Sonntag, 11. März 2012

Wetterglück in Maasmechelen

Weil Dirk heute 20 km auf dem Plan hatte und bei mir eine 12 stand, haben wir uns wieder für Maasmechelen entschieden. Nach einem kurzen Frühstück ging es mit zunehmendem Sonnenschein Richtung Belgien. Ich hatte mich daher für Sonnenbrille und kurze Ärmel entschieden, und das war gut so.

Nach der gestrigen Tempoeinheit taten die ersten Meter richtig fies weh, vor allem wieder im Allerwertesten und den hinteren Oberschenkeln. Wir starteten in Kotem und daher ging es am Anfang ein gutes Stück über den Deich an der Maas entlang. Dort kam der Wind von hinten, so dass die Sonne richtig warm wurde. So warm, dass sämtliche Fliegviecher sich tummelten und mir in Schwärmen im Weg waren - ich hasse es. Erleichtert war ich dann, als der Wind wieder erfrischend von vorne kam, die Viecher verschwanden und ich bereits wieder Richtung Kanal lief. Diesmal nahm ich die richtige Abzweigung, von weitem konnte ich Dirk noch sehen, der den Weg nahm, wo ich mich beim letzten Mal verlaufen hatte. Die Strecke führte mich vorbei an ein kleines Rehgehege, die mir neugierig hinterher schauten. Sie sollten heute nicht die einzigen Tiere sein, die mir auf dem Weg begegneten (die üblichen Enten, Gänse, Pferde und Hunde brauche ich nicht erwähnen). An der nächsten Abzweigung musste ich kurz auf die Karte schauen, also gings rechts rum weiter. Ich kam an einem "Bauernhof" vorbei, wo tatsächlich Strauße auf der Wiese herum spazierten. Unglaublich. Als ich im vorigen Jahr einmal mit Iris dort irgendwo unterwegs zum Laufen war, haben wir tatsächlich Kamele in einem Garten vorgefunden. Die Belgier sind schon ein seltsames Volk. Apropos, die feierten heute doch wirklich Karneval, mit großem Umzug und jede Menge Stehtischen vor den Kneipen und Pommesbuden, Strassensperrungen, Krankenwagen, die bunten Motivwagen standen an allen möglichen Ecken. Echt verrückt, diese Belgier!

Am Kanal war reger Betrieb, es waren unheimlich viele Radfahrer in teils großen Gruppen unterwegs. Bei km 10 kam auch schon die Autobahnbrücke in Sicht, wo ich kurz vorher abbiegen musste und zu der ich ca. 1,5 km parallel lief. Was für ein ekliger Weg: Da lag eine tote Katze, nicht ganz einen Meter von mir entfernt. Es schauderte mich, denn mit toten Tieren hab ichs echt nicht, egal wie groß oder klein. Doch die Katze war erst der Anfang. Kurz darauf entdeckte ich die ersten Frösche. Einige waren frisch zermatscht, andere hockten auf dem Sprung, lebten also noch. Immer wieder tote Frösche mit allen Vieren von sich gespreizt, daneben sonnenbadende lebende Frösche - und ich mittendrin, darauf bedacht, weder den einen noch den anderen auch nur einen Millimeter zu nahe zu kommen - grausam! Der Weg wollte und wollte nicht enden und langsam schwanden auch meine Kräfte. Sollte ich nun 12 oder 13 km heute laufen? Wir hatten in letzer Minute noch die Strecken geändert und ich war mir nicht sicher, wie viele km ich tatsächlich laufen musste. Endlich kam die Brücke, der Weg war zu Ende und es ging Richtung Auto. Am Kreisverkehr angekommen hatte ich eine 12 auf der Uhr, also musste gleich das Auto unter der besagten Brücke mit dem Panzerdenkmal kommen. Doch nix mit gleich um die Ecke. Erst noch vorbei an Pony und Esel und dann, nach einem letzten, weiteren Kilometer kam das Ziel. Bei exakt 13 drückte ich ab - geschafft. Viel weiter und schneller hätte ich heute nicht gekonnt, die Tempoeinheit saß mir doch ganz schön in den Beinen.

 Die Autobahnbrücke, wo wir geparkt haben. 
Sie ist eine gute Orientierungshilfe für desorientierte Frauen wie mich.

Einer der Karnevalswagen, hier unter der Brücke geparkt.

Das Panzerdenkmal und nicht zu übersehen, der blaue Himmel.


In der Sonne noch ein Wasser getrunken und auf Dirk gewartet. Da kamen auch schon die ersten dicken Wolken in Sicht. Klasse, was für einen Wetterdusel wir doch auch heute wieder gehabt haben. Bis auf die toten Viecher war es ein toller Lauf, wenn auch nicht unbedingt leichtfüßig, aber zufriedenstellende 13 Kilometer in 6:51 pace. Im Anschluss gabs mal wieder was vom Lieblingsthailänder und später noch Kaffee und Kuchen bei Schwägerin und Schwager und einer leicht verstimmten Laurina, deren 3. Geburtstag wir mit einem kleinen Spaziergang - und sie ganz stolz auf dem Laufrad - abrundeten.

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