Dienstag:
17 km / 30 min. Hometrainer und 30 min. Stabitraining - muss reichen :-)
Mittwoch:
Zuerst hatte ich überhaupt keine Lust; Laufen hat häufig sehr viel mit der optimalen Tagesplanung zu tun, bei mir vor allem im Bezug auf Essen. Ich brauche mindestens 2,5 Stunden nach einem Essen - und das sollte dann auch nur recht leicht sein - bis ich danach noch, oder wieder laufen kann. Eigentlich sollte ich tatsächlich besser so lange warten, bis schon fast wieder das nächste Hüngerchen vor der Tür steht. Ist das Wetter dann noch über 15 Grad, bin ich im Finden von Ausreden äußerst kreativ. Gestern hätte der ISH tatsächlich fast gewonnen, weil ich einen fetten Herpes an meiner Lippe (Danke Iris!) als Grund eigentlich ganz passend fand. Doch Dirk hat glücklicherweise immer noch mehr Macht als der ISH - na ja, zu 90 % zumindest. Nach einem unserer täglichen Telefonate und ein wenig Druck seinerseits auf mich ausgeübt, zog ich gegen 19 Uhr also brav meine Laufsachen an, um 19.30 Uhr wollte ich los, damit ich pünktlich um 20.15 Uhr mein Rendezvous mit den Kollegen von Greys Anatomie auf der Couch einhalten konnte.
Auch diesmal wieder ohne Musik lief ich dieselbe Strecke der letzten Woche über 4 km, es waren 19 Grad. Es lief von den Beinen her sehr gut, nur die Luft war für mich ein wenig dünn und trocken. Ich konzentrierte mich auf die Atmung, die im Zweitakt automatisch immer mein Tempo etwas beschleunigt. Eigentlich war die Vorgabe 4 km in 7:20, aber die 7:20 traf ich nur beim ersten Kilometer in etwa, trotz bergan. Ich weiß nicht wieso, aber ich habe immer ein wenig Angst, langsamer zu laufen, als könnte mein Knie so schneller weh tun.
Die Runde lief zwar gut, aber es trotzdem irgendwie anstrengend. Die Vorstellung, 10, 15 oder 20 km zu laufen, fällt mir im Augenblick noch sehr schwer, denn eigentlich bin ich froh, wenn die 4 km Runde zu Ende ist. Ich vermute jedoch, das liegt mit großer Wahrscheinlichkeit an dem lauen, sauerstoffarmen Lüftchen und weniger am Laufen selbst.
Morgen wollen Dirk und ich auf die Bahn ein bisschen Lauf-ABC machen und später noch eine kleine Runde auslaufen. Wie schön, dass das Wetter wieder kühler werden soll.
Dem Knie gehts heute sehr gut, wenn auch die Beine ein wenig schwer sind. Das könnte an dem ausgiebigen Dehnen liegen, welches ich, wie vom Osteopathen empfohlen, brav auf der Couch gemacht habe. Das war nun der 3. Lauf in Folge, an dem das Knie still geblieben ist. Allerdings waren es ja nur läppische 4 Kilometer, die es durchhalten musste. Ab Sonntag wird ein Kilometer erhöht - mühsam ernährt sich das Schleichhörnchen, oder wie war das gleich noch?
Für den 24.06. wünsche ich mir jetzt bereits max. 15 Grad, von mir aus auch Regen, aber keinen Wind, bitte sehr :-)
In diesem Blog ging es einmal vorwiegend ums Laufen und Abnehmen. Damals hieß er "Run an den Speck". Nun gehts vielmehr um eine generelle Transformation in meinem Leben. Ab jetzt soll es nur noch mit Leichtigkeit gehen, in jeder Beziehung :-) Hier lasse ich euch an meiner Wandlung teilhaben. Die alten Beiträge bleiben verfügbar, die sie ein Teil von mir sind aus einer Zeit, die mir auch sehr wichtig war.
Donnerstag, 31. Mai 2012
Montag, 28. Mai 2012
Ja, gelaufen wurde auch
... bei mir allerdings recht wenig.
Mit allerbester Laune wegen des bevorstehenden langen Wochenendes gings am Freitag in den Feierabend, die Wetteraussichten für das Pfingstwochenende allerbestens. Zuvor galt es noch einen Frisörbesuch mit ungewissem Ergebnis zu bestreiten. Hell sollte es werden, sehr hell und ziemlich kurz. So wurde also blondiert, was das Zeug hergab. Doch das Ergebnis war zunächst nicht so, wie es in meiner Vorstellung aussehen sollte. Also bitte noch eine Tönung drüber, damit aus dem leuchtenden Hellgelb ein mattes Weißblond wird. Den Magen bereits auf den Knien, fuhr ich endlich gegen 17.50 Uhr nach Hause - den geplanten kurzen Lauf hakte ich da bereits ab. Unterwegs holte ich beim Italiener zwei leckerste Salätchen für uns und den Lauf verschob ich auf den nächsten Morgen.
Im neuen Laufröckchen und mit ungewohnt fast weißen Haaren lief ich eine kleine Standardrunde, wie vom Osteopathen empfohlen nur 4 km, um das Knie langsam wieder an Belastung zu gewöhnen. Dabei lief ich in ungewohnter Weise ohne Musik, achtete bewusst auf meinen Laufstil und ein gezieltes Abrollen über den dicken Zeh, also leicht nach innen gelenkt. Die kleine Runde war dennoch anstrengend, aber das Wetter ist ja auch nicht unbedingt "mein" bevorzugtes Laufwetter. Immerhin, das Knie blieb ruhig, keine Probleme.
Am Sonntag ging es dann zum Halbmarathon beim 3. Tivolilauf in die Soers, ich jedoch nur als Supporter, Fotograf und Taschenträger (siehe hierzu Dirks Bericht auf unserer Homepage; auch gibts dort jetzt Groningen und Berlin in Text und Bild.) Das Wetter war für die Läufer wie für die Zuschauer optimal, aber ich beneidete die Läufer nicht um die Strecke, will heißen, dass es in meinen Füßen auch überhaupt nicht juckte. Dirk, Sven und Iris schafften die Strecke wie immer, wenn auch nicht unbedingt mit Leichtigkeit, aber dafür umso stolzer und in wirklich tollen Zeiten!
Den nächsten Lauf gabs für mich dann heute morgen und Dirk wollte mich um seine Beine auszuschütteln sogar begleiten. Zu diesem Zweck nimmt er immer ganz gerne mal die Kamera mit. Es war ein herrlicher Morgen, auch wenn es in der Sonne schon richtig gut warm war (19 Grad im Schatten). Wir liefen fast die selbe Runde wie die am Samstag, nur eine kleine Abweichung gabs wegen mehr Schatten. Wieder hatte ich keine Musik dabei und achtete konzentriert auf Schritt und Atmung. Die Runde verging wie im Flug und nach 4 km tat auch diesmal mein Knie nicht weh! Nach einem kurzen Ausschwitzen packten wir fix unsere Tasche und fuhren ins Aquana, wo wir einen herrlichen Saunatag im Freien verbrachten, der einem gefühlten Urlaubstag im Süden gleich kam, abgerundet von einer frischen Pizza auf der Terrasse im lauen Lüftchen - so lass ich mir das Leben gern gefallen!
Eben hat Dirk mir einen 4-Wochen-Trainingsplan geschustert, der mich hoffentlich nicht überfordert, nicht unterfordert, sondern gut auf Hamburg vorbereitet. Ziel ist es, die Strecke zu schaffen, egal in welcher Zeit! Jetzt geht es erstmal nur darum, dass das Knie nicht mehr weh tut und langsam wieder Distanzen aufgebaut werden. Mal sehen, wie es klappt.
Ein paar Impressionen vom heutigen Morgenlauf:
Mit allerbester Laune wegen des bevorstehenden langen Wochenendes gings am Freitag in den Feierabend, die Wetteraussichten für das Pfingstwochenende allerbestens. Zuvor galt es noch einen Frisörbesuch mit ungewissem Ergebnis zu bestreiten. Hell sollte es werden, sehr hell und ziemlich kurz. So wurde also blondiert, was das Zeug hergab. Doch das Ergebnis war zunächst nicht so, wie es in meiner Vorstellung aussehen sollte. Also bitte noch eine Tönung drüber, damit aus dem leuchtenden Hellgelb ein mattes Weißblond wird. Den Magen bereits auf den Knien, fuhr ich endlich gegen 17.50 Uhr nach Hause - den geplanten kurzen Lauf hakte ich da bereits ab. Unterwegs holte ich beim Italiener zwei leckerste Salätchen für uns und den Lauf verschob ich auf den nächsten Morgen.
Im neuen Laufröckchen und mit ungewohnt fast weißen Haaren lief ich eine kleine Standardrunde, wie vom Osteopathen empfohlen nur 4 km, um das Knie langsam wieder an Belastung zu gewöhnen. Dabei lief ich in ungewohnter Weise ohne Musik, achtete bewusst auf meinen Laufstil und ein gezieltes Abrollen über den dicken Zeh, also leicht nach innen gelenkt. Die kleine Runde war dennoch anstrengend, aber das Wetter ist ja auch nicht unbedingt "mein" bevorzugtes Laufwetter. Immerhin, das Knie blieb ruhig, keine Probleme.
Am Sonntag ging es dann zum Halbmarathon beim 3. Tivolilauf in die Soers, ich jedoch nur als Supporter, Fotograf und Taschenträger (siehe hierzu Dirks Bericht auf unserer Homepage; auch gibts dort jetzt Groningen und Berlin in Text und Bild.) Das Wetter war für die Läufer wie für die Zuschauer optimal, aber ich beneidete die Läufer nicht um die Strecke, will heißen, dass es in meinen Füßen auch überhaupt nicht juckte. Dirk, Sven und Iris schafften die Strecke wie immer, wenn auch nicht unbedingt mit Leichtigkeit, aber dafür umso stolzer und in wirklich tollen Zeiten!
Den nächsten Lauf gabs für mich dann heute morgen und Dirk wollte mich um seine Beine auszuschütteln sogar begleiten. Zu diesem Zweck nimmt er immer ganz gerne mal die Kamera mit. Es war ein herrlicher Morgen, auch wenn es in der Sonne schon richtig gut warm war (19 Grad im Schatten). Wir liefen fast die selbe Runde wie die am Samstag, nur eine kleine Abweichung gabs wegen mehr Schatten. Wieder hatte ich keine Musik dabei und achtete konzentriert auf Schritt und Atmung. Die Runde verging wie im Flug und nach 4 km tat auch diesmal mein Knie nicht weh! Nach einem kurzen Ausschwitzen packten wir fix unsere Tasche und fuhren ins Aquana, wo wir einen herrlichen Saunatag im Freien verbrachten, der einem gefühlten Urlaubstag im Süden gleich kam, abgerundet von einer frischen Pizza auf der Terrasse im lauen Lüftchen - so lass ich mir das Leben gern gefallen!
Eben hat Dirk mir einen 4-Wochen-Trainingsplan geschustert, der mich hoffentlich nicht überfordert, nicht unterfordert, sondern gut auf Hamburg vorbereitet. Ziel ist es, die Strecke zu schaffen, egal in welcher Zeit! Jetzt geht es erstmal nur darum, dass das Knie nicht mehr weh tut und langsam wieder Distanzen aufgebaut werden. Mal sehen, wie es klappt.
Ein paar Impressionen vom heutigen Morgenlauf:
Mittwoch, 23. Mai 2012
Beim Osteopathen Teil 1
Heute war es denn endlich soweit, ich hatte meinen 30 min. Termin. Der erste Eindruck von der Praxis war irgendwie nicht so prickelnd, im Hausflur schlug mir sofort ein übler Kellergeruch entgegen, die Praxis selbst war, na ja, recht einfach. Der Osteopath selbst hingegen sehr sympathisch, noch sehr jung und seiner Figur nach zu urteilen extrem sportlich, was sich im Laufe des Gesprächs bestätigte.
Zunächst gabs ein paar Fragen und Antworten, dann musste ich die Hose und die Socken ausziehen - oh, wie ich das liebe (vor allem bei diesem Wetter) vor wildfremden (und dann noch so jungen) Männern in Unterhose rum zu turnen :-(((. Nun, nützt ja alles nichts, es sollte ja zu meinem Wohle sein, also alle Scham und alles Unwohlsein beiseite geschoben. So wurde ich, bzw. meine Beine und Füße von vorne und von hinten begutachtet, hier und da betastet und ich war dabei sehr, sehr tapfer, immer im guten Glauben, meine Knieprobleme hoffentlich bald in den Griff zu bekommen mit Hilfe dieses Menschen. So locker wie unter diesen furchtbaren Bedingungen möglich, haben wir ergründet, wo mein Problem liegt. Dieses war wohl doch recht offensichtlich für ihn, denn er kam recht umgehend zu der Vermutung, dass ich ein runners-knee habe, welches durch Überlastung der Sehnenplatten an den Oberschenkelaußenseiten hervorgerufen wurde (HM und Spanien).
Dann gabs eine Dehnübung, die ich nun täglich 10 min. lang machen soll - eine gute Übung, denn ich kann bzw. soll sie auf der Couch liegend machen. Außerdem empfahl er mir, das Becken beim Laufen ein klein wenig mehr nach vorne zu schieben und so die Körperspannung zu verändern, den Schritt automatisch zu verlängern. Zu guter Letzt soll ich auch meinen Laufstil ein bisschen korrigieren, ich muss das Abrollen etwas mehr nach innen verlagern, so dass der dicke Zehballen als letztes den Boden berührt, also leicht, ganz leicht, nach innen einknicken (bisschen X-Bein machen übertrieben ausgedrückt).
Die halbe Stunde war natürlich schneller um, als ich mir gewünscht habe und den nächsten Termin bei ihm habe ich - man glaubt es nicht - am 06.07. bekommen. Hammer! Aber ich stehe immerhin auf seiner Warteliste für frühere Termine, ich glaube an 10. oder 12. Stelle.
Meine Laufumfänge soll ich drastisch reduzieren. Ich muss quasi mit 3 km pro Einheit (das dürfen allerdings bis zu 3 in der Woche sein) wieder anfangen, wöchentlich darf ich um 1 km erhöhen, einen Tag Pause dazwischen muss ich auf jeden Fall einhalten. Dass ich am 24.06. den HM in Hamburg laufen kann, hielt er zwar nicht für ausgeschlossen, wollte aber eher davon abraten. Apropos abraten... Einen kompletten Marathon sollte ich mir lieber aus dem Kopf schlagen, meinte er.
Hm... Das ganze muss ich jetzt mal ein bisschen sacken lassen. Außerdem hab ich eine Verabredung im OP, heute ist schließlich Mittwoch ;-). Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so genau, was ich davon jetzt halten soll.
Zunächst gabs ein paar Fragen und Antworten, dann musste ich die Hose und die Socken ausziehen - oh, wie ich das liebe (vor allem bei diesem Wetter) vor wildfremden (und dann noch so jungen) Männern in Unterhose rum zu turnen :-(((. Nun, nützt ja alles nichts, es sollte ja zu meinem Wohle sein, also alle Scham und alles Unwohlsein beiseite geschoben. So wurde ich, bzw. meine Beine und Füße von vorne und von hinten begutachtet, hier und da betastet und ich war dabei sehr, sehr tapfer, immer im guten Glauben, meine Knieprobleme hoffentlich bald in den Griff zu bekommen mit Hilfe dieses Menschen. So locker wie unter diesen furchtbaren Bedingungen möglich, haben wir ergründet, wo mein Problem liegt. Dieses war wohl doch recht offensichtlich für ihn, denn er kam recht umgehend zu der Vermutung, dass ich ein runners-knee habe, welches durch Überlastung der Sehnenplatten an den Oberschenkelaußenseiten hervorgerufen wurde (HM und Spanien).
Dann gabs eine Dehnübung, die ich nun täglich 10 min. lang machen soll - eine gute Übung, denn ich kann bzw. soll sie auf der Couch liegend machen. Außerdem empfahl er mir, das Becken beim Laufen ein klein wenig mehr nach vorne zu schieben und so die Körperspannung zu verändern, den Schritt automatisch zu verlängern. Zu guter Letzt soll ich auch meinen Laufstil ein bisschen korrigieren, ich muss das Abrollen etwas mehr nach innen verlagern, so dass der dicke Zehballen als letztes den Boden berührt, also leicht, ganz leicht, nach innen einknicken (bisschen X-Bein machen übertrieben ausgedrückt).
Die halbe Stunde war natürlich schneller um, als ich mir gewünscht habe und den nächsten Termin bei ihm habe ich - man glaubt es nicht - am 06.07. bekommen. Hammer! Aber ich stehe immerhin auf seiner Warteliste für frühere Termine, ich glaube an 10. oder 12. Stelle.
Meine Laufumfänge soll ich drastisch reduzieren. Ich muss quasi mit 3 km pro Einheit (das dürfen allerdings bis zu 3 in der Woche sein) wieder anfangen, wöchentlich darf ich um 1 km erhöhen, einen Tag Pause dazwischen muss ich auf jeden Fall einhalten. Dass ich am 24.06. den HM in Hamburg laufen kann, hielt er zwar nicht für ausgeschlossen, wollte aber eher davon abraten. Apropos abraten... Einen kompletten Marathon sollte ich mir lieber aus dem Kopf schlagen, meinte er.
Hm... Das ganze muss ich jetzt mal ein bisschen sacken lassen. Außerdem hab ich eine Verabredung im OP, heute ist schließlich Mittwoch ;-). Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht so genau, was ich davon jetzt halten soll.
Sonntag, 20. Mai 2012
Der Nachtlauf von Groningen (7 km)
Vergangenen Vatertags-Donnerstag fuhren Dirk und ich gegen 9.30 Uhr los Richtung Groningen, traditionell machten wir unterwegs bei Mäc D. Halt und frühstückten. Groningen ist eine sehr schöne Universitätsstadt mit einer entsprechenden Kneipenkultur. Zunächst drehten wir eine Runde durch den Ort, in dem gerade Kirmes war und füllten später unseren Kohlenhydratspeicher in einer netten, kleinen Pizzeria mit ordentlich Pasta auf. Dann meldeten wir uns noch für den Lauf nach und ruhten uns im Hotel ein bisschen aus - reisen ist immer irgendwie anstrengend.
Unser Hotel lag ca. 1 km vom Start- und Zielbereich des Nachtlaufs entfernt, so dass wir diese Strecke später bereits zum Warmlaufen nutzten. Der Lauf war unterteilt in 7, 14 und 21 km Läufer, wir machten nur die 7 mit. Alles bestens organisiert, ging es pünktlich um 20:55 Uhr los, es waren insgesamt in dieser Kategorie 491 Läufer und Läuferinnen, die sich aber mit Staffelläufern und Halbmarathonis vermischte (insgesamt ca. 1000 Teilnehmer). Unaufgeregt und unspektakulär lief ich mit dem Strom nach dem Startschuß, um kurz darauf bereits in meinem eigenen Tunnel zu sein. Die Musik optimal gewählt, bekam ich von der nicht vorhandenen Stimmung am Rande auch nichts mit ;-). Ganz kurz überkam mich die übliche, kleine Panikattacke, die sich anfühlte, als müsse ich ganz, ganz dringend aufs Klo, aber dann wars auch schon wieder vorbei und ich konzentrierte mich auf die Musik. Es war ein ständiges Überholen und Überholt werden, mal mit mehr, mal mit weniger Platz dazu. Ich bemühte mich, mein Tempo konstant zu halten. Nach 5 km fing das Knie an zu murren. Da hatte ich auch kurzfristig auf einmal keine Lust mehr, noch 2 km weiter zu laufen. Die Strecke lief weitestgehend durch einen Park, an dem die Läufer sich mehrfach begegneten, aber Dirk sah ich leider nicht, er mich wohl auch nicht. Der letzte Kilometer zog sich, wie üblich, auch, weil ich die Strecke nicht kannte. Laut Uhr musste es doch gleich vorbei sein, wo laufen die denn alle noch mal hin?! Bereits um die nächste Ecke kommend, lief ich auf die Zielgerade - yes, geschafft, ich versuchte noch mal zu beschleunigen und wollte nicht vergessen, im Ziel meine Uhr abzudrücken. Kurz vor der Matte sah ich Dirk bereits mit der Kamera im Anschlag. Nach 44:30 min. überquerte ich die Ziellinie (167. von 239 Frauen) und nahm meine Medaille entgegen (wie schön, eine weitere Medaille!). Sofort tat mein Knie wieder höllisch weh und ich humpelte mit einem kleinen Isodrink Dirk entgegen, der sich bereits sehr über meine tolle Zeit freute. Auch bei ihm ist es super gelaufen, er brauchte für dieselbe Strecke nur 32:32 min. Unser erster Auslandslauf war somit ein echter Erfolg (vielleicht sollte ich ja meine Brille künftig immer anlassen ;-)).
Wir zogen uns fix etwas Warmes über und tranken noch drei Biertjes, während ein DJ für Stimmung sorgte und die Halbmarathonis ohne viel Beachtung an uns vorbei zogen. Dann humpelte ich an Dirks Seite bis zum Hotel, wo wir noch einen Absacker an der Bar tranken. Eine dicke Ibu800 sorgte für eine erholsame Nacht (oder war es die Kombination mit den Biertjes?), am nächsten Morgen waren die Schmerzen so gut wie komplett weg. Schon sehr seltsam. Nach dem Lauf dachte ich, es zerreißt mich im Knie...
Noch gemütlich gefrühstückt, gings dann weiter quer durch Holland nach Den Haag, wo wir noch 2 Nächte und mit richtigem Strandfeeling blieben. Das Wetter war durchwachsen, aber immerhin trocken, teilweise sogar sonnig. Und schon ist ein Wochenende, wie es sich gehört mit Fischbrötchen, Frikandel spezial, Möwengekreische und Sand in den Schuhen auch schon wieder vorbei - schön wars!
Unser Hotel lag ca. 1 km vom Start- und Zielbereich des Nachtlaufs entfernt, so dass wir diese Strecke später bereits zum Warmlaufen nutzten. Der Lauf war unterteilt in 7, 14 und 21 km Läufer, wir machten nur die 7 mit. Alles bestens organisiert, ging es pünktlich um 20:55 Uhr los, es waren insgesamt in dieser Kategorie 491 Läufer und Läuferinnen, die sich aber mit Staffelläufern und Halbmarathonis vermischte (insgesamt ca. 1000 Teilnehmer). Unaufgeregt und unspektakulär lief ich mit dem Strom nach dem Startschuß, um kurz darauf bereits in meinem eigenen Tunnel zu sein. Die Musik optimal gewählt, bekam ich von der nicht vorhandenen Stimmung am Rande auch nichts mit ;-). Ganz kurz überkam mich die übliche, kleine Panikattacke, die sich anfühlte, als müsse ich ganz, ganz dringend aufs Klo, aber dann wars auch schon wieder vorbei und ich konzentrierte mich auf die Musik. Es war ein ständiges Überholen und Überholt werden, mal mit mehr, mal mit weniger Platz dazu. Ich bemühte mich, mein Tempo konstant zu halten. Nach 5 km fing das Knie an zu murren. Da hatte ich auch kurzfristig auf einmal keine Lust mehr, noch 2 km weiter zu laufen. Die Strecke lief weitestgehend durch einen Park, an dem die Läufer sich mehrfach begegneten, aber Dirk sah ich leider nicht, er mich wohl auch nicht. Der letzte Kilometer zog sich, wie üblich, auch, weil ich die Strecke nicht kannte. Laut Uhr musste es doch gleich vorbei sein, wo laufen die denn alle noch mal hin?! Bereits um die nächste Ecke kommend, lief ich auf die Zielgerade - yes, geschafft, ich versuchte noch mal zu beschleunigen und wollte nicht vergessen, im Ziel meine Uhr abzudrücken. Kurz vor der Matte sah ich Dirk bereits mit der Kamera im Anschlag. Nach 44:30 min. überquerte ich die Ziellinie (167. von 239 Frauen) und nahm meine Medaille entgegen (wie schön, eine weitere Medaille!). Sofort tat mein Knie wieder höllisch weh und ich humpelte mit einem kleinen Isodrink Dirk entgegen, der sich bereits sehr über meine tolle Zeit freute. Auch bei ihm ist es super gelaufen, er brauchte für dieselbe Strecke nur 32:32 min. Unser erster Auslandslauf war somit ein echter Erfolg (vielleicht sollte ich ja meine Brille künftig immer anlassen ;-)).
Wir zogen uns fix etwas Warmes über und tranken noch drei Biertjes, während ein DJ für Stimmung sorgte und die Halbmarathonis ohne viel Beachtung an uns vorbei zogen. Dann humpelte ich an Dirks Seite bis zum Hotel, wo wir noch einen Absacker an der Bar tranken. Eine dicke Ibu800 sorgte für eine erholsame Nacht (oder war es die Kombination mit den Biertjes?), am nächsten Morgen waren die Schmerzen so gut wie komplett weg. Schon sehr seltsam. Nach dem Lauf dachte ich, es zerreißt mich im Knie...
Der krititsche Blick auf die Uhr.
Der schönste Platz ist immer an der Theke...
Das verdiente Siegerbier!
Noch gemütlich gefrühstückt, gings dann weiter quer durch Holland nach Den Haag, wo wir noch 2 Nächte und mit richtigem Strandfeeling blieben. Das Wetter war durchwachsen, aber immerhin trocken, teilweise sogar sonnig. Und schon ist ein Wochenende, wie es sich gehört mit Fischbrötchen, Frikandel spezial, Möwengekreische und Sand in den Schuhen auch schon wieder vorbei - schön wars!
Montag, 14. Mai 2012
Wie blöde!
Nun habe ich eben beim Physio-Osteopathen meines Vertrauens angerufen für einen Termin und siehe da, am 21. Juni ist noch was frei. Ich glaub es nicht, wie blöd ist das denn?! Gut, der Mann hat auch noch zwei Wochen Urlaub, aber trotzdem...
So bleibt mir nichts anderes übrig, als mich erst mal anderweitig zu orientieren. Fündig geworden bin ich, aber einen Rückruf hab ich noch nicht erhalten. Aber immerhin, der Mann vereint alles, was des TK-Versicherten-Herz höher schlagen lässt: Heilpraktiker, Osteopath und Physiotherapeut in einem. Wenns jetzt noch mit einem zügigen Termin klappt, bin ich mehr als zufrieden, ich warte auf einen Rückruf.
Yes, und da war er gerade, der Rückruf! Eigentlich wollte mir der gute Mann einen Termin am 25.06. anbieten, aber Dank meiner Hartnäckigkeit und meiner sympathischen Telefonstimme *hahaha* konnte ich ihm immerhin für nächste Woche einen 30 Minuten-Termin am 23. abquatschen, tschakka - na also, geht doch! Jetzt wünsche ich mir nur noch, dass es einfach passt mit uns.
So bleibt mir nichts anderes übrig, als mich erst mal anderweitig zu orientieren. Fündig geworden bin ich, aber einen Rückruf hab ich noch nicht erhalten. Aber immerhin, der Mann vereint alles, was des TK-Versicherten-Herz höher schlagen lässt: Heilpraktiker, Osteopath und Physiotherapeut in einem. Wenns jetzt noch mit einem zügigen Termin klappt, bin ich mehr als zufrieden, ich warte auf einen Rückruf.
Yes, und da war er gerade, der Rückruf! Eigentlich wollte mir der gute Mann einen Termin am 25.06. anbieten, aber Dank meiner Hartnäckigkeit und meiner sympathischen Telefonstimme *hahaha* konnte ich ihm immerhin für nächste Woche einen 30 Minuten-Termin am 23. abquatschen, tschakka - na also, geht doch! Jetzt wünsche ich mir nur noch, dass es einfach passt mit uns.
Sonntag, 13. Mai 2012
Das Wochenende in Belgien
Nach dem schönen, schmerzfreien Lauf am Freitag war ich ziemlich optimistisch, dass es Sonntag in Maasmechelen mit 15 km gut klappen könnte. Doch häufig kommt es anders als man denkt.
Belgien Teil 1: Samstag sind wir, nach dem es mittags für mich den ersten Spargel in dieser Saison gab (der erste ist doch immer wieder der leckerste!) kurzfristig mal nach Roermond in den Outlet gefahren. Ich brauchte dringend noch eine kurze Laufhose. Bei Asics gabs dann sogar neben einer 3/4 Hose noch ein Laufhosenröckchen und ein paar tolle Marathon-Söckchen für mich, bei Falke außerdem eine weitere Sportunterhose - die sitzen einfach perfekt! Auch Dirk hat ein paar Kleinigkeiten gefunden, so dass wir zufrieden wieder nach Hause fuhren, in dem Wissen, dass wir am nächsten Tag dort wieder laufen wollten. Abends gabs dann ein schönes Endspiel -> Danke an den BVB für die gute Unterhaltung und ein absolut verdientes Double.
Belgien Teil 2: Mit einem Kaffee ans Bett gebracht fing der Tag eigentlich sehr vielversprechend an. Eine Kleinigkeit gefrühstückt, machten wir uns gegen 10 Uhr auf nach Maasmechelen, das Wetter recht frisch mit 9 Grad, ein Mix aus Sonne und Wolken, aber es sollte immerhin trocken bleiben. Unterwegs noch fix zum Wählen gewesen - Bürgerpflicht erfüllt. In Vucht angekommen, fühlte ich mich irgendwie noch gar nicht bereit. Außerdem hatte ich meine Kamera mal mit, eine Wasserflasche in der Hand, eine Karte mal vorsichtshalber und sowieso den MP3-Player - mit all dem fühlte ich mich irgendwie bepackt wie ein Esel, nicht gut. Der erste Teil meines 15 km Weges ging über einen holprigen Feldweg, teils trocken und steinhart, teils matschig und große Pfützen, auch nicht gut. Ich kam irgendwie gar nicht in den Rhythmus. Kurz mal stehen geblieben, um ein Foto zu schießen, weiter gehts. Dann komme ich an den festen Weg entlang der Maas, es läuft besser, aber nur kurz, denn bereits nach dem 3. Lied ist mein MP3-Player leer. Das doofe Ding hat sich irgendwie an meinem Laptop wieder entladen. Kein gutes Omen und ich überlege wirklich, ob ich wieder zurück laufe, ahne, dass es ohne Musik nicht gut laufen wird.
In Kotem, bei ca. 5 km überholt mich Dirk, der heute 22 km laufen wird. Kurz schildere ich, dass der MP3-Player leer ist und auch er ist sich da schon sicher, dass es kein leichter Lauf für mich wird, wie er mir später sagt. Kurz springe ich noch mal in die Büsche und versuche meinen Kopf umzuswitchen. Durch Kotem läuft es dann erst mal gut, aber am Deich angekommen, bei km 6,5 zickt das Knie wieder rum. Ich versuche mich auf den Schritt zu konzentrieren und spule im Geiste ein Mantra runter, das mich hoffentlich über die nächsten 9 km bringt. Doch es läuft nicht gut. Das Knie wird immer schlimmer. Ich mache noch einen Fotostopp und trinke, damit ich die Flasche stehen lassen kann, es nervt mich ungemein, das Ding in der Hand zu halten. Mit ein paar Dehnübungen versuche ich, das Knie zu beruhigen, doch schon die ersten Schritte tun wieder weh. Immerhin verlaufe ich mich mal ausnahmsweise nicht, doch der Weg wird zur Qual. Irgendwann muss ich mit schmerzverzerrtem Gesicht stehen bleiben. Ich habe noch mindestens 5 km vor mir. Soll ich ein Auto anhalten, das mich zurück nach Vucht bringen könnte? Nein, ich versuche immer wieder anzulaufen, schleichend, humpelnd, gehend bewege ich mich mühsam und mit gesenktem Haupt Richtung Ziel. Am Kanal angekommen kommt erschwerend ein frischer Wind von vorne; jetzt kommt auch noch die Angst hinzu, mich wieder zu erkälten. So eine verdammte Scheiße! Ich bin total gefrustet und heilfroh, als ich die letzen 2 km auf dem Deich wieder in der Sonne gehe. Dirk kommt erneut von hinten, ich sag nur "Das blöde Knie", als er vorbei läuft.
Ziemlich schweigsam fahren wir nach Hause, holen unterwegs unser Mittagsessen vom Lieblingsthailänder. Nach dem Essen ist die Stimmung zwar etwas besser bei mir, aber das Knie tut immer noch sehr weh und macht mir jetzt richtig Sorgen. Der nächste Schritt wird sein, dass ich mir einen Termin bei Rene, meinem ehemaligen Osteopathen hole. Ich habe das dumme Gefühl, dass bei mir alles möglich blockiert ist und so ineinander spielt. Ob ich am Donnerstag in Groningen den Wettkampf mit laufe, glaube ich heute ehrlich gesagt nicht. Jetzt muss ich erstmal duschen, dann tape ich das Knie noch mal und die Ibuprofentablette wirkt auch hoffentlich bis dahin.
Und allen Müttern wünsche ich noch einen tollen Muttertag - lasst Euch ein bisschen verwöhnen!
Impressionen vom heutigen Lauf:
Belgien Teil 1: Samstag sind wir, nach dem es mittags für mich den ersten Spargel in dieser Saison gab (der erste ist doch immer wieder der leckerste!) kurzfristig mal nach Roermond in den Outlet gefahren. Ich brauchte dringend noch eine kurze Laufhose. Bei Asics gabs dann sogar neben einer 3/4 Hose noch ein Laufhosenröckchen und ein paar tolle Marathon-Söckchen für mich, bei Falke außerdem eine weitere Sportunterhose - die sitzen einfach perfekt! Auch Dirk hat ein paar Kleinigkeiten gefunden, so dass wir zufrieden wieder nach Hause fuhren, in dem Wissen, dass wir am nächsten Tag dort wieder laufen wollten. Abends gabs dann ein schönes Endspiel -> Danke an den BVB für die gute Unterhaltung und ein absolut verdientes Double.
Belgien Teil 2: Mit einem Kaffee ans Bett gebracht fing der Tag eigentlich sehr vielversprechend an. Eine Kleinigkeit gefrühstückt, machten wir uns gegen 10 Uhr auf nach Maasmechelen, das Wetter recht frisch mit 9 Grad, ein Mix aus Sonne und Wolken, aber es sollte immerhin trocken bleiben. Unterwegs noch fix zum Wählen gewesen - Bürgerpflicht erfüllt. In Vucht angekommen, fühlte ich mich irgendwie noch gar nicht bereit. Außerdem hatte ich meine Kamera mal mit, eine Wasserflasche in der Hand, eine Karte mal vorsichtshalber und sowieso den MP3-Player - mit all dem fühlte ich mich irgendwie bepackt wie ein Esel, nicht gut. Der erste Teil meines 15 km Weges ging über einen holprigen Feldweg, teils trocken und steinhart, teils matschig und große Pfützen, auch nicht gut. Ich kam irgendwie gar nicht in den Rhythmus. Kurz mal stehen geblieben, um ein Foto zu schießen, weiter gehts. Dann komme ich an den festen Weg entlang der Maas, es läuft besser, aber nur kurz, denn bereits nach dem 3. Lied ist mein MP3-Player leer. Das doofe Ding hat sich irgendwie an meinem Laptop wieder entladen. Kein gutes Omen und ich überlege wirklich, ob ich wieder zurück laufe, ahne, dass es ohne Musik nicht gut laufen wird.
In Kotem, bei ca. 5 km überholt mich Dirk, der heute 22 km laufen wird. Kurz schildere ich, dass der MP3-Player leer ist und auch er ist sich da schon sicher, dass es kein leichter Lauf für mich wird, wie er mir später sagt. Kurz springe ich noch mal in die Büsche und versuche meinen Kopf umzuswitchen. Durch Kotem läuft es dann erst mal gut, aber am Deich angekommen, bei km 6,5 zickt das Knie wieder rum. Ich versuche mich auf den Schritt zu konzentrieren und spule im Geiste ein Mantra runter, das mich hoffentlich über die nächsten 9 km bringt. Doch es läuft nicht gut. Das Knie wird immer schlimmer. Ich mache noch einen Fotostopp und trinke, damit ich die Flasche stehen lassen kann, es nervt mich ungemein, das Ding in der Hand zu halten. Mit ein paar Dehnübungen versuche ich, das Knie zu beruhigen, doch schon die ersten Schritte tun wieder weh. Immerhin verlaufe ich mich mal ausnahmsweise nicht, doch der Weg wird zur Qual. Irgendwann muss ich mit schmerzverzerrtem Gesicht stehen bleiben. Ich habe noch mindestens 5 km vor mir. Soll ich ein Auto anhalten, das mich zurück nach Vucht bringen könnte? Nein, ich versuche immer wieder anzulaufen, schleichend, humpelnd, gehend bewege ich mich mühsam und mit gesenktem Haupt Richtung Ziel. Am Kanal angekommen kommt erschwerend ein frischer Wind von vorne; jetzt kommt auch noch die Angst hinzu, mich wieder zu erkälten. So eine verdammte Scheiße! Ich bin total gefrustet und heilfroh, als ich die letzen 2 km auf dem Deich wieder in der Sonne gehe. Dirk kommt erneut von hinten, ich sag nur "Das blöde Knie", als er vorbei läuft.
Ziemlich schweigsam fahren wir nach Hause, holen unterwegs unser Mittagsessen vom Lieblingsthailänder. Nach dem Essen ist die Stimmung zwar etwas besser bei mir, aber das Knie tut immer noch sehr weh und macht mir jetzt richtig Sorgen. Der nächste Schritt wird sein, dass ich mir einen Termin bei Rene, meinem ehemaligen Osteopathen hole. Ich habe das dumme Gefühl, dass bei mir alles möglich blockiert ist und so ineinander spielt. Ob ich am Donnerstag in Groningen den Wettkampf mit laufe, glaube ich heute ehrlich gesagt nicht. Jetzt muss ich erstmal duschen, dann tape ich das Knie noch mal und die Ibuprofentablette wirkt auch hoffentlich bis dahin.
Und allen Müttern wünsche ich noch einen tollen Muttertag - lasst Euch ein bisschen verwöhnen!
Impressionen vom heutigen Lauf:
Freitag, 11. Mai 2012
Es wird
So, da bin ich wieder, war ein schönes, etwas schnelleres Läufchen, aber trotzdem war ich noch vorsichtig. Und siehe da, man achte etwas gezielt auf den Laufstil und dann klappts auch mit den Knien. Außerdem musste ich unterwegs tatsächlich auf meine Schuhe gucken, um zu sehen, dass ich auch wirklich die New Balance an habe, denn der linke Vorderfuß muckte auch nicht mehr. Auch nicht, nach 6,5 km!
Na bitte, es wird doch!
Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende!
Die Steinbock-Frau - ein Apfelbaum
Mal was ganz anderes:
Ich interessiere mich ja ein wenig für Horoskope und Sternzeichen und auch die besagten Tarotkarten haben in meinem Schatz-Kästchen ihren festen Platz, ab und an werden sie auch hervor gekramt. Von diesen Dingen lasse ich mich gern zum Nachdenken anregen. Eben poppte mir auf einer dieser Werbeflächen ein Fenster entgegen und siehe da, ich las noch einmal die Charakterisierung der Steinbock-Frau. Ich fands sehr interessant und zum Großteil sogar sehr passend. Neulich stolperte ich über ein Keltisches Horoskop, laut diesem bin ich ein Apfelbaum. Hochinteressant, wie viele unterschiedliche Horoskope oder Orakel es doch so gibt, es passte auch bei meiner Freundin unglaublich gut zu ihrem Charakter. Es ist faszinierend, wie auch die Tageskarte beim Tarot sehr häufig des Thema eines Tages wirklich trifft. Gut, wie bei allem gilt wohl auch hier, der Glaube versetzt bekanntlich Berge und ich denke, der Großteil aller Männer sieht dem ganzen sehr kritisch entgegen und tut dies als Humbug ab. Ich kann zwar nicht erklären, warum es so ist und wieso der Stand der Gestirne zu einem gewissen Zeitpunkt Einfluss auf den Charakter eines Menschen hat, aber vieles trifft einfach wirklich zu.
Doch nun zum Wesentlichen zurück:
Da ich gestern doch recht müde und schlapp war (außerdem den Bauch voller Suppe hatte), konnte ich mich doch nicht mehr zum Radeln aufrappeln. Kurz nach 21 Uhr lag ich schon im Bett und hab richtig gut geschlafen. Demnach zieht es mich heute förmlich raus zu einem Lauf. Gerade noch schnell nen Energie-Riegel gegessen und gleich gehts los. Das Wetter ist heute sehr unbeständig, aber zum Glück nur 18 Grad warm. Im Augenblick regnet es mal nicht und ich werde diese Stunde nutzen, bevor der nächste Schauer kommt.
Bis später :-)
Ich interessiere mich ja ein wenig für Horoskope und Sternzeichen und auch die besagten Tarotkarten haben in meinem Schatz-Kästchen ihren festen Platz, ab und an werden sie auch hervor gekramt. Von diesen Dingen lasse ich mich gern zum Nachdenken anregen. Eben poppte mir auf einer dieser Werbeflächen ein Fenster entgegen und siehe da, ich las noch einmal die Charakterisierung der Steinbock-Frau. Ich fands sehr interessant und zum Großteil sogar sehr passend. Neulich stolperte ich über ein Keltisches Horoskop, laut diesem bin ich ein Apfelbaum. Hochinteressant, wie viele unterschiedliche Horoskope oder Orakel es doch so gibt, es passte auch bei meiner Freundin unglaublich gut zu ihrem Charakter. Es ist faszinierend, wie auch die Tageskarte beim Tarot sehr häufig des Thema eines Tages wirklich trifft. Gut, wie bei allem gilt wohl auch hier, der Glaube versetzt bekanntlich Berge und ich denke, der Großteil aller Männer sieht dem ganzen sehr kritisch entgegen und tut dies als Humbug ab. Ich kann zwar nicht erklären, warum es so ist und wieso der Stand der Gestirne zu einem gewissen Zeitpunkt Einfluss auf den Charakter eines Menschen hat, aber vieles trifft einfach wirklich zu.
Doch nun zum Wesentlichen zurück:
Da ich gestern doch recht müde und schlapp war (außerdem den Bauch voller Suppe hatte), konnte ich mich doch nicht mehr zum Radeln aufrappeln. Kurz nach 21 Uhr lag ich schon im Bett und hab richtig gut geschlafen. Demnach zieht es mich heute förmlich raus zu einem Lauf. Gerade noch schnell nen Energie-Riegel gegessen und gleich gehts los. Das Wetter ist heute sehr unbeständig, aber zum Glück nur 18 Grad warm. Im Augenblick regnet es mal nicht und ich werde diese Stunde nutzen, bevor der nächste Schauer kommt.
Bis später :-)
Donnerstag, 10. Mai 2012
Erkenntnisse beim Physio
Wie jeden Donnerstag war ich auch heute wieder bei Frank. Stichwort Nr. 1 war das Stechen im linken Vorderfuß, Nr. 2 mein Knieproblem rechts (das linke war inzwischen wieder verschwunden).
Zu der Sache mit dem Stechen im Fuß in bestimmten Schuhen war Frank sich sicher, dass es definitiv nicht an meinen Füßen liegt, sondern an den Schuhen. Deshalb seine Empfehlung: Trag die Schuhe, in denen es nicht weh tut. Danke Frank, ganz toller Tipp. Desweiteren meinte er, ich solle mal einen Orthopädiemeister in die Schuhe schauen lassen, der könnte ggf. eine andere Sohle rein machen. Gut, das war auch meine letzte Idee.
Zum Thema Knieproblem kamen wir derweil zu folgender Ursache. Während des Halbmarathons in Berlin bekam ich ja ab km 14 Schmerzen am kleinen Zeh, weil ein Stück zuviel Socke auf den Zehnagel drückte. Das fühlte sich bei jedem Schritt so an, als würde ich mit dem Zeh gegen die berühmte Bettkante stoßen. Durch diesen Schmerz verlagerte sich meine Körperachse, (ich versuchte den Schmerz dann durch eine Fehlhaltung zu kompensieren, was mir erst aufs Knie, später auf den Rücken schlug) was demnach eine Veränderung meines Laufstils zur Folge hatte, ich lief also "unrund". Das ist logisch, das leuchtet mir ein und genauso fühlte es sich ja auch an. Frank empfiehlt deshalb die Einnahme von Traumeel und außerdem ist er der Meinung, der Mensch sollte grundsätzlich nicht mehr als 10 km laufen. Und ich dann so: "Ich kann schon nicht schnell, dann muss ich doch wenigstens weiter...". Gut, also sind die Knieprobleme tatsächlich noch Nachwirkungen des Halbmarathons und ein wenig Schonung ist nach wie vor angesagt. Dann hat er mir wieder die Nadeln gesetzt, drei auch diesmal um die angeschlagene Kniescheibe herum, und ich durfte ein knappes halbes Stündchen schlummern.
Den ganzen Tag über war es heute sehr schwül, ich musste um 11 Uhr bereits eine Kopfschmerztablette nehmen. Auf dem Weg nach Hause, mein Auto zeigte um 16.30 Uhr noch sagenhafte 28 Grad an, überlegte ich ernsthaft, ob ich wirklich laufen gehen sollte. Nach einem kurzen Telefonat mit Dirk, entschied ich mich dagegen und schaufelte mir stattdessen zwei Teller Suppe in den Bauch. Wenn die sich so halbwegs gesetzt hat, schaffe ich es vielleicht, mich doch noch auf den Homi zu schwingen und ein wenig zu radeln. So müde wie ich bin, könnte ich allerdings auch schon ins Bett fallen.
So hoffe ich denn, morgen eine Runde zu drehen, da soll es nicht ganz so warm werden. Ja, ja... morgen, immer wieder morgen... Ui, morgen ist ja auch schon wieder Wochenende - wie cool! Und nächste Woche haben wir ein richtig langes Wochenende und fahren nach Holland, endlich noch mal ans Meer und Fischbrötchen essen. Ich freu mich!
Zu der Sache mit dem Stechen im Fuß in bestimmten Schuhen war Frank sich sicher, dass es definitiv nicht an meinen Füßen liegt, sondern an den Schuhen. Deshalb seine Empfehlung: Trag die Schuhe, in denen es nicht weh tut. Danke Frank, ganz toller Tipp. Desweiteren meinte er, ich solle mal einen Orthopädiemeister in die Schuhe schauen lassen, der könnte ggf. eine andere Sohle rein machen. Gut, das war auch meine letzte Idee.
Zum Thema Knieproblem kamen wir derweil zu folgender Ursache. Während des Halbmarathons in Berlin bekam ich ja ab km 14 Schmerzen am kleinen Zeh, weil ein Stück zuviel Socke auf den Zehnagel drückte. Das fühlte sich bei jedem Schritt so an, als würde ich mit dem Zeh gegen die berühmte Bettkante stoßen. Durch diesen Schmerz verlagerte sich meine Körperachse, (ich versuchte den Schmerz dann durch eine Fehlhaltung zu kompensieren, was mir erst aufs Knie, später auf den Rücken schlug) was demnach eine Veränderung meines Laufstils zur Folge hatte, ich lief also "unrund". Das ist logisch, das leuchtet mir ein und genauso fühlte es sich ja auch an. Frank empfiehlt deshalb die Einnahme von Traumeel und außerdem ist er der Meinung, der Mensch sollte grundsätzlich nicht mehr als 10 km laufen. Und ich dann so: "Ich kann schon nicht schnell, dann muss ich doch wenigstens weiter...". Gut, also sind die Knieprobleme tatsächlich noch Nachwirkungen des Halbmarathons und ein wenig Schonung ist nach wie vor angesagt. Dann hat er mir wieder die Nadeln gesetzt, drei auch diesmal um die angeschlagene Kniescheibe herum, und ich durfte ein knappes halbes Stündchen schlummern.
Den ganzen Tag über war es heute sehr schwül, ich musste um 11 Uhr bereits eine Kopfschmerztablette nehmen. Auf dem Weg nach Hause, mein Auto zeigte um 16.30 Uhr noch sagenhafte 28 Grad an, überlegte ich ernsthaft, ob ich wirklich laufen gehen sollte. Nach einem kurzen Telefonat mit Dirk, entschied ich mich dagegen und schaufelte mir stattdessen zwei Teller Suppe in den Bauch. Wenn die sich so halbwegs gesetzt hat, schaffe ich es vielleicht, mich doch noch auf den Homi zu schwingen und ein wenig zu radeln. So müde wie ich bin, könnte ich allerdings auch schon ins Bett fallen.
So hoffe ich denn, morgen eine Runde zu drehen, da soll es nicht ganz so warm werden. Ja, ja... morgen, immer wieder morgen... Ui, morgen ist ja auch schon wieder Wochenende - wie cool! Und nächste Woche haben wir ein richtig langes Wochenende und fahren nach Holland, endlich noch mal ans Meer und Fischbrötchen essen. Ich freu mich!
Mittwoch, 9. Mai 2012
Nicht Fisch, nicht Fleisch
Lauftechnisch bin ich gerade ein wenig unzufrieden, denn es fühlt sich an, wie weder Fisch noch Fleisch. Das rechte Knie schon seit Tagen doppelt und straff getapt, das linke seit heute morgen ebenso: gleich beim Aufstehen hatte ich plötzlich Schmerzen. Es flutscht und knirscht, fühlt sich unrund an. Dabei wollte ich heute eigentlich auf die Bahn, die Intervalle laufen, die ich bereits gestern hätte machen sollen. Ich hab den Eindruck, die Zickereien sind immer noch so leichte Nachwehen von Berlin und Spanien. So langsam müsste es doch eigentlich jetzt wieder gut sein und mein KaRazym nehme ich schließlich auch täglich ganz brav.
Morgen! Morgen laufe ich ganz bestimmt, und gleich, während ich mich mental und visuell in den OP begebe, werde ich körperlich was für die Rumpfstabilisation tun. Sonntag wollen wir mal wieder nach Maasmechelen, bei mir stehen 15 km auf dem Plan, da waren wir zuletzt Ende März. Für Juni haben wir mittlerweile ein wenig umdisponiert. Zu Dirks Geburtstag werden wir nach Hamburg fahren und dort den Halbmarathon mit laufen, zwei Fliegen mit einer Klappe also und zum dritten Mal werden wir im Racket Inn übernachten (ich freu mich jetzt schon auf den Hammer geilen Vanillequark zum Frühstück). Ich kann nur hoffen, dass die Haxen mit machen, denn es steht so einiges an in nächster Zeit. Da ist der Nachtlauf in Groningen NL, der Tivoli-Lauf, wo ich mit einer Kollegin und ihrem Mann die Staffel laufen werde, der HM in Hamburg, der Sportscheck Lauf in Aachen, der Womens Run in Köln und dann vermutlich der HM in München im Oktober. Aber all das geht nur, wenn die Knie heil bleiben. Frank ist also morgen wieder gefordert, Gutes zu vollbringen.
Jetzt ist heute schon der 9. Mai und ich habe das Gefühl, ich komme einfach nicht richtig rein. Ok, all die oben genannten Läufe laufe ich nicht mit großartigen Zeitambitionen, alles eher zum Spaß und um dabei zu sein. Schau mer mal, wie's läuft.
So, nun muss ich mich langsam umziehen. Lust hab ich im Augenblick noch keine, außerdem bin ich ziemlich müde, aber Rumpfstabi muss sein, vor allem, wenn die Knie mucken...
Morgen! Morgen laufe ich ganz bestimmt, und gleich, während ich mich mental und visuell in den OP begebe, werde ich körperlich was für die Rumpfstabilisation tun. Sonntag wollen wir mal wieder nach Maasmechelen, bei mir stehen 15 km auf dem Plan, da waren wir zuletzt Ende März. Für Juni haben wir mittlerweile ein wenig umdisponiert. Zu Dirks Geburtstag werden wir nach Hamburg fahren und dort den Halbmarathon mit laufen, zwei Fliegen mit einer Klappe also und zum dritten Mal werden wir im Racket Inn übernachten (ich freu mich jetzt schon auf den Hammer geilen Vanillequark zum Frühstück). Ich kann nur hoffen, dass die Haxen mit machen, denn es steht so einiges an in nächster Zeit. Da ist der Nachtlauf in Groningen NL, der Tivoli-Lauf, wo ich mit einer Kollegin und ihrem Mann die Staffel laufen werde, der HM in Hamburg, der Sportscheck Lauf in Aachen, der Womens Run in Köln und dann vermutlich der HM in München im Oktober. Aber all das geht nur, wenn die Knie heil bleiben. Frank ist also morgen wieder gefordert, Gutes zu vollbringen.
Jetzt ist heute schon der 9. Mai und ich habe das Gefühl, ich komme einfach nicht richtig rein. Ok, all die oben genannten Läufe laufe ich nicht mit großartigen Zeitambitionen, alles eher zum Spaß und um dabei zu sein. Schau mer mal, wie's läuft.
So, nun muss ich mich langsam umziehen. Lust hab ich im Augenblick noch keine, außerdem bin ich ziemlich müde, aber Rumpfstabi muss sein, vor allem, wenn die Knie mucken...
Montag, 7. Mai 2012
Das nenn ich dann mal fair!
Frauen und Schuhe - das ist ja so ne Sache. Wie die meisten habe ich auch unter einem besagten Schuhtick gelitten, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt. Trotzdem habe ich das Talent, immer auf die teuersten Modelle zuzusteuern, so habe ich mir aber auch mit einem preiswerten Modell schon mal die ein oder andere Blase gelaufen. Dass Qualität von Qual kommt, trifft in dem Fall nicht zu. Seit ich laufe, wurden es mehr und mehr bequeme Schuhe und weniger optisch und modisch die Renner, so kam z. B. Josef Seibel oder die alt geliebten Kickers zurück an meine Füße. Neuerdings aber kaufe ich tausend Mal lieber Laufschuhe, als normale Schuhe. Normale Schuhe sind einfach nicht zu toppen in Punkto Bequemlichkeit und schließlich brauche ich meine Laufschuhe quantitativ deutlich mehr. Es kommt daher immer häufiger vor, dass ich auch in Laufschuhen "privat und dienstlich" unterwegs bin - meine Füße sind mir irgendwie heilig geworden, seit ich laufe.
Nun habe ich diverse Erfahrungen beim Laufschuhkauf gemacht. Bislang bin ich immer gerne zum Runnerspoint gegangen, meist hab ich dort Auslaufmodelle gekauft, bevorzugt den Asics Gel Kayano 17, doch auch der Brooks Adrenalin GTS war eine sehr gute Wahl. Nach dem schneereichen Winter, wo das Laufen zur Zumutung wurde, hatte ich die absonderliche Idee, dass ich Trailschuhe bräuchte. Nach 3 unerquicklichen Läufen mit gefühlten Brettern unter den Füßen, konnte ich die Dinger noch für einen halbwegs angebrachten Preis bei ebay wiederverkaufen. Vor allem der linke Vorderfußballen machte mir erhebliche Schwierigkeiten, ab 3 km hatte ich gefühlt ein Messer im Fuß stecken - ging leider gar nicht.
Die nächste Pleite erlebte ich wieder mit einem Kauf im Internet. Diesmal dachte ich, wenn der Kayano 17 so toll sitzt, kann ich mit dem Nachfolgemodell, dem Kayano 18 nichts verkehrt machen. Doch weit gefehlt - Nachfolgemodell ist eben nur Nachfolger und nicht unbedingt der gleiche Schuh. Auch hier hatte ich das Problem mit dem Messer im linken Fuß ab 3 km aufwärts. Seltsamerweise habe ich das Problem im 17er nicht, auch nicht im Brooks (ich berichtete bereits darüber an dieser Stelle). Mit diesen Schuhen kann ich über 20 km laufen, ohne dass mir auch nur irgendeine Naht oder sonst etwas zu schaffen macht. Ganz blöde Sache. Ich bin im Grunde der Meinung, dass es deshalb nicht an meinen Füßen liegen kann, sondern ausschließlich am Schuh.
Nun empfahl man mir an diversen Stellen einen fachmännischen Laufladen in Aachen und den wollte ich mal ausprobieren. Es hieß, dass man dort nur die Schuhe ausziehen muss und bekommt in der Regel sofort den passenden Schuh empfohlen. So ging ich also zum Runner Shop in die Neupforte und war vom Optischen her bereits sehr angetan. Ich hätte gerne mal einen anderen Schuh als einen Asiscs oder Brooks gehabt und war demnach sehr gespannt, welchen Schuh man mir wohl empfehlen würde. Meine sämtlichen anderen Schuhe hatte ich mal mit genommen. Der Fachverkäufer, ehemals Orthopädietechniker, wenn ich das richtig verstanden habe, schaute sich also meine Füße in den Socken an und kam mit einem New Balance 860 B zurück. Der erste Eindruck war schon sehr gut, aber die Größe war eine halbe Nummer zu klein. Mit der richtigen Größe am Fuß gingen wir nach draußen und ich musste einmal hin und zurück laufen, während Ralf sich positiv über meinen Laufstil ausließ und insofern nichts bemäkelte. Somit war der Schuh (für 120 Euronen) gekauft, ich war beeindruckt. Wir plauderten noch angeregt über diverse Läufe, die so in und um Aachen herum, sowie im Rest unseres schönen Deutschlands stattfinden, und ich fühlte mich überaus wohl. Dass ich noch 10 Euro Preisnachlaß bekam, fand ich außerdem ganz toll. Zufrieden und mit einem guten Gefühl, einen neuen Laufschuhdealer gefunden zu haben, fuhr ich nach Hause.
Die Ernüchterung kam am nächsten Tag, als ich interessehalber einfach mal im Internet nach dem Schuh suchte, den ich gekauft hatte. Viel erzählt hatte mir Ralf dazu nicht, schließlich war er einfach der Richtige. Der Schuh sprang mir sofort auf der Runners Point Seite für 79,90 Euro entgegen - au Backe! Ich war total irritiert, wie sollte ich mich jetzt verhalten? Hin und her überlegt, und erst mal nichts gemacht. Eine gute Beratung und ein Wohlfühlgefühl ist mir sicher seinen Preis wert, doch 40, eigentlich 50 Euro Unterschied war doch etwas happig.
Es dauerte noch über eine Woche, im Internet poppte mir ständig die Runners Point Werbung mit dem Schuh entgegen, bis ich reagierte. Das sollte wohl ein Zeichen sein. Ich also ne nette Email an Ralf geschrieben. Und bekam prompt am nächsten Tag eine ebenso nette Email zurück, mit dem Angebot, mir die 40 Euro gut zu schreiben für den nächsten Einkauf. Das nenn ich doch wirklich fair!
Jetzt hab ich wieder das gute Gefühl, den für mich richtigen Laufschuhdealer doch gefunden zu haben und nicht übervorteilt worden zu sein. Die 120 Euro waren für mich absolut ok, aber die 80 Euro haben mich dann doch sehr irritiert. Aber, Ende gut, alles gut. Na ja, fast gut, denn ich hab auch in dem Schuh dieses doofe Stech-Problem. Allerdings mit dem Unterschied, dass ich hier nun, sollte es absolut nicht funktionieren, den Schuh tatsächlich umtauschen kann, egal wann! Zunächst werde ich aber mit meinem Physio noch einmal kritisch auf Schuhe und Füße gucken, um eine andere Ursache wirklich auszuschließen. Und seltsam ist auch, dass der Kayano 18 mir schneller und schlimmeres Stechen verursacht, als der New Balance. Ne ganz blöde Sache irgendwie...
Nun habe ich diverse Erfahrungen beim Laufschuhkauf gemacht. Bislang bin ich immer gerne zum Runnerspoint gegangen, meist hab ich dort Auslaufmodelle gekauft, bevorzugt den Asics Gel Kayano 17, doch auch der Brooks Adrenalin GTS war eine sehr gute Wahl. Nach dem schneereichen Winter, wo das Laufen zur Zumutung wurde, hatte ich die absonderliche Idee, dass ich Trailschuhe bräuchte. Nach 3 unerquicklichen Läufen mit gefühlten Brettern unter den Füßen, konnte ich die Dinger noch für einen halbwegs angebrachten Preis bei ebay wiederverkaufen. Vor allem der linke Vorderfußballen machte mir erhebliche Schwierigkeiten, ab 3 km hatte ich gefühlt ein Messer im Fuß stecken - ging leider gar nicht.
Die nächste Pleite erlebte ich wieder mit einem Kauf im Internet. Diesmal dachte ich, wenn der Kayano 17 so toll sitzt, kann ich mit dem Nachfolgemodell, dem Kayano 18 nichts verkehrt machen. Doch weit gefehlt - Nachfolgemodell ist eben nur Nachfolger und nicht unbedingt der gleiche Schuh. Auch hier hatte ich das Problem mit dem Messer im linken Fuß ab 3 km aufwärts. Seltsamerweise habe ich das Problem im 17er nicht, auch nicht im Brooks (ich berichtete bereits darüber an dieser Stelle). Mit diesen Schuhen kann ich über 20 km laufen, ohne dass mir auch nur irgendeine Naht oder sonst etwas zu schaffen macht. Ganz blöde Sache. Ich bin im Grunde der Meinung, dass es deshalb nicht an meinen Füßen liegen kann, sondern ausschließlich am Schuh.
Nun empfahl man mir an diversen Stellen einen fachmännischen Laufladen in Aachen und den wollte ich mal ausprobieren. Es hieß, dass man dort nur die Schuhe ausziehen muss und bekommt in der Regel sofort den passenden Schuh empfohlen. So ging ich also zum Runner Shop in die Neupforte und war vom Optischen her bereits sehr angetan. Ich hätte gerne mal einen anderen Schuh als einen Asiscs oder Brooks gehabt und war demnach sehr gespannt, welchen Schuh man mir wohl empfehlen würde. Meine sämtlichen anderen Schuhe hatte ich mal mit genommen. Der Fachverkäufer, ehemals Orthopädietechniker, wenn ich das richtig verstanden habe, schaute sich also meine Füße in den Socken an und kam mit einem New Balance 860 B zurück. Der erste Eindruck war schon sehr gut, aber die Größe war eine halbe Nummer zu klein. Mit der richtigen Größe am Fuß gingen wir nach draußen und ich musste einmal hin und zurück laufen, während Ralf sich positiv über meinen Laufstil ausließ und insofern nichts bemäkelte. Somit war der Schuh (für 120 Euronen) gekauft, ich war beeindruckt. Wir plauderten noch angeregt über diverse Läufe, die so in und um Aachen herum, sowie im Rest unseres schönen Deutschlands stattfinden, und ich fühlte mich überaus wohl. Dass ich noch 10 Euro Preisnachlaß bekam, fand ich außerdem ganz toll. Zufrieden und mit einem guten Gefühl, einen neuen Laufschuhdealer gefunden zu haben, fuhr ich nach Hause.
Die Ernüchterung kam am nächsten Tag, als ich interessehalber einfach mal im Internet nach dem Schuh suchte, den ich gekauft hatte. Viel erzählt hatte mir Ralf dazu nicht, schließlich war er einfach der Richtige. Der Schuh sprang mir sofort auf der Runners Point Seite für 79,90 Euro entgegen - au Backe! Ich war total irritiert, wie sollte ich mich jetzt verhalten? Hin und her überlegt, und erst mal nichts gemacht. Eine gute Beratung und ein Wohlfühlgefühl ist mir sicher seinen Preis wert, doch 40, eigentlich 50 Euro Unterschied war doch etwas happig.
Es dauerte noch über eine Woche, im Internet poppte mir ständig die Runners Point Werbung mit dem Schuh entgegen, bis ich reagierte. Das sollte wohl ein Zeichen sein. Ich also ne nette Email an Ralf geschrieben. Und bekam prompt am nächsten Tag eine ebenso nette Email zurück, mit dem Angebot, mir die 40 Euro gut zu schreiben für den nächsten Einkauf. Das nenn ich doch wirklich fair!
Jetzt hab ich wieder das gute Gefühl, den für mich richtigen Laufschuhdealer doch gefunden zu haben und nicht übervorteilt worden zu sein. Die 120 Euro waren für mich absolut ok, aber die 80 Euro haben mich dann doch sehr irritiert. Aber, Ende gut, alles gut. Na ja, fast gut, denn ich hab auch in dem Schuh dieses doofe Stech-Problem. Allerdings mit dem Unterschied, dass ich hier nun, sollte es absolut nicht funktionieren, den Schuh tatsächlich umtauschen kann, egal wann! Zunächst werde ich aber mit meinem Physio noch einmal kritisch auf Schuhe und Füße gucken, um eine andere Ursache wirklich auszuschließen. Und seltsam ist auch, dass der Kayano 18 mir schneller und schlimmeres Stechen verursacht, als der New Balance. Ne ganz blöde Sache irgendwie...
Samstag, 5. Mai 2012
8 km Vorsichtseinheit
Aus Vorsichtsgründen gabs heute keine schnelle Einheit, wie es der Plan eigentlich vorgesehen hätte; ich traue mich noch nicht, wegen dem Knie...
Daher war ich im leichten Regen nur 3 km einlaufen, 2 km auf der Bahn Lauf-ABC gemacht und dann noch gemütlich 3 km ausgelaufen.
Leider habe ich keine aufgezeichneten Werte zur Verfügung, da der Garmin nach einem furchtbar langen Piepsen beim Anschließen an den PC irgendwie die Werte verschnuddelt hat. Darüber könnte man sich ärgern, tu ich aber nicht - ich weiß ja immerhin, dass es 3, 2, 3 km waren und die Zeit ist bei dieser Einheit unwichtig, es war in Summe 1:05 Stunde.
Das Knie hatte ich intuitiv (und vermutlich auch recht kreativ) mal im Vorfeld getapt. Ist es Einbildung oder hilft es wirklich, immerhin hatte ich keine nennenswerten Schmerzen, immer nur so ein dumpfes "da ist irgendwas". Leider kann ich das vom ebenso getapten linken Vorderfußballen nicht sagen, der hat nämlich in den Kayano 18 wieder ziemlich weh getan.
Erkenntnis dieses Tages:
Das Wetter ist zum Laufen echt toll, aber ansonsten nervt es ungemein!
@Rainer, die Übung mit der Bank konnte ich leider nicht machen, da es schräg nach hinten abfallende Kunststoffbänke waren; das wäre im Nassen eine nette Rutscherei geworden.
Donnerstag, 3. Mai 2012
1. Lauf im Mai, neue Erkenntnis
Erkenntnis des Tages: Man kann Schmerzen tatsächlich weg laufen! Scheinbar eine Frage der "besonderen Technik"...
Nach einem sehr bescheidenen Tag bis 15 Uhr (dann war endlich Feierabend) mit Kopfschmerzen zur Physio. "Frank, bitte peppel mich wieder auf," ein flehentlicher Blick zum Meister der Wundernadeln. Kurz über mein Knieproblem gesprochen, er hier und da ab Leiste bis Knie gedrückt (ich gröhle peinlich berührt los, bin ja so furchtbar kitzelig) "Das kommt von der Hüfte," meinte er und setzt mir anschließend die Nadeln. Ich entspanne mich und werde später von meinem eigenen Schnarchen wieder wach, fühle mich super erholt. Unterwegs überlege ich, wo ich laufen werde. Grob geplant sind 8 km in 7:30, passt gut zum wieder rein kommen. Eine weitere Woche ohne Lauf und ich bin schon wieder nervös, als wäre ich 2 Monate nicht gelaufen.
Ich merke sofort, dass es gut läuft, auch den "Berg" (immerhin ca. 60 Höhenmeter) am Anfang nehme ich unerwartet gut, bemüht, das Tempo zu treffen. Die ersten beiden km waren trotz Höhenmeter etwas zu schnell, aber dann kam ich gefühlt in den 7:30er Trott. Bis km 5 liefs wieder richtig gut, dann fing das Knie an und wurde von Meter zu Meter schlimmer. Nix da! Ich versuchte meinem Knie klar zu machen, dass ich auf keinen Fall stehen bleibe und bis zum Ende weiter laufe (es waren immerhin noch knapp 5 km). Pffff, ich fange mir doch nicht schon wieder eine Erkältung ein, nur weil das Knie keinen Bock mehr hat! Solange nichts reißt und mich von den Beinen haut, laufe ich weiter - aus die Maus! Ich beiße auf die Zähne - Scheiße tut das weh... Dann fällt mir ein, dass Frank ja meinte, der Schmerz käme von der Hüfte. Ich also meinen Schritt verlängert und die Hüfte so lang wie möglich gemacht, mit dem Fuß hinten schön abgedrückt, dabei die Arme schwungvoll bewegt. Sah bestimmt ein bisschen komisch aus, aber es hat funktioniert. Nach einer Weile waren die Schmerzen so gut wie weg, nur ein dumpfes Gefühl, dass da was ist, aber nicht vergleichbar mit vorher. Es lief dadurch etwas schneller, aber in jedem Fall müheloser, ich musste mich zwar auf diesen Schritt konzentrieren, denn der Schmerz im Knie meldete sich sofort wieder, wenn ich den Schritt kleiner machte und nicht mehr so betont das Bein nach hinten raus lang machte. Ich schaffte somit noch die restliche Strecke, wobei das Stechen im Vorderfuß auch wieder aufgetaucht ist. Das wird nächste Woche noch mal Thema beim Physio sein.
Alles in allem war ich trotzdem mit dem Lauf sehr zufrieden. Gefühlt hätte der Puls bei 140 sein müssen, leider war es doch etwas mehr, aber wen interessierts?!
Alles neu macht der Mai...
... na hoffentlich dann aber bald mal! Denn so richtig
klappen wills mit dem Laufen noch nicht wieder und alles andere ist auch irgendwie
ein wenig unbefriedigend.
Der April war jetzt mein Auszeit-Monat. Nach dem Training
laut Trainingsplan von Januar bis Ende März, inkl. 98%igem Verzicht auf
Alkohol, einer starken Reduktion von Fastfood und Süßkram, war im April Schluss
mit allen „Entbehrungen“. Ich denke mal, ich hab es auch so richtig schön
ausgekostet – mein Bäuchlein ist wieder deutlich gewachsen.
Den für den 1. Mai geplanten Lauf hab ich durch intensives
Aufräumen und Saubermachen ersetzt, es hat sich so ergeben und ich wollte die
Gunst der Stunde nutzen – wenn ich denn schon mal in einen derartigen
Putzrausch verfalle. Jetzt haben wir heute den 3. Mai und gestern gabs also meine
erste Trainingseinheit, 30 min. Stabipad und Dehnübungen und 25 km auf dem Homi
geradelt – immerhin etwas!
Von meinem HM-Trainingsplan haben wir jetzt die letzten vier
Wochen leicht modifiziert. Dieser Plan soll mir den Mai versüßen. In diesem
Monat habe ich zwei Wettkämpfe drin, einmal den Nachtlauf in Groningen (7 km) am
17. Mai und wie es im Moment aussieht die HM-Staffel beim Tivoli-Lauf am 27.
Mai. Im Augenblick fühlt es sich mal wieder so an, als hätte ich das Laufen
verlernt; meine Erkältung, oder besser gesagt das Unfit-Sein im Anschluss, hat
doch trotz Antibiotikum länger gedauert, als ich gehofft hatte – zwei Wochen
dauerts, mit oder ohne. Dass bei den beiden letzten Läufen nun auch noch das
Knie gemeutert hat, passt mir überhaupt nicht. Mal sehen, was der Physio-Frank
heute dazu meint, es tritt ja erst ab vier Kilometer auf. Heute steht nämlich
der nächste Lauf im Plan, gemütliche 8 km in 7:30 – zum Reinkommen genau
richtig. Wie es mit den neuen Schuhen klappt, auch darauf bin ich gespannt, das
berühmte Stechen unterm linken Vorderfußballen trat ja auch damit wieder auf.
Mann, Mann, Mann... wie wertvoll eine einwandfreie
Gesundheit ist, weiß man leider immer erst wieder dann zu schätzen, wenn man in
irgendeiner Form gehandicapt ist – mag es noch so „belanglos“ sein, das
kleinste Zwacken nervt. Dabei ist das Wetter im Moment absolut auf meiner Seite
und ich kann das Laufen trotzdem nicht so ganz genießen. Na ja, warte ich mal
den heutigen Lauf ab, vielleicht geht’s ja schon wieder besser. Auch wenn ich
mich im Moment überhaupt nicht gut fühle – ich habe Kopfschmerzen – hab ich die
Hoffnung, dass Frank mit seinen Nadeln wieder Großes leistet, wie jede Woche.
Ich muss die Kurve irgendwie wieder kriegen und das
schnellstmöglich. Ich fühle mich unfit, unwohl und wieder um einiges zu mopsig.
Soll heißen, im Mai wird wieder die Disziplin-Schraube angezogen, ebenso im
Juni bis zum Urlaub. Der Juli soll wieder eine Auszeit werden und ab August geht’s
weiter mit dem nächsten HM-Trainingsplan. Ich fürchte, ich brauche einen Plan,
um halbwegs diszipliniert zu bleiben. Na denn... gibt Schlimmeres.
Samstag, 28. April 2012
Ein Anfang ist gemacht
So, da isse mal wieder. Endlich hab ich wieder was zu berichten:
Heute ist ein guter Tag, denn heute gabs schon ein paar überaus erfreuliche Dinge. Da war zum einen der Gang auf die Waage, die mir ein Gewicht unter 74 kg anzeigte! Wow, damit hatte ich nach der gestrigen Grillplatten-Orgie beim Türken und der längeren Laufabstinenz nicht gerechnet. Um ihr dann nicht doch noch die Chance zu geben, mir den Tag zu vermasseln, stieg ich auch kein weiteres Mal rauf - manchmal zeigt sie mir nämlich drei verschiedene Gewichte an, wenn ich mich auch dreimal drauf stelle. Die nächste Freude kam beim Frisör, als mir die Frisörinnen meines Vertrauens direkt beim Ankommen ein "Oh, du hast aber toll abgenommen," entgegen schmetterten. Hm - hab ich eigentlich nicht, aber dann scheint die Waage wohl tatsächlich nicht gelogen zu haben - umso schöner, naja, vielleicht habs ich ja auch doch, keine Ahnung! Sehr zufrieden und mit wieder ganz kurzen Haaren gings dann weiter zum Optiker meines Vertrauens. Dort bekam ich meine neue Gleitsichtbrille - endlich kann ich wieder vernünftig sehen! Nun habe ich eine Change-Me-Brille, bei der man die Bügel der Farbe der Bluse entsprechend wechseln kann - eine verdammt praktische Erfindung!
Zu Hause angekommen stellte sich die Frage, es war ja erst 11 Uhr, gehe ich laufen oder nicht? Da ich bereits den ganzen Tag mit den neuen Laufschuhen (zum Einlaufen) unterwegs war, fiel es mir schwer, dem Drang, auch endlich mal damit zu laufen, zu widerstehen. Also mental auf ein kurzes, gemütliches "mal sehen was wieder geht" Läufchen eingestellt und umgezogen. Die Erkältung befindet sich in den allerletzten Zügen, ein klitzekleines Bisschen Schnupfen ist noch da, der Akku fühlt sich aber immerhin wieder auf 95 % an, die ganze Woche über lief es noch nicht so gut, da musste ich mich jeden Tag nach Feierabend noch mal hinlegen.
Dem plötzlich warmen Wetter (22 Grad) entsprechend angezogen, gings den ersten Kilometer mit Dirk gemeinsam los. Fühlte sich verdammt gut an! Sowohl die Beine, als auch die Schuhe gaben mir ein schönes Laufgefühl, lediglich der Sauerstoffanteil in der Luft war ein wenig mager. Dafür hatte ich das Glück, ein Reh zu sehen, welches meinen Weg kreuzte, das find ich einfach immer so Klasse! Ab km 4 fing dann leider die Zickerei wieder an: rechtes Knie, oben, außen und der linke Fußballen zeigte auch bei diesem Schuh (New Ballance 860 B) die stechenden Schmerzen. Kurz den Schuh etwas lockerer geschnürt, dann ging es mit dem Fuß etwas besser, Knie leider bis zum Ende zickig geblieben. Nach 6,6 km war ich wieder zu Hause und hab beim Dehnen geschwitzt wie Sau. Trotzdem wars gut und die Zeit ist erst mal unwichtig, der Puls war auch viel zu hoch. Wichtig ist, dass ich noch laufen kann - ich hatte wirklich Angst, bei der langen Pause das Laufen verlernt zu haben. Am Dienstag gibts den nächsten Lauf. Ich muss jetzt wohl erst mal wieder eine ruhigere Kugel schieben und fleißig Stabi-Übungen machen, damit das Knie wieder aufhört mit dem Rumgemeckere.
Und heute Abend gehts mit Iris und Michaela auf die Colorado-Revival Party - ich freu mich schon!
Heute ist ein guter Tag, denn heute gabs schon ein paar überaus erfreuliche Dinge. Da war zum einen der Gang auf die Waage, die mir ein Gewicht unter 74 kg anzeigte! Wow, damit hatte ich nach der gestrigen Grillplatten-Orgie beim Türken und der längeren Laufabstinenz nicht gerechnet. Um ihr dann nicht doch noch die Chance zu geben, mir den Tag zu vermasseln, stieg ich auch kein weiteres Mal rauf - manchmal zeigt sie mir nämlich drei verschiedene Gewichte an, wenn ich mich auch dreimal drauf stelle. Die nächste Freude kam beim Frisör, als mir die Frisörinnen meines Vertrauens direkt beim Ankommen ein "Oh, du hast aber toll abgenommen," entgegen schmetterten. Hm - hab ich eigentlich nicht, aber dann scheint die Waage wohl tatsächlich nicht gelogen zu haben - umso schöner, naja, vielleicht habs ich ja auch doch, keine Ahnung! Sehr zufrieden und mit wieder ganz kurzen Haaren gings dann weiter zum Optiker meines Vertrauens. Dort bekam ich meine neue Gleitsichtbrille - endlich kann ich wieder vernünftig sehen! Nun habe ich eine Change-Me-Brille, bei der man die Bügel der Farbe der Bluse entsprechend wechseln kann - eine verdammt praktische Erfindung!
Zu Hause angekommen stellte sich die Frage, es war ja erst 11 Uhr, gehe ich laufen oder nicht? Da ich bereits den ganzen Tag mit den neuen Laufschuhen (zum Einlaufen) unterwegs war, fiel es mir schwer, dem Drang, auch endlich mal damit zu laufen, zu widerstehen. Also mental auf ein kurzes, gemütliches "mal sehen was wieder geht" Läufchen eingestellt und umgezogen. Die Erkältung befindet sich in den allerletzten Zügen, ein klitzekleines Bisschen Schnupfen ist noch da, der Akku fühlt sich aber immerhin wieder auf 95 % an, die ganze Woche über lief es noch nicht so gut, da musste ich mich jeden Tag nach Feierabend noch mal hinlegen.
Dem plötzlich warmen Wetter (22 Grad) entsprechend angezogen, gings den ersten Kilometer mit Dirk gemeinsam los. Fühlte sich verdammt gut an! Sowohl die Beine, als auch die Schuhe gaben mir ein schönes Laufgefühl, lediglich der Sauerstoffanteil in der Luft war ein wenig mager. Dafür hatte ich das Glück, ein Reh zu sehen, welches meinen Weg kreuzte, das find ich einfach immer so Klasse! Ab km 4 fing dann leider die Zickerei wieder an: rechtes Knie, oben, außen und der linke Fußballen zeigte auch bei diesem Schuh (New Ballance 860 B) die stechenden Schmerzen. Kurz den Schuh etwas lockerer geschnürt, dann ging es mit dem Fuß etwas besser, Knie leider bis zum Ende zickig geblieben. Nach 6,6 km war ich wieder zu Hause und hab beim Dehnen geschwitzt wie Sau. Trotzdem wars gut und die Zeit ist erst mal unwichtig, der Puls war auch viel zu hoch. Wichtig ist, dass ich noch laufen kann - ich hatte wirklich Angst, bei der langen Pause das Laufen verlernt zu haben. Am Dienstag gibts den nächsten Lauf. Ich muss jetzt wohl erst mal wieder eine ruhigere Kugel schieben und fleißig Stabi-Übungen machen, damit das Knie wieder aufhört mit dem Rumgemeckere.
Und heute Abend gehts mit Iris und Michaela auf die Colorado-Revival Party - ich freu mich schon!
Sonntag, 22. April 2012
Zwangspause
Ein Hauch von Bronchialtee hängt in der Luft, die Tasse steht immer griffbereit neben mir. Langsam gehts mir besser.
Was zuvor geschah: Vergangene Mittwochnacht werde ich wach mit einer Ladung Rasierklingen im Hals. Was der kalte Wind Berlins und Spaniens nicht geschafft hat, hat in Stolberg funktioniert: ich hab mir ne fette Erkältung eingefangen. Habs dann noch versucht, mit Arbeiten, aber um 10 Uhr musste ich die Segel streichen, nichts geht mehr, ab zum Arzt, ich fühl mich durchgekaut und ausgespuckt. Dort lasse ich mir direkt ein Antibiotikum verschreiben, ich will die Seuche so schnell wie möglich wieder los werden. Mich zu ärgern nützt ja nichts, also gleich ab ins Bett und das volle Programm: Hustenlöser, Nasenspray, Tee und jede Menge Papiertaschentücher zieren meinen Nachttisch. Ich schlafe den Schlaf der Gerechten und mache die Erkältung wohl wegen des Antibiotikums im Schnelldurchlauf durch, Tag 1, der Hals tut sauweh, die Nase kribbelt, ich bin platt. Tag 2 der Schnupfen kommt, der Hals wird besser, aber "es" rutscht langsam auf die Brust, bin immer noch platt und die Stimme ist weg. Tag 3, heftige Niesattacken, laufende Augen und Nase, der Hals ist gut, die Brust tut weh, der Husten sitzt noch fest, bin schon etwas weniger platt, aber längst nicht fit. Heute also Tag 4, alles löst sich, aber der Kopf ist noch matschig, der Körper noch schlapp. Morgen wird wohl alles so gut wie überstanden sein, außerdem muss ich auch wieder arbeiten gehn. Drei Tage krank feiern ohne Vertretung geht mir ohnehin gegen den Strich, aber was will ich machen, es ging beim besten Willen nicht.
Zwischen den Schlafphasen ab und zu mal kurz am Rechner gesessen und am Leben und an den Läufen der nicht Kranken Anteil genommen. Gestern mit Dirk dann mal eine erste Urlaubsplanung auf die Beine gestellt, es geht wirklich jetzt im Sommer nach Irland (und ein bisschen Südengland auf dem Rückweg), ein Jugendtraum von mir wird wahr. Ich freu mich schon riesig.
Vermutlich kann ich am kommenden Wochenende auch wieder einen ersten Lauf in Erwägung ziehen. Ich denke mal, diese Zwangspause war gar nicht so verkehrt, wenn ich an mein zickendes Knie denke, das sowohl beim Halbmarathon, einmal kurz in Spanien und vor allem aber den Abbruch meines ersten Laufs nach der Reise verursachte. Es hat wohl so sollen sein, dass ich ein paar Tage Pause einlegen musste, auch wenn es gerade so schön lief. Dann gehts weiter mit neuem Elan. Ab Mai fange ich einen neuen Trainingsplan an, ich will endlich mal die 10 Kilometer unter 60 laufen. Ich freue mich schon auf die nächsten Intervalle, wer hätte das je gedacht?! Vermutlich werde ich mir auch einen neuen MP3-Player zulegen, einen ohne Kabel, nämlich diesen hier. Nächste Woche heißt es aber erstmal, neue Laufschuhe kaufen, yesss... Bin schon sehr gespannt, welche Wahl der Experte für mich trifft.
Ihr werdet es sicher erfahren ;-)
Was zuvor geschah: Vergangene Mittwochnacht werde ich wach mit einer Ladung Rasierklingen im Hals. Was der kalte Wind Berlins und Spaniens nicht geschafft hat, hat in Stolberg funktioniert: ich hab mir ne fette Erkältung eingefangen. Habs dann noch versucht, mit Arbeiten, aber um 10 Uhr musste ich die Segel streichen, nichts geht mehr, ab zum Arzt, ich fühl mich durchgekaut und ausgespuckt. Dort lasse ich mir direkt ein Antibiotikum verschreiben, ich will die Seuche so schnell wie möglich wieder los werden. Mich zu ärgern nützt ja nichts, also gleich ab ins Bett und das volle Programm: Hustenlöser, Nasenspray, Tee und jede Menge Papiertaschentücher zieren meinen Nachttisch. Ich schlafe den Schlaf der Gerechten und mache die Erkältung wohl wegen des Antibiotikums im Schnelldurchlauf durch, Tag 1, der Hals tut sauweh, die Nase kribbelt, ich bin platt. Tag 2 der Schnupfen kommt, der Hals wird besser, aber "es" rutscht langsam auf die Brust, bin immer noch platt und die Stimme ist weg. Tag 3, heftige Niesattacken, laufende Augen und Nase, der Hals ist gut, die Brust tut weh, der Husten sitzt noch fest, bin schon etwas weniger platt, aber längst nicht fit. Heute also Tag 4, alles löst sich, aber der Kopf ist noch matschig, der Körper noch schlapp. Morgen wird wohl alles so gut wie überstanden sein, außerdem muss ich auch wieder arbeiten gehn. Drei Tage krank feiern ohne Vertretung geht mir ohnehin gegen den Strich, aber was will ich machen, es ging beim besten Willen nicht.
Zwischen den Schlafphasen ab und zu mal kurz am Rechner gesessen und am Leben und an den Läufen der nicht Kranken Anteil genommen. Gestern mit Dirk dann mal eine erste Urlaubsplanung auf die Beine gestellt, es geht wirklich jetzt im Sommer nach Irland (und ein bisschen Südengland auf dem Rückweg), ein Jugendtraum von mir wird wahr. Ich freu mich schon riesig.
Vermutlich kann ich am kommenden Wochenende auch wieder einen ersten Lauf in Erwägung ziehen. Ich denke mal, diese Zwangspause war gar nicht so verkehrt, wenn ich an mein zickendes Knie denke, das sowohl beim Halbmarathon, einmal kurz in Spanien und vor allem aber den Abbruch meines ersten Laufs nach der Reise verursachte. Es hat wohl so sollen sein, dass ich ein paar Tage Pause einlegen musste, auch wenn es gerade so schön lief. Dann gehts weiter mit neuem Elan. Ab Mai fange ich einen neuen Trainingsplan an, ich will endlich mal die 10 Kilometer unter 60 laufen. Ich freue mich schon auf die nächsten Intervalle, wer hätte das je gedacht?! Vermutlich werde ich mir auch einen neuen MP3-Player zulegen, einen ohne Kabel, nämlich diesen hier. Nächste Woche heißt es aber erstmal, neue Laufschuhe kaufen, yesss... Bin schon sehr gespannt, welche Wahl der Experte für mich trifft.
Ihr werdet es sicher erfahren ;-)
Donnerstag, 19. April 2012
Frau H.punkt ist dann auch mal weg... Teil 3
Wir verlassen den Ort mit den 18 Einwohnen wie gewohnt gegen 8 Uhr; auf den Kaffee müssen wir erst mal verzichten, die Bar ist noch zu. Die letzte Etappe liegt vor uns, sie heißt Burgos. Das Wetter ist wie immer, es sieht nach Regen aus, der Wind kommt heftig von vorne, also nichts neues. Der nächste Ort hat eine Bar. Aber auch die ist leider noch geschlossen, so ziehen wir weiter, in der Hoffnung, doch jetzt bald zu unserem Koffeinkick zu kommen. Im nächsten Ort haben wir mehr Glück. Hier gibts auch eine ordentliche Auswahl an Boccadillos, belegten Broten. Wir stärken uns und weiter gehts, das Wetter wird schlechter. Mein Wunsch, bis zur nächsten Bar im Trockenen zu gelangen, wird gerade noch so erfüllt, danach kommt ein ordentlicher Schauer. In der Bar sitzen natürlich schon Linda und Lukas und wir plaudern kurz. Hier sind wir bereits in Castillien und das Spanisch klingt noch seltsamer als ohnehin; in der Bar geht immer wieder der Strom aus, lustig. Nach dem zweiten Kaffee läßt der Regen nach und wir machen uns wieder auf. Entgegen dem Reiseführer entscheiden wir uns für eine Umleitung, die nicht durch das Industriegebiet gehen soll. Doch schon nach kurzer Zeit bereuen wir unser Vorhaben, wir stecken im tiefen Schlamm, der aus unseren Schuhen Highheels mit Plateausohlen macht. Es ist mühsam und rutschig und eklig obendrein. Ich verfluche Raimund, das Arschloch, für den Tipp mit der Umleitung (das war ein insider). Ich weiß nicht, was schlimmer gewesen wäre, Industriegebiet oder matschiger Feldweg entlang eines Flughafens ohne Flugbetrieb. Kurz vor Burgos erreichen wir einen Park, es regnet. Aus dem Regen wird ganz plötzlich ein heftiges Gewitter mit Blitz, Donner und Hagel. Wir suchen Schutz an einen Baum gedrängt, echt heftig, was hier gerade abgeht! Ich schnalle mir meine halbe Isomatte (die andere Hälfte hatte ich bereits am 1. Tag entsorgt) vor Bauch und Beinen, so dass ich nicht komplett bis auf die Haut nass werde. Sieht bestimmt seltsam außerirdisch aus, aber mir gerade sowas von egal. Der Park wäre unter anderen Umständen sicher herrlich, er erstreckt sich über einige Kilometer parallel zur Stadt. Wir gehen weiter und entdecken ein Ausmaß des Gewitters, das uns erschreckt: Bäume, die vom Blitz getroffen wurden und dicke Äste, die am Boden liegen. Da haben wir wohl mächtig Glück gehabt.
Den Rest des Tages verbringen wir weiterhin Kaffee trinkend, Häppchen essend und Läden durchstöbernd. Die Hoffnung, hier ein paar Kilo verloren zu haben, schminke ich mir endgültig ab. Wir kaufen im Bushof bereits das Ticket für die morgige Rückreise und lassen den Tag im Hostal mit spanischem TV ausklingen, bis wir müde sind.
Ein letztes Mal gibts am Morgen zwei Kaffee con leche und boccadillos con jamon, noch eine kleine Plauderei mit einer Australierin, die mit ihrer 14 jährigen Tochter den Weg pilgert. Interessant, wie viele junge Menschen und auch Generationspaare hier unterwegs sind.
Alles klappt wie am Schnürchen, wir packen am Flughafen wieder unsere Rucksäcke in die Tüten, checken ein, trinken wieder Kaffee und essen zum letzten Mal boccadillos und ab gehts nach Hause.
Am Flughafen in Düsseldorf steht Dirk mit roten Rosen - ich freu mich riesig. Wider Erwarten kommt auch Paul Heike abholen, wie schön! Wir verabschieden uns. Unterwegs holen wir beim Thailänder was zu Essen (endlich mal wieder was mit Gewürz!), wieder daheim. Die Woche ist nur so umgeflogen.
Nun, auf die Frage, wie wars in Spanien?, fasse ich für mich zusammen, dass es nicht so war, wie erwartet. Es war dennoch sehr schön, aber mehr wie Urlaub. Das lag vermutlich daran, dass die Zeit zum einen zu kurz war, um so richtig in das Pilgerfeeling zu kommen und zum anderen, weil wir nicht in den Herbergen übernachtet haben. Aber: muss ich das haben? Nein. Wir waren uns im Vorfeld einig, dass wir nach Möglichkeit in Doppelzimmern schlafen. Dadurch, dass wir immer gemeinsam unterwegs waren (teilweise ja auch zu Dritt) und uns auch im Vorfeld nur via Mail kannten, haben Heike und ich natürlich viel zu erzählen gehabt, außerdem nimmt man ja auch "Fremden" gegenüber mehr Rücksicht aufeinander und untereinander. Es war eine schöne und wertvolle Erfahrung. Aber so "gestückelt" pilgern möchte ich nicht mehr. Entweder heißt das Ding dann "Wanderurlaub" oder aber ich warte so lange, bis ich so viel Zeit haben werde, einmal einen Weg komplett zu gehen. Im Übrigen mag ich das Wort Pilgern auch nicht so sehr, es ist mir zu religiös. Natürlich bin ich ein gläubiger Mensch, aber dieses altmodische Wort hat für mich so einen negativen Beigeschmack, es klingt so nach Schmerzen und Buße, ich weiß nicht... Ich glaube beinahe, "pilgern" muss man eigentlich alleine, um den "Spirit des Camino" zu bekommen, sofern man wirklich seine Grenzen erfahren will. Der Weg ist lang und er ist hart, aber der Weg ist auch wunderschön. All das bekommt man nicht in einer Woche so richtig gelebt. Wie schon oben erwähnt waren sehr viele junge Menschen unterwegs und auch Paare und Familien. Dennoch war es zum Glück nicht so voll, wie ich fast befürchtet habe zur Osterzeit. Körperlich habe ich die Woche sehr gut weg gesteckt, was sicher an meinem Training im Vorfeld für den Halbmarathon lag. Eine klitzekleine Blase, ein wenig Muskelschmerzen an den Außenseiten der Oberschenkel und abends platte Füße ist so meine Bilanz. Gut, die Schultern und der Nacken tun natürlich die ersten 2 Tage ziemlich weh, bis man den richtigen Dreh mit dem Rucksackschnallen raus hat. Die letzten beiden Tage hab ich das Ding nicht mehr gemerkt. Spanisch zu sprechen ist für ein derartiges Vorhaben sehr von Vorteil, da die meisten kein Wort englisch sprechen (wollen?), auch alle Speisekarten sind in der Landessprache, was das Essen zu einem kleinen Abenteuer macht. Allerdings kann man häufiger das Glück haben, auf liebe Mitmenschen zu treffen, die sowohl englisch wie auch spanisch sprechen und einem demnach gern behilflich sind. Verlaufen kann man sich glaube ich kaum auf dem Camino, da überall mehr oder weniger häufig die gelben Pfeile oder eben die bekannten Muscheln den Weg weisen (zumindest auf dem Camino Francés bzw. auf unserem Abschnitt jetzt). Und nun habe ich fertig, mir fällt erst mal nichts mehr ein, was ich Euch berichten könnte.
Dass ich nun, wieder zu Hause, krank geworden bin, ist wirklich übel. Das kalte Wetter geht mir langsam aber sicher auf den Senkel...
So kommen wir denn wieder in die Zivilisation, die Kräfte langsam am Ende, nach ca. 28 km. Dieser Park entpuppt sich als wahres Läufermekka, ein schnurgerader Weg mit KM-Markierungen (für Intervalle?), daneben ein glatter, roter Weg für Skater, daneben sogar noch ein Trail-Waldweg, alles natürlich beleuchtet. Wieso gibts sowas Tolles nicht mal bei uns?! Burgos ist eine riesige (und schöne) Stadt mit einer wunderschönen Kathedrale, einer herrlichen Altstadt, wo sich Kneipe an Kneipe reiht. Jetzt müssen wir noch ein Hostal finden, wo wir uns die letzten beiden Nächte einquartieren. Beim ersten öffnet uns keiner, beim zweiten werden wir in den 7. Stock gebeten. Ein Doppelzimmer mit Bad für 45 Euro pro Nacht, hier bleiben wir. Klein, sehr klein, aber es ist ok. Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf, um uns erneut mit Karel zu treffen. Wir suchen ein Lokal und essen noch einmal gemeinsam, trinken einen Rotwein-Absacker für 1 Euro und verabschieden uns diesmal endgültig, Karel geht seinen Weg ohne Ziel noch ein ganzes Stück weiter.
Am nächsten Morgen schlafen wir uns aus. In aller Ruhe machen wir uns auf, es ist wieder so furchtbar kalt, dass man überhaupt keine Lust hat, sich im Freien aufzuhalten. Wir frühstücken in einem Cafe vor der Kathedrale und durchstöbern sämtliche Souvenierläden, kaufen hier ein bisschen Kitsch und dort. Dann besichtigen wir die Kathedrale, oder zumindest Teile davon, denn in vielen Abschnitten wird mächtig gezimmert und gebaut. Sehr beeindruckend, aber eben auch sehr touristisch. Trotzdem hauen mich bei einem Bild die Emotionen um: Jesus begegnet seiner Mutter. Ob ich dabei mehr an meine Mutter denke oder es die Tatsache ist, dass ich selber ja auch einen Sohn habe, weiß ich nicht.
Eine moderne Variante des Kreuzwegs einer Malerin,
deren Namen ich leider nicht mehr finden kann.
Ein letztes Mal gibts am Morgen zwei Kaffee con leche und boccadillos con jamon, noch eine kleine Plauderei mit einer Australierin, die mit ihrer 14 jährigen Tochter den Weg pilgert. Interessant, wie viele junge Menschen und auch Generationspaare hier unterwegs sind.
Alles klappt wie am Schnürchen, wir packen am Flughafen wieder unsere Rucksäcke in die Tüten, checken ein, trinken wieder Kaffee und essen zum letzten Mal boccadillos und ab gehts nach Hause.
Am Flughafen in Düsseldorf steht Dirk mit roten Rosen - ich freu mich riesig. Wider Erwarten kommt auch Paul Heike abholen, wie schön! Wir verabschieden uns. Unterwegs holen wir beim Thailänder was zu Essen (endlich mal wieder was mit Gewürz!), wieder daheim. Die Woche ist nur so umgeflogen.
Nun, auf die Frage, wie wars in Spanien?, fasse ich für mich zusammen, dass es nicht so war, wie erwartet. Es war dennoch sehr schön, aber mehr wie Urlaub. Das lag vermutlich daran, dass die Zeit zum einen zu kurz war, um so richtig in das Pilgerfeeling zu kommen und zum anderen, weil wir nicht in den Herbergen übernachtet haben. Aber: muss ich das haben? Nein. Wir waren uns im Vorfeld einig, dass wir nach Möglichkeit in Doppelzimmern schlafen. Dadurch, dass wir immer gemeinsam unterwegs waren (teilweise ja auch zu Dritt) und uns auch im Vorfeld nur via Mail kannten, haben Heike und ich natürlich viel zu erzählen gehabt, außerdem nimmt man ja auch "Fremden" gegenüber mehr Rücksicht aufeinander und untereinander. Es war eine schöne und wertvolle Erfahrung. Aber so "gestückelt" pilgern möchte ich nicht mehr. Entweder heißt das Ding dann "Wanderurlaub" oder aber ich warte so lange, bis ich so viel Zeit haben werde, einmal einen Weg komplett zu gehen. Im Übrigen mag ich das Wort Pilgern auch nicht so sehr, es ist mir zu religiös. Natürlich bin ich ein gläubiger Mensch, aber dieses altmodische Wort hat für mich so einen negativen Beigeschmack, es klingt so nach Schmerzen und Buße, ich weiß nicht... Ich glaube beinahe, "pilgern" muss man eigentlich alleine, um den "Spirit des Camino" zu bekommen, sofern man wirklich seine Grenzen erfahren will. Der Weg ist lang und er ist hart, aber der Weg ist auch wunderschön. All das bekommt man nicht in einer Woche so richtig gelebt. Wie schon oben erwähnt waren sehr viele junge Menschen unterwegs und auch Paare und Familien. Dennoch war es zum Glück nicht so voll, wie ich fast befürchtet habe zur Osterzeit. Körperlich habe ich die Woche sehr gut weg gesteckt, was sicher an meinem Training im Vorfeld für den Halbmarathon lag. Eine klitzekleine Blase, ein wenig Muskelschmerzen an den Außenseiten der Oberschenkel und abends platte Füße ist so meine Bilanz. Gut, die Schultern und der Nacken tun natürlich die ersten 2 Tage ziemlich weh, bis man den richtigen Dreh mit dem Rucksackschnallen raus hat. Die letzten beiden Tage hab ich das Ding nicht mehr gemerkt. Spanisch zu sprechen ist für ein derartiges Vorhaben sehr von Vorteil, da die meisten kein Wort englisch sprechen (wollen?), auch alle Speisekarten sind in der Landessprache, was das Essen zu einem kleinen Abenteuer macht. Allerdings kann man häufiger das Glück haben, auf liebe Mitmenschen zu treffen, die sowohl englisch wie auch spanisch sprechen und einem demnach gern behilflich sind. Verlaufen kann man sich glaube ich kaum auf dem Camino, da überall mehr oder weniger häufig die gelben Pfeile oder eben die bekannten Muscheln den Weg weisen (zumindest auf dem Camino Francés bzw. auf unserem Abschnitt jetzt). Und nun habe ich fertig, mir fällt erst mal nichts mehr ein, was ich Euch berichten könnte.
Dass ich nun, wieder zu Hause, krank geworden bin, ist wirklich übel. Das kalte Wetter geht mir langsam aber sicher auf den Senkel...
Sonntag, 15. April 2012
Frau H.punkt ist dann auch mal weg... Teil 2
Hm... also, das mit dem kurz fassen ist irgendwie wohl doch nicht so mein Ding. Übers Schreiben kommen die Details zurück ;-)
Tag 2: Der Morgen ist kühl und der Rucksack ist Hölle-schwer! Die Stöcke nerven mich, da sind wir noch keine 100 Meter unterwegs. Es dauert eine Weile, bis wir aus der Stadt heraus sind und endlich, endlich dann so richtig auf dem Camino sind (der natürlich auch durch Städte führt).
Wir versuchen, den Wirt dazu zu bewegen, uns ein Taxi zu rufen. Die 5 km bis Sto. Domingo schaffen wir nicht mehr zu Fuß - zu kalt, zu unmotiviert, zu hungrig. Doch der gute Mann verweist ständig nur auf eine Visitenkarte an seiner Pinnwand, wir sollen gefälligst selber anrufen. Sehr nett, wirklich. Er läßt sich nicht umstimmen und keiner von uns traut sich zu, dort anzurufen. Dann geht die Türe auf und unser rettender Engel in Form von Briony, einer ganz süßen Spanierin, ebenfalls pilgernd unterwegs, kommt herein. Sie spricht ein erstklassiges Englisch und erklärt sich sofort bereit, uns zu helfen. Sie bestellt nicht nur ein Taxi für uns, sondern bucht uns auch ein Zimmer bei den Zisterzienserinnen im Hostal. Wir sind glücklich!
Eine Stunde später verabschieden wir uns herzlich von Briony und sitzen kurz darauf im Taxi, das uns genau vor dem Eingang des Hostals absetzt. Hier erwartet uns die herzliche Freundlichkeit der Nonnen und endlich ein warmes, gemütliches Zimmer mit Bad, Handtüchern und natürlich Duschgel. Hier trenne ich mich von meinem Duschtuch und der Hälfte meiner Kosmetika, auch Heike lässt die ein oder andere Tube hier.
Am Abend gehts in die Stadt zum Essen des Pilgermenus II. Immer wieder laufen uns dieselben Mitpilger über den Weg. Nach dem Essen zieht es uns sofort ins Hostal, es ist einfach zu kalt, um die Stadt zu erkunden, derweil besucht Karel noch die Messe im Dom Sto. Domingos de Calzadas.
Am Morgen werden wir von Glockenläuten geweckt. Mit gepacktem Rucksack gehts zum sehr mageren Frühstück (Weißbrot, Kaffee mit zu viel Milch wie immer und Aprikosenmarmelade). Unser heutiges Tagesziel heißt Belorado. Karel wird sich heute von uns trennen, wir sind ihm zu langsam ;-)).
Tag 4: Stadtauswärts sehen wir viele Störche, die sogar klappern. Ein toller Anblick, so ein Storch in einem Nest auf einem Kirchturm. Bis zur nächsten Bar kommt Karel noch mit, dann verabschieden wir uns. Für Heike und mich auch ein neues Gefühl, denn bis dahin waren wir nur auf dem Zimmer alleine. Jetzt reden wir über Dinge, die Frau nicht unbedingt in Anwesenheit eines Mannes bespricht ;-). Unterwegs kommen wir plötzlich in ein Gewitter mit Hagelschauern. Der April zeigt sich von seiner allerbesten Seite, auch in Spanien. Nach ca. 25 km kommen wir in Belorado an. Die Herberge (mit Hotel) lachte uns unterwegs immer wieder von diversen Postern an, also zögerten wir nicht lange und nahmen uns dort ein Doppelzimmer. Leider entpuppte sich die Herberge als absoluter Blender, die Heizung war kalt, ebenso das Wasser, das aus den Hähnen kam. Es kostete mich enorme Überwindung, so verfroren wie wir ohnehin wieder waren, in die lauwarme Dusche zu steigen - fürchterlich! Also, eine schöne bunte Fassade verspricht nicht unbedingt ein warmes Inneres. Abends schlendern wir in den Ort und genehmigen uns das Pilgermenu III und sind auch an diesem Abend wieder früh im Bett, nach dem es im Barbereich noch einen Rotwein-Absacker gab. Auf der Leinwand wurde eine DVD über den Camino gezeigt - wunderschöne Impressionen, die Lust auf die nächste Etappe machten.
Tag 5: Nur allzu gerne verlassen wir die kalte Unterkunft und begeben uns bei ganzen 2 Grad Celsius um 8 Uhr auf den Weg, diesmal gehts nach San Juan de Ortega. Eine recht anspruchsvolle Etappe mit einigen Höhenmetern und einer über 12 km langen Strecke durch den Wald, ohne die Möglichkeit einer Einkehr, liegt vor uns. Der Camino schlängelt sich durch die Landschaft wie ein Lindwurm und an der letzten Einkehr vor dem 12 km Anstieg treffen wir erneut auf Linda und Lukas und trinken eine Cola. Wir kaufen noch ein Wasser, gehen noch mal auf die Pippibox und dann gehts auch gleich mit einem sehr knackigen Anstieg los. Unser Weg der optischen Täuschung, wie wir ihn nannten, bietet hinter jeder Kurve, an der wir meinen, es geht nicht mehr höher, einen weiteren Anstieg. Unglaublich. Heike ist von den Anstiegen recht bald demotiviert. Doch irgendwann muss es schließlich auch wieder runter gehen. Durch den kahlen Wald, der noch voll im Winterkleid steckte, erreichen wir irgendwann am Nachmittag den Ort San Juan de Ortega, der ganze 18 Einwohner hat. Die nächste Ortschaft wäre noch 3,5 km weiter, doch wir können und wollen nicht mehr weiter, bleiben dort und mieten uns ein schönes, nein, ein sehr schönes, Doppelzimmer mit Bad, Bidet und BADEWANNE!!! Doch erst ziehen wir fix unsere Galoschen aus, stellen die Rucksäcke in die Ecke und genehmigen uns zwei wohlverdiente Bierchen in der einzigen Bar im Ort, wo wir später auch zu Abend essen. Dies war übrigens der einzige Sonnentag, der uns natürlich prompt einen Sonnenbrand bescherte. Aber warm war es trotzdem nicht und der Wind pfiff auch wie immer mächtig von vorne.
Nach einem wohltuenden Bad aßen wir mit den beiden Polinnen Gocha und Nathalia, die jedoch seit Jahren schon in Edinburgh leben, zu Abend. Es war ein sehr interessanter Abend und die beiden waren sehr gesellige Tischgenossinnen, mit denen wir uns auf englisch sehr gut unterhalten konnten. Hier aßen wir zum ersten mal die traditionelle Morcilla, eine Spezialität dieser Region. Wirklich lecker, wenn man beim Essen vergisst, dass es Blutwurst ist.
Von San Juan de Ortega aus gehts am nächsten Tag zu unseren letzten Etappe, nach Burgos. Bis dahin sind es noch ca. 28 km, die vor uns liegen. In Burgos haben wir dann einen ganzen Tag zur Verfügung, bis es dann wieder zurück nach Hause geht. Dort treffen wir noch einmal auf Karel.
Fortsetzung folgt...
Tag 2: Der Morgen ist kühl und der Rucksack ist Hölle-schwer! Die Stöcke nerven mich, da sind wir noch keine 100 Meter unterwegs. Es dauert eine Weile, bis wir aus der Stadt heraus sind und endlich, endlich dann so richtig auf dem Camino sind (der natürlich auch durch Städte führt).
Die Schönheit des Camino erschließt sich einem vom ersten Augenblick an. Herrliche Landschaft so weit das Auge reicht. Ein Gefühl von Freiheit kommt in mir auf. Ich liebe ja dieses frische, kühle Wetter ohnehin sehr, doch hier, mit dieser Weite, bekommt das Gefühl dadurch noch einen schöneren Beigeschmack. Nach ca. 10 km landet mein erster Walking-Stock an einen Baum, woraufhin mich später eine leicht aufgebrachte spanische Pilgerin auf spanisch in Sachen Recycling (ich denke, sie meinte Müll) zurecht weist. Mir egal, ich hab sie ja nicht verstanden und so ganz unrecht hat sie auch nicht. Aber es war weit und breit kein Mülleimer zu sehen und ich musste das Ding ganz dringend los werden. Und vielleicht konnte es ja auch noch jemand anderes gebrauchen.
Heike, Karel und ich plaudern wild drauf los. Der Rucksack ist der Hammer und gewiss meine Prüfung schlechthin. Ich überlege, wovon ich mich unbedingt trennen muss bzw. möchte. Jedes Gramm zählt. In der Herberge in Ventosa beziehen Heike und ich das einzige Doppelzimmer, welches Heike im Vorfeld für uns gebucht hat. Die Herberge ist schön, die Herbergsmutter begrüßt uns freundlich auf deutsch und endlich kaufe ich dort meine Pilgermuschel für meinen Rucksack.
Wir freuen uns über das tolle Zimmer mit Bad, Handtüchern und Duschgel. Hier haben wir also definitiv schon etwas falsch geplant. Da wir vor hatten, möglichst nur in Notfällen in den Schlafsälen der Herbergen zu übernachten und ansonsten immer ein Doppelzimmer nehmen wollten, erschließt sich uns nicht wirklich die typische Atmosphäre in den Herbergen. Aber ehrlich gesagt, kann ich darauf auch verzichten; 20 Leute oder mehr in einem Schlafsaal, feuchte Klamotten, Schnarchen, nee, das muss ich nicht unbedingt freiwillig haben. So kann man denn unsere Reise durchaus als Luxus-Pilgern bezeichnen.
Wir haben mal wieder Hunger und suchen die einzige Bar im Ort auf. Dort spielen einheimische, alte Männer Karten, schauen Fußball auf dem großen Flat (ein Muss für jedes Lokal in Spanien), und beäugen die Pilger, die sich am Cafe con leche aufwärmen. Die Küche ist bereits zu, also bestellen wir mit jedem Rotwein eine Schale Olivas (auf die Gefahr hin, von Durchfall heimgesucht zu werden). An der Theke beim Bestellen höre ich von rechts plötzlich "deutsch" und komme mit Linda aus Aachen !! und Lukas aus Südtirol ins Gespräch - unsere Wege kreuzen sich dann immer wieder, witzig! Bin sehr gespannt, ob ich Linda einmal in Aachen begegnen werde :-). Lukas ist für mich der personifizierte Jesus, der auf Stippvisite auf der Welt unterwegs ist; er läuft nicht mit Wanderschuhen und sonstiger Outdoor-Ausrüstung über den Camino sondern in ziemlich ausgelatschten Vans und einem Indio-Poncho oder so ähnlich! Der kleine, tätowierte und gepiercte Südtiroler strahlt immer und hat immer einen weisen Spruch parat. Unglaublich, welche Positivität von ihm ausgeht.
Karel erzählt uns dann von seinen Theaterstücken, er ist Laiendarsteller. So sehr wir bis dahin auch gelacht haben, mussten wir mit einem Mal alle Drei weinen, um im nächsten Moment darüber auch schon wieder zu lachen. Ist es der Camino oder der Rotwein, der die Gefühle raus lässt? Später essen wir im einzigen, der Herberge angeschlossenen Restaurant, unser erstes Pilgermenu zum Preis von 10 Euro. Wir gehen früh ins Bett, denn morgen gehts früh weiter.
Karel erzählt uns dann von seinen Theaterstücken, er ist Laiendarsteller. So sehr wir bis dahin auch gelacht haben, mussten wir mit einem Mal alle Drei weinen, um im nächsten Moment darüber auch schon wieder zu lachen. Ist es der Camino oder der Rotwein, der die Gefühle raus lässt? Später essen wir im einzigen, der Herberge angeschlossenen Restaurant, unser erstes Pilgermenu zum Preis von 10 Euro. Wir gehen früh ins Bett, denn morgen gehts früh weiter.
Ich schlafe gut in dieser Nacht und werde am Morgen um 6:30 Uhr von überaus angenehmen, koralen Gesängen geweckt, die durch das Treppenhaus der Herberge ertönen. Ich bin sicher keine Betschwester, aber auf solche Weise geweckt zu werden, das hatte wirklich was.
Tag 3: Unser heutiges Ziel heißt Sto. Domingo de la Calzada. Da die Bar so früh morgens noch geschlossen hat, laufen wir erst mal 10 km, bis wir im nächsten Ort eine Bar erreichen, wo wir frühstücken können. Das Wetter läßt wie immer zu wünschen übrig. Es ist kalt und der Wind pfeift konstant von vorne, egal, in welche Richtung man auch läuft. Irgendwann fängt es an zu regnen. Heute haben wir knapp 30 km vor uns. Der Weg zieht sich wie Kaugummi. Die von uns gesuchte Privatherberge gibt es nicht mehr, wie uns ein freundlicher Anwohner mit Händen und Füßen erklärt. Frust macht sich breit, der Weg heute war lang und die Rucksäcke schwer. Wir wollen nicht mehr groß weiter gehen. Es ist echt Scheiße, wenn das angepeilte Ziel nicht mehr existiert! Wir laufen noch einen Ort weiter, stoßen auf eine Bar, die einzige im Ort. Eine andere Herberge finden wir nicht. Eine freundliche irische Familie begleitet uns, sie kennen den Weg. Der erste Eindruck ist furchtbar! Kalt, unfreundlich, alt und brüchig und auf Grund der vielen Schuhe im Flur vermutlich auch schon voll. Nein, hier bleiben wir auf keinen Fall - da sind wir uns zum Glück alle einig. Also zurück zur Bar, wir haben schließlich Hunger und sind nass und durch gefroren. Doch wieder hat die Küche zu. Wir bekommen den letzten Teller Gemüsesuppe mit Brot und drei Löffeln. Selten war ein Teller Suppe und trockenes Weißbrot so lecker!
Wir versuchen, den Wirt dazu zu bewegen, uns ein Taxi zu rufen. Die 5 km bis Sto. Domingo schaffen wir nicht mehr zu Fuß - zu kalt, zu unmotiviert, zu hungrig. Doch der gute Mann verweist ständig nur auf eine Visitenkarte an seiner Pinnwand, wir sollen gefälligst selber anrufen. Sehr nett, wirklich. Er läßt sich nicht umstimmen und keiner von uns traut sich zu, dort anzurufen. Dann geht die Türe auf und unser rettender Engel in Form von Briony, einer ganz süßen Spanierin, ebenfalls pilgernd unterwegs, kommt herein. Sie spricht ein erstklassiges Englisch und erklärt sich sofort bereit, uns zu helfen. Sie bestellt nicht nur ein Taxi für uns, sondern bucht uns auch ein Zimmer bei den Zisterzienserinnen im Hostal. Wir sind glücklich!
Eine Stunde später verabschieden wir uns herzlich von Briony und sitzen kurz darauf im Taxi, das uns genau vor dem Eingang des Hostals absetzt. Hier erwartet uns die herzliche Freundlichkeit der Nonnen und endlich ein warmes, gemütliches Zimmer mit Bad, Handtüchern und natürlich Duschgel. Hier trenne ich mich von meinem Duschtuch und der Hälfte meiner Kosmetika, auch Heike lässt die ein oder andere Tube hier.
Am Abend gehts in die Stadt zum Essen des Pilgermenus II. Immer wieder laufen uns dieselben Mitpilger über den Weg. Nach dem Essen zieht es uns sofort ins Hostal, es ist einfach zu kalt, um die Stadt zu erkunden, derweil besucht Karel noch die Messe im Dom Sto. Domingos de Calzadas.
Am Morgen werden wir von Glockenläuten geweckt. Mit gepacktem Rucksack gehts zum sehr mageren Frühstück (Weißbrot, Kaffee mit zu viel Milch wie immer und Aprikosenmarmelade). Unser heutiges Tagesziel heißt Belorado. Karel wird sich heute von uns trennen, wir sind ihm zu langsam ;-)).
Tag 4: Stadtauswärts sehen wir viele Störche, die sogar klappern. Ein toller Anblick, so ein Storch in einem Nest auf einem Kirchturm. Bis zur nächsten Bar kommt Karel noch mit, dann verabschieden wir uns. Für Heike und mich auch ein neues Gefühl, denn bis dahin waren wir nur auf dem Zimmer alleine. Jetzt reden wir über Dinge, die Frau nicht unbedingt in Anwesenheit eines Mannes bespricht ;-). Unterwegs kommen wir plötzlich in ein Gewitter mit Hagelschauern. Der April zeigt sich von seiner allerbesten Seite, auch in Spanien. Nach ca. 25 km kommen wir in Belorado an. Die Herberge (mit Hotel) lachte uns unterwegs immer wieder von diversen Postern an, also zögerten wir nicht lange und nahmen uns dort ein Doppelzimmer. Leider entpuppte sich die Herberge als absoluter Blender, die Heizung war kalt, ebenso das Wasser, das aus den Hähnen kam. Es kostete mich enorme Überwindung, so verfroren wie wir ohnehin wieder waren, in die lauwarme Dusche zu steigen - fürchterlich! Also, eine schöne bunte Fassade verspricht nicht unbedingt ein warmes Inneres. Abends schlendern wir in den Ort und genehmigen uns das Pilgermenu III und sind auch an diesem Abend wieder früh im Bett, nach dem es im Barbereich noch einen Rotwein-Absacker gab. Auf der Leinwand wurde eine DVD über den Camino gezeigt - wunderschöne Impressionen, die Lust auf die nächste Etappe machten.
Tag 5: Nur allzu gerne verlassen wir die kalte Unterkunft und begeben uns bei ganzen 2 Grad Celsius um 8 Uhr auf den Weg, diesmal gehts nach San Juan de Ortega. Eine recht anspruchsvolle Etappe mit einigen Höhenmetern und einer über 12 km langen Strecke durch den Wald, ohne die Möglichkeit einer Einkehr, liegt vor uns. Der Camino schlängelt sich durch die Landschaft wie ein Lindwurm und an der letzten Einkehr vor dem 12 km Anstieg treffen wir erneut auf Linda und Lukas und trinken eine Cola. Wir kaufen noch ein Wasser, gehen noch mal auf die Pippibox und dann gehts auch gleich mit einem sehr knackigen Anstieg los. Unser Weg der optischen Täuschung, wie wir ihn nannten, bietet hinter jeder Kurve, an der wir meinen, es geht nicht mehr höher, einen weiteren Anstieg. Unglaublich. Heike ist von den Anstiegen recht bald demotiviert. Doch irgendwann muss es schließlich auch wieder runter gehen. Durch den kahlen Wald, der noch voll im Winterkleid steckte, erreichen wir irgendwann am Nachmittag den Ort San Juan de Ortega, der ganze 18 Einwohner hat. Die nächste Ortschaft wäre noch 3,5 km weiter, doch wir können und wollen nicht mehr weiter, bleiben dort und mieten uns ein schönes, nein, ein sehr schönes, Doppelzimmer mit Bad, Bidet und BADEWANNE!!! Doch erst ziehen wir fix unsere Galoschen aus, stellen die Rucksäcke in die Ecke und genehmigen uns zwei wohlverdiente Bierchen in der einzigen Bar im Ort, wo wir später auch zu Abend essen. Dies war übrigens der einzige Sonnentag, der uns natürlich prompt einen Sonnenbrand bescherte. Aber warm war es trotzdem nicht und der Wind pfiff auch wie immer mächtig von vorne.
Nach einem wohltuenden Bad aßen wir mit den beiden Polinnen Gocha und Nathalia, die jedoch seit Jahren schon in Edinburgh leben, zu Abend. Es war ein sehr interessanter Abend und die beiden waren sehr gesellige Tischgenossinnen, mit denen wir uns auf englisch sehr gut unterhalten konnten. Hier aßen wir zum ersten mal die traditionelle Morcilla, eine Spezialität dieser Region. Wirklich lecker, wenn man beim Essen vergisst, dass es Blutwurst ist.
Von San Juan de Ortega aus gehts am nächsten Tag zu unseren letzten Etappe, nach Burgos. Bis dahin sind es noch ca. 28 km, die vor uns liegen. In Burgos haben wir dann einen ganzen Tag zur Verfügung, bis es dann wieder zurück nach Hause geht. Dort treffen wir noch einmal auf Karel.
Fortsetzung folgt...
Frau H.punkt ist dann auch mal weg... Teil 1
Heute morgen werde ich mit ziemlichen Rückenschmerzen im oberen Bereich wach. Ich habe Angst, mir gestern bei den letzten 2 km, die ich gehen musste, irgendeine Form von Erkältung an den Bronchien oder Lungen eingefangen zu haben, es tut weh beim tiefen Durchatmen, der komplette Brustkorb wirkt wie eingeschnürt, ganz taufrisch ist der Kopf- und Nackenbereich auch nicht. Wie ich mich gerade ohne Ibu800 fühlen würde, möchte ich ehrlich gesagt nicht wissen. Vermutlich hats mich nun, wo sämtliche Anspannung von mir gefallen ist, doch erwischt. Die ganze Kälte der letzten beiden Wochen, die mich immer wieder umgeben hat, scheint nun ihr Ziel zu erreichen. Ich hoffe, Morgen ist alles wieder gut, denn dann geht der Alltag wieder los. Die zwei Wochen frei waren definitiv zu kurz, von Erholung irgendwie keine Spur; ich denke, ich bräuchte noch ein oder zwei Tage zum downloaden.
Es wird langsam Zeit, mal den Bericht zu der Pilgerwoche zu schreiben. Doch irgendwie wollen die Worte genauso wenig kommen, wie die Lust, mich bei irgendwem zurück zu melden. Eigentlich möchte ich mich wieder ins Bett legen, doch ich denke, ich fange einfach mal an zu schreiben. Vielleicht kommt ja doch ein halbwegs passabler Bericht dabei heraus. Also, here we go:
Tag 1: Es ist (Grün)Donnerstag, der 05. April 2012 und ich verlasse um 6:40 Uhr mit einem leichten Kribbeln im Bauch das Haus. Hab ich auch wirklich alles dabei? Ticket, Geld, Pass, Schuhe, Klamotten - ich gehe alles in Sekundenschnelle noch einmal im Kopf durch, bevor ich die Haustüre zuziehe. Einen Schlüssel brauche ich nicht, denn Dirk holt mich ab in einer Woche und abschließen muss ich nicht, denn Flo schlummert derweil seinen seligen Osterferienschlaf. Es ist noch dunkel und ziemlich frisch. Ich schwinge den knapp 10 Kilo schweren Rucksack zum ersten Mal auf meinen Rücken und stapfe durch den dunklen Morgen an meinen Nachbarn vorbei Richtung Bahnhof. Um 07:07 Uhr geht mein Zug bis Düsseldorf Hauptbahnhof, wo ich mich mit Heike treffe. Unterwegs kaufe ich mir zwei Brötchen und fühle mich in meiner Wandermontur wie ein Fremder auf der Durchreise in der heimischen Bäckerei.
Der Zug ist ziemlich leer und ich setze mich ans Fenster, beobachte den neuen Tag, wie er so langsam erwacht. Laufwege, überall sehe ich herrliche Laufwege. Ich versuche umzudenken, ab jetzt heißt es Wanderwege für mich. Entschleunigen ist die Devise dieser Woche. Ich bin wirklich gespannt, wie ich mit der Distanz und dem schweren Rucksack klar kommen werde. Wie wird es mit Heike funktionieren? Schließlich kennen wir uns so gut wie gar nicht, nur vom Schreiben. Machen meine Füße brav mit? Werden die Knie Ärger machen? Die Gedanken hüpfen hin und her, während sich der Zug füllt. Gibt es eigentlich noch Menschen, die ohne Knopf im Ohr unterwegs sind, außer mir, meine ich? Alle, egal wie alt, alle haben Knöpfe im Ohr, hantieren mit ihren Handys, iPods oder MP3-Playern herum. Früher hat man im Zug gelesen...
In Düsseldorf angekommen ziehe ich mir erst einmal mein warmes Fleeceshirt an, die Kälte wird der rote Faden dieser Reise sein - sie zieht sich durch alle Tage hin durch. Ich treffe Heike und wir freuen uns, holen uns erst mal einen wärmenden Kaffee und steigen in den Zug weiter zum Flughafen. Dort angekommen checken wir online ein und es gibt den nächsten Kaffee. Alles läuft wie am Schnürchen. Der Flieger ist voll, es sind auch einige Schalke-Fans dabei, die ebenso wie wir das Ziel Bilbao haben. Nach 1:45 Stunde landen wir auf dem regnerischen Flughafen von Bilbao, und Heike lebt noch ;-)) (sie hat ziemliche Angst beim Start und beim Landen). Schnell bekommen wir unsere in Müllsäcke eingepackten Rucksäcke und steigen ins nächstbeste Taxi, das uns zum Bushof Bilbao fährt. Nach kurzer Wartezeit steigen wir in den Bus, der bis Logrono fährt, es dauert ca. 2 Stunden, bis wir dort ankommen. In Logrono werden wir auf Karel und Judith stoßen, die im selben Hotel wie wir übernachten (Heike kennt die beiden aus dem Pilgerforum). Judith hat heute ihren Camino bei km 0 beendet, Karel ist bereits seit 3 Tagen unterwegs und wird uns eine Weile begleiten. Das Hotel ist ok und nach kurzem Frischmachen gehen wir mit Judith und Karel in die Altstadt zurück, wir haben schließlich Hunger. Logrono ist eine schöne Stadt und wir finden eine Bar, in der wir Pinchos essen und den ersten Rotwein trinken (auch der zieht sich durch wie ein roter Faden). Später, Karel's Beharrlichkeit sei Dank, kommen wir doch noch in den Genuss, die Gründonnerstagsprozession in Logrono erleben zu dürfen. Ein unglaublich beeindruckendes Spektakel! Trommelnde und Kreuze tragende Menschen in Büßergewändern mit KuKluxKlan-Kapuzen verursachen mir eine Gänsehaut - sehr mystisch!
Wir verbringen einen schönen Abend und fallen dann doch recht müde ins Bett - reisen ist anstrengend. Am nächsten Tag gehts gegen 8 Uhr gemeinsam mit Karel los mit unserer ersten Etappe von Logrono bis Najera; wir lassen es mit 20 km für den ersten Tag ruhig angehen.
So - und nun gibts einen Zeitraffer, also keine Angst, dass nun jeder Tag so detailliert von mir beschrieben wird. Leider hatte ich während der Reise überhaupt keine Lust zum Schreiben und aus dem Grund gibts jetzt nur noch etwas aus der groben Erinnerung. Obwohl es erst 3 Tage her ist, seit wir zurück gekommen sind, ist es schon wieder irgendwie unwirklich.
Es wird langsam Zeit, mal den Bericht zu der Pilgerwoche zu schreiben. Doch irgendwie wollen die Worte genauso wenig kommen, wie die Lust, mich bei irgendwem zurück zu melden. Eigentlich möchte ich mich wieder ins Bett legen, doch ich denke, ich fange einfach mal an zu schreiben. Vielleicht kommt ja doch ein halbwegs passabler Bericht dabei heraus. Also, here we go:
Tag 1: Es ist (Grün)Donnerstag, der 05. April 2012 und ich verlasse um 6:40 Uhr mit einem leichten Kribbeln im Bauch das Haus. Hab ich auch wirklich alles dabei? Ticket, Geld, Pass, Schuhe, Klamotten - ich gehe alles in Sekundenschnelle noch einmal im Kopf durch, bevor ich die Haustüre zuziehe. Einen Schlüssel brauche ich nicht, denn Dirk holt mich ab in einer Woche und abschließen muss ich nicht, denn Flo schlummert derweil seinen seligen Osterferienschlaf. Es ist noch dunkel und ziemlich frisch. Ich schwinge den knapp 10 Kilo schweren Rucksack zum ersten Mal auf meinen Rücken und stapfe durch den dunklen Morgen an meinen Nachbarn vorbei Richtung Bahnhof. Um 07:07 Uhr geht mein Zug bis Düsseldorf Hauptbahnhof, wo ich mich mit Heike treffe. Unterwegs kaufe ich mir zwei Brötchen und fühle mich in meiner Wandermontur wie ein Fremder auf der Durchreise in der heimischen Bäckerei.
Der Zug ist ziemlich leer und ich setze mich ans Fenster, beobachte den neuen Tag, wie er so langsam erwacht. Laufwege, überall sehe ich herrliche Laufwege. Ich versuche umzudenken, ab jetzt heißt es Wanderwege für mich. Entschleunigen ist die Devise dieser Woche. Ich bin wirklich gespannt, wie ich mit der Distanz und dem schweren Rucksack klar kommen werde. Wie wird es mit Heike funktionieren? Schließlich kennen wir uns so gut wie gar nicht, nur vom Schreiben. Machen meine Füße brav mit? Werden die Knie Ärger machen? Die Gedanken hüpfen hin und her, während sich der Zug füllt. Gibt es eigentlich noch Menschen, die ohne Knopf im Ohr unterwegs sind, außer mir, meine ich? Alle, egal wie alt, alle haben Knöpfe im Ohr, hantieren mit ihren Handys, iPods oder MP3-Playern herum. Früher hat man im Zug gelesen...
In Düsseldorf angekommen ziehe ich mir erst einmal mein warmes Fleeceshirt an, die Kälte wird der rote Faden dieser Reise sein - sie zieht sich durch alle Tage hin durch. Ich treffe Heike und wir freuen uns, holen uns erst mal einen wärmenden Kaffee und steigen in den Zug weiter zum Flughafen. Dort angekommen checken wir online ein und es gibt den nächsten Kaffee. Alles läuft wie am Schnürchen. Der Flieger ist voll, es sind auch einige Schalke-Fans dabei, die ebenso wie wir das Ziel Bilbao haben. Nach 1:45 Stunde landen wir auf dem regnerischen Flughafen von Bilbao, und Heike lebt noch ;-)) (sie hat ziemliche Angst beim Start und beim Landen). Schnell bekommen wir unsere in Müllsäcke eingepackten Rucksäcke und steigen ins nächstbeste Taxi, das uns zum Bushof Bilbao fährt. Nach kurzer Wartezeit steigen wir in den Bus, der bis Logrono fährt, es dauert ca. 2 Stunden, bis wir dort ankommen. In Logrono werden wir auf Karel und Judith stoßen, die im selben Hotel wie wir übernachten (Heike kennt die beiden aus dem Pilgerforum). Judith hat heute ihren Camino bei km 0 beendet, Karel ist bereits seit 3 Tagen unterwegs und wird uns eine Weile begleiten. Das Hotel ist ok und nach kurzem Frischmachen gehen wir mit Judith und Karel in die Altstadt zurück, wir haben schließlich Hunger. Logrono ist eine schöne Stadt und wir finden eine Bar, in der wir Pinchos essen und den ersten Rotwein trinken (auch der zieht sich durch wie ein roter Faden). Später, Karel's Beharrlichkeit sei Dank, kommen wir doch noch in den Genuss, die Gründonnerstagsprozession in Logrono erleben zu dürfen. Ein unglaublich beeindruckendes Spektakel! Trommelnde und Kreuze tragende Menschen in Büßergewändern mit KuKluxKlan-Kapuzen verursachen mir eine Gänsehaut - sehr mystisch!
Wir verbringen einen schönen Abend und fallen dann doch recht müde ins Bett - reisen ist anstrengend. Am nächsten Tag gehts gegen 8 Uhr gemeinsam mit Karel los mit unserer ersten Etappe von Logrono bis Najera; wir lassen es mit 20 km für den ersten Tag ruhig angehen.
So - und nun gibts einen Zeitraffer, also keine Angst, dass nun jeder Tag so detailliert von mir beschrieben wird. Leider hatte ich während der Reise überhaupt keine Lust zum Schreiben und aus dem Grund gibts jetzt nur noch etwas aus der groben Erinnerung. Obwohl es erst 3 Tage her ist, seit wir zurück gekommen sind, ist es schon wieder irgendwie unwirklich.
Fortsetzung folgt...
Samstag, 14. April 2012
Ein erster Lauf nach dem HM und der Wanderwoche
Heute ein erster Versuch, wieder zu laufen. Es war ein seltsames Gefühl, nach einer Woche Wanderklompen an den Füßen wieder die leichten Treter an zu haben. Die ersten 300 Meter waren sehr steif, danach lief es besser. Hab sogar den Hügel mit Leichtigkeit genommen und dabei sogar einen Läufer überholt. Das Training der letzten Wochen und die 120 km Wanderung mit Gepäck machen sich doch bemerkbar, es ist viel Kraft in den Beinen.
Nach 5,6 km musste ich leider wegen plötzlicher und starker Knieschmerzen abbrechen, was mir dann noch einen wunderschönen Frühlingsspaziergang bescherte, hab sogar 2 Rehe gesehen.
Nach dem Lauf dann erst mal gut gedehnt, auweia, war das alles verspannt. Das Dehnen werde ich wohl heute noch ein- zweimal wiederholen, es muss alles wieder geschmeidiger werden.
Die Lust zu laufen ist riesig und ab Mai gehts mit neuem Trainingsplan weiter. Der HM hat mir ein ganz neues Selbstbewusstsein gegeben, das ist Klasse!
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