebraucht finde ich. Das Ende wirkte mühsam herbeigeführt. Wo ich sonst am Ende einer mich so begeisternden Serie tief berührt und nicht selten weinend ergriffen den Abspann verstreichen lasse, habe ich nahezu nur mit den Schultern gezuckt. Okay, jetzt ist es vorbei. Hm. Schade. Das wars dann. Nein, so ein Ende wirkte mir zu konstruiert. Aber, kann eine solch hervorragende Serie überhaupt ein geeignetes Ende finden? Ich denke nicht.

Was mein Invervallfasten angeht, so bin ich leider ziemlich undiszipliniert. Auf die Waage gehe ich ja schon lange nicht mehr, aber der Bauch ist aktuell recht Kohlenhydrat-geladen ;-). Zwar schaffe ich es, bis 12 Uhr nichts zu essen (außer am WE, wenn Dirk zu Hause ist), aber im Essensfenster habe ich ständig Lust auf Süßes, ob Kuchen oder Lakritze, Kekse oder Schokolade. Ich fürchte, es liegt am Wetter :-). Das geht mir langsam ziemlich auf den Senkel. Nun, wo endlich die verhassten Nachbars-Tannen weg kommen (seit zehn Jahren warten wir darauf!), wird es höchste Zeit für Sonne, die endlich zu unserer Terrasse durchdringen könnte, wäre sie denn da. Aber schimpfe ich nicht übers Wetter, schließlich wars mir letztes Jahr viel zu heiß.

Meinen Knien geht es endlich gut, richtig gut. Ich habe nahezu keine Probleme mehr, habe ich meine Aktivitäten auch sehr runtergeschraubt. Ich denke mal, ich bin jetzt genug verheilt und sollte allmählich die Belastung wieder steigern. Gerne würde ich jetzt anfangen, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Nächste Woche hab ich erstmal frei, dann noch zwei Wochen Arbeiten und dann gehts auch schon in den Urlaub. Dieser wird ein absolutes Highlight für Dirk und mich bereit halten, es wird Dirks Geburtstagsgeschenk und hoffentlich eine mega Überraschung. Ich werde berichten.

20 Uhr, die Wäsche ist fertig und alles hat wunderbar funktioniert, keine Überschwemmung im Keller, na also, wer sagts denn :-)




Samstag, 13. April 2019

Rückschritt und Tabula rasa

Die letzten beiden Wochen waren nicht gut bei mir. Ich fühle mich unausgeglichen und nicht auf der Höhe. Morgens werde ich meist schon mit Kopfweh wach und fühle mich verkatert und weiß nicht warum. Schmerzen, sei es in den Knien, in den Füßen oder in der Schulter gehören inzwischen wie selbstverständlich dazu. Mein Frühstück ist neuerdings eine Ibuprofentablette - immerhin passt es ins Intervallfasten ;-). Dass das Wetter nun auch nochmal richtig winterlich kalt geworden ist, trägt nicht gerade dazu bei, dass meine Stimmung sich aufhellt, im Gegenteil. Es drängt mich nach draußen in die Natur, aber der eiskalte Wind bremst mich aus, zwingt mich, drinnen zu bleiben und nur die nötigste Zeit draußen zu sein.

Mit meiner beruflichen Situation habe ich mich arrangiert, nicht mehr, nicht weniger. Spaß ist was anderes. Aber die Zeit geht immerhin ganz gut um, wenn ich im Wareneingang bin und vormittags meine Zeit mit Päkchen annehmen, aufmachen und verteilen verbringe. Eigentlich kein Job für eine Frau, aber so what?! Anpacken konnte ich immer schon gut und schließlich bin ich mir auch nicht zu schade, es zu tun. Aber der Wunsch nach Erfüllung wird immer lauter, schließlich verrinnt mit jedem weiteren Tag meine irdische Zeit. Und die, so habe ich das Gefühl, nutze ich in keiner Weise so, wie es der Schöpfer wohl geplant hatte. Natürlich denkt jetzt sofort jeder, der das liest, ts, ja sicher, das Leben ist kein Ponyhof und ich könnte mir auch schöneres vorstellen, als das, was ich täglich mache...

Die Frage nach meiner wahren Berufung treibt mich schon lange um und ich komme nicht wirklich weiter in dieser Sache. Ich weiß im Grunde, was mein Herz zum Singen bringt, wie es so schön heißt, aber ich weiß nicht, wie ich es umsetzen kann und damit auch ein Auskommen haben kann. Der Mann an meiner Seite ist so bodenständig und realistisch, dass er keinerlei Risiko (schon gar kein finanzielles!) eingehen möchte und ich alleine weiß noch weniger, wie ich es anstellen soll, mir einen kleinen Hof mit ein paar Tieren zu ermöglichen, eine kleine Pension oder ein Café, irgend soetwas in der Art. Der Mann an meiner Seite hat darüberhinaus einen Job, der ihn erfüllt, er verdient etwa viermal so viel wie ich, und er kann mit meinen Spinnereien wenig anfangen, ganz zu schweigen davon, dass er meine Leidenschaft teilt, irgendwo auf dem Land zu leben. Bin ich bloß naiv und stelle mir das Leben wirklich als Ponyhof vor? Was tun? Hoffen und Warten, Anpassen und Ausharren? Weiter funktionieren? Bis... ja, bis was? Der Lottogewinn kommt? Die glückliche Fügung?

Ich habe ein wenig Angst, dass ich irgendwann, vielleicht sogar in Kürze ganz plötzlich und unerwartet ins Gras beiße, vor der Himmelpforte stehe und gefragt werde, ob meine Zeit wirklich reif ist und ob ich mein Leben so gelebt habe, dass ich nun ohne Weiteres in die nächste Ebene eintreten kann. Nein, verdammt nochmal, nein! Auch wenn ich nicht sicher bin, ob es diese nächste Ebene gibt und ob die nicht vielleicht tausendmal besser ist, als das, was hier unten so abgeht... Nein!

Das Leben ist nicht schön. Wer behauptet das ständig, wer redet uns das ein? Es hat nur schöne Momente (und die sind sehr rar). Ich erinnere mich kaum noch. Sind wir doch mal ehrlich, was ist so schön an diesem Leben? Wir kommen auf die Welt und müssen uns sofort fügen und an Regeln halten, wir lernen, so zu sein, wie die anderen, und treten mit ihnen in ständige Konkurrenz, egal ob in Schule, Beruf oder Freizeit. Wir sind von Eltern abhängig, die uns nach gut Dünken erziehen und formen, Lehrern und anderen Autoritäten, die meinen zu wissen, was gut für uns ist. Solange wir funktionieren, wie es ihnen passt, ist alles gut. Aber wehe, wir entsprechen nicht der Norm! Diesen Luxus können wir uns erst wieder leisten, wenn wir älter, eigenverantwortlich sind und auch dann schafft es nicht jeder, sich zu verwirklichen, sondern bleibt angepasst und nur ja schön anständig. Wer von uns kann behaupten, dass er sich selbst liebt und akzeptiert, wie er ist? Uns wurde das nicht beigebracht. Also mir zumindest nicht, ich sollte immer besser sein, nie war es gut genug. Ist das vielleicht der Grund, warum ich das Leben eher negativ empfinde? Weil ich mich selbst nicht liebe, kann ich auch andere nicht  richtig lieben und bin mit der Welt und meinen Gefühlen nicht im Reinen?

Ich habe nahezu vergessen, was Liebeskummer ist, ich weiß nicht mehr, wie es sich anfühlt. Genauso habe ich vergessen, was Leidenschaft bedeutet, die Gier, die Lust aufeinander zu haben, sich zu vermissen, sich sehnsuchtsvoll nach dem Anderen zu verzehren. Ich habe vergessen, wie es ist, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat, an nichts anderes mehr denken kann, als den geliebten Anderen. Ich weiß nicht mehr, was es bedeutet, voll freudiger Erwartung auf etwas zu sein, ich habe die Neugier und den Hunger verloren, weil da kaum etwas ist, was ich nicht schon lange kenne und was so selbstverständlich geworden ist. Meine Gefühle scheinen abgestumpft zu sein. Mir kommt spontan "Au revoir" von Mark Forster in den Sinn... Ist alles so gewohnt, so zum Kotzen vertraut!...

Nein, nicht das wir uns falsch verstehen. Es ist nicht der neue Mann, den ich suche oder gerne hätte. Es ist ein anderes Leben, das ich führen möchte. Witzig, dass gerade das Lied "Don't give up" von Peter Gabriel läuft. "Don't give up, there's a place where we belong"...

Wo ist dieser Ort, wo ich hingehöre? Es fühlt sich nicht so an, als wäre er hier, wo ich bin.

Donnerstag, 4. April 2019

Vom richtigen Maß... oder eben nicht

Manchmal ist es einfach nur ernüchternd. Dieser Kack mit dem Älter werden...

Heute hatte ich einen Kontrolltermin wegen meiner Schulter. Da ist zwar noch nicht alles 100 prozentig okay, aber das ist eh ne längerwierige Sache. Krankengymnastik muss ich jetzt erstmal machen. Bei der Gelegenheit hab ich den (fremden, anderen) Doc (auch Sportarzt) auf meine Kniebeschwerden angesprochen. Er riet mir, ohne das Innenleben meines Knies zu kennen bzw. Bilder vom MRT gesehen zu haben, das Laufen einfach mal durch Radfahren zu ersetzen. Er würde darauf schwören, dass ich dann keine Probleme mehr mit den Knien hätte.

Das meinten ja mein Orthopäde ebenso wie mein Physiotherapeut auch. Walken und Radfahren. Boah. Das alleine hört sich schon alt und krank an, oder? Er grinste, als er meinte, "dass ich ohne Sport auch keine Schmerzen hätte, stimmts?". Ja, stimmt. Je weniger ich mache, umso weniger Probleme habe ich. Aber es fühlt sich nicht gut an, überhaupt nicht gut! Und davon abgesehen kamen die Hauptprobleme ja, als ich im letzten Jahr vermehrt mit dem Rad gefahren bin. Ja, vermutlich in Summe alles zuviel gewesen, ich weiß es ja...

Das richtige Maß ist einfach nicht mein Ding. Entweder ganz oder gar nicht, dazwischen kann ich wohl nicht. Dabei ist es schlichtweg die Ungeduld, die immer noch und nach wie vor mein Hauptproblem ist. Hätte ich mal langsam weiter gesteigert, wäre es vielleicht gut gegangen. Aber nein, Madame muss ja direkt wieder los legen, als wäre alles beim Alten...

Das muss ich jetzt erstmal sacken lassen und überlegen, wie ich vorgehe. Eigentlich will ich laufen. Laufen ist lebendig, laufen ist dynamisch, laufen fühlt sich jung und gesund an. Und laufen dauert nicht so lange, wie walken und ist auch nicht so zeitintensiv wie Rad fahren. Oh man, ich bin echt bedient...

Dienstag, 2. April 2019

Intervallfasten 16:8, Tag 92

Auf drei Monate kann ich nun zurück blicken und auf 6 Kilo Gewichtsverlust. Klingt nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass ich nicht gehungert habe und nahezu alles essen konnte, wonach mir der Sinn stand, ist das absolut okay.

Aktuell stagniere ich bei 76 Kilo und das seit drei Wochen. Es liegt vermutlich daran, dass ich "zuviel" Brot esse und mich hin und wieder zu einer Süßigkeit hinreißen lasse. Am Samstag gabs dazu einige Aperölchen - da muss ich mich nicht wundern.

Alles in allem bin ich dennoch wie es scheint bei "meiner Methode" angekommen. Noch nie habe ich eine Änderung meiner Ernährung so lange durchgehalten, was wohl eindeutig für diese Methode spricht. Ja, sie ist absolut alltagstaulich. Und hatte ich schon erwähnt, dass ich keine Kalorien zähle? Das machen ja die meisten, die IVF machen, um immer zu sehen, ob der Kalorienverbrauch im Defizit bleibt, aber mir ist das zu mühsam. Ich versuche dagegen mit Sport und Bewegung meinen Verbrauch zu erhöhen.

Was das Laufen angeht, bin ich leider zu übermütig gewesen. Am Freitag, bei schönstem Sonnenschein, habe ich mich tatsächlich zu 7 Kilometern in profiliertem Gelände hinreißen lassen und davon bin ich tatsächlich nur 900 Meter gegangen, dort, wo es am steilsten war. Der Tag danach fühlte sich eigentlich ganz gut an in den Beinen, keinen großartigen Muskelkater oder ähnliches, aber dann kam der Sonntag und die Schmerzen am Sprunggelenk wie auch im Knie (nur rechts) waren da. Ich meine sogar, dass das Knie geschwollen war. Na ja, da ich ohnehin wegen meiner gezerrten Schulter krank geschrieben bin und eine Ibuprofen-Kur machen muss, ist es nicht ganz so schlimm, da kann ich das Bein viel hochlegen und kühlen. Und gegen die Langeweile hab ich mir ein Buch gekauft: In guten, wie in schlechten Tagen. Liest sich richtig leicht runter und ich bin gespannt, wie es weitergeht...

Bis zum nächsten Mal ;-)

Sonntag, 17. März 2019

Mal wieder Wiedereinstieg, Lauf Nr. 2

Puh, ich bin ja eigentlich ein Schlecht-Wetter-Fan, was nicht heißt, dass ich schönes Wetter nicht mag! Grundsätzlich aber zieht mich schlechtes Wetter nicht runter und es hält mich auch nicht davon ab, zu walken oder zu laufen. Alles eine Frage der Kleidung, wie man so sagt. Wenn es denn nicht gar zu übel ist. Die letzten beiden Wochen fallen allmählich in die Kategorie "Es reicht!", was der Kombination aus Regen und Sturm geschuldet ist und der Dauer von Beidem. Wie gut, wenn man dann einen Mann hat, der die Wetteraussichten im Auge behält und jedes noch so kleine Regenfenster findet.

So fuhren wir heute gegen 10 Uhr Richtung niederländisch-belgische Grenze an die Maas und tatsächlich zeigte sich am Horizont ein Streifen blau. Der wurde immer größer, je näher wir unserem Ziel Nähe Maasmechelen kamen. Der Wind allerdings war immer noch heftig und kam weitestgehend von der Seite. Da ich ja noch in der Wiedereingliedungsphase mit dem Laufen bin, war der Plan je einen Kilometer gehen und einen Kilometer laufen. Angefangen mit Gehen, war mir doch ziemlich kalt und ich war wirklich froh, als meine Uhr endlich piepste und ich los laufen durfte. Die operierten Knie hatten erstmal ein bisschen Anlaufschwierigkeiten und meine knappe Luft zwang mich, schön langsam zu bleiben. Mit teilweisem Gegenwind schoss der Puls schnell in die Höhe, weshalb ich auch brav nach einem Kilometer stoppte und ging. Der Puls beruhigte sich nur mäßig und das Anlaufen zum nächsten  Laufkilometer tat mir vor allem im rechten Knie etwas weh. Aber es lief sich raus. Die Landschaft entlang des Kanals war gesäumt von umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Ästen, mal mehr, mal weniger kräftig. Ein halbes Auge hatte ich also immer nach oben auf die Bäume gerichtet. Mit dem Erreichen der Maas, also auf dem Rückweg meiner Runde, beschloss ich dann, mir das schwerfällige Anlaufen zu ersparen und zu testen, wie es sich denn nach einem Kilometer weiter läuft. Daraus wurden dann 3 Kilometer, begleitet von meiner Rocky Musik in den Ohren. Die Vorstellung, mit Rocky in Sibirien zu laufen war in der Tat motivierend - die Musik ist schon Klasse (die Filme muss ich unbedingt nochmal anschauen)!

Nach 9,25 km war ich wieder am Auto und sehr glücklich, dass es immerhin zu drei Kilometern am Stück gereicht hat. Wäre das Wetter besser gewesen, hätte es sicher etwas mehr Spaß gemacht, aber die sonnigen Abschnitte waren schon Klasse. Selten habe ich die Maas so voll mit Wasser gesehen!

Natürlich haben im Laufe des Nachmittags meine Beine etwas weh getan, aber es ist ein gutes Gefühl und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Lauf, in dem Wissen, dass dann das Wetter bestimmt wieder besser ist und es dann wieder ein bisschen besser gelingt - Laufen macht  mir einfach mehr Spaß als Walken.

Und heute gibts definitiv keinen Klamauk-Tatort, sondern ein oder zwei Folgen Shameless. Die Tatorte werden immer schlechter, leider. Aber Münster hat mir ohnehin noch nie gefallen, die inszenieren sich zuviel selbst und es mangelt mir an Krimi.

Und somit ist das Wochenende auch schon wieder vorbei - wie immer war es zu kurz...

Montag, 11. März 2019

Intervallfasten 16:8, Tag 70

Mit einer drastischen Gewichtsabnahme kann ich heute nicht dienen; es bleibt aktuell bei 5,4 Kilo und  das ist für mich absolut okay. Denn wie heißt das chinesische Sprichwort? Wie isst man einen Elefanten? In kleinen Stücken. Und das ist irgendwie angekommen in meinem ungeduldigen Oberstübchen.

Die Karnevalszeit hat mir, obwohl ich nicht groß gefeiert habe, etwas "ungesunde" Ernährung beschert, so zum Beispiel Erbsensuppe mit Bockwurst und Brötchen wie auch ein Stück Kuchen zum Nachtisch und am Abend zwei Gläser Wein, an einem anderen Tag gabs die Karnevalspommes aus Holland, die inzwischen bei uns Tradition geworden sind und dazu natürlich auch ein, zwei Bier (ich zähle jetzt nicht alles auf, was ich gesündigt habe ;-), da gabs noch etwas mehr...

Dennoch bin ich sehr entspannt und das Intervallfasten fällt mir sehr leicht. Ich habe mein Fenster um eine Stunde verkürzt, so ist um 19 Uhr Schluss und das Erste esse ich wieder um 12 Uhr (den 11 Uhr Apfel habe ich auf den Nachtisch verschoben). Manchmal, am Wochenende, kommt es sogar vor, dass ich erst um 13 Uhr oder noch später esse. Daran habe ich mich inzwischen gut gewöhnt, auch wenn mein Magen häufig knurrt wie ein blöde. Mit Wasser trinken kann man das gut eindämmen oder ganz abstellen. Und falls das jetzt falsch rüber kommt, nein, ich hungere nicht im klassischen Sinne, denn im Essenszeitfenster kann ich quasi essen, was ich mag und auch so viel ich mag, was die Methode wohl so Klasse macht!

Was hat sich gebessert seit dem Intervallfasten? Ich schlafe besser und mein Hautbild ist feiner geworden. Auch meine Hitzewallungen sind erträglicher und weniger geworden.

Den Zuckerkonsum beschränke ich auf ein alltagstaugliches Minimum. Süßigkeiten meide ich immer noch, aber wenn es, wie in der Karnevalswoche, in der es mir mental überhaupt nicht gut ging, einmal sein muss, dann gibts auch mal einen Schokoriegel. Aber die "Masse", die gibts nicht mehr. Jetzt gibts nur noch gelegentliche Ausnahmen und das fühlt sich richtig gut an für mich. Nach wie vor bin ich also davon überzeugt, mit dem Intervallfasten eine gute Methode, "meine persönliche Methode", gefunden zu haben, meine Ernährung in den Griff zu bekommen und nicht ständig über die Stränge zu schlagen. Das gilt besonders auch für den Alkoholkonsum.

Und was gibts sonst noch so? In genau 90 Tage gehts in den Urlaub! Erst zum Gardasee und dann nach Gröden, wir freuen uns schon sehr, was auch dem neuen Auto geschuldet ist, mit dem wir uns eine entspanntere Autofahrt erhoffen.

Ach ja, und mit dem Laufen habe ich nach über einem halben Jahr Auszeit wieder angefangen! Die zweite Arthroskopie ist jetzt 8 Wochen her, das sollte reichen. Zunächst bin ich die ersten beiden Kilometer gegangen, dann einen Kilometer gelaufen. Die Knie, besonders das Rechte, zwackten schon am Anfang, aber es wurde mit und mit besser. Dann bin ich wieder einen Kilometer gegangen und das ganze im Wechsel, bis es in Summe 9 Kilometer geworden sind, also 4 davon gelaufen. Ich hab mich riesig gefreut! Im Anschluss habe ich mich ordentlich gedehnt und auch am nächsten Tag ein bisschen geradelt und wieder gedehnt. Klar, heute habe ich etwas Muskelkater, aber es fühlt sich gut an, nach einem Anfang! Wenn  mir das Dehnen und Übungen machen genauso in Fleisch und Blut übergeht, wie das Intervallfasten, wäre das schön. Um schmerzfrei zu sein, muss ich Übungen machen, ob ich will oder nicht. Je mehr Spaß es macht, umso leichter wird es zur Gewohnheit. Mal schauen, wie es weitergeht :-)

Freitag, 15. Februar 2019

Meine Erfahrung mit Intervallfasten 16:8, Tag 46

Zunächst das Gute: ich bin weiterhin konsequent und standhaft und es fällt mir überhaupt nicht schwer, auf Süßigkeiten und Alkohol zu verzichten. Inzwischen habe ich Tag 46 geschafft und bin guter Dinge, es mehr und mehr zu meiner ganz normalen Lebensweise zu machen, anstatt es als Diät zu sehen. 4,5 Kilo sind "leider" bis jetzt nur weg gegangen, aber ich spüre eine deutliche positive Veränderung in meinem Wohlbefinden. Außerdem schlafe ich auch schon wieder etwas besser. Dass die Heißhungerattacken weg sind, empfinde ich ebenfalls als coolen Nebeneffekt. Hunger verspüre ich lediglich morgens etwas, was ich allerdings auch mal wieder schön finde. Ich war nämlich so übersatt, dass ich dieses Hungergefühl und einen knurrenden Magen schon gar nicht mehr kannte! Mit einem Glas warmem Wasser oder einem Tee läßt sich das wunderbar ausschalten.

Und nun das Negative: ich bin so schrecklich ungeduldig (gewesen). Bis gestern zumindest. Sechseinhalb Wochen sind im Grunde eine sehr kurze Zeit. Das Dumme ist nur, dass ich mit der HCG-Stoffwechseldiät einmal in genau dieser Zeit 12 (in Worten zwölf) Kilo abgenommen habe. Das schürt natürlich meine Ungeduld. Außerdem machen sowohl meine Freundin als auch meine Schwägerin aktuell genau diese Diät und nehmen wie Bolle ab. Logisch, sie essen ja auch so gut wie nichts, im Gegensatz zu mir. Ich esse eigentlich "normal" bis mäßig und möglichst gesund, aber in jedem Fall "mich satt". Ja, ich denke sogar, dass ich teilweise zu wenig gegessen habe, um den Prozess des Abnehmens zu beschleunigen. Der zeigt mir allerdings den Stinkefinger, weil ich exakt seit zwei Wochen stagniere. 78 Kilo plus minus 300 Gramm, so geht es seit zwei Wochen. Doch auch, wenn mein zweiter Vorname Ungeduld ist, bleibe ich konsequent. Denn ich weiß ganz genau, dass es, wenn ich so weiter mache, einfach klappen muss, das geht gar nicht anders und das verleiht mir eine gewisse Form der Entspannung. Genau, keinen Druck machen, locker flockig beibehalten, was ich als gut und richtig befunden habe. Die Verunsicherung war dennoch groß, ich war überzeugt, irgendwas falsch zu machen. Esse ich zuviel? Esse ich zu wenig? Dirk riet mir, mehr zu essen, eigentlich eher ganz normal weiter zu essen. Ich hingegen war der Meinung, wenn ich im Defizit bleibe, nehme ich eher ab. Wie der Zufall es wollte, stolperte er im Getränkemarkt über die Hirschhausen Zeitschrift "Gesund Leben", in der es um diverse Erfolgsgeschichten und noch einmal um 20 Fakten zum Intervallfasten ging. Je mehr ich darüber las, umso entspannter wurde ich.

Ich bin auf dem richtigen Weg und da bleibe ich. Sicher wäre es schön gewesen, ich hätte bis zum 1.3. noch drei Kilo weniger. Aber es ist, wie es ist und es ist gut, wie es ist. Und wer hetzt mich überhaupt?! Ich mich selbst, sonst niemand! Dirk liebt mich sowieso, wie ich bin, ob mit 82 oder 72 Kilo und ich denke, es mag mich niemand weniger, nur weil ich ein paar Kilo zuviel auf den Rippen habe. Ok, ich mache das ja sowieso nicht für andere, ich mache es für mich, und nur für mich! Allmählich fühle ich mich wieder wohler, auch wenn ich von meinem Ziel noch einiges entfernt bin. Es fühlt sich schon besser an und es sieht auch schon wieder besser aus. Aber vermutlich liegt das mehr an meiner Ausstrahlung, als an der Zahl auf unserer Waage ;-).

Es macht wieder Spaß, es ist eine Herausforderung, ein fortwährender Prozess, oder anders: Der Weg ist das Ziel. Die Methode ist im Grunde idiotensicher, weil die Regeln so simpel sind, und ich denke, einfacher kann man Gewicht nicht reduzieren und gleichzeitg seinem Körper eine gesunde, tägliche Erholungsphase gönnen. Ich bin wieder überzeugt, die für mich richtige Variante gefunden zu haben.

In diesem Sinne rate ich allen, die das auch machen, immer schön locker zu bleiben. Die Dinge dauern so lange, wie sie dauern. In Sachen Konsequenz habe ich mir selbst schon mehrfach bewiesen, dass ich es sein kann, schließlich rauche ich seit einigen Jahren schon nicht mehr und habe seit 46 Tagen keine Süßigkeiten, Chips, Kuchen oder Pommes mehr gegessen (und tatsächlich fehlen sie mir auch nicht, obwohl ich sie laut Dr. Hirschhausen ja essen könnte). Jetzt folgt die Königsdisziplin: mich dazu noch in Geduld üben. Ich schaffe das, wetten?

Sonntag, 10. Februar 2019

Zu Gast bei Frau Höpker

Gestern war ich mit meinen Mädels bei Frau Höpker zum Singen, weshalb ich heute mal kurz davon berichten möchte.

Da wir deutlich zu früh waren, was daran lag, dass ich mich um eine Stunde in der Zeit vertan hatte (und niemand intervenierte), hatten wir das Glück, einen Stehtisch zu ergattern. Die Veranstaltung im Eurogress war sehr gut besucht, doch nicht so brechend voll, wie befürchtet. Der Tisch war aber wirklich Gold wert.

Zu meinem Erstaunen war das einzig bekannte Gesicht, das ich in der Menge erblickte, mein Orthopäde mit seiner Frau, bei dem ich vor ziemlich genau einem Monat auf dem OP-Tisch gelegen habe und vor dem ich noch vor einer Woche mit herunter gelassener Hose zwecks Eigenblutplasma-Spritze gesessen habe. Ein seltsames Gefühl, diesen Menschen zum ersten Mal privat zu sehen.

Ohne viel TamTam ging es los, als Frau Höpker im weißen Abendkleid auf der Bühne erschien und sich umgehend ans E-Klavier setzte. Eröffnet wurde der Abend mit "Über den Wolken", was wohl jeder kennt und weshalb die Menge gleich in ein harmonisches Miteinander fand. Ich war ziemlich überrascht, wie schnell und wie gut es gelang, mit so vielen Menschen gemeinsam zu singen. Es machte vom ersten Lied an direkt ziemlich viel Spaß. Die Texte wurden an die Wand projeziert, so dass es nicht unbedingt nötig war, absolut textsicher zu sein. Alle Lieder waren bekannte Sachen, teils super alt und teils etwas ungewöhnlich, so zum Beispiel das alte Kinderlied "Auf einem Baum ein Kuckuck saß", das aber ungemein gut über die Lippen ging und ziemlich beschwingte. Das Repertoir war ganz gut gemischt, doch ich denke, es spielte nicht wirklich eine Rolle, was gesungen wurde, sondern einfach der Spaß am gemeinsamen Singen machte die Veranstaltung zu einer so gelungenen Sache, bei der auch mehr Männer als erwartet waren.

Frau Höpker unterteilte die Veranstaltung in drei Blöcke zu je 40 Minuten mit zwei Pausen von 15 Minuten. Für unser Empfinden war das etwas zu lange, denn das Stehen wurde dann doch irgendwann anstrengend. Vier Wasser habe ich in dieser Zeit getrunken, denn die nicht geübten Stimmbänder brauchten definitiv Flüssigkeit. Es war tatsächlich teilweise anstrengend, so viel zu singen (und ja, laut war es ja schlielich auch), dabei teilweise zu schunkeln und zu klatschen. Aber es hat einen riesigen Spaß gemacht.

Heute fühle ich mich ein wenig matschig, als hätte ich mit Alkohol und nicht mit Wasser die Stimme geölt, bisschen Kopfschmerzen und vor allem schwere, müde Beine habe ich. Aktuell regnet und stürmt es noch ziemlich heftig, aber ich möchte dennoch gleich eine Runde walken gehen, ich brauche etwas frische Luft um die Nase und die Beine vor allem Bewegung.

Am 7.7. gibt Frau Höpker wieder ein Konzert in unserer Nähe. Dann werden wir wieder, diesmal ebenfalls mit unseren Männern, dabei sein. Sie sind schon gespannt, was die Dame aus ihren Stimmen heraus holen wird. Das wird sicher lustig - und gute Laune macht es auf jeden Fall. Wer also mit dem Gedanken spielt, sollte es einfach mal machen und staunen, wieviel Spaß es macht, im Kollektiv zu singen.

Einen gemütlichen Sonntag noch!






Sonntag, 3. Februar 2019

Sweet Lucky

Das ist sie, unsere süße Lucky, die beste Katze der Welt ;-). Das Lucky-Projekt ist voll aufgegangen  sie ist wirklich ein absoluter Glücklich-Macher und wir sind jeden Tag aufs Neue in sie verliebt. Sie ist einfach wunderbar, wunderschön und eine absolute Kuschelkatze, die nahezu alles mit sich machen läßt. Wir sind so froh, dass wir uns dazu entschlossen haben, sie zu nehmen und möchten sie für kein Geld der Welt wieder hergeben. Inzwischen wiegt sie 3 Kilo und ist immer noch recht klein unter ihrem gigantischen Fell, das wir inzwischen ein wenig gedünnt haben an verschiedenen Stellen, weil es einfach zu viel ist. Schließlich muss sie ja nicht nach draußen. Sie ist übrigens ein Mix aus Neva Masquarade (sibirische Waldkatze) und British Longhair. Sie ist jetzt 10 Monate alt (*18.04.2018) und kann auch schon mal ein kleiner Teufel sein, der gerne an unserem Lampenschirm über dem Esstisch hängt. Aber so sind sie halt, die lieben Kätzchen - alles andere wäre auch langweilig ;-). Ich weiß nicht, wie oft es passiert, dass ich mich dabei erwische, dass ich breit grinse und lächle, wenn ich ihr beim  Putzen oder Schlafen zusehe. Selten hab ich mich so in meiner Mitte gefühlt, wie aktuell und dazu trägt die Süße täglich bei. Danke Lucky :-*









Wasserstandsmeldung, Intervallfasten 16:8, Tag 34

Ein herzliches Hallo ans andere Ende der Leitung :-).

Heute habe ich mich entschlossen, den Blog hier mal wieder ein wenig aufleben zu lassen. Der Grund? Es geht mir einfach nur mal richtig gut. Und ich habe endlich wieder ein Ziel.

Mit großem Bedauern habe ich eben gelesen, dass wohl definitiv kein Lauf mehr über die Öresundbrücke stattfinden wird, welchen es zuletzt zum 10. Jubiläum der Brücke gab. Von "dem allerletzten Lauf" war da die Rede. Zu schade, denn ich habe mit großer Begeisterung "Die Brücke" geschaut und nachdem ich sie aus dem Flugzeug sogar von oben gesehen habe, wollte ich einmal unbedingt dort drüber laufen - ja, wenn es sein musste, eben auch in einem Wettkampf (welche ich ja nicht mehr laufen wollte). Naja, gewisse Dinge erfordern dann leider ungewöhnliche Maßnahmen, aber das hat sich ja ohnehin erledigt. Sollte es zum 20. Jubiläum tatsächlich nicht noch einmal einen Lauf geben, so haben wir eben den Lissabon Halbmarathon für uns entdeckt, der über die Brücke des 25. April führt. Bis dahin habe ich ordentlich Zeit, wieder fit zu werden.

Mit dem Laufen fange ich mehr oder weniger nämlich bei Null an. Am 25.10.18 hatte ich eine Arthroskopie am rechten Knie, am 10.01.19. wurde das linke ebenfalls "durchgewischt". Im Sommer 2018, als wir aus dem wunderbaren Urlaub in England kamen und dann noch fix in Hamburg unsere süße Lucky abgeholt haben, ging es plötzlich los mit ziemlich üblen Knieschmerzen in beiden Beinen. Vermutlich hat mir das häufige Radfahren zur Arbeit den letzten Stoß versetzt, jedenfalls ging dann sportlich gar nichts mehr. Der übel heiße Sommer hat sein Übriges dazu getan, die fehlende Bewegung und das Frustessen hat mir ein Gewicht von 82,2 Kilo am 1. Januar 2019 beschert. Schmerzgrenze deutlich überschritten! Ich fühlte mich dermaßen unwohl, dass die Motivation, etwas zu ändern, endlich groß genug war.

So entschied ich mich, dem Zucker und dem Alkohol zu entsagen und obendrein das 18:6 Intervallfasten zu machen, da ich jemand bin, der sehr gut auf Frühstück verzichten kann. So liegt mein Zeitfenster fürs Fasten von 20 bis 12 Uhr, je nach Umstand von 19 bis 11 Uhr. Seit dem 1.1. habe ich 4 Kilo abgenommen und fühle mich schon etwas wohler. Aber da geht noch einiges. Und da ich täglich essen kann und nicht wirklich hungern muss, fällt es mir auch überhaupt nicht schwer. Meine Motivation ist nach wie vor sehr groß und ich bin sehr optimistisch, dass ich das noch eine ganze Weile durchhalten werde. Der Wunsch ist natürlich, Zucker und Alkohol weiterhin zu meiden, auch nach dem Erreichen meines Wunschgewichtes von etwa 70 Kilo. Mal schauen, wo ich lande.

Derzeit bin ich also aktiv dabei, die Knie wieder ans Laufen zu bringen. Dazu muss ich nahezu täglich Übungen machen, denn vernachlässige ich die einmal eine Weile, gehts sofort wieder los mit Schmerzen. Je mehr ich  mache, umso besser gehts mir. Auch habe ich mich für eine kostspielige Eigenblutplasma Therapie (ACP genannt) entschieden, wo besagtes Plasma in das Knie gespritzt wird, um es gewissermaßen zu schmieren. Ähnlich ist eine Therapie mit Hyaluron, aber mir war der körpereigene Stoff irgendwie sympathischer.

Noch bin ich im Walking-Modus und der Plan ist, Anfang März wieder ganz langsam mit dem Laufen zu beginnen (bis dann sind vielleicht noch weitere 3 Kilo weg, hoffe ich!). Mein Orthopäde meinte zwar, ich solle lieber beim Walken bleiben, aber dafür ist mir das Laufen viel zu wichtig geworden, ich laufe einfach gerne, es gibt mir so ein Gefühl von Freiheit und Einssein mit der Natur, anders, als das Nordic Walken eben. Der Plan sieht außerdem vor, so häufig wie möglich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, was eine Strecke von 23 Kilometern entspricht. Das allerdings auch frühestens ab März; jetzt übe ich noch auf dem Ergometer.

Heute waren wir wie meistens sonntags in Maasmechelen unterwegs. Herrlich wars!




Ja, soviel fürs Erste nochmal von mir.

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch!




Sonntag, 20. Mai 2018

Das Lucky-Projekt

Tatsächlich fühle ich mich ein wenig an meine Schwangerschaft erinnert. Damals, als es noch kein Internet gab, um alle must-haves fürs Baby zu besorgen, ging man noch in Fachgeschäfte. Heute ist es leichter. Seit Tagen sitze ich am Rechner und google Kratzbäume, Katzentoiletten und was man sonst noch glaubt zu brauchen für die neue kleine Mitbewohnerin in spe. Natürlich war ich unlängst im Fachgeschäft und konnte es mir nicht verkneifen, ein erstes Spielzeug für die kleine Mietze mitzunehmen.

Lucky's erstes Spielzeug

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, obwohl eigentlich noch vier Wochen Zeit wären. Aber meine Vorfreude ist einfach riesig, ich kann es kaum erwarten (in etwa so, wie die furchtbaren 9 Monate lang abzuwarten, als ich erfahren habe, dass ich schwanger war). Genau wie damals, bereite ich das Nest vor und treffe Vorkehrungen im Haus - Lucky bekommt ihr eigenes Zimmer, klar, unsere Jungs sind aus dem Haus und wir haben schließlich Zimmer genug.

Die Spielkameraden warten schon ;-)

So lange schon wünsche ich mir wieder eine Katze im Haus und so lange habe ich entbehrt, weil Dirk (zu Recht?) keine derartige Verpflichtung eingehen wollte. So ein Tier stellt man schließlich nicht in die Ecke, wenn man in Urlaub fährt oder ein verlängertes Wochenende spontan zur See möchte. Auch ist es nicht wirklich möglich, den kleinen Scheißer einfach mal so mitzunehmen. Warum jetzt dieser Sinneswandel? Okay, ich gebe zu, ich habe ihn ein wenig vor vollendete Tatsachen gestellt und ja, ich wollte es einfach unbedingt, wohl auch, weil ich eben viel alleine zu Hause bin. Nicht zuletzt hat der Zufall mitgeholfen, so dass wir uns nun auf Lucky (die kleine Graue) freuen, die am 25.06.2018 bei uns einziehen wird.






Lucky, zu deutsch "glücklich", zeigt jetzt schon Wirkung bei mir. Durch den Tod meines Schwiegervaters am 6. Mai und der vorangegangen Umstände, stand unser Leben wochenlang ziemlich Kopf. Die Folge war eine heftige depressive Erschöpfung bei mir und eine Leere, die mich wieder alles Mögliche in Frage stellen ließ. Unsere Internet-Lauf-Freundin Sabine und der Zufall führten mich zu Lucky und das uneingeschränkte Schwärmen von Sabine, die einen Kater aus dem vorherigen Wurf besitzt, überzeugte auch Dirk recht schnell, dass diese (Wohnungs-)Katze für uns und unsere Umstände genau die richtige zu sein scheint. Und nun haben wir ein neues Projekt, das Lucky-Projekt. Einziger Wehrmutstropfen -> wir müssen sie in Hamburg abholen. Aber was tut man nicht alles für so einen kleinen Seelentröster?

Um es kurz zu machen: Wir freuen uns riesig. Bevor wir Lucky abholen, werden wir noch einen wunderbaren Urlaub in Südengland vor der Brust haben und so werden die nächsten Wochen verfliegen wie nichts, auch wenn es da noch die ein oder andere unangenehme Sache gibt, die wir noch hinter uns bringen müssen. Aber so ist das Leben, mal macht es uns traurig, mal glücklich und manchmal überschneiden sich die Ereignisse, so wie jetzt.

Samstag, 11. November 2017

November 2017

Meine Güte, ist das schon wieder lange her, seit ich zuletzt etwas geschrieben habe!  Dabei schreibe ich doch so gerne...

Stellt Euch vor, ich habe seit dem 20.10. ein neues Auto! Was soll ich sagen? Ich liebe ihn! Kein Scherz, dieses Auto macht mich glücklich. Es ist, wider Erwarten, ein Hyundai i20 in der Yes Plus Variante mit einem schicken Panoramadach geworden, Farbe weiß, mit schwarzen Akzenten und getönten Scheiben, sieht echt sehr sportlich und stylisch aus. Das Ganze hatte sich relativ spontan ergeben, vor allem aber das Modell bzw. die Marke, denn einen Hyundai hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Wäre da nicht meine liebe Kollegin Saliha gewesen, die mir diesen überaus tollen Tipp gegeben hat, wäre es wohl, ganz ladylike, ein Fiat 500 geworden. Doch inzwischen bin ich mehr als froh, dass ich dieses weiße Schätzchen jetzt habe, denn der hat so viel Schnickschnack, dass es mich immer aufs Neue beeindruckt und vor allem fährt er sich super, ganz leise und ach... ich könnte über alles an ihm schwärmen! Selten war ich von einem Kauf so überzeugt, tatsächlich alles richtig gemacht zu haben. Also, wer ein richtig gutes Auto mit etlichen Extras (mein Favorit: Die Lenkradheizung!) und 5 Jahren Garantie in einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, dem kann ich uneingeschränkt den Hyundai empfehlen.

Was gibts sonst noch? Im Job läuft es soweit gut, aber dennoch habe ich mich letzte Woche intern um eine Stelle als Teamassistenz beworben. Zu dem Warum kann und möchte ich nicht allzu viel sagen, aber ich hoffe, dass es die richtige Entscheidung ist, die mir unglaublich schwer gefallen ist. Um einige sehr lieb gewonnene KollegInnen in meiner Abteilung tut es mir jetzt schon sehr leid, aber... ich bin ja nicht aus der Welt, sondern nur in einem anderen Gebäude (wenn es denn klappt!).

Meine Stimmung ist aktuell geprägt von Ungeduld (wegen der Bewerbung) und einer gewissen Unmotiviertheit, die sich auf meine Ernährung und dem nötigen Sport bezieht (Ergo: Unzufriedenheit in puncto Gewicht). Die Couch hat eine überaus hohe Anziehungskraft und was gibts dabei besseres, als einen leckeren Rotwein und Erdnüsse zu genießen?!

Tja, und dann schwebt da noch die 50 über mir, die im kommenden Monat mein Alter sein wird. Oh man, ich hätte nie gedacht, dass mich diese Zahl so beeindrucken könnte. Aber Fakt ist, dass sie es tut. Fünzig, das klingt so mega alt. Ich hatte ja zunächst überlegt, noch einmal etwas größer zu feiern. Aber da ich ja bekanntermaßen am denkbar ungünstigsten Tag des Jahres Geburtstag habe, fällt die Party aus. Fünfzig zu werden ist wahrlich kein Grund zum Feiern, oder? Stattdessen überlegen wir, im Januar eine Woche in die Sonne zu fliegen, denn Dirk hat aktuell ziemlichen Stress im Job und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben, so dass eine kleine Auszeit zum Runterkommen sicher nicht die schlechteste Überlegung ist.

Mit meiner Schreiberei tue ich mich ein wenig schwer. Das Erotik-Kurzgeschichten-eBoook läuft zäh an, weshalb sich auch hier meine Motivation in Grenzen hält, weiterzuschreiben bzw. nachzulegen. Dabei lief es bei dem anderen, ersten Anbieter richtig gut - wirklich zu dumm, dass wir gezwungen waren, zu wechseln. Vielleicht sollte ich mich doch mehr in die Belletristik begeben und Liebesromane schreiben...

Sonntag, 16. Juli 2017

Immer an meiner Seite... und unter meiner Haut ;-)


Gestern war es endlich soweit.

Im Dezember bekam ich zum Geburtstag einen Gutschein für ein neues Tattoo und gestern war der Termin bei Gast-Tätowierer Roland (aus Ungarn) bei Way of Ink (in Aachen). Bis dahin hatte ich allerdings einigen Stress, weil ich mir über das Motiv und die in Frage kommende Stelle in keiner Weise klar war. Feststand eigentlich von Beginn an, dass ich gerne einen Engel haben wollte (weshalb ich überhaupt diesen Gutschein bekommen hatte), weil ich zum einen sehr an deren Existenz in meinem Leben glaube und sie zum anderen auch sammle, ja, Engel sind irgendwie mein Ding, mein Thema. Den Gedanken, jederzeit einen Schutzengel an meiner Seite zu wissen, der nur mein Bestes will und um mein Wohl besorgt ist, finde ich sehr tröstlich. Meinem Schutzengel wollte ich deshalb einen Platz auf meiner Haut geben, besser gesagt unter, oder in meiner Haut. Er heißt übrigens Micha, eigentlich ja Michael, aber Engel sind weder männlich noch weiblich. Und genau das war dann auch das Problem bei der Suche nach einem geeigneten Motiv.

Ich habe das Internet durchsucht, meine Bücher und Engel-Karten und bin leider nicht wirklich fündig geworden. Entweder waren die Engel eher männlich, wie Kämpfer mit Schwertern oder Rüstungen, also sehr martialisch, oder sie waren extrem weiblich, mit sexy Kurven und in Posen, die so gar nichts mit meiner Vorstellung zu tun hatten. Dann gabs da noch die niedliche Hello-Kitty-Variante, wie ich sie nenne, die eher einer Comiczeichnung gleich kam oder eben mehr wie Elfen wirkten. Ach ja, und natürlich gabs da auch noch die üblichen Weihnachts-Rubens-Engel, die eben sehr biblisch aussahen, häufig mit Musikinstrumenten im Arm, dicken Pausbäckchen, goldgelockt und mit einem Heiligenschein. Es war ein Kreuz, den Richtigen zu finden. Na ja, den hab ich eigentlich auch nicht gefunden, ich habe zunächst selbst einen gemalt, der meiner Vorstellung recht nahe kam, quasi eine Mischung aus Elfe und Engel. Bis ich damit aber im Studio landete, war ich zwischenzeitig soweit, das neue Tattoo gänzlich sausen zu lassen, da ich irgendwie nicht davon überzeugt war, wohin es sollte und ob es tatsächlich ein Engel werden würde. Da gabs noch die Überlegung einer Eule, denn die finde ich auch echt Klasse, oder ein Mandala oder oder oder... So eine lebenslang bleibende Entscheidung fällt nun mal echt nicht leicht.

Letztendlich habe ich mich dann aber auch für die linke Schulter entschieden, was die Sache insofern erleichterte, dass es gut zur rechten tätowierten Seite passen würde, also das mit dem Engel und Ranken und so, das war zumindest der Plan.

Als ich dann zunächst alleine ins Studio kam, gab es erstmal eine Verwechslung, da ich mit Pia begrüßt wurde. Ne, ich bin Marion und hab zusammen mit Dirk einen Termin. Hm, ja, kein Problem, ich hatte ja die Karte mit dem Termin zum Glück dabei, worauf auch die Anzahlung notiert war. Dennoch war ich erstmal mächtig irritiert - sowas mag ich überhaupt nicht. Zum Glück war mir Roland wenigstens sofort sympathisch, ebenso sein Helfer und auch sein Musikgeschmack, es liefen die Red Hot Chilli Peppers (einmal bin ich  nämlich an einen Metall-Fan geraten, das war schon krass, weil unterschwellig irgendwie aggressiv). Inzwischen hatte Dirk das Auto geparkt und wir warteten auf den Entwurf und hofften, dass keine Pia unseren Termin durchkreuzen würde, was sie auch nicht tat. Der Entwurf war nach "bitte weniger sexy" und "kein Heiligenschein" dann okay, schließlich wusste ich ja, dass "da noch was geht".

Es ging los. Ich hatte irgendwie ganz vergessen, wie es sich anfühlt, wenn man tätowiert wird, es tat zunächst einmal scheiße weh, was ich mir natürlich nicht anmerken ließ. Nach dem Grundriss mit der dicken Nadel war es dann erträglich und ich spürte kaum noch etwas. Die Schattierungen am Ende wurden dann nochmal fies, aber das Ergebnis gute zwei Stunden später hat mich für alles entschädigt, ich finds einfach nur geil (auch wenn es mehr Michaela als Michael geworden ist):


Der Preis hat mich dann nochmal kurz schlucken lassen, aber es ist eben eine Form von Kunst und ein Unikat, das hat seinen Preis. Dirk war mit seiner Marathon-Zahl auf der Wade schnell durch und ziemlich euphorisiert verließen wir das Studio, um erstmal was Essen zu gehen.

Ob es dabei jetzt bleibt oder ob ich mich nochmal stechen lasse?? Keine Ahnung. Abends im Bett hatte ich jedenfalls schon eine Idee, eine Vorstellung von Etwas, was die linke mit der rechten Schulter zu einem Ganzen verbinden könnte... Mal abwarten :-)



Samstag, 1. Juli 2017

Samstagsfrust

Unten dröhnen Rammstein durchs Wohnzimmer, während ich oben am Rechner sitze und recherchiere. Es ist Samstagmittag und ich bin genervt. Ich könnte die Türe schließen, aber die Bässe würden auch so noch wummern. Nicht, dass ich Rammstein nicht mögen würde, doch, schon, aber Jetzt und Hier empfinde ich es nur als unpassend, weil viel zu laut, was aber wohl auch meiner miesen Stimmung geschuldet sein könnte.

Was los ist? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht (ich mache dann doch mal die Türe zu!).
Schon die ganze Woche über ist meine Feierabendlaune relativ im Keller, wogegen es mir über Tag im Job richtig gut geht, auch wenn ich viel zu tun habe. Oder gerade weil ich viel zu tun habe?

Gestern habe ich mein Zeugnis von der Stadt bekommen, nach zehn Monaten und vermutlich nur auf Grund meines ständigen Nachfragens hin. Es ist gut, mit durchweg nur"stets einwandfrei" und "zur vollsten Zufriedenheit". Aber der letzte Satz, der ja nicht ganz unwichtig ist, ist dann doch der Situation entsprechend kurz und knapp ausgefallen: "Frau Hansen verlässt die Kupferstadt auf eigenen Wunsch. Wir wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen und privaten Lebensweg alles Gute." Okay, ich habe es ehrlich gesagt nicht anders erwartet, weshalb es wohl auch so gekommen ist. Und doch hätten sie sich bedanken können, schließlich bin ich freiwillig gegangen, anstatt die unbefriedigende Situation möglicherweise anderweitig aus zu sitzen und hinaus zu zögern bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Ob ich das Zeugnis überhaupt noch mal brauchen werde, ist fraglich. Trotzdem beschäftigt es mich mehr als mir lieb ist. Genauso wie mein Aufschlagen am Mittwoch in der Schule. Es gab unterschiedliche Reaktionen, von herzlichen Umarmungen bis hin zu eingefrorenen Gesichtern und bösen Blicken. Ja, mein Abgang vor einem Jahr war sicher nicht der nobelste. Aber er war mit Ankündigung, ich habe kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich so schnell wie möglich kündigen möchte, sobald ich eine Alternative gefunden habe. Ja und tatsächlich ging es dann Schlag auf Schlag. Vermutlich nehmen es mir einige Menschen doch übel, dass ich mich nicht anständig verabschiedet habe (mir war leider überhaupt nicht danach). Vielleicht fühlen sich auch manche im Stich gelassen. Wiederum andere mussten ausbaden, dass meine unterforderte Arbeitskraft dann doch irgendwie fehlte, was jedoch nicht meine Schuld ist, wenn die Stadtverwaltung keinen Bedarf an Ersatz sieht. Andererseits weiß ich, dass es inzwischen Ersatz gibt. Aber was auch immer der Grund für die bösen Blicke sein mochte, Haken dran! Ich muss nicht Everybodies Darling sein, was mir gerade ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Was interessieren mich diese ehemaligen Kollegen noch?! Mehr waren sie nämlich nie.

Ruhe. Die Musik ist aus. Nur das Ticken der Uhr und Klappern der Tastatur ist zu hören. In meinem Kopf aber rotieren die Gedanken wie ein tollwütiges Karussell. Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart finden mal wieder keine Ruhe. Ich stehe mir gerade selbst mächtig im Weg und finde das echt sehr anstrengend. Was will ich? Ich könnte jetzt viele Dinge aufzählen, die mir spontan in den Sinn kommen, z. B. nur "essen, ohne ständig auf mein Gewicht achten zu müssen" oder "endlich als Schriftstellerin den Durchbruch zu haben" oder ganz banal nur "Sonnenschein", (denn es ist ungewöhnlich frisch und verregnet für einen 01. Juli).

Nein, vor allem möchte ich, dass diese Melancholie verschwindet, die mich immer wieder überschattet, wie eine zu tief hängende graue Regenwolke. Die an mir klebt wie ein Schatten und die ich schon als einen Teil von mir betrachte, dieser hässliche Teil, der vom Leben so abgenervt ist.

Ich habe diese Stimmungen übrigens nicht, wenn ich die hCG Kur mache und die Globulis nehme. Also schließe ich, dass in meinem Hirn möglicherweise ein wichtiger Botenstoff fehlt. Ich sollte vielleicht einmal mit meinem Hausarzt darüber sprechen. Vermutlich bin ich außerdem auch wieder in der Zucker- und Alkoholfalle. Wäre das die Lösung meines "Problems", ständig auf alles zu verzichten, was damit zu tun hat? Wäre das ein Preis, den ich zu zahlen bereit wäre? Oder müsste ich einfach nur die alten Gewohnheiten ablegen, wie einen zu großen, schmuddeligen Mantel, in dem ich versinke?

Bislang hat immer noch eines geholfen: Ablenkung. Und genau aus dem Grund, gehe ich jetzt in die Küche und fange an, das Essen vorzubereiten. Nützt ja alles nix :-)





Mittwoch, 28. Juni 2017

Alles richtig gemacht!

Es gibt Erfahrungen, die muss man machen, um wieder klarer zu sehen. So wie heute.

Vor einigen Wochen bekam ich eine Einladung zur Abschlussfeier einer der beiden Schulen, für die ich zuletzt gearbeitet habe, bevor ich zu ATESTEO gewechselt bin. Eine Stelle im öffentlichen Dienst freiwillig zu kündigen, das war eine lange und intensive (und ja, auch schwere) Entscheidung. Aber, der Leidensdruck war am Ende so groß und der Zufall ergab es, dass ich eine Stelle in der freien Wirtschaft bekommen konnte. Das ging dann alles sehr schnell und ich bin nach meinem Urlaub nicht mehr zurück gekommen, hab mich daher auch nicht groß verabschiedet. Bloß weg!

Heute, als ich  nun tatsächlich zurück in die Schule bin, um an dieser allerletzten Abschlussfeier teilzunehmen*, denn die Schule schließt und wird jetzt eine Gesamtschule (für die ich dann hätte arbeiten sollen), habe ich wieder die Bestätigung bekommen, dass es die absolut richtige Entscheidung war, zu gehen.

Nein, wenn ich ehrlich bin, habe ich das nie wirklich in Frage gestellt. Dennoch ist es eine tolle Bestätigung, zu fühlen, dass ich alles richtiger als richtig gemacht habe, sofern das überhaupt möglich ist. Es gibt Menschen, mit denen möchte ich einfach nichts mehr zu tun haben, Menschen, denen die Falschheit ins Gesicht geschrieben steht, die ich nicht mehr um mich herum haben möchte, mit denen ich auch nicht mehr reden mag.

Da denke ich doch lieber an meine heutige Mittagspause mit meinen lieben Mädels, allen voran Wiebke, Kristine und heute auch Sylvia; (unsere Lydia ist leider noch krank), alles ganz liebe Seelen, mit denen ich mich prima verstehe. Wenn wir zusammen Essen fühle ich, dass ich angekommen bin. Ich habe sehr nette Kolleginnen und Kollegen, habe ein schönes Büro, einen echt tollen, sehr entspannten Chef und einen Arbeitsbereich, der mich ausfüllt, der abwechslungsreich ist und meistens auch richtig Spaß macht. Das Allerbeste aber sind meine Arbeitszeiten von wöchentlich 28 Stunden, die ich darüberhinaus auch noch völlig flexibel gestalten kann. Jeden Morgen, wenn ich jetzt (seit April) im Wald unterwegs bin vor der Arbeit, danke ich dem lieben Gott für diesen Umstand - kein Scherz, ich bin sehr dankbar für diese kleine Form von Freiheit.

Das heutige Erlebnis war nun hoffentlich der notwendige Schlussstrich, endgültig mit diesem Thema abzuschließen. Alles hat wohl so sollen sein, auch wenn ich das Gefühl hatte, drei Stunden meines Lebens heute Nachmittag sinnlos vertan zu haben. * Denn eigentlich sollte ich heute mein Arbeitszeugnis bekommen, nach knapp 10 Monaten! Aber auch das hat heute  nicht funktioniert.

Egal. Ich mache jetzt einen noch fetteren Haken an die Sache - steckt euch das Zeugnis doch sonstwohin, ich habe eh nicht vor, die Stelle noch einmal zu wechseln. Wenn ich dort aufhöre, dann widme ich mich ganz der Schreiberei und verprasse den dicken Lottogewinn, der mir das ermöglicht (ja ja, is ja gut,  ... träumen wird man ja noch dürfen ;-)) ...

Sonntag, 25. Juni 2017

Das beste Projekt...

... an dem Du je gearbeitet hast, bist DU selbst!

Diesen Satz las ich gerade bei meiner virtuellen Facebook-Freundin Sabine B., die inzwischen auch Admin in unserer "Facebooks Lauffreunde" Gruppe ist. Wir haben es leider immer noch nicht zu einem persönlichen Treffen geschafft. Wie das manchmal so ist, bin ich durch ihre sämtlichen Fotos geklickt, eigentlich nur auf der Suche nach ihrem Tattoo, da ich gerade Inspiration brauche für mein nächstes Tattoo.

Seltsamerweise hat mich der Spruch ziemlich intensiv berührt, so dass ich ganz kurz einen Kloß im Hals hatte und den Anflug von Tränen in den Augen.

... bist Du selbst ... warum reagiere ich so? Und schon wieder packt es mich alleine beim Schreiben dieser drei Worte. Du bist das beste Projekt in Deinem Leben - Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben. Während ich das schreibe, steht neben mir eine rote Kaffeetasse mit weißer Schrift: Schön, dass es MICH gibt. Sie war mein Andenken-Abschieds-Geschenk von meinen lieben Bircher-Mädels aus Lahnstein I.


Irgendwie klappts mit der Selbstliebe immer noch nicht so ganz. Und während ich das gerade schreibe, kommt die Sonne raus. Sunshine, passt. Oder nicht? Denn oft bin ich innerlich alles andere als Sunshine, obwohl ich nach Außen hin die gut gelaunte, unkomplizierte, stets freundliche und hilfsbereite Marion bin, mit der jeder gern zu tun hat, die lacht und strahlt und die man mag. Immer noch überkommen mich diese tieftraurigen Gedankengänge und das Gefühl von Einsamkeit. Das Gefühl einer zerrissenen Familie und der immer wiederkehrenden Frage nach dem Sinn des Lebens, meines Lebens.

Möglicherweise ist dies mit dem Begriff 'depressiv' zu erklären. Eine Krankheit, die ich nicht habe oder haben will, bzw. auch nicht denke, dass ich sie habe. Weil richtige Depressionen viel krasser sind, als diese "krummen Gedanken", die ich nur habe. Meine Mutter meinte einmal zu mir: "Kind, lass dir doch vom Doktor ein paar Pillchen gegen die Melancholie geben". Ja, so geht meine Mutter mit solchen Dingen um. Ein Pillchen und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Ach Mama, eine Umarmung hätte es vielleicht auch getan...

....

Ich muss mich jetzt duschen und fertig machen, denn gleich gehts auf zum Demonstrieren gegen Tihange. Ja, so ist das. Die krummen Gedanken kommen und gehen - zum Glück schafft es das Leben immer wieder, mich abzulenken :-).

In dem Sinne -> einen schönen Sonntag

Sonntag, 11. Juni 2017

Sommer und Karl Ove - Zeit für ein Update und neue Ziele

Heute ist Sonntag, der 11. Juni 2017 und ich habe seit langem wieder das Bedürfnis, zu schreiben. Aktuell lese ich nämlich das Buch von Karl Ove Knausgard "Kämpfen" und es kommt immer wieder vor, dass ich dabei denke: Verdammt, das kann ich doch auch, das ist doch genau mein Thema und ebenso meine Vorstellung vom Schreiben! Entschuldigt, ich will nicht anmaßend klingen und ich bin Lichtjahre weit davon entfernt, mich mit diesem Schriftsteller zu vergleichen, der schon so viel veröffentlicht hat und schon so oft ausgezeichnet wurde für seine Schreiberei. Und dennoch finde ich so viele Parallelen und ich kann seine Gedankengänge so gut nachvollziehen. Ich wollte auch immer "meine ganz persönliche Geschichte" schreiben, meine Vergangenheit erzählen, mein Verhältnis zu meinen Eltern, meine Kindheit und Jugend und meine Rastlosigkeit, von meiner Scheidung und der zweiten Ehe, dem Mutter-Sein und die fortwährende Suche nach dem, was man als "angekommen" bezeichnet.

Meine Gedanken überschlagen sich, wenn ich oft im Wald unterwegs bin und ich denke, ja, das muss ich so oder so schreiben. Ich lege mir Formulierungen zurecht und habe sogar nachts in Träumen irgendwelche Sätze im Kopf, bei denen ich unterschwellig denke, dass ich das so schreiben muss. Es ist aber verhext, denn ich kann meine Geschichte nicht schreiben, die da heißen könnte "Nichts als die Wahrheit" oder so. "Torn" - zu deutsch Zerrissen, war lange Zeit der mögliche Titel meiner Wahl und das für mich so völlig passende Adjektiv. Die Wahrheit, meine Wahrheit, würde vielen nicht gefallen oder sie verletzen, genau wie bei Karl Ove, dessen Onkel die Veröffentlichung des Buches um jeden Preis verhindern wollte. Und zerrissen deshalb, weil es mich umtreibt, das Verlangen, der Wunsch all das aufzuschreiben und es andererseits nicht zu können. Aber mein Zerrissen hat viele Gesichter, das Nicht-Schreiben-Können-aber-Wollen ist nur eines.

In einer Rezension seines Romans "Sterben" fand ich folgende Beschreibung für ihn, von einer Frau, die ihn erst nicht lesen wollte und dann ganz schnell zum Fan wurde: "... weil ich ihn für einen eitlen, aufgeblasenen, seinen Egoergüssen verschriebenen Jammerlappen und Narzisten hielt..." Das gleicht dem, was sein Onkel über ihn behauptet. Seltsamerweise finde ich mich auch ein kleines bisschen in dieser Beschreibung wieder. In ihrem nächsten Satz schreibt sie, es sei wie eine Sucht, ihn zu lesen. Interessanterweise heißen seine Romane Sterben, Lieben, Spielen, Leben, Träumen und Kämpfen. Alles "Überschriften", mit denen ich viel anfangen kann und ich weiß jetzt schon, dass ich nach Kämpfen alle weiteren Romane lesen werde, auch wenn Kämpfen quasi der Letzte ist. Aber ich lese ja auch meistens eine Zeitung von hinten nach vorne, also ist das okay.

Knausgard ist absolut mein Ding. Ich mag die Art, wie leicht und authentisch er das Hier und Jetzt mit der Vergangenheit vermischt, gespickt mit literarischen und geschichtlichen Ergänzungen oder tiefschürfenden Erkenntnissen, seine langen Sätze, die Aufzählungen seiner alltäglichen und im Grunde so banalen Handlungen, so, wie ich damals Briefe geschrieben habe oder Tagebucheinträge, zwischen Kochtopf und Hausaufgaben, eingestreute philosophische Überlegungen, immer irgendwie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ich kann nicht behaupten, dass ich ihn inwischen, 15 - 20 Jahre später gefunden hätte. Aber ich glaube, ich bin ihm schon ein ganzes Stück näher gekommen und wie bei allem scheint auch diesmal der Spruch "Der Weg ist das Ziel" zuzutreffen. Sieht so aus, als käme die Weisheit wirklich mit zunehmendem Alter ;-).

Kurze Pause, weil Abendbrot...

So, heute gibts also keinen Tatort, er wurde im Vorfeld wieder mal verrissen. Obwohl ich die Stadt Dresden sehr mag, sind die Tatorte von dort nicht mein Fall. Außerdem ist das Wetter noch so schön, dass es eine Schande wäre, nicht draußen zu sitzen und zu schreiben, schließlich muss ich noch die Kurve kriegen und zum Update kommen. Aber wie schon oben erwähnt, überschlagen sich meine Gedanken immer noch so sehr, dass ich von Hölzchen auf Stöckchen komme und mich über alles mögliche auslassen möchte. Vor allem suche ich, während ich hier schreibe, gedanklich nach einem anderen Titel für meinen Blog, denn auch, wenn ich demnächst wieder plane, mehr zu laufen, soll es künftig doch ein eher allgemeiner Blog werden. Irgendwelche  Vorschläge? Ich bin für alles offen.

Jetzt aber was zum Thema "Speck":

Seit gut vier Wochen halte ich nun mein neues Gewicht (trotz Mallorca-Urlaub und Stockholm-Wochenende), welches sich zwischen 72 und 70 Kilo bewegt, je nach Tagesform. Geschafft habe ich das mit der hCG-Stoffwechselkur. Hätte ich nur eher gewusst, wie leicht es damit funktioniert! Inzwischen bin ich so mutig und behaupte, es hat definitiv Klick bei mir gemacht und ich weiß jetzt, wie ich mich dauerhaft ernähren sollte, um nicht wieder auf die 80 Kilo zuzusteuern. Ich fühle mich blendend und seit langem endlich mal wieder wohl in meinem Körper. Ich mag mich wieder im Spiegel ansehen und kriege beim Eincremen meines Körpers keine Frustanfälle mehr, ja, ich finde mich vielmehr echt in Ordnung, so wie ich jetzt bin. Und so soll und darf es bitte bleiben. Eigentlich möchte ich gerne noch drei oder vier Kilo mehr abnehmen. Aber ich habe jetzt jeden Druck heraus genommen und wenn noch was runter geht, ist es gut und wenn es so bleibt, ist es auch gut. Nur mehr werden darf es nicht wieder.

Und noch was zum "run":

So richtig aufgehört mit dem Laufen hab ich ja nicht, aber ich habe es sehr gemütlich gehandhabt und mit 78 Kilo auf den Rippen läuft es sich nun mal auch nicht so gut. Nach meinem 2. Berlin-Halbmarathon 2013 (Wahnsinn, das ist ja auch schon vier Jahre her!) habe ich mich ja längere Zeit gänzlich dem Laufen verweigert und bin irgendwann nach der Auszeit mehr oder weniger nur noch im Lust-und-Laune-Modus gelaufen, mehr weniger als mehr. Seit der hCG-Kur, die in der sogenannten "strengen Phase" nur max. 700 Kalorien am Tag erlaubt, bin ich wieder enorm motiviert, mehr Sport zu machen, auch, wenn ich das Fitnessstudio nur als zahlendes Mitglied inaktiv nutze. Vielleicht ändert sich das ja auch nochmal. Mit meiner neuen Arbeitsstelle kam die Teilzeit und auch die flexiblen Arbeitszeiten, was die Sache mit dem Sport jetzt immens erleichtert. So bin ich seit April zumindest walkend sehr viel unterwegs gewesen, (zwischendurch auch mal gelaufen) und habe es im Mai auf 227 gegangene Kilometer gebracht. (Die lange Abhandlung meiner Begeisterung über die Läufe oder Walks früh morgens vor der Arbeit erspare ich Euch an dieser Stelle. Aber hier gibts ein Foto:)



Die Motivation und Euphorie des Gewichtsverlustes hält an und hat mich dazu bewogen, mir ein neues Ziel zu stecken: Ich möchte im kommenden Jahr noch einmal einen Halbmarathon laufen, schließlich sind aller guten Dinge drei. So hoffe ich, gut und sportlich über die Winterzeit zu kommen, ohne mich wieder essenstechnisch gehen zu lassen und ins tiefe Loch des Winterfrustes zu fallen. Ich finde, das ist ein guter Plan. Ach ja, geplant ist außerdem, am 15.07. ein neues Tattoo zu bekommen. Es trägt den Titel "Always by your side" und wird ein (laufender) Engel werden, ich freue mich schon, den Schriftzug wird Tim designen, der das ja jetzt studiert. Und es ist auch kein typischer Engel, wie man ihn sich vermutlich jetzt vorstellt, nun, ich bin sicher, dass ich zu gegebener Zeit ein Foto posten werde.

Das wars dann erstmal wieder.

Bis bald mal wieder :-)









Samstag, 31. Dezember 2016

Ein Versprechen und ein guter Vorsatz

Nun hat es mich am letzten Tag des Jahres doch noch erwischt. Nein, ich habe mich nicht erkältet, ich meine den Blues, den Jahresendstimmungsblues.

Habe ich die Weihnachtszeit in diesem Jahr ungewöhnlich gut überstanden, überkommt mich heute eine Melancholie, gegen die ich mich nur schwer wehren kann. Was ist denn nur los?! Es war doch ein sehr gutes Jahr im Grunde genommen...

Ich habe endlich meinen Job gekündigt und eine neue, sehr herausfordernde Stelle angetreten. Diese Stelle verlangt mir einiges ab und obwohl ich nur noch Teilzeit arbeite, fühle ich mich erschöpfter als zuvor im Vollzeitjob. Ich habe das Gefühl, mehr denn je, dass ich keine Zeit mehr habe. Keine Zeit für mich, für Dinge, die mir Spaß machen, die mir gut tun - mir fehlt einfach die nötige Energie. Irgendetwas scheine ich also falsch zu machen und ich fürchte, ich weiß auch was. Es ist der Druck, der hohe Anspruch, den ich mir immer wieder selbst auferlege. Nein, ich gebe nicht 100 Prozent, ich will immer mindestens 10 Prozent mehr geben. Und das ist auf Dauer sehr anstrengend. Stets bin ich im Laufschritt unterwegs und nicht selten erledige ich zwei oder drei Dinge gleichzeitig. Das kostet viel Energie und Konzentration, denn es ist ja auch mein Anspruch, keine Fehler zu machen und ja, immer wieder schnell zu sein, prompt abzuliefern. Warum nur?! Warum bin ich so bescheuert?! Es scheint fast so, als müsse ich die Unausgeglichenheit und Langeweile der letzten Jahre nun mit Vollgas kompensieren, von ein Extrem ins andere. Hab ich was gut zu machen bei irgendwem?!

Oder muss ich vielleicht unterbewusst immer noch meinem Vater gerecht werden, der einmal zu mir sagte, dass ich ihn bloß nicht blamieren soll, als ich im selben Betrieb wie er meine Ausbildung anfing? Es ist schon krank, wie tief manche Dinge sitzen! Du musst fleißig sein, du musst schnell und gut sein - so oder ähnlich wurde es mir eingeimpft. Da werde ich im nächsten Jahr 50 Jahre alt und bin in meinem Inneren immer noch das kleine Mädchen, dass den Papa nur ja stolz machen will...

Von guten Vorsätzen halte ich nicht mehr viel, da ich sie ohnehin nicht einhalte. Dennoch möchte ich mich auf einen möglichen Vorsatz festlegen: Ich werde einen Gang zurückschalten im Job. Wenn selbst mein Chef sagt "Es ist nur Arbeit" und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, dann werde ich mir davon eine Scheibe abschneiden. Mir zuliebe. Ich möchte nicht länger das Gefühl haben, nur noch zu funktionieren und ansonsten keine Power mehr für anderes zu haben.

Es ist erstaunlich, was sich beim Schreiben ergibt. Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben. Doch zeigt sich wieder einmal, wie therapeutisch das Schreiben tatsächlich ist und was es ans Tageslicht befördert. Dass ich hier und heute über "Arbeit" schreibe, war so nicht geplant und ich gebe zu, es fuckt mich gerade ziemlich ab, dass dieses Thema bei mir so derart präsent ist und eine solche Wichtigkeit hat, dass ich darüber schon einmal ziemlich krank geworden bin. Das soll sich ändern, dieses Versprechen gebe ich mir hier und heute selbst.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern dieser Zeilen einen guten Rutsch in ein gesundes und hoffentlich unbeschwertes, zufriedenes Jahr 2017. Es bleibt spannend, wie immer :-)

10 Tage-Fazit

Heute war mein erster Arbeitstag und ich kann behaupten, dass ich ruhigen Gewissens zur Arbeit gefahren bin. Die beiden Katzen kommen sich t...