Donnerstag, 13. Oktober 2011

Mal eine Ode an die Musik

Noch sehr müde, aber mit einem ganz dringenden Bedürfnis musste ich mich heute aus dem Bett quälen. Wie gern wäre ich noch ein Stündchen liegen geblieben?! Nützt ja alles nichts, die Pflicht ruft. Täglich grüßt das Murmeltier, unter der Dusche, mit dem Fön in der Hand oder der Zahnbürste im Mund - manchmal ist es schon erschreckend, wie brav man doch so funktioniert. Inzwischen wach, wenn auch nicht munter, mixe ich mir den morgendlichen MagnesiumLachsölkapseldrink, hm, lecker! Raus ins kühle Dunkel und den MP3 Player im Auto angeschlossen. Wonach ist mir, an so einem finsteren Morgen, ohne Motivation und mit dem Wunsch, es möge doch schon 15 Uhr sein oder Scotty würde mich zurück ins Bett beamen? Ich gehe die Playlists durch und entscheide mich spontan für "Jugendheim". Das erste Lied läuft an und ich grinse groß und breit übers ganze Gesicht: Save me von Clout. Ich glaubs ja nicht! Manche Lieder sind so... wie soll ich sagen... eigentlich peinlich, aber ich liebe sie, weil sie mir so ein herrliches flashback verursachen: Es ist Kirmes bei uns im Dorf, Micha und ich mit dem Rad hin, unsere coolen Jeansjacken an, die Jeanshosen knalleng, Marke Wrangler. Das Ziel unserer Begierde -> die Raupenbahn! Unser letztes Geld wird gegen Plastikchips eingetauscht und absolut lässig stellen wir uns hintereinander in den Wagen - freihändig versteht sich. Rauf und wieder runter reitet die Raupe mit uns im Kreis, langsam und immer schneller werdend. (Wie bescheuert muss man sein, für sowas Geld zu bezahlen?!) Aus den Boxen dröhnt besagtes Lied, der Wind pfeift durch unsere Haare und kurz bevor das Verdeck runter geht, springt der dilettantisch tätowierte, langhaarige 'Junge Mann zum Mitreisen gesucht' auf unseren Wagen und zwinkert uns zu, bevor er wieder abspringt. Wir kichern und fühlen uns ja ach so toll, was sonst?! Später, wieder zu Hause, dudelt die Platte erneut und wir studieren dazu eine Choreo ein (später wurde aus sowas die Mini-Playback-Show!), ein Springseil ist unser Mikrophon, vorbei ist es mit der coolen Lässigkeit. Aber unser zartes Alter von 11 und 13 Jahren entschuldigt wohl noch so einiges.

Mit diesen schönen Kindheitsgedanken und laut trällernd schaffe ich es, den Weg zur Arbeit richtig gut gelaunt zu fahren. Allerdings ist die beim Aussteigen auf dem Schulparkplatz wieder verschwunden und kommt erst wieder, als ich auf dem Heimweg bei diesem Lied lande, Marliese von Fisher Z. Als ich später bei den Eagles und Hotel California ankomme, werde ich leicht melancholisch. Dieses Lied verträgt sich irgendwie nicht so gut mit Arbeit, Feierabend und Reihenhausidylle - irgendwie fehlt da eine gehörige Portion Harley, Highway und easy way of life ;-)

Ja, wirklich interessant, was Musik so alles bewirken kann. Und das funktioniert auch beim Laufen. Wenn ich meine Lauflieder höre, ist die Welt in Ordnung, ich komme sofort in meinen Rhythmus und alles ist gut. Wie eine Gehirnwäsche. Und schon freue ich mich jetzt wieder auf den nächsten Lauf. Musik ist schon was Tolles. Und das Schöne ist, dass es für jede Stimmung die passende Musik gibt, für jeden Anlass; sie macht glücklich oder traurig, sie tröstet, sie baut auf, motiviert und beruhigt. Sie lässt uns tanzen und singen, Parties feiern und Badewannen genießen und in Erinnerungen schwelgen. Ohne Musik wäre es eine verdammt triste Welt in der wir leben würden. Ich dachte, das könnte ruhig mal gesagt werden :-).

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