Die Ursache für diese unangenehmen Schmerzen ist eine Reizung des Ischiasnervs, die durch eine Entzündung des Piriformis-Muskels provoziert wird, durch den der Ischiasnerv verläuft (siehe Abbildung 1). Hervorgerufen werden können diese Entzündungen durch verschiedene Faktoren, wie z. B. Überlastung (Erhöhung des Laufpensums), eine schlechte Lauftechnik, unterschiedliche Beinlängen oder grundsätzliche Haltungsschäden, abgenutzte Schuhe oder auch geneigte Geländeflächen. Aber auch Schreibtischarbeit und starres, langes Sitzen (Autofahrten) wirken sich negativ auf eine schwache Beckenmuskulatur aus, wodurch die Biomechanik der Hüfte beeinträchtigt wird. Die Schmerzen beim Piriformis-Syndrom ähneln denen eines Bandscheibenvorfalls (stechender Schmerz, Kribbeln und Ausstrahlen bis ins Bein, Taubheitsgefühl, Rückenschmerzen). Hier sollte in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden, welche tatsächliche Ursache die Schmerzen hervorruft, um eine entsprechende Behandlung anzustreben.
Einen Bandscheibenvorfall (L5/S1) hatte ich erstmalig im Dezember 1997, es war witzigerweise mein 30. Geburtstag - von da an gings bergab ;-). Da sich diese Schmerzen aber ganz anders anfühlten, konnte ich das erst mal ausschließen und Dank des Internets kam ich irgendwann zum Piriformis-Syndrom. Es hat mich schon ein wenig verärgert, dass mein Physiotherapeut da nicht längst drauf gekommen ist, hatte ich doch einen regelmäßigen, wöchentlichen Termin dort und hab das Thema mehrfach angesprochen (wußte da allerdings noch nicht, wie das Ding heißt). Erst eine Kollegin brachte mir die 99 prozentige Gewissheit, dass ich sowas wohl auch habe. Ja, und es passte auch ins Bild, denn es wurde schlimmer, als ich nach einem Trainingsplan für den Halbmarathon trainierte und sich somit die Umfänge meines Laufens unweigerlich erhöhten.
Nun, was tun? Erst einmal versuche ich das Problem nun mit einer Reduzierung der Laufumfänge und den unten gezeigten Dehnübungen in den Griff zu bekommen. In drei Wochen habe ich einen Termin beim Osteopathen, von dem ich mir sehr viel verspreche. Sollte all das nicht fruchten, was ich natürlich nicht hoffe, kann man auch mit Injektionen (Cortison) weiter machen. Und zu guter Letzt habe ich gelesen, dass man sogar operativ mit recht wenig Aufwand inzwischen ein Piriformis-Syndrom beheben kann. Zunächst aber liegt meine ganze Hoffnung beim Osteopathen, der hoffentlich auch die Baustelle im rechten Knie bewältigt bekommt - sind sämtliche Blockaden erst mal weg, dann läufts auch sicher wieder rund.
Dehnübungen zur Behandlung des Piriformis-Syndroms
Medizinische Quelle: Netzathleten.de / Wikipedia.de, Angaben ohne Gewähr!
Interessant dazu: Ein Bericht in der Trainingsworld.
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